antagomorph: Gereon Krebber im Museum DKM in Duisburg

Faszination von Materialien und Formen
Von Petra Grünendahl

Vorne das Mobile „Willst du das wirklich?“ (2015), hinten Output (Stiller Teilhaber, 2016). Foto: Petra Grünendahl.

Vorne das Mobile „Willst du das wirklich?“ (2015), hinten Output (Stiller Teilhaber, 2016). Foto: Petra Grünendahl.

Die monströsen Skulpturen und Installationen aus unterschiedlichsten Materialien und Bearbeitungen sollten den Blick nicht verstellen für die kleinen Details, die ihren Teil zur Faszination des Ganzen beitragen. Manch eine Oberfläche wirkt aus der Nähe betrachtet noch viel spannender, man will sie berühren, spüren: (NEIN, berühren verboten! Das beschädigt das Objekt!). Die Materialien sind nicht so ohne weiteres erkennbar. Mitunter scheinen sie in Bewegung. „Ich trage andere Materialien dann schichtweise auf die Haut auf. Verschmolzen, verbrannt, dick aufgetragen, übermodelliert, gegossen, verspachtelt, geschliffen, geraspelt oder besprüht suche ich eine neue, überraschende Qualität, die auf den ersten Blick wie aus sich selbst entstanden wirkt“, erklärte Bildhauer Gereon Krebber (*1973) die Entstehung seiner Skulpturen. Krebber verwendet Trägermaterialien wie Stahl, Aluguss, Holz, Beton, Mauersteine, geschliffene Spiegel, Polyurethan oder gebrannter Manganton. Meistens gestaltet er nicht die Oberflächen des Untergrundes, sondern er überzieht sie oder formt Details aus Stoff, Klebeband, Folie, Sprühlack, Epoxidharz und Farbe. Die Werke faszinieren mit ihrer Unterschiedlichkeit an Material, Gestaltung und Formen.

Doppelgänger (2015). Foto: Petra Grünendahl.

Doppelgänger (2015). Foto: Petra Grünendahl.

Im Museum DKM, der privaten Kunstsammlung der Stiftungsgründer Dirk Krämer und Klaus Maas, eröffnet am Freitag, 30. September, die Sonderausstellung „antagomorph“ mit ausgewählten Werken von Gereon Krebber, Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Wortbildung „antagomorph“ bezieht sich Krebber auf die Gegenläufigkeit in Form und Material, die seine Werke wie ein roter Faden durchzieht. Weiterlesen

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Im Studio: Zeichnungen von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck Museum in Duisburg

Die schönsten graphischen Werke aus dem künstlerischen Nachlass
Von Petra Grünendahl

Aus Lehmbrucks Frühwerk: Studie nach Michelangelos "Sklaven" (1898). Foto: Petra Grünendahl

Aus Lehmbrucks Frühwerk: Studie nach Michelangelos „Sklaven“ (1898). Foto: Petra Grünendahl

„Ein gutes Drittel der hier gezeigten 60 Arbeiten Wilhelm Lehmbrucks sind vorher noch nie gezeigt worden“, erklärte Dr. Marion Bornscheuer, Kuratorin der Ausstellung „Im Studio: Wilhelm Lehmbruck“ bei der Vorbesichtigung. Zusammen mit Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte sie die wichtigsten Aspekte der Werkschau vor, die räumlich in fünf Kategorien präsentiert wird. Vom „Frühwerk“ über „Biographische Bezüge“ mit Portraitdarstellungen von Familie, Freunden und Bekannten, Entwürfe in „Bezüge zur Plastik“ oder „Künstlerische Experimente“, die ebenfalls in Bezug zum Werk des früh verstorbenen Bildhauers (1881 – 1919) stehen, bis hin zu einer Serie an Zeichnungen rund um Shakespeares Tragödie „Macbeth“. Mit Lehmbrucks mehrfarbiger Pastellzeichnung auf Karton, dem „Hinsinkenden Frauenakt II“ von 1913/14, bietet die Schau ein ganz besonderes Highlight. Dem „kundigen“ Betrachter wird aber auch die eine oder andere Zeichnung ins Auge springen, deren Ausformungen zu Skulptur er im Lehmbruck-Trakt schon begutachten konnte.

Lehmbrucks "Hinsinkender Frauenakt II" von 1913/14. Foto: Lehmbruck Museum.

Lehmbrucks „Hinsinkender Frauenakt II“ von 1913/14. Foto: Lehmbruck Museum.

Zur wichtigsten Sammlungs- und Forschungsstätte avancierte die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum in den Jahren 2006 bis 2010 mit dem Erwerb des künstlerischen Nachlasses dieses bedeutenden Künstlers der Klassischen Moderne. Von den insgesamt 1.141 erworbenen Werken Lehmbrucks kamen 11 Pastelle, 819 Zeichnungen und 250 Druckgraphiken in die graphische Sammlung des Museums. Eine Auswahl der schönsten graphischen Blätter zeigt das Skulpturenmuseum im Kantpark ab Donnerstag, 29. September (Eröffnung ist um 19 Uhr) im Untergeschoss des Hauptgebäudes: „Im Studio“.

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Studienfahrt des DGB Niederrhein zur KZ-Gedenkstätte Esterwegen im Emsland

Verfolgung Andersdenkender und
Gewalt unter der NS-Herrschaft

Von Petra Grünendahl

Fietje Ausländer bei der Führung über das ehemalige Lagergelände. Foto: Petra Grünendahl.

Fietje Ausländer bei der Führung über das ehemalige Lagergelände. Foto: Petra Grünendahl.

„Mit ihrer Errichtung im Frühjahr 1933 stellte man diese Konzentrationslager als wirtschaftliches Förderprojekt für die Region dar“, erklärte Fietje Ausländer, Mitarbeiter der Gedenkstätte Esterwegen. Das Emsland sei eine arme Region gewesen, in der die Menschen größtenteils nicht einmal fließend Wasser hatten, erzählte er. Die Bewohner des Umlandes profitierten davon, dass die Versorgung von Wachen und Gefangenen über örtliche Händler lief, wie Dokumente in der Ausstellung belegen. Die Einheimischen durften im Schwimmbad des KZ schwimmen und vom 10-Meter-Turm mit Aussicht über das Lager ins Becken springen. Auch die Arbeiterkolonnen aus dem Lager zur Schwerstarbeit im Moor dürfte den Emsländern nicht verborgen geblieben sein. Zwölf Jahre profitierten die Menschen von den Lagern, aber hinterher wollte keiner gewusst haben, was in ihnen vor sich ging.

Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Petra Grünendahl.

Gedenkstätte Esterwegen. Foto: Petra Grünendahl.

Der DGB Niederrhein hatte zu einer Studienfahrt nach Esterwegen in der Nähe von Papenburg eingeladen, wo eine Gedenkstätte an die Opfer der Nationalsozialisten in den emsländischen Konzentrationslagern erinnert. Der DGB in Duisburg hatte die Fahrt zusammen mit der VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten) Kreisvereinigung Duisburg organisiert. Mit dem Bus ging es die 220 Kilometer nach Esterwegen. Unterwegs stimmte Christa Bröcher von der VVN auf das Thema an. Ihr Großvater war 1933/1934 in Börgermoor in „Schutzhaft“ gewesen: Dem ersten von später 15 Lagern, in denen Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen bis zur Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 die Moore kultivierten und trocken legten.

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Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg: Von der Dorfschule zum Bildungszentrum

Der ehemalige Schulleiter Hans-Günter Portmann stellte sein Buch
über die Geschichte der Binnenschiffer-Ausbildung in Duisburg vor

Von Petra Grünendahl

„Der Mann lebt seinen Beruf“, hatte Verlegerin Anne Kappes schon beim ersten Gespräch festgestellt, bei dem ihr Hans-Günter Portmann ein Manuskript vorgestellte. Der ehemalige Schulleiter des Schiffer-Berufskollegs Rhein in Duisburg-Homberg hatte sich nach seiner Pensionierung mit der Geschichte der Schiffer-Berufsschule befasst, die weit über das hinaus reicht, was 1949 als Schulbetrieb nach dem Krieg im damals selbstständigen Homberg (Kreis Moers) wieder aufgenommen wurde. „Das Schiffer-Berufskolleg Rhein ist ein Aushängeschild für die Stadt Duisburg“, erklärte Schul- und Kulturdezernent Thomas Krützberg. In seinen dreizehn Jahren als Schulleiter habe Portmann großen Anteil an der Bedeutung der Schule, auch weit über Duisburg hinaus. Ein Verdienst im übrigen, für den der Verband Duisburger Bürgervereine Hans-Günter Portmann im Jahr 2012 mit dem Bürgerehrenwappen geehrt habe, so Krützberg.

Buchvorstellung im Mercatorzimmer (v. l.): Ehefrau Mechthild Portmann, Autor Hans-Günter Portmann, Dezernent Thomas Krützberg, Verlegerin Anne Kappes und Manfred Wieck, Schulleiter am Schiffer-Berufskolleg Rhein. Enkel Paul-Johann (2 ½, unten im Bild) hatte auch schon eifrig geblättert. Foto: Petra Grünendahl.

Buchvorstellung im Mercatorzimmer (v. l.): Ehefrau Mechthild Portmann, Autor Hans-Günter Portmann, Dezernent Thomas Krützberg, Verlegerin Anne Kappes und Manfred Wieck, Schulleiter am Schiffer-Berufskolleg Rhein. Enkel Paul-Johann (2 ½, unten im Bild) hatte auch schon eifrig geblättert. Foto: Petra Grünendahl.

Im Mercatorzimmer im Rathaus stellte Hans-Günter Portmann zusammen mit Thomas Krützberg und Anne Kappes sein Buch „Von der Dorschule zum Bildungszentrum“ vor. „Hier schreibt jemand nicht aus der Theorie, sondern aus der Praxis“, lobte Krützberg. Als Mann der Praxis hatte Portmann eine Ausbildung zum Schiffbauer gemacht, bevor er nach einer Hochschulreife über den Zweiten Bildungsweg ein Studium aufnahm: zunächst Schiffstechnik, später Lehramt. Seine erste Stelle trat er 1975 im Hamborner Robert-Bosch-Berufskolleg an, wo er die Berufsschule für Boots- und Schiffsbauer aufbaute, die er 1999 mit an das Schiffer-Berufskolleg in Homberg nahm, als er dort seine Stelle als Schulleiter antrat.

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Video-Marketing in der Unternehmenskommunikation

Botschaften zur Kundengewinnung zielgenau einsetzen
Von Petra Grünendahl

Referent Gerd Schröder über Video-Marketing in der Unternehmenskommunikation. Foto: Petra Grünendahl.

Referent Gerd Schröder über Video-Marketing in der Unternehmenskommunikation. Foto: Petra Grünendahl.

„Es funktioniert nicht, mit einem Imagefilm alle Zielgruppen gleichzeitig ansprechen zu wollen“, erklärte Gerd Schröder, Inhaber der Agentur K3, die Video und interaktive Formate konzipiert und erstellt für die Marketing-Kommunikation von Unternehmen. „Wenn ich mit meinem Produkt unterschiedliche Zielgruppen ansprechen will, muss ich jede mit ihren eigenen Bedürfnissen ansprechen.“ Kurz und knackig müssen die Botschaften sein, sonst ist der potenzielle Kunde weg: Wichtig sei die Verweildauer, erklärte der Marketing-Experte. „Wie viel ist der Konsument bereit zuzuhören?“ Je mehr ein Video auf seinen Adressaten zugeschnitten ist, umso mehr komme von der Botschaft an, so Schröder.

Das Tectrum in Neudorf. Foto: Petra Grünendahl.

Das Tectrum in Neudorf. Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte zu seinem monatlichen Mitglieder-Treffen den Marketing-Experten Gerd Schröder ins Tectrum in Neudorf eingeladen. Der Agentur-Geschäftsführer gab einen Überblick über die Bedeutung und die Möglichkeiten von Video-Marketing in Sozialen Netzwerken wie Youtube, Facebook oder Snapchat. Seine 2010 gegründete Agentur K3 hat sich auf Video-Marketing im Internet spezialisiert. In den Social Media spielt die Musik: auf Youtube, auf Facebook und seit neuestem auch auf Snapchat und dem Twitter-Videoplattform Vine. Jeder dieser Dienste ermöglicht Kommunikatoren, über Werbung zielgruppenspezifisch genau die zu erreichen, bei denen das Video mit der jeweiligen Botschaft ankommen soll. Um diese Zielgruppe zu erreichen, muss das Video genau auf deren Bedürfnisse zugeschnitten sein. Botschaften an andere Zielgruppen gehören in eigene Videos, die auch nur genau den jeweiligen anderen Gruppe gezeigt werden. Mit dem Versuch, mehr als eine Botschaft in einem Video unterzubringen, verpuffe die Wirkung, wie Schröder anhand von Beispielen deutlich machte.

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Achtes „Fest de Jüdischen Buches“ im Rahmen der Jüdischen Kulturtage

Juden in Deutschland: “Es gab nichts deutscheres!“
Von Petra Grünendahl

Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid liest in der Synagoge aus "Davidstern und Eisernes Kreuz". Foto: Petra Grünendahl.

Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid liest in der Synagoge aus „Davidstern und Eisernes Kreuz“. Foto: Petra Grünendahl.

„1.500 jüdische Soldaten bekamen im ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz Erster Klasse“, zitierte Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid aus seinem Buch „Davidstern und Eisernes Kreuz“. Seit den Befreiungskriegen 1813 hätten Juden freiwillig für ihr deutsches Vaterland zu den Waffen gegriffen. Wirklich gedankt hat es ihnen weder Preußen noch das Deutsche Reich oder die Weimarer Republik, auch wenn viele Soldaten sogar bis ins Jahr 1934 noch mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden waren. Die letzten dieser Urkunden hatte noch Adolf Hitler als Reichskanzler unterzeichnet, bevor er seinen Feldzug nicht nur gegen die deutschen Juden, sondern nach und nach gegen Juden in ganz Europa begann. „Adolf Hitler, der sein Eisernes Kreuz, welches er ständig an der Uniform trug, seinem jüdischen Vorgesetzten zu verdanken hatte“, gab Heid zu denken. Mit dem Dienst als Soldaten hofften die Juden, eine Gleichstellung zu erreichen. Vergeblich: Eine Offizierslaufbahn durften in Deutschland (im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern) nur solche einschlagen, die sich taufen ließen, wie Ludger Heid in seinem informativen Vortrag sehr gut vermittelte. Trotz aller Opfer ernteten Juden nur Antisemitismus und Spott vom Allergemeinsten: Menschen, von denen der Historiker Golo Mann, Sohn des Schriftstellers Thomas Mann, sagte: „Es gab nichts deutscheres!“

Jüdisches Leben in Deutschland im Spiegel von Autobiographien, historischen Vorträgen oder von Literatur und Kunst präsentierte das achte „Fest des Jüdischen Buches“, welches erstmals im Rahmen der Jüdischen Kulturtage statt fand. Breit war die Palette der angebotenen Lesungen und Workshops. Gut angenommen wurde das Programm für Kinder, bei dem diese auch selbst kreativ mitmachen konnten: Entsprechend viele Jüngere konnte man in der Mittagspause durch Foyer huschen sehen.

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Duisburger Hafen AG: Festakt zum 300. Hafengeburtstag auf der Mercatorinsel

Wirtschaftliche Stärke braucht belastbare Infrastruktur
Von Petra Grünendahl

Die Duisburger Philharmoniker beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Die Duisburger Philharmoniker beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Mit einer Premiere läutete die Feier ein: Kai Gottlob vom Filmforum Duisburg hatte für einem achtminütigen Dokumentarfilm Bilder und Filmsequenzen aus 300 Jahren Duisburger Hafen zusammengeschnitten. Musikalisch unterlegt wurde das Ganze live von den Duisburger Philharmonikern mit der hierfür eigens komponierten Begleitmusik: einer Suite von Prof. Bernhard Eichner von der Folkwang Universität der Künste, die die Bilder eindrucksvoll zu unterstrich. Unter der musikalischen Leitung von Giordano Bellincampi optisch wie musikalisch ein Hochgenuss.

Eirch Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Eirch Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, beim Festakt zum 300-jährigen Hafenjubiläum. Foto: Petra Grünendahl.

Zum offiziellen Festakt zum 300. Hafengeburtstag hatte die Duisburger Hafen AG auf die Mercatorinsel eingeladen. Rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur waren der Einladung gefolgt. Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, dankte den Mitarbeitern, die in den letzten 18 Jahren mit ihm zusammen den Wandel von der Hafenverwaltung zur integrierten Logistikgruppe unter der Dachmarke „duisport“ voran getrieben und begleitet hatten. „Rund 100 Unternehmen haben wir seitdem hier ansiedeln können“, bilanzierte der Hafenchef. Logport I auf den Flächen des aufgegebenen Stahlwerks in Rheinhausen sei eine Erfolgsgeschichte, Daraus sei eine ganze Familie geworden, den jüngsten Spross – logport VI – hatte man gerade erst in der vergangenen Woche öffentlich gemacht. Vor 18 Jahren, als Staake den Vorstandsvorsitz übernahm, sei dieses nicht absehbar, ja Träumerei gewesen. „Nirgends ist die Vernetzung von Industrie und Logistik so erfolgreich wie hier.“ Seit der Übernahme der Bundes-Anteile durch das Land NRW sei der Unternehmenswert weiter gestiegen. Weiterlesen

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Kulturtage der Jüdischen Gemeinde: „Fest des Jüdischen Buches“ am Sonntag, 18. September

Blick in den Spiegel jüdischer Identitäten
Von Petra Grünendahl

Wie die Finger einer ausgestreckten Hand: Das Jüdische Gemeindezentrum im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Wie die Finger einer ausgestreckten Hand: Das Jüdische Gemeindezentrum im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Vielseitige Interessen spricht das „Fest des Jüdischen Buches“ auch in diesem Jahr an. Von der Kunst über Historisches und Soziologisches bis hin zu autobiographischen Werken reicht die Spanne, aber auch für Kinder wird etwas angeboten. Zu den bekannten Namen zählt sicherlich der Berliner Schriftsteller Walter Kaufmann, der in Duissern auf der Prinz-Albrecht-Straße aufgewachsen ist. Der 92-Jährige liest unter anderem aus seinem Buch „Schade, dass du Jude bist“, das so manchem Jüngeren wertvolle Einblicke in ein unbequemes Kapitel deutscher Geschichte geben dürfte. Auch Prof. Daniel Hoffmann, Literaturwissenschaftler an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, erzählt anhand seiner Familiengeschichte aus deutsch-jüdischem Leben in Düsseldorf im Schatten des Holocaust.

Das „Fest des Jüdischen Buches“ gibt es schon seit 2006. Erstmals ist es in diesem Jahr in die Jüdischen Kulturtage eingebettet, die größere Zusammenhänge von Wechselbeziehungen jüdisch-deutscher Kultur deutlich machen. Am kommenden Sonntag, 18. September, steht nun das „Jüdische Buch“ im Fokus: Bücher von Juden, Bücher über jüdisches Leben, Lesungen und Würdigungen jüdischer Künstler und Schriftsteller. Zwischen 11 und 16.30 Uhr steht das Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen am Springwall (Innenhafen) ganz im Zeichen des Buches – und dies bereits zum achten Mal (Rückblicke gibt es hier …). Zumeist laufen mehrere Veranstaltungen parallel. Schon schade, dass man sich nicht zweiteilen kann. Den Programmablauf für den 18. September gibt es hier …

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Oberlandesgericht Düsseldorf: Loveparade-Strafverfahren: Beschwerden gegen Nichteröffnung des Strafverfahrens eingegangen

Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Charlie1965nrw (CC-BY-SA-3.0).

Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Charlie1965nrw (CC-BY-SA-3.0).

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat am 14. September 2016 über die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf ihre rund 750-seitige Begründung der sofortigen Beschwerde im Loveparade-Strafverfahren nebst allen Verfahrensakten beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingereicht. Zu diesen Akten zählen auch die rund 40 Beschwerden von Nebenklägern nebst Begründungen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg sowie verschiedene Nebenkläger hatten im April 2016 sofortige Beschwerde gegen den Nichteröffnungsbeschluss der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg vom 30. März 2016 eingelegt. Mit diesem Beschluss hatte die Kammer die Eröffnung des Loveparade-Strafverfahrens abgelehnt.

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Loveparade-Strafverfahren: Generalstaatsanwaltschaft unterstützt Beschwerde beim OLG Düsseldorf

justiz_rgbDie Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungsakten dem zuständi-gen Strafsenat beim Oberlandesgericht Düsseldorf zur Entscheidung über die sofortigen Beschwerden der Staatsanwaltschaft Duisburg und verschiedener Nebenkläger gegen den Beschluss des Landgerichts Duisburg vom 30. März 2016, mit welchem die Eröffnung des Hauptver-fahrens gegen zehn Angeschuldigte wegen fahrlässiger Tötung u. a. gemäß § 204 Abs. 1 StPO aus tatsächlichen Gründen abgelehnt worden ist, vorgelegt.

Der umfassenden und überzeugenden Beschwerdebegründung der Staatsanwaltschaft Duisburg ist die Generalstaatsanwaltschaft nach eingehender Prüfung uneingeschränkt beigetreten.

– Pressemeldung der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf –

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DeltaPort vor Ort: Festliche Übergabe der Kaimauer im Stadthafen Wesel

DeltaPort positioniert sich als Markenzeichen für Logistik am Niederrhein
Von Petra Grünendahl

Franz Michelbrink, Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel GmbH (vorne)  und Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG (dahinter). Foto: Petra Grünendahl.

Franz Michelbrink, Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel GmbH (vorne) und Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG (dahinter). Foto: Petra Grünendahl.

„Es bedurfte ständiger Abstimmung, die Sanierungsarbeiten an der Spundwand im laufenden Umschlagbetrieb durchzuführen“, erzählte Franz Michelbrink, Geschäftsführer der Stadtwerke Wesel, die den Ausbau im Stadthafen Wesel betrieben hatten. Auch die Auflagen der Kampfmittelräumung seien deutlich strenger gewesen als beim Bau der ersten Spundwand in den 1950-er und 1960-er Jahren, berichtete der Stadtwerke-Chef. Rund 700 von 1.500 Metern Kaimauer waren ebenso erneuert worden wie die Gleise der Hafenbahn, die darüber hinaus bis zum Anschluss an das ‚Streckennetz der Deutschen Bahn erweitert wurde, womit der Stadthafen nun trimodal angebunden ist. Bei der mittlerweile schon fast zur Tradition gewordenen Hafentour „DeltaPort vor Ort“ übergab der Stadtwerke-Chef die fertig gestellte Kaimauer an den neuen Hafenchef Andreas Stolte, der erstmals (nach seinem Antritt auf der Kommandobrücke von DeltaPort zum 1. Juni) die rund dreistündige Tour durch die Häfen am Rhein-Lippe-Delta begleitete.

Bereits zum vierten Mal hatte der zum 2012 gegründete Hafenverbund DeltaPort GmbH & Co. KG zu einer Rundfahrt durch seine Häfen unter dem Motto „DeltaPort vor Ort“ eingeladen. Vertreter und Gremienmitglieder der Gesellschafter – Kreis Wesel sowie die Städte Wesel und Voerde – waren ebenso an Bord des Fahrgastschiffes „River Lady“ vertreten wie Führungskräfte der Hafenanlieger, die Wirtschaftsförderung des Kreises Wesel, Logistikwirtschaft und Politik. Interessante und vor allem auch neue Einblicke gewährte die Tour auch in diesem Jahr, Fortschritte sind auch in den beiden anderen Häfen, dem Rhein-Lippe-Hafen (Wesel) und dem Hafen Emmelsum (Voerde), erkennbar. Vertreter der in den Häfen angesiedelten Unternehmen erzählten den rund 180 Gästen an Bord von bisherigen Stand ihrer Bauprojekte und den avisierten Inbetriebnahmen.

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Walsum: Duisburger Hafen AG plant logport VI am Standort der ehemaligen Papierfabrik

Nach der Aufbereitung der Flächen soll Jobmotor für Walsum anspringen
Von Petra Grünendahl

Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Umgehungsstraße ist schon in der Planung“, erzählte Markus Teuber, Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG. Während man bei der Stadt schon Baurecht schafft, kümmert man sich beim Land um die Finanzierung: „Wir schauen nach Fördertöpfen für den Bau der Straße“, erklärte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek. Die hier zu bauende „Querspange“ dient ja nicht nur der Anbindung des Areals der ehemaligen Papierfabrik; auch die Hövelmann Getränkelogistik hat auf dem Nachbargrundstück ihr Areal erweitert und braucht die neuen Zufahrtswege auch für ihre Lkw-Transporte. Für einen einstelligen Millionenbetrag habe man das Gelände der ehemaligen Papierfabrik von 40 Hektar Größe gekauft – mit allen Hallen, Gebäuden und Maschinen, erklärte Hafenchef Erich Staake. Am 1. Oktober werde der Kaufpreis überwiesen: „Dann kann es los gehen.“

Vor dem Pressegespräch (v. l.): Dr. Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic-Center Duisburg GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG), Verkehrsminister Michael Groschek und Generalbevollmächtigter Markus Teuber. Foto: Petra Grünendahl.

Vor dem Pressegespräch (v. l.): Dr. Ghanem Degheili (Geschäftsführer Logport Logistic-Center Duisburg GmbH), Erich Staake (Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG), Verkehrsminister Michael Groschek und Generalbevollmächtigter Markus Teuber. Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem die Papierfabrik Walsum GmbH in die Insolvenz gegangen war, hatte Markus Teuber Gespräche mit dem Insolvenzverwalter aufgenommen. In einem Pressegespräch erläuterte die Führung der Duisburger Hafen AG ihre Pläne für die Entwicklung des stillgelegten Industrieareals als „logport VI“. Neben Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Hafengesellschaft standen NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sowie die beiden Projektverantwortlichen, Markus Teuber als Generalbevollmächtigter der Duisburger Hafen AG und Dr. Ghanem Degheili als Geschäftsführer der ausführenden Logport Logistic-Center Duisburg GmbH Rede und Antwort. „Ich bin froh, dass wir hier wieder eine Fläche für Logistikentwicklung in Duisburg gefunden haben“, meinte Staake. Die beiden letzten logport-Standorte waren ehemalige Bergbauflächen, die als logport IV in Kamp-Lintfort und logport V in Oberhausen entwickelt werden.

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Eröffnung der Jüdischen Kulturtage am Ludwigturm im Duisburger Innenhafen

Wo jüdische Kunst zuhause ist
Von Petra Grünendahl

Der Ludwigturm als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig im Garten der Erinnerung (Innenhafen). Foto: Petra Grünendahl.

Der Ludwigturm als erkennbares Überbleibsel der des Verwaltungsgebäudes der ehemaligen Spedition Hermann Ludwig im Garten der Erinnerung (Innenhafen). Foto: Petra Grünendahl.

„Jeden Tag begegnen wir dem Neuen, dem Anderen: Das macht das Leben spannend“, eröffnete Dimitrij Yegudin, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen, die Kulturtage seiner Gemeinde, die Menschen in Duisburg ermuntern soll, eine den meisten von ihnen unbekannte Welt zu erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein hatte man kurzerhand die Eröffnung dorthin verlegt, wo ohnehin im Anschluss die zu den Kulturtagen gehörende Ausstellung „Israelische Künstler im deutschen Raum“ eröffnet werden sollte: An die Treppe des Ludwigturms im Garten der Erinnerungen. Das erleichterte auch Besuchern den Zugang, denn ins Gemeindezentrum hinein kommt man nur nach Ausweiskontrolle: Nicht weil sich die jüdische Gemeinde verschließen würde, sondern weil der Staatsschutz darauf besteht, der – so traurig das ist – jüdische Einrichtungen in Deutschland rund um die Uhr bewacht.

Jüdische Kunst im Garten der Erinnerungen: die Stahlplastik "Schwebend" von Menashe Kadishman. Foto: Petra Grünendahl.

Jüdische Kunst im Garten der Erinnerungen: die Stahlplastik „Schwebend“ von Menashe Kadishman. Foto: Petra Grünendahl.

Mit ihren ersten Jüdischen Kulturtagen öffnet sich die Jüdische Gemeinde in Duisburg für Interessierte, die mehr erfahren wollen darüber, wie die jüdisch-deutsche Kultur ihren Beitrag zur deutschen Gesellschaft leistet und sie bereichert. „Unsere Stadt ist vielfältig. Die Jüdische Gemeinde ist ein fester Bestandteil unserer Stadtgesellschaft. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, hob Bürgermeister Erkan Kocalar bei der Begrüßung hervor. „Der Austausch und das einander näher kommen ist ein Zeichen gelungener Integration, auf die wir hier in Duisburg stolz sein können.“ Er betonte aber auch: „Wir müssen weiter daran arbeiten.“

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Stolpersteine: Nachfahren der jüdischen Familie Isaacson aus Amerika besuchen Ruhrort

Zu einer gemeinsamen Zeit des Gedenkens trafen sich am Freitagnachmittag Ruhrorter Bürger mit den Nachkommen des Ehepaars Isaacson, für das in der Landwehrstraße auf Höhe der ehemaligen Hausnummer 16 im letzten Dezember Stolpersteine verlegt wurden.

Nachfahren der Isaacsons besuchten die Stolpersteine auf der Landwehrstraße in Ruhrort. Foto: Fritz Hemberger.

Nachfahren der Isaacsons besuchten die Stolpersteine auf der Landwehrstraße in Ruhrort. Foto: Fritz Hemberger.

Familie Isaacson ist aus den USA angereist, um sich auf den Spuren ihrer Vorfahren zu begeben. Die Ruhrorter Forscherin zur jüdischen Geschichte, Ilse van Ackeren hatte die Enkel und Urenkel von Sally und Emma Isaacson eingeladen, den Ort zu besuchen, an dem ihre Familie bis zur Deportation lebte und ein Geschäft betrieb. Sally Isaacson wurde in Dinslaken geboren, lebte seit 1909 in Ruhrort und hatte eine Metzgerei. Er war Kriegsteilnehmer im 1. Weltkrieg, Mitglied des Ruhrorter Kriegervereins, musste 1933 durch Boykott sein Geschäft aufgeben und wurde 1942 nach Izbica deportiert und gilt als verschollen. Seine Frau Emma verstarb im Jahr 1941 entrechtet und gedemütigt im Kölner jüdischen Asyl.

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Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen lädt zu Kulturtagen ein

Jüdische Kultur in Deutschland:
Gemeinde sucht den lokalen Dialog

Von Petra Grünendahl

Jüdisches Leben hat die deutsche Kultur über Jahrhunderte bereichert. Nach Holocaust und Flucht schrumpften die Gemeinden. Mit dem Fall des eisernen Vorhangs Mitte der 1980-er Jahre kam die zweite Zäsur, die ein neues Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte schrieb: Mit der Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion seit dem Ende der 1980-er Jahre gewannen die Gemeinden neue Mitglieder. Mit der Integration der Zuwanderer stärkten sie ihre Sichtbarkeit in der deutschen Gesellschaft. Mit den Jüdischen Kulturtagen öffnet sich nun die Jüdische Gemeinde im Duisburger Innenhafen nach außen, um mit spezifischen kulturpolitischen Akzenten in einen Dialog zu treten.

Im Hintergrund der Ludwigturm im Garten der Erinnerung, vorne von links: Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid, Heike Kaminski, Stacey BLatt und Dimitrij Yegudin. Foto: Petra Grünendahl.

Im Hintergrund der Ludwigturm im Garten der Erinnerung, vorne von links: Privatdozent Dr. Ludger Joseph Heid, Heike Kaminski, Stacey BLatt und Dimitrij Yegudin. Foto: Petra Grünendahl.

Erstmals auf kommunaler Ebene lädt die Jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen vom 11. bis 27. September ein zu ihren Kulturtagen. „Im letzten Jahr hat es so eine Veranstaltung auf Landesebene gegeben“, erzählte Dimitrij Yegudin, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. „So wollen wir uns jetzt auch hier vor Ort an die Öffentlichkeit wenden, ins Gespräch kommen. Wir hoffen zugleich, hier eine Tradition einzuleiten, die zukünftig nachwirkt.“ Unter dem Leitthema „Juden in der deutschen Kultur – eine gegenseitige Bereicherung?“ will die Jüdische Gemeinde mit den Kulturtagen die Vielfältigkeit der (im übrigen Jahrhunderte alten) deutsch-jüdischen Beziehungen und ihrer fruchtbaren Wechselbeziehung bewusst machen. Im Pressegespräch stellten Dimitrij Yegudin und Heike Kaminski, Assistentin der Geschäftsführung, zusammen mit dem Historiker Privatdozent Dr. Ludger Heid und der Duisburger Künstlerin Stacey Blatt das Programm aus Vorträgen, Theater, Musik, Film, Literatur und Kunst vor.

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Zoo Duisburg: Namenswettbewerb entschied, die kleinen Tiger heißen Makar und Arila

Zoodirektor Achim Winkler (links) und Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel stellten am neuen Tigergehege die Namen des Tigernachwuchses vor. Foto: Petra Grünendahl.

Zoodirektor Achim Winkler (links) und Evonik-Vorstandsvorsitzender Klaus Engel stellten am neuen Tigergehege die Namen des Tigernachwuchses vor. Foto: Petra Grünendahl.

Zehn Wochen nach ihrer Geburt haben die beiden Tiger-Babies im Duisburger Zoo am Kaiserberg offiziell ihre Namen bekommen. Makar und Arila heißen die beiden Jungtiere nun, die Ende Juni in der neugestalteten, naturnahen Tigeranlage zur Welt gekommen sind.

Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender des Projektsponsors Evonik, enthüllte offiziell die Namenstafeln der kleinen Sibirischen Tiger. „Wir freuen uns, dass wir durch die Finanzierung der neuen Anlage die Nachzucht dieser seltenen Tiere unterstützen konnten“, sagte Engel. „Den Menschen aus Duisburg und der Region wünschen wir viel Freude bei dem Besuch dieser faszinierenden Raubkatzen.“ Zoo-Direktor Achim Winkler unterstrich, die Erweiterung sei ein wichtiger Beitrag zur weltweiten Arterhaltung. „Im Freiland in Sibirien leben nur noch etwa 450 Tiere dieser Gattung.“

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Antikriegstag 2016: DGB Niederrhein gedenkt der Opfer des Faschismus

“Erinnern für die Zukunft“ – DBG-Jugend im Gespräch mit Nachfahren von Widerständlern
Von Petra Grünendahl

Jutta Esser aus Moers, Enkelin des Widerständlers und Moorsoldatenlied-Dichters Johann Esser. Foto: Petra Grünendahl.

Jutta Esser aus Moers, Enkelin des Widerständlers und Moorsoldatenlied-Dichters Johann Esser. Foto: Petra Grünendahl.

„Vier Jahre war ich alt, als mein Großvater starb. Mit 13 fing ich so langsam an zu begreifen, dass er etwas Besonderes war“, erzählte Jutta Esser. Spürbar emotional bewegt erzählt sie von ihrem Großvater, den sie selber fast nur aus Erzählungen kannte: Johann Esser (1896 – 1971) war unter anderem Bergmann gewesen in der Zeche Diergardt in Rheinhausen. Ein Arbeiterführer, Kommunist und Dichter. Wie so viele Andersdenkende war er kurz nach dem Reichstagsbrand in „Schutzhaft“ genommen und als politischer Häftling ins KZ Börgermoor ins Emsland gebracht worden. Die Häftlinge in den Emslandlagern (insgesamt 15 Lager) – zunächst politische Häftlinge, später Sträflinge und Kriegsgefangene – legten dort die Moore trocken. „Einen Unterhaltungsnachmittag stellten die Häftlinge mit dem Titel ‚Zirkus Konzentrazani‘ auf die Beine“, erzählte Jutta Esser. Ihr Großvater habe dafür ein Lied getextet, das von seinem Haftkollegen Rudolf Goguel (1908 – 1976) vertont worden war: Das „Lied der Moorsoldaten“. „Es ist immer wieder und wird bis heute von Unterdrückten und bei Protestaktionen gesungen – in der ganzen Welt“, erzählte die Dichter-Enkelin, die in Moers wohnt und dort an einem Berufskolleg unterrichtet.

Antikriegstag 2016 (v. l.): Kristina Risch, Alice Czyborra, Michelle Mauritz und Angelika Wagner (Geschäftführerin DGB Niederrhein). Jutta Esser kam verkehrsbedingt erst zum Beginn der Veranstaltung an. Foto: Petra Grünendahl.

Antikriegstag 2016 (v. l.): Kristina Risch, Alice Czyborra, Michelle Mauritz und Angelika Wagner (Geschäftführerin DGB Niederrhein). Jutta Esser kam verkehrsbedingt erst zum Beginn der Veranstaltung an. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell lädt der DGB Niederrhein am 1. September, dem Jahrestag des Kriegsbeginns 1939, in den großen Sitzungssaal (Saal 100) ins Rathaus am Burgplatz ein zu einer Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Immer wieder gelingt es den Verantwortlichen des Regionalverbandes des DGB und der hier besonders engagierten DGB-Jugend, interessante Gäste für Beiträge zum Thema „Widerstand gegen Faschismus“ zu gewinnen. Weiterlesen

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300 Jahre Hafen: Niederrheinische IHK und Duisburger Hafen diskutieren über Wachstumschancen in der Region

Digitalisierung als Herausforderung
für Wirtschaft und Arbeitswelt

Von Petra Grünendahl

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„In seiner 300-jährigen Geschichte war der Hafen wesentlicher Taktgeber und Antriebsmotor für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region“, erklärte IHK-Präsident Burkhard Landers zur Begrüßung. Dabei habe sich der Hafen der Entwicklung sich verändernder Rahmenbedingungen anpassen müssen. Mit neuen Ideen hat sich der Hafen positioniert und ist heute als duisport-Gruppe nicht nur Hafeninfrastruktur-Betreiber, sondern diversifizierter, weltweit vernetzter Logistik-Dienstleister. „Infrastrukturentscheidungen sind Investitionen in Arbeitsplätze und Wachstum“, so Landers. Die Rolle des Hafens als Jobmotor betonte auch Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG: Jeder achter Arbeitsplatz in Duisburg hänge vom Hafen ab. Rund 46.000 Arbeitsplätze seien es in der Region. “Logport I war der Startschuss“, so Staake. Bis logport Zehn wolle er es als Hafenchef noch schaffen, erklärte er. Containerumsätze gehen weltweit zurück, zweistellige Wachstumsraten seien Geschichte: „Zuwächse sind künftig nur noch durch höhere Effizient und qualitativ bessere Dienstleistungen zu erwarten.“

Der Gastgeber mit den Hauptrednern des Abends (v.l.): Wolfgang Clement, Erich Staake und Prof. Jürgen Rüttgers. Foto: Petra Grünendahl.

Der Gastgeber mit den Hauptrednern des Abends (v.l.): Wolfgang Clement, Erich Staake und Prof. Jürgen Rüttgers. Foto: Petra Grünendahl.

Anlässlich des 300-jährigen Hafenjubiläums hatten die Duisburger Hafen AG und die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) ins Museum Küppersmühle eingeladen, unter den Stichwort „Industrie 4.0“ Potenziale und Perspektiven für die Wirtschaft an Rhein und Ruhr auszuloten. Als Keynote Speaker hatte man zwei ehemalige Ministerpräsidenten und Bundesminister, Wolfgang Clement und Prof. Jürgen Rüttgers, gewinnen können. In der anschließenden Podiumsdiskussion gaben Dr. Stefan Dietzfelbinger (Hauptgeschäftsführer der IHK), Gisbert Rühl (Vorstandsvorsitzender bei Klöckner), Amadou Diallo (Vorstandsvorsitzender von DHL Freight) und Kurt Leidinger (Vorstandsvorsitzender der Schenker Deutschland) Einblicke, Weiterlesen

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein informiert sich zum „Heimat shoppen“ bei der IHK

Wer vor Ort einkauft, stärkt die Lebensqualität seiner Region
Von Petra Grünendahl

Die Niederrheinische IHK hat den stationären Handel im Fokus: Michael Rüscher, Geschäftsbereichsleiter Handel, Dienstleistungen, Mittelstand, Außenwirtschaft, erklärt die Marketing-Aktion "Heimat shoppen". Foto: Petra Grünendahl.

Die Niederrheinische IHK hat den stationären Handel im Fokus: Michael Rüscher, Geschäftsbereichsleiter Handel, Dienstleistungen, Mittelstand, Außenwirtschaft, erklärt die Marketing-Aktion „Heimat shoppen“. Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem Internet ist dem stationären Handel ein mächtiger Konkurrent um die Gunst der Käufer entstanden. Fast alles ist nur einen Mausklick entfernt zu haben, vieles ist scheinbar billiger und per Paketboten wird bis an die Wohnungstür geliefert. Das macht dem Einzelhandel zu schaffen. Mit guten Argumenten müssen sie sich beim Kunden positionieren. Genau dies sei aber ein Problem, erklärte Michael Rüscher. Der Geschäftsbereichsleiter bei der Niederrheinschen IHK ist unter anderem verantwortlich für Handel und Dienstleistungen. Allzu häufig seien nämlich den Akteuren vor Ort selber nicht klar, womit sie sich positionieren können und sich damit vom Internet-Händler absetzen. Diese Botschaft des Handels sollte beim Kunden ankommen, der letztendlich in vielfacher Weise profitiert von eben jenem lokalen Einzelhandel, der Gastronomie und den Dienstleistungen in seinem Umfeld.

Im vergangenen Jahr hatte die Niederrheinische IHK die Aktion „Heimat shoppen“ in ihrer Region aufgegriffen, die 2014 erstmals von der IHK in Krefeld initiiert worden war. Traditionell sind die Industrie- und Handelskammern nicht nur Interessenvertretungen der Industrie, sondern auch von Handel und Dienstleistungen, die bei der Aktion „Heimat Shoppen“ im Vordergrund stehen. Die Niederrheinische IHK umfasst die Region der Stadt Duisburg sowie der Kreise Wesel und Kleve. Von 30 Städten in der Region schlüpften 29, von 60 Werbegemeinschaften 51 unter den Marketing-Schirm „Heimat shoppen“; in diesem Jahr sind sogar 53 Werbegemeinschaften mit dabei. Unterstützt wird die hiesige IHK vom Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Niederrhein e. V. und dem Einzelhandelsverband Kleve e. V. Bevor nun am 9. und 10. September die diesjährige „Heimat shoppen“-Aktionstage über die Bühne gehen, nutzte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein die Gelegenheit, sich in den Räumen der IHK an der Mercatorstraße aus erster Hand zu informieren.

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Museum Küppersmühle: Baugenehmigung erteilt für Erweiterungsbau im Duisburger Innenhafen

Das MKM wird nach den Plänen von Herzog & de Meuron erweitert

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen hier vom Philosophenweg aus gesehen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen hier vom Philosophenweg aus gesehen. Foto: © Herzog & de Meuron.

Die Baugenehmigung der Stadt Duisburg liegt nun vor und die Bauarbeiten am Erweiterungsbau des MKM können starten. Erste Vorbereitungen auf der Baustelle sind bereits im Gange. Der eigentliche Baubeginn ist für Anfang September terminiert. Die Grundsteinlegung mit detaillierter Vorstellung des Projektes ist für Frühjahr 2017 geplant.

Architekten der Erweiterung des MKM Museum Küppersmühle sind Herzog & de Meuron aus Basel (Schweiz), die mit dem Neubau weitere 2.500m² zusätzliche Ausstellungsfläche für eine der wichtigsten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst weltweit schaffen. Aktuell können nur rund 25% der Bestände im MKM gezeigt werden. Der Erweiterungsbau ermöglicht künftig eine weitaus umfassendere Präsentation. „Durch den Erweiterungsbau wird das MKM seine Leuchtturmfunktion für deutsche Kunst in NRW und darüber hinaus nachhaltig festigen“, ist Direktor Walter Smerling überzeugt.

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