Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt „C-Prints“ von Gerhard Losemann

Eine ganz andere Linienführung:
Mit Computermaus statt Feder oder Pinsel

Von Petra Grünendahl

Der Duisburger Künstler Gerhard Losemann mit „Noch sehen wir den Himmel“ (2011), rechts: „Ikarus“ (2007). Foto: Petra Grünendahl.

„Die Maus ist im Strich nicht so variabel wie die Feder“, erklärte Gerhard Losemann. „Das ist eine ganz andere Art von Malerei.“ Die Bilder zu seinen „C-Prints“ sind am Computer entstanden. Frühe Werke der Reihe sind Abstraktionen von Natur, Landschaft, spätere Werke wirken urbaner bis hin zu postindustriellen Landschaften. Einige Bilder sind erkennbar „Serien“, die aus Variationen des gleichen Motivs gestehen. Der Querschnitt umfasst 16 Jahre künstlerischer Kreativität: Erst 2002 stieg Gerhard Losemann in sein digitales Schaffen ein, die jüngsten Werke der Schau stammen aus dem Jahr 2018.

Gerhard Losemanns „C-Prints“ (v.l.): „Ohne Titel“ (2016), „Noch sehen wir den Himmel“ (2011) und „Ikarus“ (2007). Foto: Petra Grünendahl.

Mit „C-Prints“ zeigt das Lehmbruck Museum einen Querschnitt aus dem digitalen Werk des Duisburger Künstlers Gerhard Losemann. Anlass ist der 80. Geburtstag des Künstlers, der politisch motiviert, mitunter streitbar in seiner Heimatstadt auch im öffentlichen Raum „Spuren“ hinterlassen hat. Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Kurator Jörg Mascherrek stellten die Sonderschau im Untergeschoss des Museums zusammen mit Gerhard Losemann im Pressegespräch vor. Die „C-Prints“ sind digitale Bilder, teils auf großformatige Leinwand gedruckt, teils auf kleinformatigem Papier oder sogar auf Folien, die dem Bild einen besonderen Schichtungseffekt geben. Die Sonderschau eröffnet am Donnerstag, 24. Mai, um 19 Uhr.

Gerhard Losemann

Gerhard Losemanns „C-Prints“ (v.l.): „Landschaft“ (2018), „Ohne Titel“ (2017). Foto: Petra Grünendahl.

Der Duisburger Künstler Gerhard Losemann sei wohl der im Lehmbruck Museum nach Wilhelm Lehmbruck am häufigsten gezeigte Künstler, erklärte Pressesprecher Andreas Benedickt. Einer der bedeutendsten Protagonisten der Duisburger Kulturlandschaft war aber bislang zumeist in Sonderausstellungen zu unterschiedlichsten Themen – so auch aktuell in „Kunst & Kohle“ – zu sehen. Im öffentlichen Raum kann man sein Holocaust-Mahnmal, eine Stele im Gedenken an die Deportation jüdischer Kinder, an der A59 vis-a-vis vom Hauptbahnhof sowie das Loveparade-Mahnmal auf einer Grünfläche an der Karl-Lehr-Straße sehen. Weitere Arbeiten im öffentlichen Raum finden sich in mehreren deutschen Großstädten. Die Stadt Oberhausen verlieh dem Duisburger 2002 die Ehrennadel. Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhielt Losemann 2004.

Gerhard Losemanns „C-Prints“: „Schwebende Signale“ (beide 2005). Foto: Petra Grünendahl.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Jörg Loskill und Andreas Benedict. Das 84-seitige Werk mit zahlreichen farbigen Abbildungen kostet 15 Euro. Es ist an ausschließlich der Museumskasse zu beziehen. Ausstellung und Katalog wurden gefördert vom Kunstbeirat der Stadt Duisburg und der Sparkasse-Duisburg-Stiftung. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung gibt es am Dienstag, 17. Juli, um 15 Uhr in der Reihe „Kunst & Kaffee“ Gerhard Losemann im Künstlergespräch mit Kurator Jörg Mascherrek. Der Eintritt zu dieser Exklusivveranstaltung beträgt 12 Euro für Eintritt, Führung mit dem Künstler sowie Kaffee und Kuchen.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Gerhard Losemanns „C-Prints“ (v.l.): „Alles im Fluss“ (2007), „Schwebende Signal“ (2009) und „Vegetation“ (2007). Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung „C-Prints“ von Gerhard Losemann läuft im Lehmbruck Museum bis zum 5. August. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Gerhard Losemanns „C-Prints“ (v.l.): Schichtungen im Foliendruck. Foto: Petra Grünendahl.

Gerhard Losemanns „C-Prints“ (v.l.): „Schwarz 1“ und „Sxhwarz 3“ (beide 2017). Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Gerhard Losemanns „C-Prints“ (v.l.): „Der Tag: Morgen, Mittag, Abend“ (Tryptischon, 2008). Foto: Petra Grünendahl.

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Loveparade-Strafprozess: Rainer Schaller sagt als Zeuge aus

Schaller verwies auf Verantwortlichkeiten in seinem Unternehmen, entschuldigte sich bei Opfern und Angehörigen
Von Petra Grünendahl

Der Geschäftsführer von Lovapent und Mitorganisator der Loveparade Rainer Schaller in Duisburg sagt am Dienstag,22. Mai 2018 vor dem Landgericht Duisburg im Düsseldorfer CCD Süd im Loveparade Prozess als Zeuge aus. Foto: Kai Kitschenberg / Funke Foto Services.

Nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) der Loveparade die Berechtigung als „politischen Demonstration“ abgesprochen hatte, wurde es für die Veranstalter um Dr. Motte schwieriger, die mittlerweile zum Großspektakel avancierte Techno-Parade finanziell zu stemmen. 2004 und 2005 fand sie entsprechend nicht statt. Er, Rainer Schaller, sei damals bemüht gewesen, mit seiner Fitness-Kette McFit als Sponsor einzusteigen. 2006 kaute er die Markenrechte und die Veranstaltergesellschaft, die bis dahin PlanetCom GmbH geheißen hatte, und stieg in den Vertrag der Stadt Berlin ein, um die Parade letztmalig durch die Bundeshauptstadt ziehen zu lassen. Für künftige Loveparades habe er sich nach anderen Örtlichkeiten umgucken müssen, so Schaller. Besonderes Interesse habe damals die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr gezeigt – für wechselnde Standorte im Ruhrgebiet.

Die 6. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg nun Rainer Schaller als Zeugen geladen. Drei Tage sind für seine Aussagen angesetzt. Angeklagt sind neben sechs Mitarbeitern der Stadt Duisburg auch vier Mitarbeiter der Lopavent GmbH, die für die Veranstaltungsorganisation verantwortlich waren. Rainer Schaller hatte sich nach der Loveparade-Katastrophe früh als moralisch verantwortlich bezeichnet, war auf Opfer und Hinterbliebene zugegangen. Vor seiner Aussage entschuldigte er sich noch einmal in einem Statement bei den Verletzten und Angehörigen der Todesopfer für das Leid, welches er in seiner Verantwortung als Geschäftsführer des Veranstalters Lopavent ihnen zugefügt hatte. Mit vielen hatte er sich schon früher getroffen, hier vor Gericht adressierte er noch einmal alle: Man sah ihm an, dass es ihm ein Bedürfnis war. Als vor gut drei Wochen Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland vernommen worden war, hatte er kein Wort für die Betroffenen parat.

Eine Loveparade findet seit Duisburg nicht mehr statt, wie Schaller auf der Pressekonferenz am Tag nach dem Unglück angekündigt hatte. Schaller erzählte, wie er nach der Katastrophe mit seinen Mitarbeitern wieder und wieder Filmmaterial durchgegangen sei, sie alle Fragen diskutiert hätten, wie es zu der Katastrophe habe kommen können. Zu einem schlussendlichen Ergebnis seien sie dabei nicht gekommen.

Für Loveparade-Organisation auf bewährtes Team gesetzt

Der Geschäftsführer von Lovapent und Mitorganisator der Loveparade Rainer Schaller in Duisburg sagt am Dienstag,22. Mai 2018 vor dem Landgericht Duisburg im Düsseldorfer CCD Süd im Loveparade Prozess als Zeuge aus. Foto: Kai Kitschenberg / Funke Foto Services.

Der Vorsitzende Richter Mario Plein ließ Schaller zunächst einmal erzählen, bevor er mit Fragen nachhakte, die sich aus den Ermittlungsakten ergaben. Schaller erzählte, er habe teilweise Mitarbeiter der früheren Veranstalter übernommen sowie solche Leute neu ins Team geholt, die sich mit solchen Großveranstaltungen auskannten. Als Verantwortliche für die Organisation der Loveparade bezeichnet der 52-Jährige seine Mitarbeiter Kersten S. (Head of Organisation) und Stephan S. (Produktionsleiter), stellte aber beiden – wie auch den Mitangeklagten Günther S. und Lutz W. – ein hervorragendes Zeugnis in Punkto Verantwortungsbewusstsein aus: „an der Sicherheit sollte nicht gespart werden.“

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.

Während Schaller ausführte, Verantwortlichkeiten grundsätzlich an seine Führungskräfte zu delegieren, stellte es insbesondere der Verteidiger des Kersten S. anders dar: Schaller habe alle Entscheidungen selber getroffen. Solche Aussagen haben sich aber wohl im Ermittlungsverfahren nicht belegen lassen, denn sonst säße ja der Unternehmer anstelle seiner Mitarbeiter auf der Anklagebank. Die Angeklagten selber machen bislang von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Schaller sei, so seine eigene Aussage, nur an der Loveparade 2006 mit Stephan S. in einer Doppelspitze für die Organisation (mit)verantwortlich gewesen. Seit Essen (2007) sei Kersten S. dafür – in der Entscheidungshierarchie auch als Vorgesetzter von Stephan S. – mit an Bord gewesen. Ein später in Umlauf gekommenes Organigramm, welches Kersten S. lediglich als „Creative Director“ auswies, sei manipuliert gewesen, so der Lopavent-Geschäftsführer. Schaller sei (als geschäftsführender Gesellschafter mehrerer Gesellschaften – er selber sprach von „Konzern“) nur Ansprechpartner gewesen für Probleme, die sich nicht anders hätten lösen lassen. Solche habe es nicht gegeben, so Schaller: Er habe seinem erfahrenen Team vertraut!

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Funke Foto Services (2), Petra Grünendahl (1)

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Marketing-Club mit Duisburg Kontor auf Tour: Tourismus-Werbung für die Stadt

Duisburg bietet viel, was andere nicht haben
Von Petra Grünendahl

Marketing-Club auf Tour mit Duisburg Kontor. Foto: Petra Grünendahl.

„Ich könnte Ihnen ja im Konferenzraum erklären, was wir machen. Aber viel besser kann ich Ihnen auf der Fahrt durch Duisburg zeigen, was wir vermarkten“, erklärte Kai Homann, Geschäftsbereichsleiter Tourismus bei der Duisburg Kontor GmbH den Mitgliedern des Marketing-Clubs. Auf der gut dreistündigen Bustour durch das Wasserviertel und den Innenhafen über Hamborn/Marxloh und Meiderich bis nach Ruhrort erzählte Stadtführer Frank Switala wie sich die Stadt zu dem entwickelt, was sie heute ausmacht. Solche und ähnliche Führungen bietet Duisburg Kontor für interessierte Duisburger und auswärtige Besucher an, die mehr über unsere Stadt erfahren wollen. „Was zeichnet uns als Stadt aus? Was haben wir, was andere nicht haben?“, brachte Homann die Marketing-Strategie auf den Punkt, den er durch die Tour gleich in der Praxis darstellen konnte.

Marxloh: Die Brautmodenmeile hier am Pollmanns Eck. Foto: Petra Grünendahl.

Die Moschee in Marxloh. Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein war zu Gast bei der Duisburg Kontor GmbH, die Anfang 2016 als Zusammenschluss vom Frische Kontor und der Duisburg Marketing entstanden war. Zu den Aufgaben der neuen Gesellschaft zählen neben der Organisation von Wochenmärkten und Events sowie dem Betrieb von Hallen und dem Landschaftspark Nord der Tourismus und das Marketing. Mit der Vermarktung von Duisburg als „Stadt von Wasser & Feuer“ positioniert sich Duisburg seitdem neu. Der Slogan kommt an, zeigt er doch auf, was Duisburg über Sport und Kultur hinaus besonderes zu bieten hat: Die Lage am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr mit dem größten flussgebundenen Binnenhafen der Welt ist ebenso einzigartig wie das, was die Industrie aus Duisburg gemacht hat. Neben dem einzigartigen Landschaftspark Nord um ein stillgelegtes Hüttenwerk herum, welcher frei zugänglich ist, gewähren auch verschiedene aktive Unternehmen Einblicke in ihre Produktion. Auch darüber hinaus haben die Industrie und der daraus stammende Reichtum ihre Spuren in der Stadt hinterlassen.

Marketing eingebunden in Netzwerke

Ruhrort: Brückenturm an der Friedrich-Ebert-Brücke. Foto: Petra Grünendahl.

Marketing-Club auf Tour mit Duisburg Kontor. Foto: Petra Grünendahl.

Zielgruppe der Duisburg-Werbung seien in erster Linie Stadtreisende und Tagestouristen aus der Region (bis etwa 150 Kilometer Umkreis), den Niederlanden oder Belgien, verriet Homann. „Wir verkaufen Duisburg als tolle Destination: Das können wir aber nicht alleine“, so Homann. Man kooperiere in Sachen Positionierung als Tourismusziel mit den umliegenden Städten in der Region, baue Vertriebspartnerschaften auf. Duisburgs wirtschaftliche Verflechtungen schaffen darüber hinaus Interesse zum Beispiel in Asien: Singapurs größte Tageszeitung habe gerade über Duisburg als Tourismusziel berichtet. Neben Deutsch, Englisch und Niederländisch gäbe es eine erste Broschüre auch in chinesischer Sprache. „Wir haben, was andere nicht bieten können“, begründete Homann das Interesse.

Ausgebaut hat Duisburg Kontor vor allem das digitale Angebot: Neben Broschüren zum online lesen oder runterladen gibt es umfassende Informationen zu den Events in der Stadt. „Außerdem haben wir ein System für Hotelbuchungen implementiert, welches immer mehr Zuspruch findet“, so Homann. Verbunden seien Buchungen dann mit entsprechenden Angeboten für Führungen und Touren. Mit Erfolg: Um rund 70 Prozent seien die Buchungen für Führungen im ersten Quartal gegenüber früher gestiegen. Neben Vertriebspartnerschaften wolle man gerade die digitalen Kanäle weiter ausbauen, erklärte Homann, der die Tourismuswerbung damit auf einem guten Weg sieht.

Mehr Informationen …
Prospekte und Broschüren gibt es unter
https://duisburg.de/tourismus/service/prospekte.php.
Ein breites Angebot an Führungen und Touren findet man unter
https://duisburg.de/tourismus/stadt_erleben/fuehrungen_und_rundfahrten/index.php.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Verkehrssicherheitsaktion in Duisburg: Aufkleber mahnen zum Seitenabstand von mindestens 1,5 Meter

Mehr Rücksicht im Verkehr für weniger Unfallopfer
Von Petra Grünendahl

^Verkehrssicherheitsnetzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ präsentiert neue Sicherheitsaktion (v.o.): Duisburgs Beigeordneter Dr. Ralf Krumpholz, Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels und ADFC-Vorstandssprecher Klaus Hauschild. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Abstand der starken Verkehrsteilnehmer zu den Schwachen ist oft viel zu gering“, erklärte Duisburgs Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels. Autofahrer und Lkw-Fahrer entscheiden oft nach Gefühl, ob sie einen Fahrradfahrer überholen können. Gefährlich kann es werden, wenn der notwendige Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird. Das Gesetz ist hier eindeutig: Einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern beim Überholen schreibt §5 Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung (STVO) vor. Gerichte haben festgestellt, dass der Abstand zwischen Auto und Fahrrad mindestens (!) 1,5 Meter betragen muss. Zahlen, die der motorisierte Verkehr nicht unbedingt auf dem Schirm hat: „Wir wollen hier in erster Linie dafür sensibilisieren“, so Polizeipräsidentin Bartels. Als Verkehrsverstoß wären 30 Euro Bußgeld zu zahlen.

Verkehrssicherheitsnetzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ präsentiert neue Sicherheitsaktion (v.o.): Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels, ADFC-Vorstandssprecher Klaus Hauschild und Duisburgs Beigeordneter Dr. Ralf Krumpholz. Foto: Petra Grünendahl.

Vor dem Duisburger Polizeipräsidium an der Düsseldorfer Straße stellten Dr. Elke Bartels, der Beigeordnete Dr. Ralf Krumpholz und Klaus Hauschild, Vorstandssprecher des ADFC Duisburg, die neuen neongelben Aufkleber vor, die künftig sämtliche Fahrzeuge der Duisburger Polizei sowie des Bürger- und Ordnungsamtes der Stadt Duisburg zieren. Ausnahmen seien da wohl nur die Fahrzeuge der Geschwindigkeitskontrollen, witzelte jemand im Publikum. Damit wollen Polizei, Stadt und ADFC, die sich im Verkehrssicherheitsnetzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ engagieren, zu mehr Rücksicht mahnen. „Wenn wir dadurch nur einen einzigen Unfall verhindern, habe wir unser Ziel erreicht“, so ADFC-Vorstandssprecher Hauschild.

Mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer

Verkehrssicherheitsnetzwerk „Duisburg. Aber sicher!“ präsentiert neue Sicherheitsaktion: Seitenabstand mindestens 1,5 Meter. Foto: Petra Grünendahl.

Es wäre wünschenswert, wenn wir alle im Verkehr rücksichtsvoller miteinander umgehen würden“, sagte Klaus Hauschild. Wie oft könnten gefährliche Situationen nur dadurch entschärft werden, dass man als Radfahrer im Laufe der Jahre eine Intuition dafür entwickle, wo etwas gefährlich werden könnte, so Hauschild. Als Fahrrad fahrender Verkehrsteilnehmer habe er auch oft unter Autos zu leiden: „Wenn die zu nah an mir vorbei fahren, kann das lebensgefährlich sein“, sagte Ralf Krumpholz, und: „Wenn seitlich nicht genügend Sicherheitsabstand zu halten ist, muss der Autofahrer hinter dem Radfahrer bleiben.“ Das bestätigt die STVO, aber das hat nicht jeder Autofahrer in Erinnerung. „Alle Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sind uns ein ganz wichtiges Anliegen. Mit den Aufklebern erinnern wir Verkehrsteilnehmer an ihre Pflichten“, bekräftigte Bartels. Rund 400 Euro habe eine Erstausstattung an Aufklebern gekostet, die je zur Hälfte von der Polizei und dem ADFC getragen werden. Rund 80 Polizeifahrzeuge sowie 25 Fahrzeuge der Stadt Duisburg (überwiegend vom Bürger- und Ordnungsamt) sind mit den neuen Aufklebern bestückt auf Duisburgs Straßen unterwegs.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle in Duisburg: Rohbau steht, Eröffnung Ende 2019

Bauarbeiten im Plan: Museumsdirektor
Walter Smerling hat die Einweihung fest im Blick

Von Petra Grünendahl

Baustellenbesichtigung im Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

Von außen wirkt der Anbau wie ein Fremdkörper: Der Betonkörper steht, aber noch unverkleidet. Innenausbau und insbesondere die Fassadenverkleidung in Backstein lassen noch auf sich warten. Wie die mal aussehen soll, bilden allerdings schon Materialproben seitlich des Haupteingangs ab. Auf der Baustelle zeigen die hohen Räume, dass hier aus einem Guss gearbeitet wird. Die Architekten von Herzog & de Meuron haben Anleihen an Elementen und Linien gemacht, die sie schon im Altbau verwirklicht hatten. Ähnlich wie im „Altbau“ kann man Zwischenwände auf den Etagen einziehen, um mehr Flächen zum Aufhängen von Bildern zu haben. Drei bis vier Räume wären so je Etage realisierbar.

MKM Museum Küppersmühle. Foto: Petra Grünendahl.

Der Erweiterungsbau des MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst am Duisburger Innenhafen nimmt erkennbar Formen an. Der Betonbau steht, die Arbeiten liegen im Zeitplan. Letzte Arbeiten sind noch am Rohbau zu machen, bevor mit dem Innenausbau begonnen werden kann. Nach ersten Presseanfragen zum Stand des Baus hatte die Stiftung für Kunst und Kultur, die das Museum betreibt, zu einem Presserundgang über die Baustelle eingeladen. Neben Museumsdirektor Prof. Dr. Walter Smerling standen Architekt Robert Hösl (Herzog & de Meuron) und Bauleiter Bastian Overbeck (Diete & Siepmann) Rede und Antwort.

Kunst im ehemaligen Brotkorb des Ruhrgebiets

Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling. Foto: Petra Grünendahl.

Bauleiter Bastian Overbeck. Foto: Petra Grünendahl.

Archtekt Robert Hösl, Foto: Petra Grünendahl.

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron hatten schon Ende der 1990er-Jahre das alte ehemalige Mühlengebäude zum Museum umgebaut. Seit 19 Jahren wird dort die Sammlung der Darmstädter Kunstsammler Sylvia und Ulrich Ströher gezeigt. Unter anderem durch den Erwerb der Sammlung des Duisburger Kunstsammlers Hans Grothe (2005) wurden aber die bislang 2.700 Quadratmeter (plus 800 Quadratmeter im Erdgeschoss für Wechselausstellungen) allmählich zu klein. Eine der wichtigsten Sammlungen von deutscher Nachkriegskunst lässt sich mit der Erweiterung bald ganz anders dem interessierten Publikum darstellen. Eine Erweiterung wurde schon lange diskutiert. Der erste Versuch mit dem „Schuhkarton“ schlug wegen Pfusch am Bau fehl. Der Stahlkubus rostete vor sich hin, als dann die Ströhers nach dem Abbau desselben die Sache selber in die Hand nahmen und auf die bewährten Architekten aus der Schweiz zurück griffen.

Die Erweiterung, so viel ist jetzt schon erkennbar, fügt sich ohne Brüche an. Die 30 Meter hohen Silos bleiben von außen erkennbar. Die Fassade des Anbaus unterscheidet sich nur in der Optik der Backsteinfassade vom „Hauptgebäude“, was dem Eindruck „aus einem Guss“ aber nicht abträglich sein wird. Die Innengestaltung greift die aus dem Hauptgebäude bekannten hohen Räume auf: Aus zwei Etagen war damals fürs Museum eine gemacht worden, um auch großen Bildern ausreichend Raum zu geben. Der vierstöckige Anbau mit drei Ausstellungsebenen, der vom „Altbau“ aus über zwei Durchgänge in den Silos zu erreichen sein wird, bringt zusätzliche 2.500 Quadratmeter Ausstellungsflächen für die Sammlung – sowie eine Dachterrasse auf den Silos (dort, wo ursprünglich der Schuhkarton hin sollte) mit einem herrlichen über den Innenhafen und die Stadt.

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Handschrift aus dem Altbau auch in der Erweiterung zu sehen
Zu den Besonderheiten des „alten“ Museumsbaus gehört das Treppenhaus, welches nach außen als Anbau sichtbar ist. Ähnlich wird zumindest von innen das neue Treppenhaus aussehen, welches sich aber im Gebäude befindet und von außen nicht erkennbar sein wird. Ohnehin habe man sich bei der Gestaltung des Anbaus am Ursprungsbauwerk orientiert, erklärte Architekt Hösl.

Architekt Hösl bezeichnete das Projekt als kompletten Neustart nach dem Abbau des Kubus: „Der Bau fügt sich ein in den Bestand.“ Das ist nicht mehr die Leuchtturm-Philosophie des Schuhkartons, sondern ein zurückhaltendes, stimmiges Äußere, welches mit seinen Schätzen im Innern glänzen will. In dieser Form passt der Leuchtturm dann auch viel besser nach Duisburg!

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Duisburg: Rat beschließt rund 128 Mio. Euro für Erneuerung des Karl-Lehr-Brückenzugs

Verwaltung sichert Kompensation für Grünfläche zu
Von Petra Grünendahl

Alternativen zur Nutzung der Grünfläche am Kaßlerfelder Kreisel hätte die Verwaltung geprüft, aber keine Möglichkeiten in vertretbarer Nähe zur Baustelle gefunden, versicherten Oberbürgermeister Sören Link und Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum den Ratsleuten. Obwohl die Grünen und die Linken die erst in den vergangenen Jahren hergerichtete Fläche mit ihrem neuen Radweg vehement verteidigten, beschloss der Rat schließlich, den Neubau des aus drei Bauwerken bestehenden Brückenzuges endlich anzugehen. Der Brückenzug, über den auch die Linie 901 führt, ist marode und kann aktuell nur über eine Fahrspur in jede Richtung befahren werden. Für den Zugang zum Hafen, als eine von nur vier Nord-Süd-Verbidungen und einer von nur zwei, die auch von Fußgängern rund Radfahrern genutzt werden können, drängt mittlerweile die Zeit. Der erste Bauabschnitt über den Vinckekanal war bereits 2015 für den Verkehr freigegeben worden.

Diskussionen vor der Sitzung des Stadtrates. Foto: Petra Grünendahl.

Auf der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung stand nun endlich der zweite Bauabschnitt des Karl-Lehr-Brückenzuges zwischen dem zugeschütteten Kaiserhafen und dem Kaßlerfelder Verteilerkreis. Für Proteste hatte gesorgt, dass eine Grünfläche nordwestlich des Kreisels als Baustelleneinrichtungsfläche und Vormontagefläche genutzt werden soll. Die Beschlussvorlage sichert allerdings ausdrücklich zu, die Grünfläche, auf der in den letzten Jahren auch Bäume angepflanzt worden waren zu rekultivieren. Insbesondere die SPD und die CDU machten sich für die Beschlussvorlage mit Verweis auf die Anforderungen der Logistik und des Wirtschaftsstandortes stark. Neue Ansiedlungen zum Beispiel auf der Mercatorinsel erhöhen das Verkehrsaufkommen beträchtlich.

Bauvorhaben vom Rat mehrheitlich abgesegnet
Nachdem die Grünen ihren Antrag zum Erhalt der Grünfläche zurückgezogen hatten, stimmte der Rat über einen Antrag des SPD-Fraktionsvorsitzenden Bruno Sagurna ab. Dieser sah vor, dass der Umweltausschuss genau über den Erhalt bzw. die Umsetzung von Gewächsen auf der betroffenen Grünfläche zu informieren sei. Außerdem seien Kompensationsflächen für die Zeit der Baustelle zu schaffen. Eine deutliche Mehrheit stimmte für diesen Antrag ebenso wie für die Beschlussvorlage, die 127,616 Mio. Euro für die Erneuerung des Brückenzuges mit anschließender Rekultivierung der für die Baustelle genutzten Grünfläche vorsieht.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“

Künstlerisch-kreatives Schaffen aus dem Rohstoff „Kohle“
Von Petra Grünendahl

Bernd und Hilla Bechers „Hochöfenköpfe“ (1996) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Große Fotografien der Reihe „Hochofenköpfe“ (1996) von Bernd und Hilla Becher (1931-2007/1934-2015) kennt man von der Fassade der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord: Natürlich dürfen (etwas kleinere gerahmte) Fotografien dieser Serie auch hier nicht fehlen. Der „Boden der Unsicherheit“ (2006) von Katinka Bock (*1976) ist aus mit Teer* geschwärzten Pflastersteinen gepflastert. David Hammons (*1943) fordert Besucher mit seiner raumfüllenden Installation „Chasing the Blue Train“ (1989) auf, sich um sein Werk herum zu bewegen, dem Zug zu folgen. Das Rattern des Zuges verbindet sich mit Musik von John Coltrane („Chasin’ the Train“ von seinem 1957er Album „Blue Train”), die aus verschiedenen, die Zugstrecke flankierenden CD-Playern tönt. Wandfüllend hat Jürgen Stollhaus (*1962) das Fresko „mit schlagartiger Schwerkraftentladung“ (2018) geschaffen: In das Bild eines Eisenbahn-Güterwagens hat er mit weißer und schwarzer Kreide Motive aus der Geschichte des Bergbaus gezeichnet. Frühstes Werk der Sonderschau ist das Relief „Sitzender Bergmann mit Grubenlampe“ (1905/06) von Wilhelm Lehmbruck (1881-1919). Die neuesten sind speziell für diese Ausstellung entstanden. Den Künstlern dienten in Malerei, Zeichnung, Plastik und Video, skulpturalen, audiovisuellen oder Rauminstallationen die „Kohle“ als verbindendes Element.

Details im Wandfresko von Järgen Stollhaus in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Reichtum: Schwarz ist Gold“ beteiligt sich das Lehmbruck Museum am Ausstellungsprojekt von 17 RuhrKunstMuseen, das sich im Jahr des Ausstiegs aus dem Steinkohlebergbau mit dem Thema „Kunst & Kohle“ auseinander setzt. Schon der Titel der von Dr. Michael Krajewksi kuratierten Ausstellung rückt die Kohle ins rechte Licht, denn die Wirtschaftskraft, den die Region aus dem wertvollen Rohstoff zog, bereicherte auch die kulturelle Landschaft und trug wesentlich zum heutigen „Reichtum“ der Ruhrgebietsmuseen bei. Auf rund 800 Quadratmetern im Sonderausstellungsraum und im Dreiecksanbau zeigt das Lehmbruck Museum insgesamt 48 Arbeiten von 21 Künstlern aus sieben Ländern. Die Künstler machen mit unterschiedlichen Konzepten Kohle als Rohstoff, als Lebenserfahrung oder gesellschaftliches Konzept erfahrbar.

RuhrKunstMuseen

Wilhelm Lehmbrucks „Sitzender Bergmann mit Grubenlampe“ (1905/1906) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Katinka Bocks „Boden der Unsicherheit“ (2006) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Ab Mai zeigen 17 RuhrKunstMuseen Sonderausstellungen, die sich anlässlich der Schließung des letzten deutschen Steinkohlebergwerks Ende des Jahres mit der Thematik „Kunst & Kohle“ auseinander setzen. Dass sich das Ausstellungsprojekt zum 10-jährigen Bestehen der Museumskooperation wie ein roter Faden durch das Ruhrgebiet zieht, ist eher dem Zufall geschuldet. Mehr unter http://www.ruhrkunstmuseen.com.

Für den (auch mehrfachen) Besuch in den teilnehmenden Museen gibt es ein Kombi-Ticket für 25 Euro (ermäßigt 15 Euro), das in allen teilnehmenden Museen erhältlich ist. Unterstützt wird das Ausstellungsprojekt finanziell durch das Land NRW sowie verschiedene Stiftungen (Kunststiftung NRW, RAG Stiftung, Brost Stiftung) sowie der Ruhr Tourismus GmbH. Es ist Teil des Veranstaltungskalenders „Glückauf Zukunft!“ zum Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland.

Zu dem Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ erscheint im Juni im Wienand-Verlag eine reich bebilderte Publikation in 17 Bänden. Die einzelnen Kataloge sind in den teilnehmenden Museen sowie im lokalen Buchhandel zu haben.
 
 
 

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise

David Hammons‘ „Chasing the Blue Train“ ((1989) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung „Reichtum: Schwarz ist Gold“ läuft im Lehmbruck Museum bis zum 7. Oktober. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

*) Teer entsteht u. a. bei der Verkoksung von Steinkohle

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Museum DKM in Duisburg zeigt Ausstellungsprojekt zu „Kunst & Kohle“: Die schwarze Seite

Mehr als nur Broterwerb: Die identitätsstiftende Wirkung der Kohle für eine ganze Region
Von Petra Grünendahl

Den Fotografen Götz Diergarten faszinieren Zechensiedlungen. Foto: Petra Grünendhl

Zechensiedlungen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen faszinieren den Fotografen Götz Diergarten, der an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Bernd Becher studiert hat. Eingefangen hat er mit der Kamera Zechenhäuser in ihrer Unterschiedlichkeit ebenso wie im Vergleich von Strukturen, Materialien und Details. Sven Drühls „Schwarzmalereien“ fangen den Bergbau und das Untertage auf eine ganz spezielle Art ein: In den hellen Räumen des DKM ist es das Licht, welches Strukturen und Inhalte der Arbeiten aus Silikon und Ölfarbe sichtbar macht. Die Heilige Barbara hat es Claudia Terstappen angetan: Den Altar mit unterschiedlichsten Barbarafiguren beleuchten Grubenhelme. Thomas Virnich schuf mit „Freiheit spürend“ eine Hommage an Tobias, das letzte Grubenpferd. Mit drei skulputuralen Installationen zeichnet Richard Long den Weg von den Sumpfwäldern (Baumrinde) über die Holzkohle zur Steinkohle nach. Um nur eine Handvoll von Beispielen zu nennen …

Zechensiedlungen in Duisburg. Foto: Petra Grünendhl

Im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ zeigt das Museum DKM im Dellviertel die Sonderausstellung „Die schwarze Seite“ ab Freitag, 4. Mai. Ausgestellt sind Arbeiten unterschiedlichster Künstler, die alle schon seit Jahren mit dem Museum verbunden sind und dort bereits mit anderen Arbeiten zu sehen waren. Im Pressegespräch stellten Stifter und Museumsgründer Klaus Maas und Dirk Krämer zusammen mit den Künstlern Götz Diergarten und Sven Drühl die Ausstellung vor. Sie ist in zwei Bereiche gegliedert: Vorne in den sechs Wechselausstellungsräumen beschäftigen sich Künstler mit der Arbeits- und Lebenssituation der Menschen im Steinkohlebergbau. Im Neubau (vier Räume) konzentrieren sich die ausgestellten Kunstwerke auf das Material „Kohle“ in seinen Variationen und Erscheinungsformen. Die zehn Künstler der Sonderschau transportieren in Malerei, Fotografien, Plastiken und Installationen, was sie mit dem Stoff „Kohle“ und mit der identitätsstiftenden Wirkung des Bergbaus für unsere Region verbinden.

Werkschau als persönliches Anliegen

Sven Drühl. Foto: Petra Grünendhl

„Wir sind beide in der dritten Generation als Bauunternehmer tätig und haben auf allen niederrheinischen Zechen gearbeitet. Für uns steckt in dieser Sonderausstellung viel Herzblut drin“, erklärte Klaus Maas. „Die Kohle brachte den Reichtum, der die städtischen und privaten Kunstsammlungen in unserer Region erst möglich gemacht haben“, schlägt Maas den Bogen vom Wirtschaftsfaktor Kohle zur Kunst. Die Kohle habe die Städte reich gemacht: „Es wird zu wenig über die Haniels, die Krupps oder die Grillos gesprochen, die viel Geld in Kunst und Kultur gesteckt haben“, so Maas. Maas und sein Partner Dirk Krämer verfolgen mit ihrer Stiftung und dem privaten Museum DKM ähnliche Ziele.

RuhrKunstMuseen
Ab Mai zeigen 17 RuhrKunstMuseen Sonderausstellungen, die sich anlässlich der Schließung des letzten deutschen Steinkohlebergwerks Ende des Jahres mit der Thematik „Kunst & Kohle“ auseinander setzen. Dass sich das Ausstellungsprojekt zum 10-jährigen Bestehen der Museumskooperation wie ein roter Faden durch das Ruhrgebiet zieht, ist eher dem Zufall geschuldet. Mehr unter http://www.ruhrkunstmuseen.com.

Für den (auch mehrfachen) Besuch in allen teilnehmenden Museen gibt es ein Kombi-Ticket für 25 Euro (ermäßigt 15 Euro), das in allen teilnehmenden Museen erhältlich ist. Unterstützt wird das Ausstellungsprojekt finanziell durch das Land NRW sowie verschiedene Stiftungen (Kunststiftung NRW, RAG Stiftung, Brost Stiftung) sowie der Ruhr Tourismus GmbH. Es ist Teil des Veranstaltungskalenders „Glückauf Zukunft!“ zum Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland.

Zu dem Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ erscheint im Juni im Wienand-Verlag eine reich bebilderte Publikation in 17 Bänden. Die einzelnen Kataloge sind in den teilnehmenden Museen sowie im lokalen Buchhandel zu haben. Der Katalog zur Ausstellung „Die schwarze Seite“ enthält Texte u. a. von Susanne Wedewer-Pampus und Abbildungen von Achim Kukulies.

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Museum DKM
Die Ausstellung „Die schwarze Seite“ im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst & Kohle“ ist bis zum 16. September 2018 zu sehen. Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt nur für das DKM kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Loveparade-Strafprozess: Adolf Sauerland im Zeugenstand – ein Kommentar

Nicht in Genehmigungsprozesse involviert,
von Sicherheitsbedenken nichts gehört

Von Petra Grünendahl

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.

“Als Berlin die Loveparade nicht mehr haben wollte, hat der KVR* das Ruhrgebiet mit mehreren Städten als Veranstaltungsort ins Spiel gebracht“, erzählte Adolf Sauerland. Nachdem 2007 eine Rahmenvereinbarung geschlossen war, habe er für die Veranstaltung 2010 in Duisburg eine Projektgruppe in der Verantwortung des Rechts- und Ordnungsdezernats aufgestellt. Dem Beigeordneten Wolfgang Rabe mit seinem Dezernat seien alle beteiligten Ämter und Behörden untergeordnet worden. Er selber habe sich in keiner Phase in die Planung, Genehmigung und Durchführung eingemischt, erzählte Sauerland. Von Sicherheitsbedenken habe er keine Kenntnis gehalten. Alles, was zur Loveparade an das Dezernat des OB gegangen sei, habe man an die Projektgruppe weitergereicht. Dort hätten die Fachleute gesessen, sich mit Sicherheitsfragen auseinander zu setzen. Ganz offensichtlich seien die aufgekommenen Sicherheitsbedenken dort auch ausgeräumt worden, denn die Genehmigung für die Veranstaltung sie ja letztendlich erteilt worden, sagte Sauerland.

Mit Spannung erwartet hatte man die Zeugenaussage von Adolf Sauerland im Strafverfahren gegen Dressler und andere vor dem Landgericht Duisburg. Sauerland war zur Zeit der Planung und Durchführung der Loveparade als Oberbürgermeister Verwaltungschef gewesen. Duisburgs ehemaliger OB stellte sich am ersten Tag seiner Vernehmung den Fragen des vorsitzenden Richters Mario Plein. Dessen Fragen stützen sich auf die Ermittlungsakten, insbesondere vertieft er das Vernehmungsprotokoll von Sauerlands Aussage am 7. März 2012 bei der Polizei Köln. Plein arbeitete dabei viel mit Originalunterlagen u. a. aus der Verwaltung, welche nicht nur verlesen, sondern dem Plenum auch über Leinwände gezeigt wurden. Außerdem zog er andere Zeugenvernehmungen in den Kontext, speziell dort, wo sie Sauerlands Aussagen widersprechen. Allerdings waren die Aussagen des Ex-OB nicht hilfreich, die letztendliche Schuldfrage zu klären: Er sei nicht in den Genehmigungsprozess involviert, mit Sicherheitsbedenken nicht befasst gewesen, habe von ihnen auch nichts gewusst und – vielfach – ein „ich erinnere mich nicht“, wenn es um Details ging. Ordnungsdezernent Rabe habe die Verantwortung für das Projekt „Loveparade“ gehabt. Er selber habe sich ausschließlich von diesem zum Stand der Dinge informieren lassen.

Die Pressebank ebenso wie die Zuschauerplätze waren seit der Verhandlungseröffnung das erste Mal wieder besser gefüllt. Zwischendurch war es hier eher leer, wie eine Dame berichtete, die zu jedem Verhandlungstag anreist. Allerdings muss man hierzu auch sagen, dass als Zeugen vernommene Personen sowie Betroffene/Verletzte der Verhandlung ausdrücklich nicht als Zuschauer beiwohnen dürfen.

Wo bleibt die Verantwortung?
Ein Kommentar

Dass ein Verwaltungschef delegiert, ist sein gutes Recht. Seine Fachleute sitzen in den Abteilungen. Diesen Teil seiner Aussage muss man ihm abnehmen. Das Ermittlungsverfahren ist zu keinem anderen Ergebnis gekommen, sonst wäre gegen Sauerland ermittelt worden. Sollte er in anderen Angelegenheiten ähnlich verfahren sein, bröckelt zumindest das gerne nach vorne gekehrte Image des „Machers“, mit sich der Kommunalpolitiker und ehemalige Berufsschullehrer gerne schmückte. Wer seine Verwaltung alle Planungen und Verhandlungen machen lässt, um dann schließlich nur bei Vertragsabschlüssen oder Präsentationen seinen Kopf vor die Kameras der Presse zu halten, ist nicht mehr als ein „Grüß-August“. Als ein solcher präsentierte er sich bei seiner Zeugenaussage. Man erinnere sich: Eine moralische Verantwortung für die Loveparade-Katastrophe wollte Sauerland nie übernehmen, so dass ihm letztendlich die Wahlbürger in Duisburg die Verantwortung abnahmen.

Von den Sicherheitsbedenken des ehemaligen Polizeichefs Rolf Cebin will Sauerland nur aus der Zeitung erfahren haben. Auch die Beauftragung von Prof. Dr. Michael Schreckenberg mit einem Gutachten will er erst nach der Katastrophe zur Kenntnis genommen haben. Einem an ihn gerichteten Brief des Ordnungsamtsleiters, der ihm kurz vor der Loveparade drei „Reißleinen“ kommuniziert haben soll, wie er ohne Gesichtsverlust die Loveparade absagen könne, habe er nie erhalten. Zuweilen hatte Richter Plein schon mal erkennbar Probleme, Sauerlands Aussagen zu glauben.

Von Sicherheitsbedenken habe er nie gehört

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.

Man kann an Sauerlands Aussagen, er hätte nichts von Sicherheitsbedenken gehört, zweifeln. Man kann ihnen aber auch glauben. Tut man das, muss man zu dem Schluss kommen: Er wollte nichts hören, denn diese Sicherheitsbedenken waren ja zum Teil sogar öffentlich bekannt. Und wenn er sie nicht hören wollte: Dann hat hier jemand schon im Vorfeld jede Verantwortung abgelehnt – und das für die bedeutendste Großveranstaltung im Duisburg seiner Amtszeit.

Dass er als Verwaltungschef zu Planungen für ein solches nichtalltägliches Großereignis nachfragt, hätte man aber von ihm erwarten können. Wenn in der operativen Praxis Fehler zu Katastrophen führen, werden schon mal Führungsetagen zur Verantwortung gezogen – zumindest in der freien Wirtschaft. Von dieser Verantwortung als Verwaltungschef wollte Sauerland genauso wenig wissen wie von Sicherheitsbedenken, die jeder vernehmen konnte, wenn er sich auch nur im Ansatz interessierte. Als Verwaltungschef hätte er da nachhaken müssen. Seine „Vogel Strauß“-Politik vor und nach der Katastrophe zeugte nicht gerade von Charakterstärke und machte ihn schließlich in den Augen vieler als Verwaltungschef untragbar.

Dass Adolf Sauerland ein großer Befürworter dieses Mega-Events war, belegen Pressespiegel aus der Planungsphase ebenso wie nicht veröffentlichte (Ton-)Aufzeichnungen von Kollegen. Auch wenn Sauerland dies vor einer Fernsehkamera vor wenigen Jahren einmal anders dargestellt hat. Er bestätigte hier vor Gericht, für die Veranstaltung der Loveparade gewesen zu sein Für einen Erfolg hätte er sich feiern lassen, für den „Misserfolg“ wollte er keine Verantwortung übernehmen. Da lässt „August“ schon mal grüßen …

Wenn man Sauerlands Aussagen glaubt, wirken sie „trumpian“ – der Namenspatron dieser wenig schmeichelhaften Bezeichnung dürfte auch diesseits des großen Teiches bekannt sein. Sie bezeichnet unter anderen eine Person, die sich nicht mit Details auseinander setzen will – und von Bedenken welcher Art auch immer nichts hören will. Ein Misslingen oder Fehlentwicklungen sind immer andere Schuld. Das sind keine Charakterzüge, die einen Menschen für Führungspositionen qualifizieren!

Man darf auf die Aussagen vom ehemaligen Rechtsdezernenten, der bei Planung und Genehmigung federführend gewesen sein soll, gespannt sein. Denn schließlich sitzt nicht er auf der Anklagebank, sondern der damalige Baudezernent und einige seiner Mitarbeiter.

*) Kommunalverband Ruhrgebiet, heute: RVR Regionalverband Ruhr

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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25. Ruhrorter Hafenfest: Schauinslandreisen-Chef neuer Schirmherr zur Duisburger Jubiläumsparty

Organisatoren versprechen Spaß für alle Altersklassen
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm zum 25. Ruhrorter Hafenfest vor (v. l.): Michael Büttgenbach, Dr. Bernhard Weber, Dr. Wolfgang Hönemann, Stella Taralla, Walter Pavenstedt, Schirmherr Gerald Kassner und Mario Adams. Foto: Petra Grünendahl.

„Ich fühle mich sehr geehrt und freue mich schon auf das Ruhrorter Hafenfest“, erklärte Gerald Kassner. Der Geschäftsführer der Schauinsland-Reisen GmbH wird zum 25. Ruhrorter Hafenfest Schirmherr der Veranstaltung. „Es macht uns Spaß, uns zu engagieren. Das kommt von Herzen. Lasst uns wissen, wenn wir noch etwas tun können.“ Das seit 2006 im Innenhafen ansässige Duisburger Familienunternehmen feiert in diesem Jahr sein 100. Firmenjubiläum und unterstützt – neben anderen lokalen Engagements – das Hafenfest seit vielen Jahren als Sponsor. „Wir haben nicht in jedem Jahr einen Schirmherren“, stellte Walter Pavenstedt, Vorsitzender des Vereins Ruhrorter Hafenfest e. V., klar. Der Verein organisiert seit 2007 offiziell das Hafenfest, die einzelnen Mitstreiter sind aber meist schon viel länger dabei. „Wir ehren mit der Schirmherrschaft Menschen, die sich für unser Fest und den Stadtteil engagieren“, so Pavenstedt. Er war von Anfang an dabei und hat das Hafenfest seit der ersten Veranstaltung 1994 mit organisiert und auf die Beine gestellt. Beine, auf denen die Sause im Hafenstadtteil gut steht, hat sie sich doch als überregional bedeutsame Veranstaltung schon lange etabliert.

Neben dem neuen Schirmherren stellten „Mr. Hafenfest“ Walter Pavenstedt und seine Vorstandskollegen und Mitorganisatoren vom Ruhrorter Hafenfest e. V. auch die Grundzüge des Programms vor: Vom 27. bis 30. Juli steigt in diesem Jahr zum 25. Mal das Ruhrorter Hafenfest. Die Organisatoren haben den bewährten Rahmen mit einem vielfältigen Programm mit bekannten und unbekannten Akteuren gefüllt, mit dem sie Alt und Jung in den Hafenstadtteil locken wollen. Für einen kleinen Verein wie den Ruhrorter Hafenfest e. V. ist das alle Jahre wieder ein Kraftakt, finanziert sich das Hafenfest doch ausschließlich über Spenden und Sponsoren. Insbesondere die Sicherheitsanforderungen sind seit 2010 (Loveparade) massiv gestiegen und verschlingen entsprechend Geld.

Versuch eines neuen Guinness Rekordes

Stellten das Programm zum 25. Ruhrorter Hafenfest vor (v. l.): Schirmherr Gerald Kassner, Walter Pavenstedt, Michael Büttgenbach, Dr. Bernhard Weber, Stella Taralla, Dr. Wolfgang Hönemann und Mario Adams. Foto: Petra Grünendahl.

Was im vergangenen Jahr als Wettkampf von Schwimmvereinen bei Akteuren wie Publikum für eine Riesengaudi sorgte, soll diesmal mit gemeinsamer Anstrengung sogar mit einen Weltrekord ins Guinness Book of Records einziehen: Mit vereinten Kräften soll ein 350 Tonnen schweres Schiff im Hafenmund über eine Strecke von 250 Metern gezogen werden. Neben den Schwimmern der Vereine (im letzten Jahr waren der ASCD und DSSC 09/20 dabei) seien auch „freie“ Schwimmer eingeladen, sich (über die Vereine) zu beteiligen, so Stella Taralla, stellvertretende Vorsitzende des Ruhrorter Bürgervereins, der diesen Event organisiert.

Bespielt werden die große HanielBühne am Richard-Hindorf-Platz sowie die kleine ImperialBühne am Gustav-Sander-Platz mit Musik und Programm für alle Altersklassen. Außerdem gibt es eine Bühne auf dem Neumarkt, wo traditionell Samstag das Ruhrorter Lichtermeer und Sonntag der Kunst- und Kulturmarkt stattfinden – an beiden Tagen mit Bühnenprogramm. Sonntag steht ein Hinterhoftrödel auf dem Programm, der Besucher vom Hafen weg in den Stadtteil hinein lockt. Während des gesamten Hafenfestes findet auf der Mühlenweide die Kirmes zum Ruhrorter Schützenfest statt.

Besichtigungsmöglichkeiten bieten das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt, das Privat-Museum der Firma Haniel sowie die Schifferkirche St. Maximilian an der Fabrikstraße. Busrundfahrten durch das Hafengebiet (bis Rheinhausen) sowie zur Meidericher Schiffswerft (die in diesem Jahr 120 Jahre alt wird), Hafentouren auf der „Rheinfels“, mit den Schiffen der Weißen Flotte (Gerhard Mercator und Stadt Duisburg) sowie mit historischen Schiffen, von denen alle Jahre wieder einige zum Hafenfest kommen.

Friedrich-Ebert-Brücke für Feuerwerk gesperrt
Das musiksynchrone Feuerwerk mit Wasserfall, größtes Pyro-Spektakel am Niederrhein und beliebtes Highlight am Eröffnungsabend, zwingt wie alle Jahre wieder zu Einschränkungen: Die Friedrich-Ebert-Brücke ist ab 21.30 bis ca. 45 Minuten nach dem Feuerwerk komplett gesperrt – auch für Fußgänger. Weiteres Programm an unterschiedlichen Orten im Stadtteil, Infostände und Gastronomie runden das Programm ab.

Mit mehr Gästen aus Holland bzw. dem Hafen Rotterdam ist zu rechnen, hat der Seehafen doch eine Patenschaft für das Hafenfest übernommen. „Rotterdam und Duisburg sind wichtige Schnittstellen der Logistik, die durch den Rhein verbunden werden“, führte Dr. Wolfgang Hönemann an. Der frühere Geschäftsführer von Rhenus PartnerShip ist seit dem vergangenen Jahr Repräsentant des Hafens Rotterdam in NRW und hat diese Partnerschaft eingestielt. „Rund 60 Prozent der Güter, die in Rotterdam ankommen, gehen nach NRW“, machte Hönemann die wirtschaftliche Bedeutung der Verbindung deutlich. Auch der Rotterdamer Hafen wird sich mit einem historischen Schiff, einer Tjalk, am Hafenfest beteiligen.

Zu Gästen aus der Region und aus Rotterdam kommen wie üblich auch Gäste aus St. Pauli, mit denen der Ruhrorter Bürgerverein seit vielen Jahren schon eine gut funktionierende Stadtteil-Partnerschaft pflegt. „Während die Hamburger während ihres Hafengeburtstages ihre Stadt verlassen und das Fest den Touristen überlassen, sind sie hier ganz begeistert“, erzählte Mario Adams, Mitorganisator und ehemaliger Vorsitzender des Ruhrorter Bürgervereins. „Sie finden unser Hafenfest viel gemütlicher!“

Mehr Informationen zum 25. Ruhrorter Hafenfest gibt es hier: http://www.ruhrorter-hafenfest.de. Erste Informationen zum diesjährigen Programm sind dort auch schon zu finden.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Deutsche Oper am Rhein: Opern-Raritäten „Pygmalion / Ariadne“ feierten begeisternde Premiere im Theater Duisburg

Irrwege der Liebe und Konfrontation mit dem Selbst
Von Petra Grünendahl

Pygmalion: Lavinia Dames (Galathea), Ovidiu Purcel (Pygmalion), Statisten. Foto: Birgit Hupfeld.

Der Künstler Pygmalion (Ovidiu Purcel), umringt von den Skulpturen, die er geschaffen hat, verliebt sich in sein Werk Galathea (Lavinia Dames), von der er sich wünscht, dass die von ihm geschaffene Schönheit lebendig werde. Während schon alle Statuen (Statisten) von ihren Sockeln gestiegen sind, liegt die Elfenbein-Figur immer noch wie schlafend auf ihrem Podest. Schließlich erfüllt sich seine Sehnsucht, als auch sie lebendig wird und sich mit ihrem erregten Schöpfer im Duett gesanglich austauscht.

Pygmalion: Ovidiu Purcel (Pygmalion), Statisten. Foto: Birgit Hupfeld.

Im Theater Duisburg feierte der Doppel-Opernabend „Pygmalion / Ariadne“ eine begeistert gefeierte Premiere vor nahezu ausverkauftem Haus. Die Nachwuchs-Regisseure Volker Böhm und Kinga Szilágyi wählten zwei Opern-Raritäten, die beide auf antiken Themen als Vorlage beruhen. Die beiden Einakter stammen aus verschiedenen Stilepochen, wurden aber erst Anfang der 1960er-Jahre uraufgeführt. „Pygmalion“ (mit einem Text von Antonio Simone Sografi nach einem Schauspiel von Jean-Jacques Rousseau basierend auf den „Metamorphosen“ von Ovid) ist das erste Bühnenwerk des späteren Belcanto-Meisterkomponisten Gaetano Donizetti (1797–1848). Zu Lebzeiten des Komponisten geriet es in Vergessenheit, erst 1960 wurde es in Donizettis Geburtsort Bergamo uraufgeführt. Seine Version von „Ariadne“ (zu einer Dichtung von Georges Neveux) komponierte der tschechische Komponist Bohuslav Martinů (1890–1959) als Spätwerk erst 1958. Auch er erlebte die Uraufführung seines Werkes im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen nicht.

Konfrontation der zwei Seiten des Selbst

Ariadne: Heidi Elisabeth Meier (Ariadne), Gereon Grundmann, Beniamin Pop, Bryan Lopez Gonzalez, James Martin (Jünglinge), Laimonas Pautienius (Theseus), Peter Aisher, Luis Fernando Piedra (Burun). Foto: Birgit Hupfeld.

Alle neun Jahre verlangt Minotaurus (Lukasz Konieczny), halb Mensch, halb Stier, nach Menschenopfern: Sieben Jungfrauen und sieben Jünglinge müssen die Athener dafür nach Kreta schicken. Angeführt vom Königssohn Theseus (Laimonas Pautienius) wollen die Jünglinge dem Spuk ein Ende bereiten, dem Kretas König Minos die seinerzeit besiegten Athener unterworfen hat. Theseus verliebt sich in Ariadne (Heidi Elisabeth Meier), Halbschwester des Minotaurus, und vergisst darüber zunächst seine Mission. Der Tod seines Begleiters Barun (Luis Fernando Piedra) zwingt ihn zur Trennung von Ariadne (Liebe) und zum Kampf mit dem Minotaurus (Rationalität), für den er hergekommen war.

Die Ensemble-Sänger überzeugten sowohl gesanglich wie auch schauspielerisch. Das Publikum feierte die hervorragenden Sänger und Akteure beider Stücke des zweistündigen Opern-Abends (inkl. einer Umbaupause) mit stürmischem Applaus. Gesungen in italienischer bzw. französischer Sprache erleichtern deutsche Übertitel das Verständnis der Handlung.

Regie-Plattform „Young Directors“

Pygmalion: Lavinia Dames (Galathea), Ovidiu Purcel (Pygmalion). Foto: Birgit Hupfeld.

Die Deutsche Oper am Rhein initiierte die Regie-Plattform „Young Directors“ in der Spielzeit 2015/16. Sie findet nun mit dem Opern-Doppel seine Fortsetzung: „Wir freuen uns, jungen Mitarbeitern an unserem Haus ermöglichen zu können, sich mit eigenen Produktionen auszuprobieren, sich einen Namen zu machen“, erklärte Prof. Christoph Meyer, Intendant der Deutschen Oper am Rhein, bei der Premierenfeier. Das gilt hier nicht nur für die Regisseure Volker Böhm (Pygmalion) und Kinga Szilágyi (Ariadne), sondern auch für Bühnenbilder (Leif-Erik Heine), Kostüme (Guido Reinhold für Pygmalion, Ronja Reinhardt für Ariadne) und die Choreographie für Ariadne (Michal Matys. Die musikalische Leitung der hervorragend aufspielenden Duisburger Philharmoniker übernahmen Ville Enckelmann (Pygmalion) und Jesse Wong (Ariadne). Das Licht-Design lag in den bewährten Händen von Franz-Xaver Schaffer.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Weitere Termine im Theater Duisburg:

Ariadne: Heidi Elisabeth Meier (Ariadne), Laimonas Pautienius (Theseus). Foto: Birgit Hupfeld.

Ariadne: Laimonas Pautienius (Theseus), Lukasz Konieczny (Minotaurus). Foto: Birgit Hupfeld.

Sa | 5. Mai 2018 | 19:30 Uhr,
So | 13. Mai 2018 | 18:30 Uhr und
So | 20. Mai 2018 | 18:30 Uhr.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 14,40 und 50,10 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Birgit Hupfeld, Bochum / Deutsche Oper am Rhein

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Sonderausstellung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Duisburg: Vom Leinpfad zur Leinwand

Vom Realen zum Abstrakten: Wechselspiele
Von Petra Grünendahl

Das Plakat hing zwei Jahre lang am Leinspfad. Foto: Petra Grünendahl.

In Ruhrort kennt man sie, die großformatige Foto-Galerie „Auf Nachtschicht“ am Leinpfad. Seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 präsentieren die Fotografen Daniela Szczepanski und Frank Hohmann an der historischen Kaimauer ihre Ausstellung „Die Nacht ist bunt am Hafenmund“ im öffentlichen Raum. Zusammen mit der Künstlerin Iris Weissschuh entwickelten sie die Outdoor-Präsentation als eigenständiges Ausstellungsprojekt weiter. Zwischen Wirklichkeit und Fantasie bewegen sich Fotografien, abstrakter Malerei und Skulpturen. Die unterschiedlichen Kunstformen eint das Spiel mit Licht und Farbe, die neben dem Bezug zum Wasser, den Elementen (Wasser, Luft und Feuer) und der Industrie den Werken einen zweiten roten Faden geben.

Die Künstler (v. l.): Iris Weissschuh, Daniela Szczepanski und Frank Hohmann. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der Kunst aus dem öffentlichen Raum zogen Daniela Szczepanski, Frank Hohmann und Iris Weissschuh erst „Vom Leinpfad zur Leinwand“ und dann ins Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Museumsleiter Dr. Bernhard Weber, Kuratorin Dr. Cornelia Garwer-Schier und Kulturdezernent Thomas Krützberg stellten die Sonderausstellung zusammen mit den Künstlern im Pressegespräch vor. Das Ganze wurde 2014 als Wanderausstellung konzipiert, die eine Brücke schlägt zwischen Fotografie, Malerei und Plastik, die einander begegnen und in Dialog treten. Die Werke bespielen in ihrer Zusammenstellung diesen Raum als Einheit. Sie harmonieren mit ihren stilistischen Gegensätzen. „Das Museum hat sich nicht nur als Spartenmuseum etabliert, sondern auch für die Ausstellung von Kunst“, bestätigte Kulturdezernent Krützberg, der hier nicht zum ersten Mal eine solche Sonderschau eröffnen darf..

Die Künstler

Fotografie von Frank Hohmann. Foto: Petra Grünendahl.

Frank Hohmann inszeniert extreme Lichtverhältnisse zwischen Wirklichkeit und Surrealität in seiner Nacht- und Available-Light-Fotografie. Er zeigt die einzigartigen Facetten von Industrie- und Architekturlandschaften. Daniela Szczepanski hat sich als Fotografin und Autorin auf Natur-, Architektur- und Indutstriefotografie spezialisiert, wobei auch sie mit Lichtverhältnissen spielt. Als studierte Geologin faszinieren sie sie Elemente Wasser, Luft und Feuer, die sie in Fotografien festhält. Iris Weissschuh arbeitet als freischaffende Künstlerin. In abstrakter Malerei und in Skulpturen reflektiert sie Vergänglichkeit ebenso wie Gesellschaftskritik.

Vom Leinpfad ins Museum

Skulputur von Iris Weissschuh. Foto: Petra Grünendahl.

Eröffnet wird die Sonderausstellung im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt am Sonntag, 22. April, um 11 Uhr in Anwesenheit der Künstler. Statt einer Rede wird es nach der Begrüßung ein Künstlergespräch geben. Die Schau läuft bis zum 21. Oktober. Das Museum ist dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. An Feiertagen gelten Sonderregelungen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,50 Euro (Kinder 2,00 Euro) und beinhaltet den Zugang zur Dauer- und Sonderausstellung. Besitzer der Ruhr-Topcard sind einmal im Jahr mit freiem Eintritt dabei. Das Binnenschifffahrtsmuseum befindet sich im denkmalgeschützten Bau des ehemaligen Ruhrorter Stadtbades an der Apostelstraße 84. Am Leinpfad – auf dem Weg zu den Museumsschiffen – kann man die aktuellen großformatigen Fotoarbeiten betrachten. Mehr auf http://www.binnenschifffahrtsmuseum.de.

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© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Von Duisburg in die Welt: „Die meine Wege kreuzten“ von Walter Kaufmann

Von den Eisbergen unter Wasser,
dem Unsichtbaren unter dem Sichtbaren

Von Petra Grünendahl

Walter Kaufmann mit „Schade, dass du Jude bist“ in der Synagoge. Foto: Petra Grünendahl.

„Zieh los und fang das Leben ein“, forderte Bob Mansfield in Melbourne den jungen Walter auf, den für seine zu gründende Filmproduktion gewinnen wollte. Aus der Filmfirma wurde nichts, aber Walter Kaufmann lernte, Menschenleben mit der Kamera festzuhalten und zog als Straßenfotograf durch Australien. Ein anderer, David Martin, habe ihn die Kunst des Weglassens gelehrt, berichtet Kaufmann aus der Zeit, wo er in Australien an seinem ersten Roman arbeitete: „Aufbau, Gliederung und Präzision hatte er mir erklärt“, so Kaufmann, und dass zwischen den Zeilen viel verborgen sein müsse: „Wie bei Eisbergen unter Wasser.“ Seine ersten Romane schrieb er auf Englisch, verarbeitete seine trotz junger Jahre reichlichen Lebenserfahrungen: „Sich tief aus meinem Unbewussten Erinnerungen kristallisierten, ich plötzlich Begebenheiten aus dem Deutschland der Nazis bildhaft zu schildern vermochte.“ Nach Deutschland ging er erst zurück, als seine Bücher Mitte der 1950er-Jahre ins Deutsche übersetzt wurden: Erst nach Duisburg, wo er aufgewachsen war, – dann ins „andere Deutschland“, die DDR.

Der mittlerweile 94-jährige Schriftsteller Walter Kaufmann hat für sein neues Buch „Die meine Wege kreuzten“ 70 Begegnungen aus über neun Jahrzehnten auf drei Kontinenten ausgewählt. Überall hat er Menschen kennengelernt, die seinen weiteren Lebensweg mit prägten: Mal mehr, mal weniger. Es sind Begegnungen, mit denen Kaufmann vordergründig kleine Geschichten erzählt – und auf einer tieferen Ebene auch Geschichte: Von Deutschland vor dem Faschismus, der Nazi-Zeit, Flucht und Internierung, von seinen Reisen durch die Welt, die ihn mit verschiedenen Kulturen und Leben im Totalitarismus konfrontierten – einer Unterdrückung, die er selber in der DDR so eher nicht erlebt hatte – über die Wende bis hin zu 9/11 und schließlich einer Lesung in seiner alten Heimatstadt Duisburg 2016.

Auf knappe 168 Seiten reduziert hat Kaufmann seine Episoden: Die kurz gehaltenen Erzählungen gehen auf eine Art in die Tiefe, deren Andeutungen über die reinen Texte weit hinausgehen und Bände füllen könnten. Die zumeist knapp zweiseitigen Kapitel sind chronologisch angeordnet, auch wenn Kaufmann darin zum Teil Handlungsstränge über einen längeren Zeitraum des Kennens und Erlebens verdichtet. Trotz ihrer Kürze sind die Texte selten leichte Kost.

Der Kreis schließt sich in Duisburg

Walter Kaufmann mit „Schade, dass du Jude bist“ in der Synagoge. Foto: Petra Grünendahl.

Walter Kaufmann schildert seine Begegnung von ersten Erinnerungen seiner Jugend in Duisburg und Düsseldorf bis zu einer Lesung der Synagoge im Duisburger Innenhafen zu den Jüdischen Kulturtagen. Der Kreis schließt sich hier mit Manfred Tietz, dem ehemaligen Geschichtslehrer am Steinbart-Gymnasium, der zusammen mit Rudolf Tappe „Tatort Duisburg 1933 – 1945“ über Widerstand und Verfolgung im Faschismus herausgegeben hat. Tietz hatte die Stolpersteinverlegungen vor Kaufmanns Elternhaus in der Prinz-Albrecht-Straße für Sally und Johanna Kaufmann in die Wege geleitet und diese mit seinen Schülern begleitet.

„Das Leben hat es gut mit mir gemeint“, hatte Kaufmann auf dieser Lesung in der Synagoge (link) gesagt. Der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten war er dadurch entgangen, dass es seinen Eltern gelungen war, ihn rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Immer wieder sind ihm auch danach Menschen begegnet, die ihn auch weiter gebracht haben und ihn – im positiven wie im negativen – neue Einsichten haben gewinnen lassen. Vieles ist angedeutet, der Leser ist gefragt, tiefer zu denken und einzudringen in die Geschichte hinter den Geschichten.

Walter Kaufmann
Walter Kaufmann wurde 1924 in Berlin als Jizchak Schmeidler, Sohn einer jüdischen Verkäuferin geboren. Im Alter von zwei Jahren adoptierten ihn der jüdische Anwalt Dr. Sally Kaufmann und seine Frau Johanna. Kaufmann wuchs in Duisburg an der Prinz-Albrecht-Straße auf und ging aufs Steinbart-Gymnasium. Nach der Reichskristallnacht 1938 wurde sein Adoptivvater, der auch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde war, verhaftet, kam aber aus Dachau zurück nach Duisburg. Anfang 1939 schickten seine Eltern Walter mit einem Kindertransport über Holland nach Großbritannien. Sie selber kamen nicht mehr aus Deutschland weg: 1942 brachte man sie ins KZ Theresienstadt, im Oktober 1944 nach Auschwitz, wo ermordet wurden. Vor seinem Elternhaus in Duissern erinnern Stolpersteine an Sally und Johanna Kaufmann.

Von Großbritannien wurde Walter Kaufmann 1940 als „feindlicher Deutscher“ nach Australien deportiert, wo man ihn zunächst internierte. Nach einigen Landarbeiterjobs diente er schließlich vier Jahre als Freiwilliger in der Australischen Armee. Nach seiner Militärzeit schlägt er sich erst als Werftarbeiter durch, arbeitet dann als Straßenfotograf und wird schließlich Seemann bei der Handelsmarine, um die Welt kennen zu lernen. Sein erstes Buch erschien 1953. Nach ersten Erfolgen wurden seine Werke in Deutsche übersetzt. Er ging nach Duisburg zurück, durfte aber sein Elternhaus nicht wieder betreten. Für eine Rückgabe des einst arisierten Hauses oder eine Entschädigung war es zu spät. So ließ sich Kaufmann 1957 in der DDR nieder, behielt aber seine australische Staatsbürgerschaft. Seit Ende der 1950er-Jahre war er hauptberuflich als Schriftsteller tätig. Er lebt in Berlin.

Das Werk „Die meine Wege kreuzten – Begegnungen aus neun Jahrzehnten“ von Walter Kaufmann ist im Quintus-Verlag (Imprint des Verlages für Berlin-Brandenburg) erschienen. Das 168-seitige Hardcover-Buch mit Schutzumschlag ist zum Preis von 18 Euro im lokalen Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-947215-24-9). Mehr unter http://www.quintus-verlag.de/buecher/die-meine-wege-kreuzten.html

Wir durften Walter Kaufmann 2016 auf dem „Fest des Jüdischen Buches“ in einer Lesung erleben: https://duisburgamrhein.wordpress.com/2016/09/19/achtes-fest-de-juedischen-buches-im-rahmen-der-juedischen-kulturtage/

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Mit der Ruhr-Topcard unterwegs in Duisburg: Vergessene Häfen und Geschichte der Binnenschifffahrt

Gütertransport und –umschlag auf den Wasserwegen:
Von der Antike bis in die Gegenwart

Von Petra Grünendahl

Die Vergessene-Häfen-Tour ging bis kurz hinter den Anleger der Glückauf-Fähre in Walsum.. Foto: André C. Sommer.

„Einfahrt Unbefugter verboten“ heißt es auf einem Schild über der Hafenzufahrt. „Wir dürfen hier aber rein”, erklärte Schiffsführer Walter Moser auf seiner Tour durch die Duisburger Nordhäfen. Die Werkshäfen, von denen es in Duisburg eine ganze Reihe gibt, sind zum Beispiel nicht für jedes Schiff zugänglich: Die Betreiber-Firmen haben halt Hausrecht und gewähren üblicherweise nur ihren Lieferanten die Einfahrt. Oder eben auch Duisburgs wichtigstem Fremdenführer auf dem Rhein, der seinen Passagieren den Hafen und seine Bedeutung näher bringt. Mit allen seinen Hafenbecken ist der Duisburger Hafen der größte Binnenhafen der Welt – und einen Teil davon zeigte Moser auf der „Vergessene Häfen“-Tour Richtung Walsum seinen Passagieren. Er stellte ihnen die Hafenbecken vor, die man üblicherweise nicht auf Plan hat, wie die Werkshäfen, über die unsere Industrie zum Beispiel mit Kohle oder Erz beliefert wird. Dabei konnte er mit interessanten Fakten aufwarten, die die Tour sehr lehrreich machten.

Im Hafenmund liegen am Leinpfad die Museumsschiffe: Vorne ide Oscar Huber, rechts dahinter sieht man die Schifferbörse. Foto: André C. Sommer.

Pünktlich zum Start der neuen Schifffahrtssaison bietet Walter Moser mit seiner Ruhrorter Personenschiffahrt auf dem Fahrgastschiff „Rheinfels“ neben seinen regelmäßigen „kleinen“ Hafentouren auch wieder die „Vergessenen Häfen“ an. Diese großen Touren dauern gute dreieinhalb Stunden. Die Nord-Tour geht vom Steiger Schifferbörse über den Eisenbahnhafen (Ruhrorter Yacht-Club und Marina), Schwelgern und Walsum Süd (beides Werkshäfen von thyssenkrupp) bis nach Walsum Nord (Kraftwerk der Steag mit dem Förderturm am stillgelegten Schacht Walsum) und der ehemaligen Papierfabrik (jetzt logport VI). Auf dem Rückweg steuert Moser vorbei am Rheinpreußenhafen, der für den Schiffsverkehr gesperrt ist, noch den Stadthafen Homberg an, wo gegenüber dem Anlieger des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein (WSA) das Schulschiff „Rhein“ vor Anker liegt.

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

Vor die große Hafentour um 14.30 Uhr bot sich ein Besuch des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt an. Das Museum erzählt in Bildern, detailgetreuen Schiffsmodellen und unterschiedlichsten weiteren Exponaten auf drei Etagen die Geschichte und Entwicklung der Binnenschifffahrt von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Schiffe und Technik, Wasserwege und Infrastruktur werden dabei auch auf Texttafeln erklärt und eingeordnet. Die Dauerausstellung ist jüngst überarbeitet und erweitert worden. Über das eigene Smartphone lassen sich jetzt außerdem zusätzliche Informationen in Form von Hördateien, Videos, Fotos und Texten abrufen.

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort. Foto: Petra Grünendahl.

Der Eintritt kostet für Erwachsene 4,50 Euro (Kinder 2,00). Besitzer der Ruhr-Topcard sind einmal im Jahr mit freiem Eintritt dabei. Das Binnenschifffahrtsmuseum befindet sich im denkmalgeschützten Bau des ehemaligen Ruhrorter Stadtbades an der Apostelstraße im Stadtteil Laar. Vom dort kommt man fußläufig (ca. 1,5 Kilometer) gut zum Steiger Schwanentor, von wo die Rheinfels zur „Vergessene Häfen“-Tour startet. Quasi in der Nachbarschaft zum Steiger Schifferbörse liegen auch die Museumsschiffe Oscar Huber (Radschleppdampfer, Baujahr 1922), Minden (Eimerkettendampfbagger, Baujahr 1882) und Fendel 147 (Kranschiff, Baujahr 1922) vor Anker. Mehr auf http://www.binnenschifffahrtsmuseum.de.

Ruhrorter Personenschiffahrt: Mit der Rheinfels durch die Duisburger Häfen

Das Fahrgastschiff Rheinfels am Anlieger Nordsternpark auf dem Rhein-Herne-Kanal. Foto: Petra Grünendahl.

Die Ruhrorter Personenschiffahrt bietet neben einer zweistündigen Hafentour durch die „gängigen“ Bereiche der Duisburger Häfen auch zwei spezielle Touren an: Die Vergessenen Häfen“ mit einer Tour Richtung Norden (Walsum) und einer Richtung Süden (Huckingen). Darüber hinaus gibt es verschiedene Programmfahrten. Die kleine Hafentour kostet 12 Euro (Kinder 6 Euro), mit der Ruhr-Topcard ist sie kostenfrei. Die „Vergessene Häfen“-Touren kosten jeweils 20 Euro (Kinder 10 Euro), die Ruhr-Topcard wird mit 12 Euro (Kinder 6 Euro) angerechnet. Für die „großen“ Hafentouren ist eine Anmeldung erforderlich. Weitere Infos und Termine auf http://www.ruhrorter-personenschiffahrt.de (mit „ff“ nach der alten Rechtschreibung!).

Mit der Ruhr-Topcard unterwegs: Fast 150 Ausflugsziele

Die Kokerei von thyssenkrupp Steel Europe in Schwelgern. Foto: André C. Sommer.

Im Homberger Stadthafen unter dem Hebeturm liegt das Schulschiff Rhein. Foto: Petra Grünendahl.

Seit 2010 lockt die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) mit der Ruhr-Topcard in ihrer jetzigen Form zum Entdecken der Region und fördert damit den Binnentourismus. Seitdem sind die Zahl der beteiligten Partner und Angebote an Ausflugzielen in jedem Jahr gestiegen. Darüber hinaus gibt es wechselnde Special Partner, die nicht unbedingt im Ruhrgebiet liegen. In diesem Jahr gibt es 96 Partner mit einmalig freiem Eintritt, 53 Partner mit einmalig 50 Prozent Ermäßigung auf den Eintritt sowie zwei Special Partner zur Wahl für kostenfreien Eintritt. Im vergangenen Jahr zog es die Nutzer der Ruhr-Topcard am häufigsten nach Duisburg, Besucherfavorit war der Zoo Duisburg. Im Durchschnitt besuchen Ruhr-Topcard-Besitzer sechs Ausflugsziele (im Jahr).

Die Ruhr-Topcard 2018 kostet 54 Euro (mit ADAC-Rabatt 48 Euro) für Erwachsene, Kinder (Jahrgänge 2004 – 2013) zahlen 35 Euro. Die Ruhr-Topcard gibt es an den meisten Ausflugszielen, den Tourist-Informationen einiger Ruhrgebietsstädte, in Leserservice-Shops der WAZ/NRZ (Funke Mediengruppe), den Geschäftsstellen des ADAC in NRW und weiteren Verkaufsstellen sowie telefonisch oder über den Online-Shop. Mehr auf http://www.ruhrtopcard.de.

Die Federführung hat die RTG nicht nur bei der Ruhr-Topcard, sondern auch bei weiteren Projekte und Veranstaltungen:
• ExtraSchicht
• !SING – DAY OF SONG
• radrevier.ruhr
• Römer-Lippe-Route
• RuhrKunstMuseen
• RuhrBühnen
• RUHR.MEETING
• RuhrtalRadweg
• Tag der Trinkhallen

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), André C. Sommer (3)

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Bilanzpressekonferenz: Duisburger Hafen AG weiter auf Wachstumskurs

duisport feiert 20 Jahre logport
Weiterer Ausbau des China-Geschäfts entlang der neuen Seidenstraße

Von Petra Grünendahl

Hafnechef Erich Staake. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir nehmen sehr viel Geld in die Hand für Digitalisierung. Neben 60 eigenen Mitarbeitern in Projekten holen wir uns auch externen Sachverstand“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport). Ziel sei es, schneller und integrierter zu werden: „Eine Investition in die Zukunft“, so Staake. Obwohl diese Kosten eher als laufend verbucht werden: Auch Investitionen in den Standort und seine Erweiterungen steigen. Im letzten Jahr tätigte duisport mit 34 Mio. Euro an Sach- und Finanzinvestitionen rund 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein für die nächsten drei Jahre sind weitere 140 Mio. Euro veranschlagt. Der Containerumschlag soll weiter ausgebaut werden: stufenweise von bislang 5 Mio. TEU auf bis zu 7 Mio. TEU.

Bei der Bilanzpressekonferenz konnte Staake erneute Rekordumsätze und ein operatives Ergebnis von 41 Mio. Euro (plus 2 Prozent) verkünden: „Die nun bereits seit 20 Jahren kontinuierlichen Ergebnissteigerungen sind maßgeblich auf unser erfolgreiches nationales und internationales Netzwerkmanagement und die Etablierung als wichtigste Logistikdrehscheibe Zentraleuropas zurückzuführen“, so der Hafenchef. Zu den Geschäftsbereichen gehören zum einen Infra- und Suprastruktur im Duisburger Hafen (Umsatz 50,7 Mio. Euro in 2017, plus 4 Prozent) sowie zum anderen Logistische Dienstleistungen (Umsatz 75,8 Mio. Euro, minus 4 Prozent) sowie die Verpackungslogistik (Umsatz 87 Mio. Euro, plus 19 Prozent), deren Tätigkeiten nicht auf Duisburg beschränkt sind. Mit den letzten beiden Geschäftsbereichen ist die Duisburger Hafen AG mit Standorten und Aktivitäten weltweit vertreten – zum Nutzen von Duisburg und der Region.

Bilanzpressekonferenz der Duisburger Hafen AG (v. l.): Viktoria Orosz (Leiterin Unternehmenskommunikation), Vorstandsvorsitzender Erich Staake und Vorstand Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Petra Grünendahl.

„2017 war ein katastrophales Jahr“, erklärte Staake, der für das vergangene Jahr einen Güterumschlag von 70 Mio. Tonnen prognostiziert hatte, die duisport trotz einer Steigerung um 2,1 Prozent mit 68,3 Mio. Tonnen verfehlte. Grund ist vor allem ein rückläufiger Kohleumschlag, der auch zu einem Rückgang des Binnenschifftransports auf 15,7 Mio. Tonnen führte. Der Eisenbahnverkehr stieg vor allem durch die Chinazüge auf 18,8 Mio. Tonnen (plus 6,8 Prozent). Zugenommen hat auch der Containerumschlag: um 11 Prozent auf etwa 4,1 Mio. Standardcontainer-Einheiten (TEU).

20 Jahre logport
Vor 20 Jahren startete die Duisburger Hafen AG auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerks Rheinhausen mit logport I, das mit logport II (Wanheim-Angerhausen) und logport III (Hohenbudberg) in Duisburg seine Fortsetzung fand. Mit logport ruhr, einer gemeinsamen Gesellschaft von duisport und der RAG Montan Immobilien, will man ehemals für die Kohleförderung genutzte Grundstücke logistisch entwickeln: Flächen am Bergwerk-West in Kamp-Lintfort (logport IV) und eine Kohlelagerstätte in Oberhausen (logport V) folgten. Auf diesen Arealen schufen mehr als 80 Unternehmen auf über 1 Mio. Quadratmeter Lagerflächen mehr als 7.000 Arbeitsplätze. Walsum (logport VI) und Marl (logport VII auf der stillgelegten Zeche Auguste Victoria) sollen die Erfolgsgeschichte fortschreiben. Außerdem entwickelt duisport zusammen mit Evonik ein trimodales Areal in Köln-Lülsdorf.

Bilanzpressekonferenz der Duisburger Hafen AG (v. l.): Vorstandsvorsitzender Erich Staake und Vorstand Prof. Thomas Schlipköther. Foto: Petra Grünendahl.

Mit der mit der Innovationsplattform “startport“ gibt duisport hier vor Ort zusammen mit Partnern aus der Industrie Startup-Unternehmen Schützenhilfe. Derzeit sind fünf Startups dabei. „Unsere industriellen Kerne müssen mit hochleistungsfähigen Logistikmodellen vernetzt werden. Startport soll eine der Keimzellen für Logistik-Innovationen werden“, so Staake. „Die Nachfrage ist enorm, und auch weitere mögliche Exklusivpartner stehen Schlange.“

Etabliert hat der Duisburger Hafen mittlerweile ein Automotive Cluster: Nach Audi und Volkswagen betreibt nun Schenker für die Daimler AG auf der Mercatorinsel ihre CKD- bzw. SKD-Logistik (completely knocked down bzw. semi knocked down) für das weltweite Produktionsnetzwerk der Mercedes-Benz Vans (Sprinter).

Wege nach China: die neue Seidenstraße
Die Duisburger Hafen AG weitet ihre Aktivitäten entlang der Korridore der Seidenstraße aus. Mit dem italienischen Adriahafen Triest intensiviert duisport den Schienengüter- und Trailerverkehr, der von dort auf dem Seeweg durch den Suezkanal nach Asien geht. Neben der maritimen Verbindung gehen zwei Schienenwege über den Kontinent nach China: eine nördliche über Russland, eine südliche über die Türkei und den Iran. 25 Züge verkehren inzwischen jede Woche zwischen Duisburg und China: Überwiegend immer noch mit Gütern für den Import, aber verstärkt nutzen auch deutsche Unternehmen die Zugverbindung ins Reich der Mitte mit hochwertigen Exportgütern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind über 100.000 TEU mit den Chinazügen transportiert worden. Hafenchef Staake erwartet weiteres Wachstum, denn durch Infrastrukturmaßnahmen sowie die Harmonisierung von Zollmodalitäten könne die Fahrzeit weiter reduziert werden, so Staake. Das schaffe weitere Umschlagperspektiven.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (3), Hans Blossey (1)

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Infrastruktur zu lange auf Verschleiß gefahren: Behinderungen für die Wirtschaft im Ruhrgebeit

Fahrlässige Personalplanung: Mangelverwaltung in höchster Vollendung!
Von Petra Grünendahl

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt hatte auf das Schulschiff Rhein im Stadthafen Homberg eingeladen. Foto: Petra Grünendahl.

Dass die Verkehrsinfrastruktur bröckelt, merkt der Bürger dort, wo es ihn persönlich beeinträchtigt: An der A40-Brücke zum Beispiel. Weniger offensichtlich sind beispielsweise Schäden an Wasserstraßen, die in erster Linie den Gütertransport und damit die Wirtschaft treffen. Schon kleine Schäden an können hier große Wirkung haben. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) hat die Nutzung der Nischenpoller in der Schleuse Friedrichsfeld (Voerde-Emmelsum) am Wesel-Datteln-Kanal untersagt. Die Poller stammen ebenso wie alle sechs Schleusenbauwerke am Kanal aus den 1930er-Jahren. Binnenschiffer können ihre Schiffe während des Schleusenvorgangs nicht mehr festmachen, da die Poller die Zugkräfte der Schiffe nicht mehr aufnehmen können. „Die Kapazitäten der Schleusen können so nicht mehr optimal genutzt werden“, erklärte Jens Schwanen, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB). Pro Schleusenvorgang wird nur noch ein Schiff geschleust, statt zwei oder – je nach Größe – sogar drei. „Das verlängert Durchlaufzeiten in der Logistikkette, verlängert Gütertransporte und macht sie unplanbar“, erläuterte Stefan Paul, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerks in Lünen, welches über den Wesel-Datteln-Kanal beliefert wird.

Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) hatte Vertreter von Industrie (Evonik, Trianel und RWE), Schifffahrtsgewerbe (Reedereien) und WSV eingeladen, um über die aktuelle Situation am Wesel-Datteln-Kanal zu beraten. Im Pressegespräch erläuterten die beteiligten Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung die Ergebnisse der Gespräche und ihre Forderungen für die Erhaltung und Sanierung der Wasserstraßen im westdeutschen Kanalnetz.

Der Wesel-Datteln-Kanal ist mit einem Transportvolumen von knapp 20 Mio. Tonnen p.a. die Hauptverkehrsader im Ruhrgebiet. Allein das Kraftwerk Lünen erhält mit dem Binnenschiff 35.000 Tonnen Kohle pro Woche. Foto: Rhenus Duisburg / BDB.

Der 60 Kilometer lange Wesel-Datteln-Kanal verbindet als Hauptverkehrsschlagader den Rhein an der Lippemündung (Kreis Wesel) mit dem Dortmund-Ems-Kanal und wichtigen Industriebetrieben im Ruhrgebiet. Rund 20 Mio. Tonnen Güter werden transportiert, u. a. zum Chemiepark Marl (Evonik) und zu verschiedenen Kraftwerken (RWE, Trianel), die das Ruhrgebiet und seine Industrie mit Strom versorgen. Eine Verlegung von Gütertransporten auf dem wenige Kilometer südlich verlaufenden Rhein-Herne-Kanal ist nicht möglich. Auch Verlagerungen auf Schiene und Straße sind zumindest für Kohle und Chemie nicht in ausreichendem Maße praktikabel.

Forderung des BDB: Bund muss Stellen für Planungspersonal aufstocken
Alle Schleusen im nordrhein-westfälischen Kanalnetz sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Seit fast dreißig Jahren wurde sie massiv auf Verschleiß gefahren. Für Sanierungen war über viele Jahre kein Geld da. In der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurde zudem massiv Personal abgebaut. Im aktuellen Bundesverkehrswegeplan wurden nun ausreichend Gelder für die Sanierung von Wasserstraßen-Infrastruktur bereitgestellt, allerdings fehlt in der Verwaltung das Fachplanungspersonal.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Duisburg-Meiderich ist für das westdeutsche Kanalnetz mit 137 Kilometern Wasserstraßen zuständig. „Uns fehlen alleine rund 50 Ingenieure“, so Volker Schlüter, Leiter des WSA. Er schiebt knapp 70 Sanierungsmaßnahmen vor sich her, weil ihm das Personal fehlt.

Dass die Sanierungsprobleme am Wesel-Datteln-Kanal dem Bund bereits seit rund drei Jahrzehnten bekannt sein, räumte auch Hermann Poppen von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) ein. Anstatt zu planen und zu investieren, sei die Infrastruktur einfach „auf Verschleiß“ gefahren worden. Anpassungen an den gewachsenen Schiffsraum hätten trotz mehrfacher Mahnungen nicht stattgefunden. Die Lage sei nun mittlerweile „hoch dramatisch“, so Poppen.

Mangelverwaltung des Bundes geht zu Lasten der Wirtschaft und damit der Kommunen im Ruhrgebiet
Die Planbarkeit und Verlässlichkeit der Güterverkehre stehen für die Wirtschaftsvertreter an oberster Stelle. Jetzt angedachte Provisorien wie so genannte Festmacherdienste wären ein angemessenes, aber kostspieliges Mittel, um zumindest kurzfristig Schleusenvorgänge wieder zu beschleunigen. An 365 Tagen im Jahr über Jahre oder wohlmöglich Jahrzehnte wird es eine teure Lösung. An einer Reparatur des maroden Kanals führt kein Weg vorbei, aber der wird mangels Fachplanungspersonal auf sich warten lassen. Deshalb drängen der BDB in Zusammenschluss mit der Industrie und den Reedereien darauf, dass die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung in Berlin dem WSA Meiderich so schnell wie möglich eine ausreichende Zahl an Ingenieurstellen gewähren und entsprechend in den nächsten Bundeshaushalt einplanen. Die Großindustrie ist auf eine kontinuierliche Versorgung mit Rohstoffen und Produkten angewiesen, damit im Ruhrgebiet nicht im wahrsten Sinne des Wortes „die Lichter ausgehen“. Eine Verlagerung der Gütermengen auf Lkw würde das bereits heute hoch belastete Straßennetz im Ruhrgebiet zum Kollabieren bringen.

Über den BDB e.V.

Schulschiff Rhein im Stadthafen Homberg. Foto: Petra Grünendahl.

Der 1974 gegründete Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) vertritt die gemeinsamen gewerblichen Interessen der Unternehmer in der Güter- sowie der Fahrgastschifffahrt gegenüber Politik, Verwaltung und sonstigen Institutionen. Mitglieder des BDB sind deshalb Partikuliere, Reedereien und Genossenschaften. Auch Fördermitglieder unterstützen die Arbeit des BDB. Der Verband mit Sitz in Duisburg und Repräsentanz in Berlin bezieht Stellung zu verkehrspolitischen Fragen und bringt sich aktiv in die Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein. Seit der Fusion mit dem Arbeitgeberverband (AdB) im Jahr 2013 vertritt der BDB auch die Belange der Verbandsmitglieder in arbeits-, tarif- und sozialrechtlichen sowie personal-, sozial- und bildungspolitischen Angelegenheiten und ist Tarifvertragspartner der Gewerkschaft Verdi. Der BDB betreibt das in Duisburg vor Anker liegende Schulschiff „Rhein“ – eine europaweit einzigartige Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtung für das Binnenschifffahrtsgewerbe.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Rhenus Duisburg /BDB (1)

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Oldtimer: Techno Classica 2018 in Essen gestartet

Automobile Träume locken bis Sonntag auf die Essener Messe
Von Petra Grünendahl

Automobile Klassiker und Traumfahrzeuge locken wieder zur Techno Classica in die Essener Messehallen. Hier unser fotografischer Streifzug:

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Impressionen von der Techno Classica 2018.
Fotos: Petra Grünendahl

Treffpunkt für Kenner und Fans
Noch bis Sonntag, 25. März 2018, ist die Techno Classica in den Hallen der Messe Essen geöffnet: Täglich von 9 bis 18 Uhr (Freitag sogar bis 19 Uhr). Der Eintrittspreis beträgt 25 Euro, ermäßigt 20 Euro, Kinder bis 14 Jahren 12,50 Euro. Eine Familienkarte (mit 3 Kindern bis 14 Jahre) gibt es für 65 Euro. Im Online-Vorverkauf sind die Tickets günstiger. Weitere Informationen gibt es hier: Die größte Klassiker-Messe der Welt …

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein

Warum Unternehmen auf Markenbotschafter setzten sollten
Von Petra Grünendahl

Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann sprach beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein über Markenbotschafter. Foto: Petra Grünendahl.

Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann sprach beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein über Markenbotschafter. Links im Bild: Andreas Ocklenburg, geschäftsführedner Vorstand des Marketing-Clubs. Foto: Petra Grünendahl.


„Die besten Markenbotschafter stehen schon auf Ihrer Gehaltsliste“, räumte Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann mit dem Vorurteil auf, dass „Influencer“, die Unternehmen, Marken oder Produkten ein Gesicht in der Öffentlichkeit geben, immer hoch bezahlte „Stars“ sein müssen. Die besten Markenbotschafter seien die eigenen Mitarbeiter, so Hoffmann. Denn wer kann besser für ein Produkt oder eine Marke sprechen als die, die sie herstellen und mit Leben füllen. Das kann aber auch negativ sein: Wenn nämlich die Unternehmensführung Mitarbeitern gegenüber keine Wertschätzung zeigt, ihnen nicht vertraut – oder sie schlicht und einfach bei Entscheidungen zur Unternehmenszukunft nicht „mitnimmt“ und sie entsprechend ihre Unzufriedenheit kommunizieren. Mitarbeiter repräsentieren ihr Unternehmen, ob sie wollen oder nicht!
 
 

Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann und Andreas Ocklenburg, geschäftsführedner Vorstand des Marketing-Clubs. Foto: Petra Grünendahl.

Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hoffmann sprach beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein über Markenbotschafter. Links im Bild: Andreas Ocklenburg, geschäftsführedner Vorstand des Marketing-Clubs. Foto: Petra Grünendahl.

Mit Dr. Kerstin Hoffmann hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein eine Expertin für die Kommunikation auf allen digitalen Kanälen gewinnen können. Beim Monatstreffen gab sie den Marketing- und Kommunikationsfachleuten im Intercity Hotel am Hauptbahnhof wertvolle Tipps und Anregungen für ihre Arbeit. „Nachrichten, die keine Leser finden, sind nicht wichtig: Sie müssen wahrgenommen werden, um relevant zu sein“, so Hoffmann. Besonders gut wahrgenommen würden Nachrichten, die von „Dritten“ kommen, nicht direkt vom Unternehmen selber. „Mitarbeiter sind längst da, wo die Kunden sind: Im Internet, bei Facebook und anderen sozialen Medien“, zählte Hoffmann auf. Sie zeigte die Vorteile für Unternehmen und Mitarbeiter auf und welche Unternehmenskultur nötig ist, solche Strategien erfolgreich einsetzen zu können. Denn: auch geschlossene digitale Räume wie Gruppen bei Facebook oder Whatsapp sind potenziell öffentlich, wenn andere Gruppenmitglieder Inhalte nach außen tragen. „Stark hierarchische Strukturen sind nicht zukunftsfähig. Wertschätzung, Transparenz und Moral lohnen sich“, schloss Hoffmann. Die Kommunikationstrainerin garnierte ihren Vortrag mit vielen interessanten Beispielen aus der Praxis.
 
 
 
Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Initiatoren des Masterplans Wirtschaft ziehen erste Bilanz: Viel in Bewegung gesetzt

Impulse für Veränderung: Mehr Wachstum und mehr Beschäftigung als Zielvorgabe
Von Petra Grünendahl

Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft im Unternehmververband. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir sind zwar noch längst nicht am Ziel, aber die Richtung stimmt!“, erklärte Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft des Unternehmerverbandes mit Sitz in Buchholz. Der Unternehmerverband hatte zusammen mit der Niederrheinischen IHK als Vertreter der lokalen und regionalen Wirtschaft zum Dialog über einen Masterplan Wirtschaft eingeladen. Dem waren Politik und Verwaltung unter der Führung von Oberbürgermeister Sören Link vor über drei Jahren gefolgt. „Nichts macht das deutlicher als das neu geschaffene Wirtschaftsdezernat“, so Lison. Dem neuen Wirtschaftsdezernenten wurde auch das Bauordnungsamt zugeordnet, welches für die Genehmigung von Bauanträgen verantwortlich zeichnet. Bürokratische Hürden sollen abgebaut werden und pragmatischer entschieden werden, sicherte OB Link zu. Der Dialog ermögliche den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus. Die dringend benötigten Gewerbeflächen werden mittlerweile in größerem Umfang durch entsprechende Flächennutzungspläne verfügbar. Das soll auch für mehr Beschäftigung in der Stadt sorgen.

Die Initiatoren zogen eine erste Zwischenbilanz des Masterplans Wirtschaft (v. l.): IHK-Präsident Burkhard Landers, Oberbürgermeister Sören Link und Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft im Unternehmververband. Foto: Petra Grünendahl.

Ein gutes Jahr nach Vorstellung des Masterplans Wirtschaft für Duisburg zogen die Initiatoren eine erste Bilanz. Inwieweit den Akteuren bislang gelungen ist, Vorstellungen und Forderungen aus dem Masterplan umzusetzen oder anzustoßen, verrieten Oberbürgermeister Sören Link, der Sprecher der regionalen Wirtschaft, Heinz Lison, und IHK-Präsident Burkhard Landers im Pressegespräch. Mit insgesamt 62 Projekten und Empfehlungen hatte der Masterplan dem Standort Wachstumsimpulse geben wollen, die Duisburg dringend braucht. Wichtige Projekte des Masterplans sind entweder bereits umgesetzt oder konnten begonnen werden.

“Wirtschaft für Duisburg“ – eine Liebeserklärung

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Mit dem Hafen, der Industrie und der Uni haben wir hier Pfunde, mit denen wir wuchern können: „Wir haben im letzten Jahr eine ganze Menge angeschoben“, sagte Oberbürgermeister Sören Link. Der neu gegründete Unternehmerverband Wirtschaft für Duisburg mit dem Vorsitzenden Alexander Kranki soll das Engagement der Wirtschaft und die Kommunikation mit Stadtspitze verstetigen und lenken. „Und ‚Wirtschaft für Duisburg’ ist doch eine regelrechte Liebeserklärung“, so Lison über das – ehrenamtliche – Engagement von Unternehmern und Unternehmern im neuen Unternehmerverband.

Unterstützt würden die Bemühungen aktuell von einer guten Konjunktur, so IHK-Präsident Landers: Die Folge sei mehr Beschäftigung und eine große Nachfrage nach Flächen für Gewerbe und Wohnen in unserer Stadt. Dazu zählt zum Beispiel die Errichtung des neuen „Campus Wedau“, auf dem die Universität Duisburg-Essen (UDE) und Unternehmen künftig vernetzt arbeiten sollen. Rund 30 Hektar des zu erschließenden Areals sind für Gewerbe vorgesehen, 60 Hektar für Wohnbebauung.

Gutes Image zieht auch Unternehmen

IHK-Präsident Burkhard Landers. Foto: Petra Grünendahl.

„Über Duisburg wird nicht nur in China gut gesprochen, sondern auch in Deutschland“, führte Heinz Lison an. Rund 100 chinesischen Unternehmen mit Sitz in Duisburg seien schon Mitglied der Niederrheinschen IHK, bestätigte Burkhard Landers. Überwiegend seien dies Handels- oder Marketingunternehmen, aber auch drei produzierende Betriebe. Zudem siedeln sich in unmittelbarer Nachbarschaft unserer Stadt wie Krefeld oder Düsseldorf chinesischen Unternehmen an: Auch davon profitiere Duisburg, so Landers.

Die seit langem von der Wirtschaft geforderte Senkung von Gewerbe- und Grundsteuern könnte OB Link noch nicht in Aussicht stellen, allerdings. „Ich will keine weiteren Erhöhungen. Und wenn wir Spielraum haben – den der Haushaltssicherungsplan aktuell noch nicht zulässt –, dann senken wir die Abgaben.“ Der vierte ausgeglichene Haushalt in Folge sei ein ermutigendes Zeichen für die Konsolidierung der Stadtfinanzen.

Der Wirtschaftsdezernent werde, so versprach der OB, nicht nur „bloßer“ Ansprechpartner für die Wirtschaft sein, sondern solle Impulse für Entwicklung setzen. Einige der geplanten Initiativen würden auch die Bürger sehr bald für ihre eigenen Belange zu spüren bekommen: Die erhöhten Anstrengungen im Breitbandausbau sprach Link hier ebenso an wie eine konsequentere Digitalisierung der Verwaltung, von der mit vereinfachten Antrags- und Verwaltungsprozessen letztendlich auch Duisburgs Bürger profitieren.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Ratssitzung in Duisburg: Neue Dezernenten mit großer Mehrheit gewählt

Alkoholverbot verlängert, teure Absicherung der Fußgängerzone und keine Chance für neue Baumschutzsatzung
Von Petra Grünendahl

Gleich drei neue Dezernenten wählte der Rat der Stadt Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Kurz und schmerzlos über die Bühne brachte der Rat der Stadt Duisburg die Wahl von drei neuen Dezernenten. Mit ihrer großen Mehrheit kriegten SPD und CDU alle Kandidaten mit ganz wenigen Gegenstimmen oder Enthaltungen durch. Für die frei gewordenen Dezernentenstellen von Reinhold Spaniel (Soziales) und Dr. Daniela Lesmeister (Recht), die beide umstrukturiert wurden, sowie das neu geschaffene Wirtschaftsdezernat hatte Oberbürgermeister Sören Link drei Kandidaten vorgeschlagen. Vom Rat bestätigt ist der Verwaltungsvorstand mit Paul Bischof, Martin Murrack und Andree Haack in absehbarer Zeit wieder komplett.

Die neuen Dezernenten (v. l.): Andree Haack, Martin Murrack und Paul Bischof.
Foto: Uwe Köppen / Stadt Duisburg.

Wie angesichts der relativ kurzen Tagesordnung (67 öffentliche TOP, 10 nichtöffentliche) zu erwarten war, arbeite der Stadtrat in seiner ersten Sitzung in diesem Jahr diese routinemäßig zügig ab. Mit einer großen Koalition aus SPD und CDU konnten man die Ergebnisse der einzelnen Abstimmungen vorhersagen. Verabschiedet wurde unter anderem die Verlängerung des Alkoholverbots in der Innenstadt bis 2021. Dies gilt allerdings nicht Stadtfesten oder ähnlichen Veranstaltungen, bei denen wiederum der Alkoholkonsum natürlich auch in der Fußgängerzone erlaubt ist. Wobei das Verbot das Problem nur verdrängt, aber nicht löst, wie Ratsleute einräumten. Durchgewinkt hat der Rat einen Etat von 2,5 Mio. Euro zur Absicherung der Innenstadt-Fußgängerzone mit festen Pollern, für die im November noch rund 700.000 Euro für ausreichend gehalten worden wareb. Ob die Wassercontainer dann wohl bei Stadtteilveranstaltungen zum Einsatz kommen, die bislang keinerlei Sicherung erfahren? Den Versuch von Grünen und Linken, eine neue Diskussion zu einer Baumschutzsatzung anzustoßen, lehnte erwartungsgemäß eine Ratsmehrheit ab.

Die neuen Dezernenten

Die neuen Dezernenten (v. l.): Andree Haack, Martin Murrack und Paul Bischof. Foto: Uwe Köppen / Stadt Duisburg.

Dezernent für Sicherheit und Recht (Dezernat II) wird Paul Bischof (53). Der Volljurist ist derzeit noch als Ordnungs- und Organisationsdezernent in Herford tätig. Er freue sich schon darauf, nach seinem Amtsantritt in Duisburg hierher zu ziehen und sei sehr zuversichtlich, für sich und seine Familie etwas Passendes zu finden, erklärte er in seiner Dankesrede. Martin Murrack (40) führt künftig das neu zugeschnittene Dezernat für Personal, Organisation, Digitalisierung und bezirkliche Angelegenheiten (Dezernat IV). Er war zuletzt Abteilungsleiter in der Düsseldorfer Staatskanzlei und als Prokurist bei der NRW.Bank tätig. Er könne es kaum erwarten, hier anfangen zu dürfen, freute sich Murrack in seiner Dankesrede. Völlig neu geschaffen wurde das Wirtschaftsdezernat (Dezernat VII), für das der Rat Andree Haack wählte. Der Diplom-Ingenieur arbeitet bisher für die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein in Krefeld. Er freue sich, wieder in seiner Heimatstadt tätig werden zu können, so Haack. Über den Zeitpunkt des Dienstantritts wird je nach bisheriger Verpflichtung individuell entschieden.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Uwe Köppen (1)

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Deutsche Oper am Rhein: Donizettis „Don Pasquale“ begeisterte bei der Premiere im Theater Duisburg

Auf Freiersfüßen: Alter schütz vor Torheit nicht
Von Petra Grünendahl

Hält seinen Neffen für einen Nichtsnutz: Günes Gürle (Don Pasquale), Ibrahim Yesilay (Ernesto). Foto: Hans Jörg Michel.

Weil er seinen Neffen Ernesto (Ibrahim Yesilay) für einen Nichtsnutz hält, will der sichtlich alternde Don Pasquale (Günes Gürle) diesen enterben und selber heiraten. Seinen Hausarzt Doktor Malatesta (Richard Sveda) hat er beauftragt, ihm eine junge Braut zu suchen. Ernesto, den sein Onkel mit einer reichen Frau verheiraten wollte, hatte dies abgelehnt, liebt er doch Norina (Koloratursopran Lavinia Dames), die Muse der neuen Künstlerszene. Enterbt sieht er sich um die Möglichkeit gebracht, diese heiraten zu können, ist doch die Norina ebenso mittellos wie Ernesto. Malatesta hat einen Plan: Er stellt Pasquale als Braut seine Schwester Sofronia vor, die er schwärmerisch lobt – und die sich als Ernestos Auserwählte herausstellt. Die beiden jungen Leute werden eingeweiht und wollen dem alternden Tor auf Freiersfüßen eine Lektion erteilen.

Preist seine vermeintliche Schwester als Braut an: Richard Šveda (Doktor Malatesta), Günes Gürle (Don Pasquale), Lavinia Dames (Norina). Foto: Hans Jörg Michel.

Die Oper „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti (1797–1848) feierte in der Inszenierung von Rolando Villazón eine begeistert aufgenommene Premiere im Theater Duisburg. Der mexikanische Tenor und Opernregisseur hatte die Geschichte in der Zeit von Hippies, Blumenkindern und Pop Art angesiedelt, was dieser späten Opera buffa gar nicht schlecht zu Gesicht steht. Komponist Donizetti habe sich sehr massiv ins Libretto einmischt, erzählte Hella Bartnig, Dramaturgin an der Deutschen Oper am Rhein, in der Einführung. Mit der Folge, dass sein Librettist Giovanni Domenico Ruffini zur Uraufführung in Paris gar nicht als Texter habe genannt werden wollen. Der überlange Dreiakter (2 ¾ Stunden, eine Pause) ist eine Koproduktion mit der Volksoper Wien und wird in italienischer Sprache gesungen. Deutsche Übertitel erleichtert das Verständnis der Handlung.

Demütigt Don Pasquale und macht ihm das Leben zur Hölle: Günes Gürle (Don Pasquale), Lavinia Dames (Norina). Foto: Hans Jörg Michel.

Die liebreizende Sofronia, mit der ihn ein angeblicher „Notar“ (Daniel Djambazian) vermählt, entpuppt sich schnell als verschwenderische Zicke. Die junge Frau demütigt ihren alten „Ehemann“, schmeißt seinen ganzen „alten Meister“ raus und kauft „neue Kunst“. Da rät ihm sein Arzt und nun vermeintlicher Schwager, Ernesto zu erlauben, seine Norina zu heiraten. Sofronia würde eher freiwillig das Haus verlassen, als eine zweite (und dann Ernstos) Frau neben sich zu dulden. Die List gelingt, Don Pasquale kommt zur Vernunft und Ernesto kann seine Norina heiraten, war doch die Ehe mit Don Pasquale nicth echt. Pasquale erkennt, dass er an der Nase herumgeführt wurde und gibt den beiden seinen Segen. Das Happy End stammt nicht ganz von Donizetti und Ruffini, sondern von Regisseur Villazón: Auch Don Pasquale findet schließlich sein Glück.

Zu Recht begeistertes Publikum

Happy End für das junge Paar, aber auch für Don Pasquale und den Kunsträuber: Richard Šveda (Doktor Malatesta), Lavinia Dames (Norina), Ibrahim Yesilay (Ernesto), Susanne Preissler (Kunst¬räuber), Günes Gürle (Don Pasquale), Chor und Statisten der Deutschen Oper am Rhein. Foto: Hans Jörg Michel.

Nicht nur gesanglich, sondern auch schauspielerisch überzeugten die Sänger in dieser fantastischen Aufführung. So spielte Bassbariton Günes Gürle (Don Pasquale) als alternder Tor auf Freiersfüßen seine Vielseitigkeit aus. Koloratursopran Lavinia Dames (Norina) beeindruckte mit ihrem unglaublichen Tonumfang, wenn sie scheinbar mühelos die Tonleiter hoch und runter intoniert. Unterstützt wurden die Ensemble-Sänger vom Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Gerhard Michalski. Glänzend aufgelegt zeigten sich auch die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Gastdirigent David Crescenzi. Für die wandlungsfähige Bühnengestaltung zeichnet Johannes Leiacker verantwortlich, ins rechte Licht gerückt von Davy Cunningham. Die Kostüme entwarf Thibault Vancraenenbroeck.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Die „brave Schwester“ umgarnt den alternden Don Pasquale: Günes Gürle (Don Pasquale), Lavinia Dames (Norina). Foto: Hans Jörg Michel.

Rät Don Pasquale, Ernesto seine Norina heiraten zu lassen: Richard Šveda (Doktor Malatesta), Günes Gürle (Don Pasquale). Foto: Hans Jörg Michel.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Di | 27. Dezember 2018 | 19:30 Uhr,
So | 27. Mai 2018 | 18:30 Uhr und
Sa | 2. Juni 2018 | 19:30 Uhr.
Gespielt wird „Don Pasquale“ außerdem im Opernhaus Düsseldorf am 5. und 14. April, 13. Mai und 1. Juli 2018.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 18,10 und 62,80 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Prinzenfrühstück in Duisburg: Oberbürgermeister Sören Link übergibt Schüsselgewalt an Prinz Udo I.

Jecken übernahmen für einen Tag die Macht im Rathaus
Von Petra Grünendahl

Während die ersten Truppen der Ehrengarde der Stadt Duisburg „Blau Weiss“ 1929 e.V. anmarschierten, hatten sich die Uniformierten der KG Rote Funken e.V. zur Verteidigung des Rathauses aufgestellt. Erst als Prinz Udo I. und das Kinderprinzenpaar Kevin II. und Gina I. zur Verstärkung kamen, gelang den Blau-Weißen der Durchbruch. Oberbürgermeister Sören Link und die Bürgermeister-Riege – Erkan Kocalar, Volker Mosblech und Manfred Osenger – waren passend zum Sessionsmotto „Duisburgs Karneval besuchen, ist wie tierisch guten Urlaub buchen“ in Hawaiihemden gekleidet. Nach dem Einzug der Bürgermeister und der Prinzencrews unternahm der OB mit seiner Büttenrede einen letzten Versuch, das Zepter, oder vielmehr: den Schlüssel zum Rathaus in der Hand zu behalten. Es half ihm nicht: Schließlich musste er sich der Übermacht ergeben, übergab Kapitulationsurkunde und Schlüssel an Prinz Udo I., bevor im Ratssaal beim Prinzenfrühstück die jecke Post abging.

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Impressionen vom Rathaussturm und Prineznfrühstück. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Büttenrede des Oberbürgermeisters:
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Ausgelassene Stimmung in Hamborn: 56. Niederrheinischer Kinderkarnevalszug

Von Petra Grünendahl
Der Wettergott hatte ein Einsehen mit den Jecken: Es regnete kaum noch, als der närrische Lindwurm am Hamborner Altmarkt loszog Richtung Marxloh. Zum 56. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug, dem nach Angaben der Veranstalter größten Zug seiner Art in Europa, zogen 24 Motivwagen mit zahlreichen Fußgruppen und Kapellen durch die Straßen im Duisburger Norden, vorbei an Tausenden großen und kleinen Jecken, die ausgelassen feierten. Angeführt wurde der Zug vom „Kinderwagen“ der „1. Große Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh“ 1958 e.V., die den jecken Nachwuchszug für den HDK (Hauptausschuss Duisburger Karneval) organisiert und veranstaltet. Den Abschluss bot wie immer der Wagen des Kinderprinzenpaares der Stadt Duisburg, Kevin II. und Gina I., die mit ihrem „eigenen“ Zug hier ihren großen Tag begingen.

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Impressionen vom 56. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Mit dabei war ein Wagen der Blumenkönigin von Teneriffa, deren offizieller Titel eigentlich „Internationale Karnevalskönigin“ lautet. Die Teneferios sind alle zwei Jahre mit einer Abordnung mit dabei und das mittlerweile zum 27. Mal. Vor 52 Jahren war die Idee von einem Duisburger Landtagsabgeordneten geboren worden, die Delegation aus Puerta de la Cruz, die zu den Zügen in Düsseldorf (Rosenmontag) und Mönchengladbach (Veilchendienstag) anreist, am Tulpensonntag in Hamborn auf den Zug einzuladen. Eine Tradition, die seitdem Bestand hat. Ausklingen ließ die KG Rot-Weiß Hamborn-Marxloh den jecken Sonntag in der Sparkassen-Filiale an der Weseler Straße, wo mit geladenen Gästen das Kinderprinzenpaar ebenso wie Prinz Udo I. weiter jecke Stimmung machten und sich von ihrem Verein (alle entstammen den Hamborn-Marxloher Jecken) gebührend feiern ließen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl

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Ballett am Rhein zeigte Martin Schläpfers Ballettabend b.34 im Theater Duisburg

Vom Dasein, vom Geist der Rose und vom tanzenden Tod
Von Petra Grünendahl

Martin Schläpfers „Appenzellertänze“: Marcos Menha, Marlúcia do Amaral. Foto: Gert Weigelt.

Vom Almauftrieb (Ensemble) über das sich nach Liebe sehenden Mädel in der Stube (Marlúcia do Amaral mit Marcos Menha) bis hin zum Jungen (Pedro Maricato), der seine Kuh liebt, hat Martin Schläpfer mit liebevoll kritisch-distanziertem Blick eine Hommage an seine Heimat, den Appenzell (Schweiz), auf die Bühne gebracht: die Appenzellertänze. Unterlegt hat er seine Choreographie in sieben Szenen, die er schon 2000 für seine damalige Kompanie, das ballettmainz, geschrieben hat, mit Streichmusik, Zäuerli (eine Naturjodel-Variante aus dem Appenzell), Kuhglocken und Originalaufnahmen aus dem Appenzell: Eine Toncollage, die Schläpfer selber zusammengestellt hat. Getanzte Szenen aus dem Alltag, die selbst dort heiter wirken, wo sie eher traurig machen.

Martin Schläpfers „Appenzellertänze“: Pedro Maricato. Foto: Gert Weigelt.

Mit „b.34“ hat jüngst der jüngste Ballettabend von Chefchoreograph Martin Schläpfer, künstlerischer Direktor des Ballett am Rhein, seine Premiere im Theater Duisburg gefeiert. Begeistert zeigte sich das Publikum der Folgevorstellung im trotz Wochentag gut besuchten Theater. Neben seiner eigenen Choreographie hat Schläpfer zwei weitere Stücke mit kleinen Handlungssträngen ausgewählt, den Abend mit hochklassigen Tanzdarbietungen seiner mehrfach preisgekrönten Kompanie zu bestreiten: Marco Goerckes „Le Spectre de la Rose“ und Kurt Jooss’ „Der grüne Tisch“. Ein begeistertes Publikum spendete den Akteuren auf der Bühne reichlich Applaus nicht nur nach jedem der drei Stücke des gut zweieinhalbstündigen Ballettabends (inklusive zwei Pausen, die für Umbauten auf der Bühne nötig waren).

Episoden mit Handlungsballett

Marco Goeckes “Le Spectre de la Rose”:Mariana Dias, Bruno Narnhammer. Foto: Gert Weigelt.

Nach Liebe und Leben im Appenzell servierte das Ballett am Rhein mit „Le Spectre de la Rose“ eine Choreographie von Marco Goecke. Ein Mädchen (Mariana Dias) kommt heim, mit einer Rose in der Hand und träumt vom Geist dieser Rose. Im Schlaf tanzt dieser Geist (Bruno Narnhammer) mit ihr – und verschwindet, bevor sie erwacht. Goecke interpretierte und erweiterte hier eine Choreographie von 1911 (von Mikhail Fokine) zu „Aufforderung zum Tanz“ und zur Ouvertüre „Der Beherrscher der Geister“ von Carl Maria von Weber. Geschrieben hat Goecke sie für das Ballett Monte Carlo, uraufgeführt wurde das Stück 2009.

Kurt Jooss’ „Der Grüne Tisch“ Chidozie Nzerem (Der Tod), Marlúcia do Amaral (Das junge Mädchen). Foto: Gert Weigelt.

Das Finale schließlich, Kurt Jooss’ Choreographie „Der grüne Tisch“ nach Musik von Fritz A. Cohen, ist ein Totentanz in acht Bildern, die sich immer um den Tod (Chidozie Nzerem) herum drehen. Die schwarzen Herren am grünen Tisch haben die Karten des Schicksals in der Hand, dass die Menschen dem Tod nicht entkommen können und ihm tanzend folgen müssen. Und nachdem der Tod sie zu sich geholt hat, kommen die schwarzen Herren wieder zusammen und handeln ihr Spiel um den Tod neu aus. Begleitet wurden die Tänzer des Ensembles von Christian Grifa und Wolfgang Wiechert.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Martin Schläpfer: Appenzellertänze


Marco Goeckes „Le Spectre de la Rose


Schläpfer, Goecke, Jooss

Weitere Termine im Theater Duisburg:

Kurt Jooss’ „Der Grüne Tisch“: Ensemble (Die schwarzen Herren). Foto: Gert Weigelt.

Marco Goeckes “Le Spectre de la Rose”: Mariana Dias. Foto: Gert Weigelt.

Fr | 9. Februar 2018 | 19:30 Uhr,
Sa | 24. Februar 2018 | 19:30 Uhr,
Do | 1. März 2018 | 19:30 Uhr,
Sa | 24. März 2018 | 19:30 Uhr und
Fr | 6. April 2018 | 19:30 Uhr.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 16,10 und 56,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Gert Weigelt, Köln / Deutsche Oper am Rhein

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Kongress der Niederheinischen IHK in der Mercatorhalle Duisburg: Logistik digital – Zwischen Vision und Praxis

Innovationen in digitaler Welt schaffen neue Möglichkeiten in Handel und Logistik
Von Petra Grünendahl

Gisbert Rühl (Klöckner & Co. SE) beim Logistik-Kongress der Niederrheinischen IHK in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir mussten erst lernen, aus unserer Box heraus zu blicken“, erklärte Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Duisburger Stahlhändlers Klöckner. Die Entwicklung digitaler Strategien hat er nach Berlin verlagert, als es in Duisburg noch nicht die entsprechenden fachlichen Ressourcen gab. „Unser Digital Hub agiert unabhängig von uns, hat eine größere Selbstständigkeit“, so Rühl. Das sei nötig, denn digitale Innovationen seinen immer mit einer Disruption im Unternehmen verbunden – umso mehr, wenn es sich um ein Traditionsunternehmen wie Klöckner handle, das vor über 100 Jahren (1906) gegründet worden sei. Mit einer digitalen Plattform für den Stahlhandel will Rühl sein Unternehmen zukunftssicher aufstellen. „Gisbert Rühl hat als einer der Ersten den digitalen Stahlhandel voran getrieben“, berichtet Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG, in seiner Begrüßung.

Afu dem Podium beim Logistik-Kongress der Niederrheinischen IHK in der Mercatorhalle (v. l.): Prof. Dr. Michael ten Hompel, Christian Bockelt, Erich Staake und Bernd Gschaider. Foto: Petra Grünendahl.

Schlankere Prozesse, digital gesteuerte Lieferketten und technisch gut qualifizierte Mitarbeiter sind erst der Anfang auf dem Weg zur Logistik von morgen. Deutlich machten das die Praxisbeispiele von Amazon, Klöckner & Co und Duisport beim Kongress „Logistik digital“, zu dem die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) in die Duisburger Mercatorhalle eingeladen hatte. Unter dem Motto #GemeinsamDigital tauschten sich nahezu 300 Teilnehmer über Technologien wie Blockchain und Big Data Analytics aus ebenso wie über neue Geschäftsmodelle und IT-Sicherheit. Mit Erich Staake (Duisburger Hafen AG), Gisbert Rühl (Klöckner & Co. SE), Bernd Gschaider (Amazon Deutschland) und Christian Bockelt (DB Schenker AG), Prof. Dr. Michale ten Hompel (Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML) und dem Blogger Sascha Lobo hatte die Niederrheinische IHK ein hochklassiges Podium versammelt, sich über die Potenziale von Digitalisierung von Logistik mit dem Publikum auszutauschen.

In Gesprächen mit dem Publikum

Bernd Gschaider (Amazon Deutschland) beim Logistik-Kongress der Niederrheinischen IHK in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche unter den Teilnehmern zeigten: Die Logistikregion Niederrhein geht beim digitalen Wandel mit. Zahlreiche Logistiker des Standorts sind bereits dabei, die neuen technologischen Möglichkeiten in die Praxis umzusetzen: So baut etwa der Duisburger Logistiker Imperial eine komplett digitale Kundenplattform auf und entwickelt in seinem Berliner Supply Chain Lab innerhalb von wenigen Tagen Prototypen und innerhalb weniger Wochen marktfertige Lösungen für Kundenbedürfnisse. IHK-Präsident Burkhard Landers rief die Unternehmen in seiner Begrüßung dazu auf, weiter voranzugehen: „Die Digitalisierung ist die zentrale Herausforderung für uns alle. Als Logistikstandort Nummer eins müssen wir Vorreiter sein und neuen Konzepten offen begegnen.“

Vernetzung im Fokus moderner Mobilitätspolitik

Erich Staake (Duisburger Hafen AG) und die Niederrheinsche IHK konnten rund 300 Teilnehmer beim Logistik-Kongress der Niederrheinischen IHK in der Mercatorhalle begrüßen. Foto: Petra Grünendahl.

Nahezu 300 Teilnehmer aus ganz NRW und darüber hinaus diskutierten mit den prominenten Rednern von Amazon, Klöckner & Co, Imperial, Freighthub, Saloodo, DB Schenker und vielen weiteren bis hin zu Blogger Sascha Lobo. Die Beiträge zeigten eindrücklich: Die nächsten disruptiven Technologien wie Blockchain klopfen bereits an die Tür. Wie sich Politik und Verwaltung auf die Digitalisierung einstellen, machte Ehrengast Hendrik Wüst, Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, deutlich: „Wir wollen NRW zur Modellregion für Mobilität 4.0 entwickeln. Die Potentiale der Digitalisierung müssen wir nutzen, um etwa das Funktionieren der Logistikketten zu optimieren. Moderne Mobilitätspolitik kümmert sich um Fragen der Vernetzung. Wir wollen neue Mobilitätskonzepte entwickeln, um Sie, die Akteure vor Ort, bei Ihren Herausforderungen zu unterstützen.“

Christian Bockelt (DB Schenker) beim Logistik-Kongress der Niederrheinischen IHK in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Auch für Erich Staake, Chef von Europas größtem Binnenhafen, ist die Digitalisierung das Thema des Wirtschaftsstandorts: „Die Logistik ist heute und zukünftig herausgefordert, mit der Industrie gemeinsam als Treiber der Digitalisierung aufzutreten.“ Der Duisburger Hafen gestaltet den digitalen Wandel mit: Im kürzlich eröffneten Gründerlabor „startport“ können junge Startups Ideen für die Logistik der Zukunft entwickeln – am Pulsschlag der Logistikbranche mitten in Duisburg. Dabei unterstützen neben dem Hafen auch weitere Netzwerkpartner wie Evonik und Klöckner.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Preisverleihung des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage im Jüdischen Gemeindezentrum

Interkulturelles Fußballturnier des Fanprojekt Duisburg e. V. schafft nachhaltig Begegnungen
Von Petra Grünendahl

Preisverleihung in Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde im Innenhafen (v. l.): MSV-Präsident Ingo Wald, Rainer Bischoff (MdL), Staatssekretär Andreas Bothe, Andreas Scholz (Leiter des Fanprojekt Duisburg e. V.), Bündnis-Sprecher Superintendent Armin Schneider, Femke Raskopf (Fanprojekt Duisburg e. V.), Angelika Wagner (Geschäftsführerin des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage), Dimitrij Yegudin (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde) und Bürgermeister Volker Mosblech. Foto: Petra Grünendahl.

Wenn Menschen Angst vor gesellschaftlichen Veränderungen hätten, müsse man dem mit Bildung, Aufklärung und interkulturellen Begegnungen begegnen, waren sich die Redner des Abends – Gemeinde-Vorstand Dimitrij Yegudin, Superintendent Armin Schneider, Bürgermeister Volker Mosblech und NRW-Staatssekretär Andreas Bothe – einig. Das Interkulturelle Fußballturnier, welches das Fanprojekt Duisburg e. V. neben anderen wichtigen Arbeiten zu Toleranz und Antidiskriminierung im vergangenen Jahr zum zweiten Mal durchführten, erfüllt dieses Anliegen, durch Begegnungen Verständnis zu schaffen, war die Ansicht der Jury, die den diesjährigen Preisträger auswählte. Das Turnier mit Mannschaften von MSV-Fanclubs, Jugendzentren und Mannschaften aus geflüchteten Menschen, die in Duisburg leben, wird 2018 zum dritten Mal stattfinden. Staatssekretär Bothe lobte das herausragende Engagement für das Turnier als gelungenes Beispiel, welches zu einem verständnisvollen und von gegenseitigem Respekt getragenen Zusammenleben beitrage.

Nahmen den Preis für das Fanprojekt Duisburg e. V. in Empfang: Andreas Scholz (Projektleiter) und Femke Raskopf. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell verleiht das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage seinen Preis am Holocaust-Gedenktag im Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Bereits zum 17. Mal ging dieser Preis an Menschen oder Organisationen, die sich in der Zivilgesellschaft Toleranz leben, Zivilcourage zeigen und sich für Integration und eine vielfältige Gesellschaft einsetzen. Eine Jury aus Vertretern verschiedener Bereiche des öffentlichen Lebens entscheidet aus den eingereichten Vorschlägen, die in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt auf ein Integrationsprojekt eingegangen waren.

Verleihung des Preises für Toleranz und Zivilcourage im Jüdischen Gemeindezentrum (v. l.): Armin Schneider, Angelika Wagner, Femke Raskopf, Andreas Scholz und Andreas Bothe. Foto: Petra Grünendahl.

Bündnis-Sprecher Superintendent Armin Schneider und Bündnis-Geschäftsführerin nahmen nach der Laudatio von Andreas Bothe, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, die Ehrung vor: Für das Fanprojekt Duisburg e. V. übernahmen Andreas Scholz (Projektleiter) und Femke Raskopf den Preis in Form einer ausgestreckten Hand sowie einen Pokal für das nächste Turnier. Den musikalischen Rahmen gestalteten wie in früheren Jahren die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es für die geladenen Gäste, zu denen neben Vertretern von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft auch MSV-Präsident Ingo Wald gehörte, noch Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Wirtschaft für Duisburg stellte sich auf dem Neujahrsempfang vor

Wirtschaftsstandort voran bringen: Engagierte Unternehmer suchen Gespräch mit Politik und Verwaltung
Von Petra Grünendahl

Matthias Heidmeier (r.), Geschäftsführer Wirtschaft für Duisburg e. V., beim Neujahrsempfang. Foto: Petra Grünendahl.


„Wir wollen Ansprechpartner für Politik und Verwaltung sein, um die Wirtschaft in Duisburg zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen“, erklärte Matthias Heidmeier, Geschäftsführer des neu gegründeten Vereins Wirtschaft für Duisburg e. V. „Wir wollen das Engagement der Wirtschaft, das im Masterplan angefangen hat, verstetigen“, so Heidmeier. Ein „Mitmachverein“ sei Wirtschaft für Duisburg: Die Initiative der Mitglieder sei gefragt, sich einzubringen und den Standort weiter zu bringen.

Marketing-Club-Präsident Marco Pfotenhauer (l.) und Matthias Heidmeier (r.), Geschäftsführer Wirtschaft für Duisburg e. V., beim Neujahrsempfang. Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte für seinen Neujahrsempfang ins Haus der Unternehmer in Buchholz eingeladen. Matthias Heidmeier ist hauptberuflich Geschäftsführer Kommunikation der Unternehmerverbandsgruppe im Haus der Unternehmer. Er stellte den anwesenden Marketing-Fachleuten die Ziele des Vereins vor, der aus den Arbeitskreisen zum „Masterplan Wirtschaft“ entstanden ist. Im Dezember wurde er gegründet mit Alexander Kranki (Krankikom) als Vorsitzendem, Jutta Stolle (Haniel) und Frank Wittig (Wittig GmbH Schiffsausrüstung) sowie Geschäftsführer Heidmeier im Vorstand. Mit elf Unternehmen gegründet trifft der Verein durchaus auf das Interesse der Duisburger Wirtschaft:

Matthias Heidmeier (r.), Geschäftsführer Wirtschaft für Duisburg e. V., beim Neujahrsempfang. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben schon einige Anfrage auf Mitgliedschaft bekommen“, so Heidmeier – und das nur einen Monat nach Gründung. Am 15. Februar ist ein Themenworkshop im Haus der Unternehmer, dem offiziellen Vereinssitz, geplant, um ein erstes Konzept für die Vereinsarbeit und eine Positionierung zu erarbeiten. Dabei unterstützt der Unternehmerverband den Verein mit seiner Infrastruktur, die Niederrheinische IHK, in der die Duisburger Unternehmen ja alle Mitglied sind, ideell.

 

Hintergrundinformationen

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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DJV Duisburg: Journalisten-Talkshow zum Thema Radio in der Zentralbibliothek

„Warum durften wir nicht mit WDR2 älter werden?“
Von Petra Grünendahl

„Früher haben die Radio-Redakteure eher gemacht, was sie selber interessierte. Heute fragt man: ‚Interessiert es Susanne und Andreas?’, denn wenn es der Zielgruppe nicht gefällt, sinken die Quoten“, plauderte Tom Hegermann aus dem Nähkästchen. Früher moderierte er bei WDR2: Das Programm wurde aber musikalisch immer „mainstreamiger“ (der Computer sucht heute die Musik aus), Wortbeiträge kürzer. Der Zuschnitt wurde auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet: 29 bis 49 Jahre heißt die Zielgruppe, obwohl die Hörerschaft immer noch etwas über die Altersklasse liegt. Journalistisch war das für Hegermann ebenso wie für Uwe Schulz, dem zweiten Podiumsgast und ebenfalls viele Jahre WDR2-Moderator, immer weniger interessant. Beide wechselten zu WDR5, um wieder anspruchsvolleres Radio machen zu können. „Obwohl sie mir noch eine neue Sendung auf WDR2 angeboten haben“, so Schulz. „Man wollte uns nicht mit unserem Sender zusammen älter werden lassen“, bedauerten die beiden Moderatoren. Der Wechsel war die logische Konsequenz.

TalkShow Duisburger Journalisten im Café im Stadtfenster (v. l.): Tom Hegermann, Thomas Münten und Uwe Schulz. Foto: Petra Grünendahl.

Ins Café im Stadtfenster hatte der Presseverein Niederrhein-Ruhr, Ortsverein des DJV (Deutscher Journalisten-Verband) in Duisburg, zu einer Talkshow den Radio-Moderatoren Tom Hegermann und Uwe Schulz eingeladen: Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Münten führte das Gespräch. Hintergründig und kurzweilig gestalteten die erfahrenen Sprecher – auch Moderator Münten hatte Radio gemacht, bevor er zum Fernsehen ging – die Veranstaltung im gut besuchten Bibliothekscafé an der Steinschen Gasse.

Thomas Münten versprach zum Abschluss eine Weiterführung der Veranstaltungsreihe, die als „Journalisten-Treff“ schon früher Publikum ins Lesecafe der alten Stadtbücherei an der Düsseldorfer Straße gezogen hatte. Ein guter Anfang ist gemacht: Publikumsresonanz und Fragen an das Podium zeigten, dass eine solches Veranstaltungsformat Zukunft hat.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 begeisterte Duisburger Karnevalisten bei der Prunksitzung

Wo karnevalistischer Nachwuchs in den Startlöchern steht
Von Petra Grünendahl

Tanzppar Nico und Celina bei der Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Tanzmariechen Lena bei der Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Frisches Blut fließt mittlerweile in den Adern der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953: Mit einen „eigenen“ Tanzpaar und einem Tanzmariechen sogar aktiv auf der Bühne. Als Eisbrecher gingen gleich zu Beginn Nico (14) und Celina (11), das gemeinsame Tanzpaar der KG Blau-Rot (Nico) und der KG Gold-Rot Laar (Celina), auf die Bühne und begeisterten die Karnevalisten im Saal: Eine starke Leistung eines jungen Tanzpaares, welches erst in seiner zweiten Session gemeinsam auf der Bühne steht. In ihrer ersten Session tanzte das Mariechen Lena (15), von der man ebenso wie vom Tanzpaar in Zukunft wohl noch viel hören wird, wenn sie mit der Begeisterung dabei bleibt, mit der sie begonnen hat. Klasse hat sie auf alle Fälle! Auch mit der Showtanzgruppe „Movie Stars“ präsentierte sich eine mitreißende junge Truppe aus Duisburg, die man in unserer Stadt nicht zum letzten Mal auf der Bühne gesehen hat.

Entertainer Drik Elfgen bei der Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Die KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. hatte in die Pausenhalle der Gesamtschule Mitte an der Falkstraße eingeladen. Im nahezu voll besetzten Saal boten sie ein gewohnt bodenständiges Programm mit Akteuren überwiegend aus eigenen Reihen oder von vor Ort. Das war klassischer Saalkarneval vom Feinsten. Mit der KG „Piraten des Südens“ 2012 e. V. präsentierte eine noch junge Duisburger Garde ihren Gardetanz in farbenprächtigen Kostümen und mit Karnevalisten aller Altersklassen, die sich im städtischen Brauchtum ihren Platz erobert hat: Auch hier, mit den Jüngsten, präsentierte sich Karneval der Zukunft. Mit den Ruhrpott-Guggis trat ebenso eine bekannte Größe an wie mit dem Büttenredner Bauer Schulte-Brömmelkamp, der vom Leben auf dem Land und Ehefrau Erna berichtete – und damit viele Lacher auf seiner Seite hatte.

Fast viereinhalb Stunden Programm

Kinderprinzenpaar Kevin II. und Gina I. bei der Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Keine Sitzung ohne Tollitäten: Sowohl das Kinderprinzenpaar Kevin II. und Gina I. in Begleitung ihrer Paginnen Lara und Kiana als auch Prinz Udo I. mit seiner Prinzencrew boten klasse Auftritte. Eine sichere Bank, das Publikum zu begeistern und von den Stühlen zu holen, war auch in diesem Jahr der Sänger und Entertainer Dirk Elfgen. Der Entertainer aus Moers begeisterte mit einem vielfältigen Programm, das vom klassischen (kölschen) Karneval über Udo Jürgen bis hin zu Pop-Rock oder Elvis Presley führte.

Der Show-Act des Elferrates bei der Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Für den traditionellen Show-Act des Elferrates, eines der Highlights des Abends, hatte die Herrenriege der Blau-Roten tief in die Märchensammlung der Gebrüder Grimm gegriffen: Von Rapunzel, Hänsel & Gretel bis hin zu Schneewittchen und den Sieben Zwergen reichten die Rollen, die mit viel Witz auf die Bühne brauchten, dass sich das Publikum vor Lachen bog. Ihre alljährlichen Inszenierungen halten die Herren des Elferrats übrigens sehr geheim. Nicht einmal die Mitglieder der KG wüssten im Vorfeld der Prunksitzung, was läuft, erklärte eine Dame in Uniform, die ganz gespannt auf den Auftritt wartete. Und sichtlich hatten sowohl die Akteure als auch das Publikum Spaß an der gelungenen Aufführung. Für die musikalische Begleitung des Abends sorgte die Kapelle „Concorde“, die nach Abschluss des Programms bis in den frühen Morgen zum Tanz aufspielte.

Damensitzung und Große Kindersitzung

Dä Prinz kütt: Udo I. bei der Prunksitzung der KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Noch zwei Mal lädt die KG Sonniger Süden „Blau-Rot“ 1953 e. V. in dieser Session zum närrischen Treiben in die Gesamtschule Mitte an der Falkstraße: Zur Damensitzung am Samstag, 3. Februar, um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) sowie zur Großen Kindersitzung am Sonntag, 4. Februar, um 13 Uhr (Einlass 12.30 Uhr). Mehr unter http://www.kg-sonniger-sueden.de.
 
© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
 
 

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Impressionen. Fotos: Petra Grünendahl

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Universitätsorchester Duisburg-Essen lädt zum Festkonzert ins Theater Duisburg

Orchesteridylle und Tonmalerei: Akustische Bilderwelten
Von Petra Grünendahl

Märchen, Seelenbilder, Natur- und Bilderwelten können auch in Noten und Klänge gegossen faszinieren. Unter dem Motto „Orchesteridyll und Tonmalerei“ entführt das Orchester akustisch sein Publikum in diese Bilderwelten. Vier Kompositionen hat Orchesterleiter und Dirigent Prof. Oliver Leo Schmidt mit seinem Orchester einstudiert, Besucher des traditionellen Festkonzerts zu verzaubern. Schmidt hat ein Programm zusammen gestellt, welches zwei sehr bekannte Stücke von Tschaikowski und Smetana mit zwei weniger bekannten von Ljadow und Delious kombiniert. Schmidt wählte wie immer anspruchsvolle Stücke aus, die sein Orchester herausfordern. Damit hat sich das Uniorchester zu Recht einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Stellten das Programm für das Festkonzert des Universitätschors Duisburg-Essen vor (v. l.): Prof. Dr. Eberhard Passarge (Musikbeauftragter der UDE), Violinen-Solist Natan Tishin, Dirigent Prof. Oliver Leo Schmidt und Karoline Hoell, Leiterin der Duisburger Kulturbetriebe. Foto: Petra Grünendahl.

Bereits zum zwölften Mal lädt das Universitätsorchester Duisburg-Essen zum Festkonzert ins Theater Duisburg. Der Dirigent stellte zusammen mit dem Musikbeauftragten der Universität Duisburg-Essen (UDE), Prof. Dr. Eberhard Passarge, Karoline Hoell, Leiterin der Kulturbetriebe Duisburg, sowie Solist Natan Tishin das Konzertprogramm vor. Der erst 18-jährigen Violin-Solist stammt aus Israel und studiert seit 2016 in Essen an der Folkwang Universität bei Prof. Boris Garlitsky, von dessen Geigen-Studenten Orchesterleiter Schmidt voll des Lobes ist: „Die Besten kommen von ihm.“ Der junge Geiger, der aus einer Musiker-Familie stammt, gilt als großes Talent und hat schon mehrere Wettbewerbe gewonnen. Viel Erfahrung mit Orchestern hat er noch nicht, aber: „Sein Spiel passte auf Anhieb zu uns“, schwärmte Schmidt. „Unsere Uni hat wenig Wirkung in die Stadt. Mit den Festkonzerten holen wir sie hier in die Stadtmitte“, freute sich die Theater-Chefin.

Universitätsorchester Duisburg-Essen

Das Universitätsorchester der Uni Duisburg-Essen unter der Leitung von Oliver Leo Schmidt beim Festkonzert 2015 im Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Universitätsorchester wurde 1965 an der damaligen Medizinischen Fakultät in Essen gegründet; die Uni-Gesamthochschule Essen und die Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, die sich 2003 zur Universität Duisburg-Essen zusammenschlossen, erst 1972. Das Uniorchester zählt 90 Musiker zwischen 18 und 87 Jahren, die schon lange aus allen möglichen Berufszweigen kommen und nicht mehr unbedingt was mit der Universität zu tun haben oder hatten. „Wir können uns vor Bewerbern kaum retten“, sagt Orchesterleiter und Karajan-Preisträger Prof. Oliver Leo Schmidt, der an der Folkwang Universität der Künste unterrichtet und das Orchester seit 2002 führt. Auf eine professionelle Orchesterführung hatte man schon früh Wert gelegt, obwohl das Orchester nicht aus Berufmusikern, sondern, so Schmidt, aus „sehr begeisterten Amateuren“ besteht. Schmidt kann es sich leisten, aus Bewerbern auszuwählen: „Technische Standards sind notwendig, um das anspruchsvolle Programm zu meistern“, sagt der Dirigent. Ein Anspruch, den sein Orchester erfüllt, zählt es doch heute bundesweit zu den besten seiner Art.
www.uniorchester-duisburg-essen.de

Das Programm:

  • Anatolij Ljadow: „Der verzauberte See“ – ein Märchenbild für Orchester, op. 62 (1908/09)
  • Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Konzert für Violine und Orchester, D-Dur op. 35 (1878)
  • Frederick Delius: „Over The Hills And Far Away“ – Fantasie-Ouvertüre (1893)
  • Bedřich Smetana: „Die Moldau“ aus „Mein Vaterland“ – Sinfonische Dichtung (1874)

Festkonzerte in Duisburg und Essen

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Festkonzert der Universität Duisburg-Essen findet in diesem Rahmen seit 2005 statt, seit 2007 auch in Duisburg. Es feiert seine Premiere im Theater Duisburg am Sonntag, 28. Januar, um 16 Uhr. Das Konzert in der Philharmonie Essen folgt am Sonntag, 4. Februar, um 11 Uhr. Karten gibt es zum Preis von 18 Euro (ermäßigt 7 Euro, eingeschriebene Vollzeit-Studenten der UDE zahlen 1 Euro) in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg, den Duisburger Philharmonikern und der Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“ an der Neckarstraße 1. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Für die Essener Philharmonie gibt es Karten unter Telefon 0201 / 8122-200 oder eMail tickets@theater-essen.de. Zum ausführlichen Programm geht es hier … Mehr zu früheren Festkonzerten des Universitätsorchesters, welches vor zwei Jahren sein 50-jähriges Jubiläum feierte, gibt es hier … oder hier …

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Neujahrsempfang 2018 der IHK in Duisburg: #GemeinsamFürDenNiederrhein

In Netzwerken die Region stärken
Von Petra Grünendahl

IHK-Präsident Burkhard Landers beim IHK-Neujahrsempfang 2018 in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

„Unser Niederrhein punktet mit seiner zentralen Lage in Europa, mit guten Verkehrsanbindungen und mit einem dichten Netz von international ausgerichteten, exzellenten Hochschulen“, zählte IHK-Präsident Burkhard Landers auf. Die Unternehmer der Region übernähmen Verantwortung für die Ausbildungen junger Menschen ebenso wie für die Integration zugewanderter Menschen. Der Masterplan „Wirtschaft für Duisburg“ und der Gründung der Metropolregion Rheinland böten Möglichkeiten, den Wirtschaftsraum voran zu bringen. Der Niederrhein mache sich mit vereinten Kräften auf in die Zukunft, so der IHK-Präsident. Aber: Veränderungen nähmen an Geschwindigkeit auf, darauf müsse man reagieren, Geschäftsmodelle anpassen oder gar völlig neu gestalten.

IHK-Neujahrsempfang 2018 in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zum traditionellen Neujahrsempfang der Niederrheinischen IHK Duisburg Wesel Kleve in der Mercatorhalle forderte Burkhard Landers mit dem Anspruch #GemeinsamFürDenNiederrhein auf, angesichts von tiefgreifenden Veränderungen mit den Stärken der Region – „Stark, innovativ, bunt und vielfältig“ – die Herausforderungen der Zukunft anzugehen. Die rund 800 geladenen Vertreter von Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft aus Duisburg und der Region mahnte Landers nicht nur, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam anzupacken. Angesichts der Herausforderungen der Digitalisierung machte er auch die Baustellen klar, auf denen Handeln erforderlich ist, um die Region zukunftsfähig aufzustellen.

„Veränderungen sind keine Bedrohung!“

IHK-Präsident Burkhard Landers beim IHK-Neujahrsempfang 2018 in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

„Den strukturellen Wandel hat der ganze Niederrhein in wesentlichen Eckpunkten gut bewältigt“, so Landers. Auf den Erfolgen könne man sich aber nicht ausruhen. Die Region könne den Wandel als Chance nutzen, wenn an den entscheidenden Stellen die Weichen richtig gestellt würden. Als Voraussetzungen, die wirtschaftlichen Veränderungen zu meistern, nannte Landers die Versorgung mit schnellen Datenleitungen in Duisburg, aber auch am weniger dicht besiedelten Niederrhein. Wichtig sei, Menschen mitzunehmen und für zukünftige Herausforderungen zu befähigen und insbesondere Schülern digitales Wissen mitzugeben. „Digitale Kompetenz kommt in den Lehrplänen zu wenig vor – und das entspricht nicht der Lebenswirklichkeit.“

IHK-Präsident Burkhard Landers beim IHK-Neujahrsempfang 2018 in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Das System der dualen Ausbildung verlange auch nach Berufsschulen, die baulich und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden ebenso wie motivierten und begeisternden Lehrern. Landers mahnte aber auch die Unternehmer, ihr Engagement weiter auszubauen und mehr Lehrstellen anzubieten. Nachholbedarf sieht Landers in der Förderung von Selbstständigkeit und Unternehmensgründungen, aber auch – hier sind Duisburg und die Region besonders geplagt – in der Sicherung von Mobilität und der dazugehörigen Infrastruktur: Zu lange sei gerade diese vernachlässigt worden. Kein größeres Infrastrukturprojekt sei in weniger als zehn Jahren zu realisieren: „Wir müssen unser Planungsrecht für Ersatz- und Reparaturinvestitionen vereinfachen, beschleunigen und entbürokratisieren.“ Regionale Stärken zu vernetzen heiße, voneinander und miteinander zu lernen. Regionale Netzwerke und Netzwerk-Initiativen trügen Stärken nach außen und förderten Wirtschaftswachstum hier vor Ort. Der anstehende Strukturwandel werde aber auch Härten produzieren, so Länders. „Schicksale, die wir nicht ignorieren dürfen. Diesem Menschen müssen wir neue Perspektiven aufzeigen“, warnte er.

Künstliche Intelligenz im ganzheitlichen Ansatz

Gastredner Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber beim IHK-Neujahrsempfang 2018 in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Als Gastredner hatte die Niederrheinsche IHK den „Vater der Künstlichen Intelligenz“, Prof. Dr. Jürgen Schmidhuber eingeladen, dem Publikum dieses eher komplexe Thema anschaulich näher zu bringen. Unter dem Thema „Künstliche Intelligenz ändert alles“ stellte Schmidhuber dar, welchen Anteil Künstliche Intelligenz (KI) am wirtschaftlichen Fortschritt hat – und das in immer stärkeren Maß. Deutschland und Zentraleuropa seien hier führend – und das schon sehr lange: „Der Deutsche Ernst Dickmanns war in den 1980er-Jahren bei Mercedes Pionier in der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen.“ Fortschritte in der KI-Forschung seien exponential: Sie führten immer schneller zu immer leistungsfähigeren Systemen, wie der Professor der Universität Lugano und Leiter des renommierten schweizer Forschungsinstituts IDSIA*) erzählte. Dieser wissenschaftliche Fortschritt sei eine Herausforderung auch für die Wirtschaft, schloss der IHK-Präsident, bevor es zum informellen Teil des Abends überging.

*) Istituto Dalle Molle di Studi sull’Intelligenza Artificiale (www.idsia.ch)

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Lehmbruck Museum in Duisburg stellte Programm für 2018 vor

Rebecca Horn, Wilhelm Lehmbruck, Gerhard Losemann,
Kunst & Kohle sowie ein neues Kapitel Sculpture 21st

Von Petra Grünendahl

Werke von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck-Trakt des Museums. Foto: Petra Grünendahl.

Werke von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck-Trakt des Museums. Foto: Petra Grünendahl.

Mit einer Begleitausstellung zur Lehmbruck Lecture „Der Künstler und sein Mäzen Sally Falk“ eröffnet das Museum am Kantpark seine erste Sonderschau im neuen Jahr. Werke aus der Sammlung seines ersten und wichtigsten Mäzens sowie weitere Arbeiten, die Wilhelm Lehmbruck während der Kriegsjahre geschaffen hatte, hat Kuratorin Dr. Marion Bornscheuer für diese Werkschau ausgewählt. Im Anschluss an die Modernisierungsarbeiten in der großen Glashalle gibt es dort ab 26. April Werke des Duisburger Künstlers Gerhard Losemann, der 2018 80 Jahre alt wird, in einer Studio-Ausstellung. In der Reihe „Kunst & Kohle“ beschäftigen sich zum Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland 17 Museen im Ruhrgebiet (RuhrKunstMuseen) künstlerisch mit dem Thema: „Reichtum: Schwarz ist Gold“ heißt es im Lehmbruck Museum. Auch das in der Nachbarschaft liegende Museum DKM zählt übrigens zu den teilnehmenden Museen. Und schließlich öffnet das Lehmbruck Museum ein neues Kapitel seiner Reihe „Sculpture 21st“ mit der Videoinstallation der chinesischen Künstlerin Xu Bing.

Stellten im Lehmbruck Museum in Duisburg das Programm für 2018 vor (v. l.): Pressesprecher Andreas Benedict, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Viel vorgenommen haben sich Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und ihr Team im Lehmbruck Museum für das Jahr 2018. Das Programm stellte Dinkla zusammen mit Kulturdezernent Thomas Krützberg bei einem Pressegespräch vor. Im März leistet das Lehmbruck Museum einen Beitrag zu den 39. Duisburger Akzenten, die anlässlich des vor 100 Jahren beendeten Ersten Weltkriegs unter dem Motto „Nie wieder Krieg?“ stehen: Mit Rebecca Horns Werken, die sich mit Krieg und Gewalt auseinander setzten, sowie Diskussionen und Gesprächen zur friedensstiftenden Kraft der Kunst. Im zweiten Halbjahr folgen Ausstellungseröffnungen von Jochen Gerz und der Interessengemeinschaft (IG) „Duisburger Künstler“ sowie mit dem Sommerfest am 26. August eine Ausstellung der Kunstvermittlung.

Programmheft fürs erste Halbjahr

Werke von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck-Trakt des Museums. Foto: Petra Grünendahl.

Frisch erschienen ist das Programmheft fürs erste Halbjahr: „Das wird jedes Mal dicker“, meinte Pressesprecher Andreas Benedict. Zum einen gibt es hier natürlich den Überblick über die Sonderausstellungen, die in der ersten Jahreshälfte starten. Immer mehr Raum brauchen aber auch Einzelveranstaltungen und Veranstaltungsreihen, mit denen das Lehmbruck Museum mittlerweile sehr zahlreich Besucher anzieht. Über 35.000 waren es im vergangenen Jahr: ein Rekord! Ohnehin hat sich das Duisburger Museum nach einigen schwierigen Jahren längst wieder in der ersten Reihe positioniert: Nicht nur beim Publikum, sondern auch in der Fachwelt. Neuere Veranstaltungsreihen wie die Lehmbruck Lectures, Pay what you want, Kunst & Kaffee oder Jugend trifft Kunst ergänzen Klassiker wie die PlastikBar, klassische Themenführungen oder Workshops für Kinder und Familien. Ein Kalenderüberblick über diese Veranstaltungen rundet das Programmheft ab.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Werke von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck-Trakt des Museums. Foto: Petra Grünendahl.

Seit Ende November 2017 läuft im Lehmbruck Museum die Sonderausstellung von Rebecca Horn, Wilhelm-Lehmbruck-Preisträgerin 2017, „Hauchkörper als Lebenszyklus“ – und das noch bis zum 2. April. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Werke von Wilhelm Lehmbruck im Lehmbruck-Trakt des Museums. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Neue Häfenkooperation stellt sich am Niederrhein auf: Rheinberg-Orsoy, Voerde, Wesel und Emmerich

Gesellschafter wollen die Wahrnehmung stärken für ihre Hafenstandorte und deren Möglichkeiten
Von Petra Grünendahl

Mit der Terminal-Eröffnung im Hafen Emmelsum (Voerde) im April letzten Jahres erschloss die Contargo Rhein-Waal-Terminal GmbH Emmerich wichtige Verladekapazitäten für ihr Logistik-Netzwerk, die auch dem Standort der DeltaPort-Hafenkooperation Vorteile brachte. „Alle Beteiligten haben die Vorteile einer gemeinsamen Zukunft erkannt“, bekräftigte Voerdes Bürgermeister Dirk Haarmann. Nach dem Brückenschlag des Verladers starteten nun die Hafenbetreiber in Sachen interkommunaler Zusammenarbeit, um in einem Netzwerk logistischen Lösungen an verschiedenen Standorten anbieten zu können. Diese Potenziale wollen die Hafeneigner am Niederrhein mit einem gemeinsamen Standortmarketing erschließen: Direkt vor den Toren des Ruhrgebiets und als Lückenschluss zwischen Duisburg und der holländischen Grenze. Er habe die Hoffnung, dass die Bedeutung der Niederrheinhäfen steigen wird, äußerte Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel.

Notarielle Beurkundung des Gesellschaftsvertrags (oben von links): Frank Tatzel (Bürgermeister Stadt Rheinberg), Karl Borkes (Kreiskämmerer des Kreises Wesel), Peter Hinze (Bürgermeister Stadt Emmerich), Ulrike Westkamp (Bürgermeisterin Stadt Wesel), Dirk Haarmann (Bürgermeister Stadt Voerde). Unten von links: Udo Jessner (Geschäftsführer Port Emmerich GmbH), Andreas Stolte (Geschäftsführer DeltaPort GmbH & Co. KG), Christian Kleinenhammann (Vorstand NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG). Foto: Petra Grünendahl.

In einer feierlichen Beurkundung unterzeichneten die Gesellschafter die Gründungsurkunde für die DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH (Orsoy, Voerde, Wesel, Emmerich), die mit einem gemeinsamen Standortmarketing die Hafenstandorte weiter stärken soll. Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG, Udo Jessner, Geschäftsführer der Port Emmerich GmbH, und Christian Kleinenhammann, Geschäftsführer der NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG (Betreiber des Hafens Rheinberg-Orsoy), unterzeichneten die Grüundungsurkunde. Anwesend waren neben Vertretern der Gesellschaften Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp sowie die Bürgermeister der Städte Emmerich, Rheinberg und Voerde, Peter Hinze, Frank Tatzel und Dirk Haarmann. Standort der neuen Gesellschaft ist die Zentrale der Weseler Hafenkooperation DeltaPort in Wesel, die die Häfen Emmelsum (Voerde), Rhein-Lippe-Hafen und Stadthafen (beide Wesel) betreibt.

Fünf Standorte positionieren sich im Netzwerk

Hafen Emmelsum in Voerde im März 2017. Foto: DeltaPort.

Drei Hafenstandorte arbeiten in der DeltaPort GmbH & Co. KG schon seit August 2012 unter einem Dach und schlagen aktuell rund 3,5 Mio. Tonnen Güter um. Der Stadthafen Wesel ist auf Schüttgutumschlag spezialisiert (Futtermittel, Baustoffe, Salz). Nach dem Abriss eines Mischfutterwerks sind hier 1,5 Hektar für eine Neuansiedlung frei. Im Rhein-Lippe-Hafen Wesel (ehemals Ölhafen) wird neben Flüssiggütern (Mineralölprodukte) mittlerweile auch Schwergut (Stückgut) verladen. Über den Hafen Emmelsum in Voerde laufen Massengüter (wie Papier oder Zellstoff) und weitere Güter, die in Containern transportiert werden können. Sowohl im Rhein-Lippe-Hafen als auch im Hafen Emmelsum sind noch Erweiterungskapazitäten für neue Ansiedlungen frei (insgesamt 86 Hektar). Der Rhein-Lippe-Hafen ist bimodal, Stadthafen und Emmelsum trimodal angebunden.

NIAG-Hafen Rheinberg-Orsoy. Foto: DeltaPort.

Der Hafen in Rheinberg-Orsoy, der 1913 in Betrieb ging, hat seinen Ursprung in der Verladung von Schüttgut wie Kohle, Sand, Kies und Erz, aber auch Holz. Heute garantiert er unter der Betriebsführung der NIAG Niederrheinische Verkehrsbetriebe GmbH einen schnellen Umschlag von Massengütern (Jahresumschlag 3,0 Mio. Tonnen) – und dies, wie Bürgermeister Tatzel beteuerte, weitgehend unabhängig vom Wasserstand des Rheins. Der Hafen ist ebenso trimodal angeschlossen wie der Hafen Emmerich. Der Hafen Emmerich (Betreibergesellschaft: Port Emmerich GmbH) ist ein Containerhafen, stößt aber aktuell an seine Kapazitätsgrenze. Mit einem Gesamtumschlag von 1 Mio. Tonnen Gütern scheint er zwar der Kleinste im Bunde der Niederrheinhäfen, leistet aber mit 132.000 TEU (Twenty Foot Unit = Standardcontainer-Einheiten) über drei Viertel des Containerumschlags. Die restlichen 34.000 TEU steuert der Hafen Emmelsum bei.

Port Emmerich. Foto: DeltaPort.

Die Gesellschaften ergänzen sich: Während das Containerterminal des Port Emmerich seine Kapazitätsgrenze nahezu erreicht hat, bieten die DeltaPort-Häfen noch erhebliche Entwicklungspotentiale. Um den in der Emmericher Region befindlichen Kunden auch weiterhin Umschlagkapazität anbieten zu können, kann über die Verlagerung von Güterströmen neu zu belegende Kapazität am Standort Emmerich generiert werden. Beide Standorte gewinnen durch die Zusammenarbeit an Ausfallsicherheit und erhöhen somit das Kundenvertrauen an die Leistungsfähigkeit der in der Region befindlichen Häfen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass in nächster Zeit immer mehr Güter, auch Massengut, in standardisierten Behältnissen (Container) transportiert werden und der Anteil am (offenen) Massengutumschlag weiter sinkt, so dass hier entsprechende zukunftsträchtige Umschlaggeschäfte insbesondere für den NIAG-Hafen Orsoy generiert werden müssen.

Perspektiven
Aufgrund des im Markt bereits platzierten Branding „DeltaPort“ soll die gemeinsame Gesellschaft den Namen „DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH (Orsoy, Voerde, Wesel, Emmerich)“ tragen. Der Unternehmenszweck der Gesellschaft ist die Planung und Durchführung von Marketingmaßnahmen und Werbung, Verkaufsförderung und Öffentlichkeitsarbeit für Logistikstandorte der an der Gesellschaft beteiligten Unternehmen. Das Kerngeschäft der Flächenentwicklung und Vermarktung verbleibt bei den einzelnen Gesellschaftern und somit bei den jeweiligen Hafengesellschaften.

Die Gründung der gemeinsamen Marketinggesellschaft steht dabei im Einklang mit den Handlungsempfehlungen aus dem Masterplan Häfenkooperation Niederrhein und dem Hafenkonzept NRW, die die Ausschöpfung von Kooperationsmöglichkeiten zur Steigerung der Marktwahrnehmung und der Hebung von Marktpotentialen anregen. Die Kooperationsgesellschaft zwischen drei Gesellschaftern soll dabei perspektivisch die Möglichkeit bieten, weitere Gesellschafter aufzunehmen und somit weitere Hafenstandorte im Rahmen gemeinsamer Marketingmaßnahmen im Markt zu präsentieren. Dies erhöht wiederum die Öffentlichkeitswahrnehmung für die „DeltaPort Niederrheinhäfen GmbH (Orsoy, Voerde, Wesel, Emmerich)“ und stärkt somit die Einzelinteressen der jeweiligen Gesellschafter.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (1), DeltaPort (3)

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proDuisburg e.V. ehrte Krohne Messtechnik mit Duisburger Kaisermünzenpreis 2017

Preisverleihung im Ratssaal (v. l.): Oberbürgermeister Sören Link, Michael Rademacher-Dubbick, Geschäftsführender Gesellschafter der Krohne-Gruppe (Ludwig Krohne GmbH & Co. KG), Hermann Kewitz, Vorsitzender proDuisburg e.V. Foto: proDuisburg.

Die bürgerschaftliche Vereinigung proDUISBURG e.V. hat Krohne Messtechnik mit dem Duisburger Kaisermünzenpreis ausgezeichnet. Michael Rademacher-Dubbick, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Ludwig Krohne GmbH & Co. KG, nahm die renommierte bürgerschaftliche Ehrung im Ratssaal des Rathauses entgegen. Mehr als 160 Gäste nahmen an der Feierstunde teil.

In seiner Laudatio würdigte der Vorsitzende des 1910 gegründeten Vereins proDUISBURG e.V., Hermann Kewitz, den aktuellen Preisträger für seine Bereitschaft, Verantwortung für das Leben am Standort zu übernehmen. „Krohne Messtechnik hat dies in der Vergangenheit in herausragender Weise getan und wird dies auch in Zukunft tun“, sagte Hermann Kewitz am Sonntag. Das Familien-Unternehmen fördert unter anderem die Duisburger Philharmoniker und ist Schirmherr der DRK-Operngala.

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Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das Jahr 2018!

Foto: Petra Grünendahl.

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Wir wünschen unseren Lesern frohe, gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Foto: Petra Grünendahl.

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Zukunft für Stahl: thyssenkrupp und IG Metall erzielen gemeinsames Verhandlungsergebnis zu geplantem Joint Venture im Stahlbereich

  • thyssenkrupp einigt sich mit Arbeitnehmervertretern über den Abschluss eines Tarifvertrags
  • Tarifvertrag beinhaltet Regelungen zu Standort- und Beschäftigungssicherung und Investitionen
  • Vereinbarung erlaubt thyssenkrupp die Umsetzung der strategischen und operativen Ziele für das Joint Venture
  • Tarifkommission der IG Metall empfiehlt Annahme
  • Personalvorstand Oliver Burkhard: „Wir haben diese Lösung gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite erarbeitet. Das entspricht unserer Unternehmenskultur. Mit diesem Ergebnis werden wir dem Unternehmensinteresse und den Interessen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerecht.“

Die alte Hauptverwaltung von Thyssen heute. Foto: Petra Grünendahl.

thyssenkrupp und die IG Metall haben in der vom thyssenkrupp-Aufsichtsrat eingesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe ein Verhandlungsergebnis zum Abschluss eines Tarifvertrags erzielt. Dieser regelt tarifliche Rahmenbedingungen für den geplanten Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten von thyssenkrupp und Tata Steel Europe in einem 50/50-Joint Venture. Die Einigung gilt für alle deutschen Stahlstandorte von thyssenkrupp. Der Tarifvertrag soll mit Start des Gemeinschaftsunternehmens in Kraft treten und rund 8 Jahre bis zum 30.09.2026 gelten.

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Stolpersteinverlegung in Duisburg: Familie Jülich an der Köhnenstraße

Wo sie einst zuhause waren
Von Petra Grünendahl

Martin Zensen spricht bei der Verlegung der Stolpersteine für Familie Jülich vor dem Haus Köhnenstraße 6. Foto: Petra Grünendahl.

Passfoto von Walter und Martha Jülich, um 1956. Foto: Otto Jülich, New York.

Während der Künstler Gunter Demnig anstelle des Pflastersteins die beiden Steine mit Messingplatten einsetzt, sie mit Steinbruchstücken umrandet und die Fugen verputzt, erzählte Martin Zensen, zweiter Vorsitzender von ProDuisburg, die Geschichte von Dr. Walter Jülich und seiner Frau Martha. Die beiden lebten von 1930 bis zu ihrer Vertreibung 1939 mit ihren Söhnen Karl und Otto an der Köhnenstraße 6. Auch seine Arztpraxis hatte der in Ruhrort geborene Dr. Jülich in dem gerade damals neu gebauten Haus auf dem Grundstück seiner Schwiegereltern. Den Zweiten Weltkrieg hatte das Haus noch unbeschadet überstanden, war aber Ende der 1950er-Jahre zur Verbreiterung der Köhnenstraße abgerissen worden. Sohn Otto Juelich (*14.12.1927) lebt in Columbus, Ohio (USA) und war angesichts seines Alters nicht mehr in der Lage, der Verlegung der beiden Stolpersteine beizuwohnen Er ist aber aus Verbundenheit zu seiner alten Heimatstadt bis heute Mitglied bei der bürgerschaftlichen Vereinigung ProDuisburg, die sich hier vor Ort für die Stolpersteine für Familie Jülich eingesetzt hatte.

Johanna und Karl Gerson mit Sohn Walter und Kurt, um 1914. Foto: David Schneider, London.

Vor den Stolpersteinen in der Duisburger Innenstadt hatte Gunter Demnig in Homberg-Hochheide für die Eheleute Johanna und Karl Gerson Stolpersteine vor dem Haus an der Moerser Straße 89 platziert. Der Kölner Künstler hat seit 1992 über 63.500 Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus verlegt, in mittlerweile 21 Ländern Europas. Seit 2008 obliegen die Stolperstein-Verlegungen in Duisburg dem Jugendring der Stadt. Davor war die Evangelische Kirche dafür zuständig.

„Meiner unvergessenen Vaterstadt, der ich eine glückliche Jugendzeit verdanke“

Gunter Demnig verlegte Stolpersteine für Familie Jülich vor dem Haus Köhnenstraße 6. Foto: Petra Grünendahl.

Gunter Demnig verlegte Stolpersteine für Familie Jülich vor dem Haus Köhnenstraße 6. Foto: Petra Grünendahl.

Verlegung der Stolpersteine für Familie Jülich vor dem Haus Köhnenstraße 6. Foto: Petra Grünendahl.

In seiner „Geschichte der Duisburger Juden“, hat der ehemalige Leiter des Stadtarchivs, Dr. Günter von Roden auch dem Duisburger Arzt ein Kapitel gewidmet, das Martin Zensen als Grundlage für die Anmerkungen zur Biographie Jülichs diente. Im zweiten Teil von Band 34 der „Duisburger Forschungen“ beschreibt von Roden kurz den Lebensweg Jülichs, um dann vor allem aus dessen Lebenserinnerungen zu zitieren, die 1959 in New York unter dem Titel „My Human Zoo, the Story of a Refugee Doctor“ erschien. Der Titel spielt auf sein langes Arztleben und Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Rasse und Mentalität an.

1895 in Ruhrort geboren und dort aufgewachsen, studierte Walter Jülich Medizin in Heidelberg, Gießen und Hamburg, wo er dann auch an einem Krankenhaus arbeitete. Im Ersten Weltkrieg war er als Frontkämpfer in der Schlacht von Verdun verwundet und mit mehreren Ehrenzeichen (Eisernes Kreuz, Verwundetenabzeichen, diverse weitere Kriegsauszeichnungen) ausgezeichnet worden. 1925 ließ er sich in Duisburg nieder, seine erste Praxis eröffnete er am Kuhlenwall. 1930 erfolgte der Umzug ins neue Haus an der Köhnenstraße. Nach seiner Verhaftung am 10. November 1938 (Kristallnacht) kam er zunächst ins Konzentrationslager Dachau, von wo man ihn aber wegen seiner beabsichtigten Auswanderung in die USA einen Monat später wieder entließ. Ihre Söhne hatten die Jülichs im Frühjahr 1939 zu Verwandten nach Belgien geschickt, sie selber folgten im Juli. Erst im Dezember 1939 kamen die ersehnten Papiere zur Ausreise nach Amerika, wo sie sich auf Long Island, New York, niederließen.

Gunter Demnig verlegte Stolpersteine für Familie Jülich vor dem Haus Köhnenstraße 6. Foto: Petra Grünendahl.

Verlegung der Stolpersteine für Familie Jülich vor dem Haus Köhnenstraße 6. Foto: Petra Grünendahl.

In seinen Lebenserinnerungen berichtet Jülich von Erniedrigungen und Schmähungen in der Nazi-Zeit, aber auch von Duisburgern, ihm und seiner Familie halfen: Von (arischen) Patienten und solchen, die es nicht waren, die zu ihm kamen als Protest gegen das Unrecht, dass dem Arzt widerfahren war. Von SS-Leuten oder Männern der Gestapo, die ihn und seine Familie „beschützten“, soweit dies in der damaligen Zeit möglich war. Als Walter Jülich mit seiner Frau Martha Mitte der 1950er-Jahre vor seinem alten Haus, seiner Praxis stand und dort den Namen eines anderen Arztes vorfand, kam er zu der Erkenntnis, dass dies nicht mehr sein Haus, seine Stadt und sein Land waren. Er schloss mit dem früheren Leben, mit der Vergangenheit ab, wie er schildert, und konzentrierte sich ganz auf die Gegenwart seiner Familie in Amerika, wo man heimisch geworden war.

Die „Geschichte der Duisburger Juden“ ist übrigens eine interessante Lektüre für alle, die sich für unsere Stadtgeschichte interessieren. Im Druck ist es leider nicht mehr, aber dafür in der Stadtbibliothek zu entleihen – oder antiquarisch zu erwerben. Das Exemplar von „My Human Zoo“ im Stadtarchiv (dieses Buch ist eigentlich nirgends mehr zu haben!) trägt übrigens die handschriftliche Widmung des Autors: „Meiner unvergessenen Vaterstadt, der ich eine glückliche Jugendzeit verdanke.“

© 2017 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (6), privat (2)

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Polizeichor Duisburg begeisterte beim Weihnachtskonzert in der Mercatorhalle

Mit weihnachtlichen Klängen von Mozart, Beethoven, Donizetti und Bob Geldorf in den dritten Advent
Von Petra Grünendahl

Weihnachtskonzert 2017 vom Polizeichor Duisburg 1928 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Weihnachtskonzert 2017 vom Polizeichor Duisburg 1928 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Der 14-jährige Saxophonist Lewin Losemann beim Weihnachtskonzert 2017 vom Polizeichor Duisburg 1928 e. V. Foto: Petra Grünendahl.

Nach dem Motto „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ ließen die Sänger die Mercatorhalle erklingen: Anspruchsvoll, vielfältig und abwechslungsreich, mit bekannten und weniger bekannten Weisen, Kirchenmusik, traditionellen, klassischen und modernen Liedern. Ihr buntes Programm mit weihnachtlichem Liedgut von ruhig bis schwingend zog – wie alle Jahre wieder – ein begeistertes Publikum zu drei Konzerten in die „gute Stube“ der Stadt.

Ein Adventswochenende früher hatte in diesem Jahr der Polizeichor Duisburg 1928 e. V. zu seinen Weihnachtskonzerten eingeladen: Traditionell unterstützt wird der Männerchor vom Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e. V., von Solisten – Sopran Francesca Caligaris und Tenor José Manuel Montero sind beide auch nicht zum ersten Mal dabei – und dem Orchester Oberhausen. Für die Zusammenstellung des Programms und die musikalische Gesamtleitung zeichnete Musikdirektor Axel Quast verantwortlich. Die musikalische Leitung des Weihnachtskonzerts oblag Sebastian M. Ostmeyer, Chorleiter des Damenchors, da Axel Quast terminlich verhindert war.

„Warum in die Ferne schweifen?“, fragte Horst Fiedler, Vorsitzender des Polizeichorsm bei der Ankündigung des Überraschungsgastes. Hier begeisterte die Zuschauer ein Duisburger Talent, der erst 14-jährige Saxophonist Lewin Losemann, mit einem Solostück und einem weiteren in Orchesterbegleitung. Seine Ausbildung erhielt Losemann an der Musik- und Kunstschule der Stadt Duisburg (MKS). Verschiedene Talentwettbewerbe hat er schon für sich entscheiden können und Förderpreise gewonnen. Weiterlesen

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Deutsche Oper am Rhein: Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“ feierte umjubelte Premiere im Theater Duisburg

Kampf um Macht und Liebe:
Konfrontation zweier großartiger Protagonistinnen

Von Petra Grünendahl

Olesya Golovneva (Maria Stuarda), HINTEN: Mary Elizabeth Williams (Elisabetta I.). Foto: Monika Rittershaus.

In der Realität sind sie sich nie begegnet, aber dichterische Freiheit schafft um der Dramatik willen mitunter eigene Regeln. Elisabetta I. (Mary Elisabeth Williams), Königin von England, hält seit 18 Jahren Maria Stuarda (Olesya Glolvneva), Königin von Schottland gefangen. Maria, des Mordes an ihrem (zweiten) Mann bezichtigt, hatte Schottland verlassen und bei ihrer „Schwester“ (historisch korrekt wäre Cousine) Zuflucht gesucht. Elisabetta fürchtet aber um ihren eigenen Thron, auf den die ebenfalls aus der Tudor-Linie stammende Maria Ansprüche erhebt. Liebe, verschmähte Liebe und Hass lassen Roberto Conte die Leicester (Gianluca Terranova) und Lord Guglielmo Cecil (Laimonas Pautienius) Intrigen spinnen, während Anna Kennedy (Maria Boko) und Giorgio Talbot (Giovanni Furlanetto) der Titelheldin treu ergeben sind. Die große – auch vokal großartige – Konfrontation der beiden Protagonistinnen führt schließlich zum Todesurteil für Maria, die sich schließlich in der Abschluss-Szene selbst als Märtyrerin inszeniert.

Olesya Golovneva (Maria Stuarda), HINTEN: Mary Elizabeth Williams (Elisabetta I.). Foto: Monika Rittershaus.

Laimonas Pautienius (Lord Guglielmo Cecil), Mary Elizabeth Williams (Elisabetta I.), Gianluca Terranova
(Roberto, Graf von Leicester), Olesya Golovneva (Maria Stuarda), Giovanni Furlanetto (Giorgio Talbot), Maria
Boiko (Anna Kennedy). Foto: Monika Rittershaus.

Im Theater Duisburg feierte die Oper „Maria Stuarda“ von Gaetano Donizetti (1797–1848) eine umjubelte Premiere. Basierend auf dem Drama „Maria Stuart“ (1800) von Friedrich Schiller hat der erst 19-jährige Giuseppe Bardari das Libretto für Donizettis Oper geschrieben, die 1835 in der Mailänder Scala uraufgeführt wurde. Für seine Belcanto-Oper hat Donizetti seinen beiden „Heldinnnen“ wunderschöne Stücke geschrieben, die sie als Charaktere wahrhaft „leben“ lassen. Donizetti reduzierte Schillers „große“ Besetzung auf die wichtigsten Solisten-Rollen, was die Handlung verdichtete. Gesanglich wie schauspielerisch überzeugten die Akteure, die sich mit Leidenschaft einbrachten. Die Oper in drei Akten wird gesungen in italienischer Sprache, deutsche Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Die Inszenierung des flämischen Regisseurs Guy Joosten an der Deutschen Oper am Rhein dauert etwa 2 ¾ Stunden (inklusive einer Pause).

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Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Hermann Kewitz stellte proDuisburg vor

Erster Fanclub der Stadt macht auch Marketing –
nach innen wie nach außen

Von Petra Grünendahl

Hermann Kewitz, Vorsitzender von proDuisburg, stellte die Aktivitäten der bürgerschaftlichen Vereinigung beim Marketing-Club Duisburg-Niederrhein vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir sind der erste Fanclub der Stadt Duisburg“, erklärte Hermann Kewitz, Vorsitzender der bürgerschaftlichen Gemeinschaft proDuisburg, aber auch: „Man muss als Fan nicht alles mittragen.“ Bürgerschaftliches Engagement für Duisburg und seine Bürger schließt also auch Kritik nicht aus. Man wolle Diskussionen anstoßen, wie im letzten Jahr um das DOC am alten Güterbahnhof oder 2012 – zum Mercatorjahr – mit der Verzierung Duisburger Ortsschilder mit „Mercatorstadt“. „Man hätte auch Stahlstadt oder Hafenstadt nehmen können“, räumte Kewitz ein, aber: „Mercatorstadt steht für Migration, Bildung und für eine lange Geschichte, die Teil von Duisburgs Identität sind. Das wollten wir transportieren.“ Ziel sei die Diskussion gewesen, so Kewitz, was unsere Stadt ausmache und worüber wir uns definierten.

Zum letzten Mitglieder-Treffen des Jahres hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein Hermann Kewitz eingeladen, von den vielfältigen Aktivitäten der bürgerschaftlichen Vereinigung zu erzählen. 1910 als Verkehrsverein e. V. gegründet, nannte er sich 2000 in proDuisburg e. V. um. Ursprüngliche eher touristische Zielsetzungen des Vereins sind längst von der Stadt übernommen. Das Brücken schlagen zwischen den Bürgern und der Stadt, zwischen unterschiedlichsten Bereichen wie Kultur, Sport oder Wirtschaft ist nach wie vor ein Anliegen. Zu den vielfältigen Projekten, die proDuisburg in den vergangenen Jahren angeleiert hat, zählt ein heimatkundliches Schulbuch, durch das Schüler vierter Grundschulklassen Wissen über ihre Heimatstadt vermittelt werden konnte. Ein weiteres Beispiel ist der Spendentauermarsch nach der Loveparade. Mit Hilfe von Spenden und Kooperationspartnern wurde an der Karl-Lehr-Straße ein Mahnmal für die Opfer errichtet, welches der Künstler Gerhard Losemann gestaltet hatte. Die Aktion setzte nicht nur in Duisburg Zeichen, sondern kommunizierte auch nach außen.

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Landgericht Duisburg: Loveparade-Prozess startet trotz Verzögerungstaktik der Verteidiger

Man sollte die Erwartungen nicht hoch schrauben:
Ein Kommentar

Von Petra Grünendahl

Landgericht Duisburg Außenstelle CCD Ost (Messe Düsseldorf) beim Loveparade-Strafprozess-Auftakt. Foto: Petra Grünendahl.

Nach einem verspäteten Beginn brauchte der vorsitzende Richter Mario Plein von der 6. Strafkammer des Landgerichts Duisburg eine gute Stunde, um die Anwesenheit der zehn Angeklagten und ihrer 32 Verteidiger sowie der 65 Nebenkläger (nicht alle waren persönlich anwesend) sowie ihrer 38 Rechtsvertreter und der benötigten Dolmetscher festzustellen. Mit Anträgen, die die Eröffnung des Prozesses über mehrere Stunden verzögerten, traten vor allem die Verteidiger auf den Plan: Ablehnung von zwei Ersatzschöffen wegen Befangenheit, die Anwesenheit möglicher Zeugen im Gerichtssaal oder Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Gerichts kosteten Zeit und manchen auch Nerven. Das 74-seitige Papier des Verteidigers, der die Rechtmäßigkeit des Gerichts anzweifelt, wird am kommenden Mittwoch erörtert. Der Verteidiger moniert, dass das Landgericht Duisburg nach der OLG-Entscheidung, die Klage zuzulassen, diese einer anderen Kammer zuordnete als der, die ursprünglich die Klage nicht hatte zulassen wollen Alles Fragen, die im Vorfeld rechtssicher geklärt werden müssen, will man nicht schon zur Prozesseröffnung Revisionsgründe liefern, die ein späteres Urteil angreifbar machen.

Erst mit reichlich Verzögerung konnte Richter Plein den Prozess gegen zehn Angeklagte eröffnen. Ab 15.48 Uhr verlas Oberstaatsanwalt Uwe Mühlhoff die Anklage. ^Die 556-seitige Klageschrift wirft den Angeklagten – sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg als Genehmigungsbehörde, vier Mitarbeiter von Veranstalter Lopavent – gravierende Fehler bei der Planung und Genehmigung der Großveranstaltung vor. Bis zu diesem Zeitpunkt am Nachmittag hatte sich der Gerichtssaal im CCD Ost (Kongresszentrum der Messe Düsseldorf) merklich weiter geleert. Weiterlesen

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Essen Motor Show 2017: 50 Years for Drivers and Dreams

Sportliche Fahrzeuge, Tuning, Oldtimer, Design-Studien, Unikate und Motorsport
Von Petra Grünendahl

Impressionen ovn der 50. Essen Motor Show 2017. Foto: Petra Grünendahl.


Tuning, Motor- und Rennsport, Formel 1 und sportliche Serienfahrzeuge sowie Unikate und Kuriositäten stehen im Fokus der Essen Motor Show, aber auch Werkzeug, Tuningteile und Zubehör locken während der zehntätigen Messe die Besucher. Überhaupt kommen Freunde sportlicher, veredelter und individualisierter Fahrzeuge hier auf ihre Kosten. Breiten Raum gewährt man auch Oldtimern (Classic Cars).

Zum Preview Day durften wir einen ersten Blick auf die Essen Motor Show 2017 werfen, die in diesem Jahr zum 50. Mal stattfindet. Den Schwerpunkt des PS-Festivals bilden Tuning, die sportlichen Fahrzeuge, Designstudien, Unikate und Kuriositäten, Oldtimer, Rennwagen und Formel 1. Die Fans zieht hier das Tuning von den großen Tunern ebenso wie private Tuningfahrzeuge sowie das nötige Zubehör und Werkzeuge. Automobilzulieferer der Segmente Reifen (Continental, Hankook, Toyo), Felgen und Fahrwerk runden das Angebot ab.

Impressionen ovn der 50. Essen Motor Show 2017. Foto: Petra Grünendahl.

Skoda zeigt den Yeti-Nachfolger Karoq, weitere überwiegend sportlich gestylte aktuelle Modelle sowie seine Rallye-Boliden und die vollelektrische Studie Vision E. Als weitere Autohersteller zeigen sich Ford, Lada, Peugeot, Porsche Motorsport und Renault Deutschland Motorsport, Shelby und VW Motorsport einem interessierten Publikum, verschiedene Marken sind über regionale Händler hier präsent. Freunde der automobilen Individualisierung (auch „Tuning“ genannt), die Schrauber, Bastler und Sammler finden reichlich „Material“ für ihr Hobby. Automobile Kunstwerke präsentieren rund 160 Besitzer in der tuningXperience mit einer Sondershow in Halle 1Aund einem Teil der Halle 9. Außerdem gibt es unter anderem am Stand von RuhrAutoE weitere Fahrzeuge mit Elektroantrieb, Ladesäulen-Konzepte sowie digitale Smart-City-Geschäftsmodelle.

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Duisburg: Stadtrat verabschiedet Haushalt für 2018

Rat beschließt neuen Zuschnitt der Dezernate –
Suche nach Rechts-, Personal- und Wirtschaftsdezernenten

Von Petra Grünendahl

Diskussionen vor der Sitzung des Stadtrates. Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem der Haushalt der Stadt Duisburg für das Jahr 2018 mit Stimmen von SPD, CDU und der PSL-Fraktion verabschiedet worden war, begannen sehr kontroverse Diskussionen um den Neuschnitt der Dezernate im Rathaus und die Ausschreibungen für die dann drei unbesetzten Dezernentenstellen. Neben der Schaffung eines neuen Dezernats für Wirtschaft und Strukturentwicklung (Dezernat VII) ändern sich auch Zuschnitt und Aufgabenbereiche der anderen sechs Dezernate (vom Oberbürgermeister bis zu den bislang fünf Beigeordneten). Thomas Krützberg bekommt zusätzlich zu Familie, Bildung und Kultur die Bereiche Arbeit und Soziales (und damit auch das Jobcenter) zu seinem Zuständigkeitsbereich zugeschlagen. Carsten Tum bekommt zur Stadtentwicklung das Umweltamt inklusive Klimaschutz dazu. Zum Gesundheitsamt und dem gesundheitlichen Verbraucherschutz bekommt Ralf Krumpholz, der das Umweltamt abgibt, Integration, Feuerwehr und Zivilschutz sowie DuisburgSport hinzu. Völlig neu zugeschnitten wird das Dezernat IV (bislang Arbeit und Soziales, künftig: Personal, Organisation, Digitalisierung und bezirkliche Angelegenheiten) und das neue Dezernat VII (Wirtschaft und Strukturentwicklung). Zu den Ausschreibungen …

Oberbürgermeister Sören Link gratusliert seiner neuen Stellvertreterin, Stadtkämmerin und Stadtdirektorin Prof. Dr. Dörte Diemert. Foto: Petra Grünendahl.

Die beiden umfangreichsten Punkte der Tagesordnung – Haushaltsverabschiedung und Neuzuschnitt der Dezernate – wurden am Beginn der Sitzung zusammengefasst. Insgesamt 91 Tagesordnungspunkte mit mehr oder weniger Aussprachebedarf hatten die Duisburger Ratsleute in der letzten Sitzung des Jahres 2017 abzuarbeiten. Dazu kam noch ein nichtöffentlicher Teil mit einer knappen Handvoll an Punkten in Anschluss daran. Weiterlesen

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Duisburg-Bruckhausen: Matena-Tunnel wird mit 15.000 Tonnen Hüttensand verfüllt