Duisburg-Homberg: Erste Sprengung eines Weißen Riesen in Hochheide

Sauber gefallem!
Von Petra Grünendahl

Der Weiße Riese fällt durch die Sprengung in sich zusammen. Foto: Petra Grünendahl.

Der erste Weiße Riese im Homberg-Hochheide ist gefallen. Gute 290 Kilogramm Sprengstoff an 5.000 Meter Sprengschnur legten knappe 45.000 Tonnen Stahlbeton in Schutt und Asche. Ganz nach Plan verlief die Sprengung: Wie im Vorfeld konzipiert fielen die vier Gebäudeteile gefaltet – zwei nach vorne, zwei nach hinten – in sich zusammen (Kipp-Kollaps-Sprengung). Die Beseitigung des Bauschutts wird allerdings noch einmal ein paar Monate in Anspruch nehmen. Dann ist das Hochhaus mit 320 Wohnungn auf 20 Etagen endgültig Vergangenheit. Wir blicken hier auf die letzten Tage bis zur heutigen Sprengung zurück.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Slideshow
Fotos: Petra Grünendahl (30), André C. Sommer (2)

Rundgang mit OB Sören Link und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach. Foto: Petra Grünendahl.

Vor der Sprengung informierten sich Oberbürgermeister Sören Link und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach zusammen mit einigen politischen Vertretern des Stadtteils vor Ort von der organisatorischen und logistischen Leistung der Einsatzkräfte. Auf einem Rundgang hatten sie sich am Morgen des Sprengtages noch ein persönliches Bild von den Herausforderungen dieser Rückbaumaßnahme gemacht. Unter der Projektplanung der rebuild.ing Ingenieurgesellschaft mbH hatte die P&Z Prangenberg und Zaum GmbH den Sanierung und Abriss durchgeführt, die Verantwortung für die Sprengung lag bei der Thüringer Sprenggesellschaft mbH.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Film: André C. Sommer

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund vor

Spitzensport und Unternehmen: Eine Partnerschaft, die beiden nützt
Von Petra Grünendahl

Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Kein Duisburger Sportverein muss Mitglied im Stadtsportbund werden. Aber nur wer Mitglied ist, kann die Sportförderung – auch vom Landessportbund – in Anspruch nehmen“, erklärte Uwe Busch. Dafür sind 424 Vereine mit fast 98.000 Mitgliedern in Stadtsportbund (SSB) organisiert. Mit 18 Mitarbeitern in der Geschäftsstelle und vier Mitarbeitern im angeschlossenen Bildungswerk vertritt der Stadtsportbund die Interessen des Sports und der Sportvereine in unserer Stadt. Neben der Sportpolitik zählen die Sportentwicklung sowie die Beratung und Förderung der Vereine ebenso zu den Kernaufgaben wie die Arbeit in den Programmen des Landessportbundes und die Qualifizierung der Ehrenamtlichen in den Vereinen. Auf städtischer Seite hat der SSB mit Duisburg Sport ein Pendant, das als eigenbetriebliche Einrichtung der Stadt für die Sportstätten zuständig ist. Der 15-köpfige Vorstand des Vereins rund um den Vorsitzenden Rainer Bischof, MdL, ist ehrenamtlich tätig. Uwe Busch ist beim SSB als Geschäftsführer beschäftigt, und das seit 30 Jahren.

Geschäftsführer Uwe Busch (links, mit Mario Mais, r.) stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein hatte zum Monatstreffen Uwe Busch, den Geschäftsführer des Stadtsportbund Duisburg e. V. eingeladen. Busch stellte den Stadtsportbund, seine Kernaufgaben, besondere Projekte und Veranstaltungen (z. B. Rhein-Ruhr-Marathon oder der Targobankrun), die teilweise über Stadtgrenzen hinaus strahlen, sowie das Leistungssportkonzept vor. Der SSB finanziert sich durch die Mitgliedsbeiträge der Vereine, Projektgelder des Landessportbundes sowie Zuschüsse durch die Stadt, die allerdings seit 1998 nicht mehr erhöht wurden. Zur Erfüllung seiner Aufgaben hat der SSB einen Sponsorenpool, sucht aber auch für Projekte und Veranstaltungen immer wieder auch Einzelsponsoren.

Leistungssportförderung als Aushängeschild für Duisburger Unternehmen

Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

Neben der Kernaufgabe Breitensport engagiert sich der SSB auch in Projekten für den Leistungssport. So arbeitet die „NRW Sportschule“ in Duisburg mit drei Schulen (Steinbart Gymnasium, Gesamtschule Meiderich und Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen), um junge Talente zu sichten und in speziellen Sportklassen zu fördern. Zudem gibt es seit einigen Jahren Leistungssportförderung für Vereine, die mit bestimmten Sportarten erfolgreich sind. Dazu zählen als Kernsportarten Hockey (weiblich), Wasserball (männlich), Judo und Kanu sowie als Perspektivsportarten Handball (männlich) und Fußball (weiblich).

Geschäftsführer Uwe Busch stellte den Stadtsportbund beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein im Konferenz-Foyer des Intercity Hotel vor. Foto: Petra Grünendahl.

Außerdem hat der Stadtsportbund eine Kampagne gestartet, um Sportler auch individuell zu unterstützen. Für „Spitzensportler & Spitzenunternehmen – eine Partnerschaft für Erfolg“ holt der SSB Unternehmen als Partner mit ins Boot, einzelne Sportler umfassend in ihrer Leistungssportkarriere zu unterstützen. Leistungssportler sollen durch die Partnerschaft mit Unternehmen Perspektiven in Ausbildung, Studium und Beruf bekommen, die sich mit ihrem Leistungssport vereinbaren lassen bzw. auf die Sportkarriere folgen. Die Unternehmerin Gabriela Grillo, olympische Mannschaftsgoldmedaillengewinnerin im Dressurreiten 1976, halte, erzählte Uwe Busch, große Stücke auf Leistungssportler im Unternehmen, die sich durch Leistungs- und Zielorientierung nicht nur für ihre sportlichen, sondern auch für ihre beruflichen Belange auszeichneten. Unter dem Stichwort „Duale Karriere“ hat der Stadtsportbund ein Netzwerk unter anderem mit der IHK, dem Unternehmerverband, der Universität Duisburg-Essen und der Agentur für Arbeit geknüpft. Für die Unternehmen sie dies nicht nur „soziales Engagement“: „Der Stadtsportbund zeichnet den Unternehmenspartner nicht nur mit einer Urkunde aus“, so der Stadtsportbund-Geschäftsführer. Die Partnerschaft würde auch durch die unterstützten Vereine öffentlich gemacht, die geförderten Leistungssportler auch mal für Firmenveranstaltungen vermittelt. Damit kann das unterstützende Unternehmen für sich werben, so dass beide Seiten Nutzen aus dieser Partnerschaft ziehen. „Dies fördert die Identifikation der Sportler mit Duisburg“, so Uwe Busch, „stärkt aber auch das Image der Stadt als ‚Sportstadt’.“

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt „Schönheit” von Meistern der Moderne: Lehmbruck & Rodin

Die Erotik der Körperlichkeit weicht dem Blick ins Innere
Von Petra Grünendahl

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

„Manche dieser Werke werden hier so schnell nicht wieder zu sehen sein“, erklärte Kuratorin Jessica Keilholz-Busch. Über den Einstieg mit den Biografien von Wilhelm Lehmbruck (1881 – 1919) und Auguste Rodin (1840 – 1917) zeigt das Lehmbruck Museum Arbeiten der beiden Künstler in ihren Gemeinsamkeiten und Gegensätzen. Mit dabei sind echte Leckerbissen der modernen Plastik, die zur Zeit ihrer Entstehung Aufsehen und Kontroversen erregten. Die Schau zeigt die beiden Meister der Skulptur im Kontext ihrer Zeit zusammen mit weiteren herausragenden Bildhauern wie Alexander Archipenko, Hans Arp, Alfred Boucher, Constantin Brancusi, Camille Claudel, Max Klinger und Henri Matisse.

Dr. Joachim Bonn (Sparkasse Duisburg), Kulturdezernent Thomas Krützberg, Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und Kuratorin Jessica Keilholz-Busch. Foto: Petra Grünendahl.

In der Sonderausstellung „Schönheit“ präsentiert das Lehmbruck Museum an Kantpark mit Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin zwei Meister der Moderne, deren Werke wegweisend waren für die weitere Entwicklung zeitgenössischer Bildhauerei. Anlass der Schau ist der 100. Todestag des Duisburger Künstlers am 25. März. Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla stellte die Ausstellung im Pressegespräch vor zusammen mit Kuratorin Jessica Keilholz-Busch, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Dr. Joachim Bonn, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Duisburg, die die Ausstellung finanziell unterstützt. Die Sonderausstellung, die am Samstag, 23. März, eröffnet wird, nimmt den gesamten Erdgeschoss-Bereich des Neubaus ein.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Wilhelm Lehmbruck ging 1910 mit seiner Familie nach Paris, auch um dort auch den 40 Jahre älteren Rodin kennen zu lernen: Er war für Lehmbruck fast Vaterfigur und zunächst auch Vorbild. Der in Meiderich geborene Künstler löste sich von Rodin und entwickelte seine eigene Körpersprache. Damit avancierte er in Paris zu einem gefragten Bildhauer der Moderne. Eine Ausstellung in New York tat ihr übriges, den jungen Künstler bekannt zu machen. Auguste Rodins expressive Erotik und Körperlichkeit steht hier der Hinwendung von Lehmbrucks Körpersprache mit Blick auf das Innere, einer anderen Sinnlichkeit seiner Figuren kontrastiv gegenüber. Lehmbrucks Skulpturen mit lang gestreckten Gliedmaßen wurden zum Vorbild der Frauen in der Belle Epoque, zum Zeichen der Emanzipation.

Leihgaben von bedeutenden Museen

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Für die Ausstellung „Schönheit“ vereint das Lehmbruck Museum in seinem Wechselausstellungsbereich rund 100 Exponate von insgesamt elf Künstlern. Unter ihnen befinden sich zahlreiche Leihgaben aus bedeutenden internationalen Museen: vom Musée Rodin, Paris, dem Albertinum/Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, der Pinakothek der Moderne, dem Centre Pompidou, Paris, dem Musée nationale d´art moderne – Centre de création industrielle, dem Gemeentemuseum Den Haag, der Hamburger Kunsthalle, dem Musée Joseph-Denais, Beaufort-en-Anjou, dem Musée Camille Claudel, Nogent-sur-Seine, dem Museum Folkwang, Essen, der Staatsgalerie Stuttgart und dem Von der Heydt-Museum, Wuppertal.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Gute zwei Jahre hat die Jubiläumsausstellung in der Vorbereitung gekostet. Ohne engagierte Sponsoren ist eine solche Schau gar nicht möglich. Und hier kann das Lehmbruck auf einen bewährten Kreis von Unterstützern zurück greifen: Die Ausstellung „Schönheit“ wird vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Sparkasse Duisburg, der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Gebag Duisburger Baugesellschaft mbH gefördert.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Katalog zur Ausstellung erscheint mit Texten von Söke Dinkla, Jessica Keilholz-Busch, Catherine Chevillot und Anne-Marie Bonnet (208 Seiten, ca. 140 farbige Abbildungen) im Wienand Verlag zum Jubiläumspreis von 15 Euro. Besucher zahlen am Jubiläumswochenende (23. und 24. März) für Eintritt und Katalog zusammen 20 Euro (erm. 15 Euro)! Der die Ausstellung begleitende Katalog wurde durch die freundliche Unterstützung der Ernst von Siemens- Kunststiftung ermöglicht.
 
 

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung läuft bis zum 18. August 2019. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Impressionen aus der Ausstellung „Schönheit“ mit Meistern der Moderne: Wilhelm Lehmbruck und Auguste Rodin sowie weiterer Zeitgenossen. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburger Hafen AG: Intelligenter Landstrom am Ruhrorter Hafenmund versorgt Binnenschiffe

Mehr Nachhaltigkeit für Binnenschiffer kostenneutral
Von Petra Grünendahl

An einer der neuen Ladestationen am Ruhrorter Hafenmund (v. l.): Alexander Garbar (Duisburger Hafen AG), Magnus Espeloer, Stefan von Dobschütz (beide Innogy eMobility Solutions GmbH), Hafenchef Erich Staake und Yvonne Paraschkevov (EAD Leidel GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

„Uns war wichtig, dass die Ladesäulen für die Nutzer einfach zu bedienen sind“, erklärte Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG (duisport). Das schaffe die Voraussetzung, dass Binnenschiffer Strom von den Ladesäulen beziehen statt ihre Dieselmotoren für Generatoren laufen zu lassen. „Mit 35 Cent pro Kilowattstunde ist der Strom nicht teurer, als wenn die Schiffer ihre Diesel laufen lassen würden“, sagte Magnus Espeloer von Innogy eMobility Solutions „Wir verschenken den Strom nicht“, erzählte Alexander Garbar, der in der Unternehmensentwicklung von duisport für Nachhaltigkeitsprojekte (sustainability) verantwortlich ist. Mit einer App kann man über Smartphone nicht nur Zugang zur Stromversorgung bekommen und den Strom bezahlen, ohne sich vorab registrieren zu müssen. Man kann auch darüber bei der Einfahrt in den Hafen freie Stationen aufrufen und Ladezeiten reservieren.

Im Pressegespräch stellten duisport-Chef Erich Staake (2. v. l.) und Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack (2. v. r.) zusammen mit Stefan von Dobschütz (l.), Geschäftsführer von Innogy eMobility Solutions, und Yvonne Paraschkevov, Geschäftsführerin von EAD Leidel, die neuen Ladestationen am Ruhrorter Hafenmund vor. Foto: Petra Grünendahl.

Drei neue Ladestationen für die Landstromversorgung in der Binnenschifffahrt hat die Duisburger Hafen AG am Hafenmund in Ruhrort installiert. Im Pressegespräch stellten duisport-Hafenchef Erich Staake, Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack, Stefan von Dobschütz (Geschäftsführer von Innogy eMobility Solutions) und Yvonne Paraschkevov (Geschäftsführerin von EAD Leidel) die Ladestationen vor. Die neuen Ladesäulen ersetzen die 25 Jahre alte bisherige Landstromversorgung. Jede Ladestation verfügt über zwei Ladepunkte, so dass sechs Binnenschiffe am Hafenmund mit Landstrom versorgt werden können. Jeder Anschluss liefert bis zu 63A. Partner der Duisburger Hafen AG sind die Innogy eMobility Solutions GmbH und die EAL Leidel GmbH als Hersteller der Ladesäulen. „Innogy hat hier eine Entwicklung voran getrieben, die uns wichtig ist“, lobte Staake die Zusammenarbeit mit dem Energie-Dienstleister. Weitere Ladestationen im Duisburger Hafen sollen folgen: „Wir entwickeln uns zu einem attraktiven Anlegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe“, sagte der Hafenchef, „da brauchen wir den Strom.“

Elektromobilität muss einfach sein

Die neuen Landstrom-Ladestationen für die Binnenschiffer werden einfach über eine App auf dem Smartphone bedient und abgerechnet. Foto: Petra Grünendahl.

Die gute Zusammenarbeit des Duisburger Hafens mit der Stadt lobte Stadtdirektor Martin Murrack, in dessen Verantwortlichkeit auch die Digitalisierung (Smart City) gehört. Er freute sich über die positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz: „Jetzt müssen die Schiffe nicht mehr stand-by die Motoren laufen lassen, um Strom an Bord generieren zu können.“ – „Duisburg hat hier als Stadt eine Vorreiterrolle eingenommen“, erklärte Stefan von Dobschütz, Geschäftsführer der Innogy-Tochter für Elektromobilität, der nach der Stromer-Tankstelle bei Ikea in Beeck nun das zweite Nachhaltigkeitsprojekt seines Unternehmens vorstellen durfte. „Elektromobilität muss einfach sein. Das gilt auch für die Binnenschifffahrt“, so Dobschütz.

Duisburg wird immer mehr zu einem attraktiven Anlegeplatz für Flusskreuzfahrtschiffe. Foto: Petra Grünendahl.

Die App zur Steuerung der Ladevorgänge ermögliche verschiedene Bezahlvarianten, ohne dass man sich registrieren oder ein Konto anlegen müsse. Die Ladestationen seien hochwassergeschützt, die Stromversorgung mit größtmöglicher Netzsicherheit verfügbar: „Sie funktioniert bei Wind und Wetter und bei jedem Pegelstand“, brachte es Dobschütz auf dem Punkt. Der Stromverbrauch und die Abrechnung sei für Nutzer wie für den Betreiber transparent. „Wir verbinden hier die Technik einer e-Ladesäule fürs Auto mit dem Angebot von Landstrom für Schiffe“, erklärte Yvonne Paraschkevov, Geschäftsführerin der EAL Leidel GmbH, die die Lade-Infrastruktur herstellt. An der Rheinschiene und der Mosel hätten sie bereits zwölf solcher Ladesäulen installiert und im Einsatz, erzählte Paraschkevov. Nicht nur in Duisburg dürfte die Anzahl solcher Ladestationen also weiter wachsen – zum Wohl der Umwelt.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Niederrheinsche IHK lud zum Handelsforum Ruhr ins Lehmbruck Museum Duisburg

Wie man Menschen zurück in die Zentren locken kann
Von Petra Grünendahl

Boris Roskothen, Vizepräsident der Niederrheinischen IHK, betreibt ein traditionsreiches Spielwarengeschäft auf dem Duisburger Sonnenwall. Foto: Petra Grünendahl.

„Es bedarf keiner aufwändigen Analyse, um festzustellen, dass der mitteständische inhabergeführte Einzelhandel mit Dumpingpreisen und einer endlosen Sortimentsbreite nicht mithalten kann“, stelle IHK-Vizepräsident Boris Roskothen, Inhaber des gleichnamigen Spielwarengeschäfts, bei der Begrüßung klar. „Es ist noch nicht lange her, dass wir mit dem Rücken zur Wand standen und ich mit dem Gedanken spielen musste, unser traditionsreiches Geschäft zu schließen. Wir haben uns dann auf unsere Stärken fokussiert und darauf spezialisiert, was wir besonders gut können: Gesellschaftsspiele.“ Er habe Lego und Playmobil aus dem Sortiment genommen – „das kriegen Sie auch woanders zu kaufen“ – und: „Sie bekommen bei mir in Laden einige Tausend verschiedene Brett- und Kartenspiele mit der passenden Beratung – und das alles in einem Ambiente, das zum Spielen und Verweilen einlädt.“ Dazu veranstaltet er passende Events, die Kunden – auch jüngere – in sein Geschäft auf dem Sonnenwall locken.

Die Experten beim Handelsforum Ruhr (v. l.): Gerd Heutelbeck, Tim van Hees-Clanzett, Michael Rüscher, Andree Haack, dahinter Boris Roskothen, Prof. Andreas Krys, dahinter Moderator Tom Hegermann und Jörg Lehnerdt. Foto: Petra Grünendahl.

Die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet haben mit dem Handelsforum Ruhr Experten und Wissenschaftler zusammen gebracht, um sich unter dem Thema „Fashion and the City“ über die Entwicklungen der Innenstädte und des Handels auszutauschen. Die ausrichtende Niederrheinische IHK hatte dazu ins Lehmbruck Museum in Duisburg eingeladen. Die Fachleute auf dem Podium zeigten unterschiedliche Ansätze, wie sich der Einzelhandel in den Städten zwischen Discount- und Online-Handel behaupten kann.

Die Warenhäuser als Vollsortimenter, die früher als Nahversorger die Innenstädte versorgten, aber auch Auswärtige durch ihr breit gefächertes Angebot lockten, gehören der Vergangenheit an. Der Nahversorgung dienen heute Lebensmittelmärkte und Discounter. Und vor allem die Discounter machen vor, dass man nicht alle Waren ganzjährige im Angebot haben muss: So haben es Lidl und Aldi unter die Top10 im Bekleidungshandel gebracht. Da sich diese Angebote aber selten in den Innenstadtlagen finden, müssen sich Einzelhandel, Dienstleister, Immobilienbesitzer und die jeweiligen Städte an einen Tisch setzen: Nur mit einem überzeugenden Gesamtkonzept lassen sich Menschen – und damit auch Kunden – in die Zentren (zurück) holen.

Auf der Suche nach überzeugenden Konzepten

Duisburgs Dezernent für Wirtschaft und Strukturentwicklung, Andree Haack. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Stadtzentren sind für heutige Verhältnisse viel zu groß dimensioniert. Sie müssen nicht mehr leisten, wofür sie einst angelegt worden waren“, regte Duisburgs Wirtschaftsdezernent Andree Haack Schrumpfungsprozesse mit Augenmaß an. „Es hat seit 1990 ein extremes Flächenwachstum im Einzelhandel gegeben“, sagte Haack. Die Zuwächse kamen aber primär dem großflächigen Einzelhandel zugute, der sich dann aber jenseits der Zentren ansiedelte. Verlierer waren dabei die kleinen inhabergeführten Mittelständler in den Innenstädten. Der Handel zog sich aus den Zentren zurück. Hier müsse die Stadt- und Strukturentwicklung Schrumpfungsprozesse begleiten, erklärte Haack. Das gehe nur gemeinsam: „Wie viel Innenstadt braucht der Kunde von heute?“ Man müsse die Innenstadt über „Erlebnisse“ neu definieren, so Haack.

Aufgehübscht und schick gemacht

Prof. Dipl.-Ing. Architekt Andreas M. Krys von der EBZ Business School in Bochum. Foto: Petra Grünendahl.

Dass die alten Warenhaus-Gebäude heute anders, auch kleinteiliger weiterentwickelt werden müssten, stand auch für den Architekten Prof. Andreas M. Krys von der EBZ Business School Bochum außer Frage. Aber: „Mit einem frischen Anstrich aufhübschen geht nur ein paar Jahre gut. Wenn nicht die Substanz saniert wird, geht es danach wieder bergab“, erklärte Krys. „Wir müssen den alten Charme von solchen Standorten reaktivieren, ihre Einzigartigkeit herausarbeiten“, so Krys, denn: „Wir brauchen Orte, wo wir unsere neuen Klamotten vorführen können, wo wir flanieren können: die Innenstadt!“

Gerd Heutelbeck, Inhaber von Basse und Uerpmann in Iserlohn. Foto: Petra Grünendahl.

„Nach Büroschluss sind heute viele Innenstädte tot. Diese Entwicklung ist selbstverschuldet, denn man etablierte Bürostandorte und vernachlässigte die Zentren als Wohn- und Wohlfühlraum“, erklärte Gerd Heutelbeck. Er ist Einzelhändler in dritter Generation: Das Handelshaus Basse und Uerpmann in Iserlohn wurde von seinem Großvater 1905 mit begründet. In der Vergangenheit sei vielerorts der Fehler gemacht worden, dass gläserne Bürotürme das Wohnen und damit die Menschen aus den Innenstädten verdrängt hätten. Nicht nur die Qualität des eigenen Geschäfts sei wichtig, Kunden anzulocken, so der Iserlohner Kaufmann, sondern auch die Umgebung. Hier brauche man Gesamtlösungen, um wieder Menschen in die Städte zu locken. „Viel zu häufig sperren wir Leute mit Autos aus den Städten aus: Damit gehen uns auch Kunden von außerhalb laufen, ohne die unsere Läden nicht zu halten sind.“ Er mahnte Investitionen in die Standorte an: Verfall vertreibe die Menschen. Quartiere mit kleinteiligen Strukturen und Authentizität seien in Iserlohn wegweisend gewesen.

Wenn Kleider keine (Einkaufs-)Städte mehr machen

Jörg Lehnerdt von der BBE Handelsberatung GmbH aus Köln. Foto: Petra Grünendahl.

„Früher war Mode ein Selbstläufer für die Innenstädte, aber das hat sich geändert“, erklärte Jörg Lehnerdt, Niederlassungsleiter der BBE Handelsberatung GmbH in Köln. „Viele Kleine haben sich aus dem Markt zurückgezogen, inhabergeführte Fachgeschäfte werden weniger.“ Und der Einzelhandel für Mode und Bekleidung hat jenseits der Zentren Konkurrenz bekommen: Discounter bieten sie saisonal ebenso an wie das Internet ganzjährig. Für die nicht mehr benötigten Flächen bräuchte es umfassende innovative Konzepte, die eine erhöhte Kundenfrequenz schaffen. Dazu zählen neben Gastronomie und Dienstleistern auch Freizeit- und Erlebnisangebote. Aber eben auch ein inhabergeführter Einzelhandel, der sich auf seine Stärken spezialisiert. Und: „High-End-Shopping ist sicher nicht das Thema des Ruhrgebiets.“

„Kleidung ist meist ausschlaggebend dafür, wo man in die Innenstadt zum Einkaufen geht“, so Boris Roskothen. Das stellt natürlich Zentren vor Problem, wo die großen Textiler längst abgewandert sind. Für sie heißt es: Konzepte finden, die mit einem attraktiven Mix und inhabergeführtem Einzelhandel Publikum locken. Dazu diesem Mix zählen Handel und Gastronomie ebenso wie mittlerweile Freizeitangebote und Erlebniswelten. Dazu gehört aber auch, Leerstände mit Leben zu füllen oder attraktiv zu bespielen. Immobilienbesitzer könnten nicht mehr mit Ladenmietern mit langen Vertragslaufzeiten und hohen Mieten rechnen, so Haack. Hier wäre ein Umdenken nötig, wobei er die Innenstadt nicht komplett in Frage stellt: „Menschen suchen Kontakt. Wir müssen künftig kleinere Flächen lebendig gestalten.“

Alle an einen Tisch: Konzepte über Branchen hinweg gefragt

Tim van Hees-Clanzett von der Wirtschaftsförderung Geldern. Foto: Petra Grünendahl.

Die Großen wollten sich nicht mehr so lange binden, erzählte Tim van Hees-Clanzett von der Wirtschaftsförderung Geldern. Start-ups hingegen bräuchten die Option auf einen kurzfristigen Ausstieg, wenn ihre Idee nicht beim Kunden zündet. Der Zugriff auf die Immobilien sei wichtig: Die Stadt Geldern wird hier auch schon mal tätig, kauft Immobilien zunächst selber auf und geht in Vorleistung. Häufig mit dem erwünschten Ergebnis, dass sich dort und drum herum etwas entwickelt. Für die Stadt Duisburg wird hier auf der Münzstraße und in der Altstadt zum Problem, dass sie gar nicht weiß, wer gerade Eigentümer ist: „Wir kriegen schon mal Anfragen von Unternehmen, die sich in bestimmten Gebäuden in der Altstadt ansiedeln wollen, aber manche Immobilien wechseln von einem Fonds in einen anderen, ohne dass wir es mitkriegen“, so Wirtschaftsdezernent Haack. Da sind der Stadt die Hände gebunden!

Auf dem Podium (v. l.): Gerd Heutelbeck, Tim van Hees-Clanzett, Jörg Lehnerdt, Prof. Andreas Krys, Andree Haack und Moderator Tom Hegermann. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir brauchen Pioniere, die sagen: Ich mache jetzt mal was!“, erklärte Andree Haack. „Manchmal müssen einzelne voran gehen, um Bewegung in Gang zu setzen“, bestätigte Gerd Heutelbeck. Alle müssten auf den Wandel reagieren, bilanzierte Andree Haack. Allen voran auch die Immobilienbesitzer. Die Innenstädte müssten für Menschen wieder attraktiv werden: Zum Wohnen ebenso wie für Auswärtige mit dem Auto, mahnte Heutelbeck. Den Mut, sich von Teilen des Sortiments und von Marken zu trennen, regte Boris Roskothen an: „Man muss ja nicht anbieten, was es vor Ort schon gibt.“ Neben Discountern und Online-Handel bliebe immer noch Platz für den Spezialisten, so Jörg Lehnerdt: „Wo stelle ich mich auf?“ – „Das Internet in nicht komplett in Frage zu stellen, aber die Menschen suchen Kontakt: Entsprechend müssen wir kleinere Flächen lebendig und für Kunden attraktiv gestalten“, sagte Duisburgs Wirtschaftsdezernent. Dabei spiele der Handel bei der Identität der Städte eine große Rolle: „Aber nur gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren können wir das Herz der Kunden zurückgewinnen“, schloss Michael Rüscher, Geschäftsführer der Niederrheinischen IHK für den Bereich Handel und Dienstleistungen, schließlich als Fazit der Podiumsdiskussion die Veranstaltung.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburg-Homberg: Infos zur Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide

Der erste Weiße Riese fällt am 24. März: Informationen zum Ablauf der Sprengung und Sperrungen vor Ort
Von Petra Grünendahl

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Frank van Staa (Ordnungsamt), Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann, Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), etwas verdeckt Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH) und Marc Sommer (rebuild.ing GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

„Die besten Bilder gibt es live im Fernsehen. Wir empfehlen, nicht nach Hochheide zu kommen, denn es gibt jenseits der Sperrzonen keine Möglichkeiten zu gucken“, machte Pressesprecherin Anja Kopka deutlich. Die Anwohner der Evakuierungsbereiche in Homberg-Hochheide müssen bis 8 Uhr am Sonntagmorgen ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. „Der Außendienst des Ordnungsamtes wird danach kontrollieren“, erklärte Frank van Staa vom Ordnungsamt der Stadt Duisburg. Nicht-Anwohner dürfen ebenfalls ab 8 Uhr nicht mehr in den Sicherheitsbereich, ab 11.45 Uhr ist auch dort kein Aufenthalt im Freien mehr erlaubt und die Bewohner sollten Räume aufsuchen, die nicht zur Seite der Sprengung hin gerichtet sind. Wenn alles nach Plan geht, wird der Weiße Riese um 12 Uhr gesprengt. „Wir rechnen mit etwa zwei Stunden Nachbereitung nach der Sprengung“, meinte Generalplaner Marc Sommer von Ingenieurbüro rebuild.ing GmbH. In diesem Fall würden die Sperrzonen ab gegen 14 Uhr aufgehoben, um den Bewohner die Rückkehr zu ermöglichen.

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) und Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

Zehn Tage vor der Sprengung informierte die Stadt Duisburg zusammen mit Vertretern der ausführenden Firmen sowie der Ordnungsbehörden (neben dem Ordnungsamt sind dies Feuerwehr und Polizei) über den Sachstand und die Abläufe am Tag der Sprengung. „Nach Abschluss der Asbestsanierung im November und jetzt der gezielten Vorschwächungen sowie der Vorbereitung der Fallbetten geht es so langsam in die heiße Phase“, erzählte Marc Sommer, bevor Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) noch einmal in die Details ging: „Alle Maßnahmen sind aus Sicherheitsgründen nötig“, sagte der Fachmann. Siegfried Lantermann, Einsatzleiter für den polizeilichen Bereich der Sprengung wies noch einmal darauf hin: „Die Polizei wird bei Niemandem aus Sicherheitsgründen Geld oder Wertsachen einsammeln. Es gibt Herrschaften, die so etwas ausnutzen“, warnte er.

Vom modernen Wohnquartier zum Schandfleck

Im Pressegespräch mit Tisch (hier v. l.): Frank van Staa (Ordnungsamt), Feuerwehr-Chef Oliver Tittmann, Pressesprecherin Anja Kopka, Oberbürgermeister Sören Link, Wirtschaftsdezernent Andree Haack, Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), etwas verdeckt Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH) und Marc Sommer (rebuild.ing GmbH). Foto: Petra Grünendahl.

Oberbürgermeister Sören Link möchte den ersten Abbruch eines Weißen Riesen als Aufbruch für den Stadtteil verstanden wissen: „Menschen haben sich aufgeregt über diesen Schandfleck!“ Wirtschaftsdezernent Andree Haack, der bis zum Amtsantritt des neuen Beigeordneten Martin Linne die Stadtentwicklung kommissarisch leitet, betonte aber, nicht alle Weißen Riesen abreißen zu wollen. „Darum geht es uns gar nicht! Wir wollen Menschen neuen Raum geben, sich zu entwickeln.“ Er selber habe Teile seiner Kindheit in einem der Hochhäuser verbracht: „Wie die Stadt in Epochen gewachsen ist, erkennt man im Stadtbild wieder. Damals waren die Hochhäuser modern und begehrt.“ Es gehe aber um ein Gesamtkonzept: „Manche dieser Häuser hat die Zeit eingeholt.“

Die Sprengung in Zahlen

Zonen und Umleitungen für die Sprengung des Weißen Rieesn in Hochheide. Infografik: Stadt Duisburg.

„Wir werden 290 Kilogramm Sprengstoff in 1.650 Ladungen in 1.450 Bohrlöcher sowie an weniger verhärteten Betonwänden direkt auf die Wand anbringen.“ Das 20-stöckige Gebäude mit 320 Wohnungen und 100.000 Kubikmeter umbautem Raum wird in definierten Bereichen in den Kellergeschossen und auf der sechsten und siebten Etage gesprengt: „Die Sprengfaltung regt den Kollaps an. Das Gebäude zerstört sich selbst“, so Hopfe. Um die Streuflug von heraus gesprengten und kollabierenden Betonteilen einzudämmen, werden auf die zu sprengenden Etagen mit Planen eingehaust. Zur Bekämpfung der Staubwolke, die beim Kollaps von 45.000 Tonnen Baumaterial neben dem groberen Schotter entstehen, legt die Feuerwehr im Vorfeld auf dem Bürgermeister-Bongartz-Platz ein großes Wasserbecken an, aus dem die Schläuche für die Wasserwand zur Sprengung das staubbindende Nass ziehen.

Hier gibt es weitere Informationen im Detail zu Evakuierungen, Sperrungen und Umleitungen rund um die Sprengung (als pdf) und die Karte mit Zonen und Umleitungen (als pdf).

Und hier ist auch noch mal der Artikel zum Info-Abend zur Sprengung.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Regiuonales Know-how: Duisburg stellte sich als wichtiger Standort für die maritime Wirtschaft vor

Ausbildung und Forschung in der Hauptstadt der deutschen Binnenschifffahrt
Von Petra Grünendahl

Im Schiffer-Berufskolleg Rhein konnte Brackmann seine Fähigkeiten als Binnenschiffsführer in Europas einzigartigem Flachwasserfahrsimulator SANDRA testen. Foto:Petra Grünendahl.

Gekonnt steuerte Norbert Brackmann (MdB) bei seinem Besuch des Schiffer-Berufskollegs Rhein in Duisburg-Homberg Europas einzigartigen Flachwasserfahrsimulator Sandra aus dem virtuellen Hafenmund den Rhein abwärts Richtung Norden. „Bis zu 25 km/h schafft der Simulator“, erklärte Dr.-Ing. Ralf Häring vom Schiffer-Berufskolleg Rhein, dessen Berufsschüler am Simulator für Sicht- und Radarfahrten ausgebildet werden. Der aus Lauenburg stammende Bundestagsabgeordnete hat ein wenig Übung, ist er doch schon mal mit einem 225 PS starken Motorboot auf der Elbe unterwegs. Die Vorkenntnisse merkte man ihm an, der Simulator beeindruckte ihn. „Er ist schon zehn Jahre alt. Wir hoffen, im Sommer die Ausschreibung für einen Neuen machen zu können“, erzählte Dr.-Ing. Rupert Henn vom Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. (DST).

Norbert Brackmann (MdB) zu Besuch im Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg. Foto: Petra Grünendahl.

In Deutschlands größter Berufsschule für die Auszubildenden in der Binnenschifffahrt trafen sich Vertreter der Niederrheinischen IHK mit Norbert Brackmann, dem Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft. „Duisburg ist mit seinem Hafen und zahlreichen Forschungs- und Bildungseinrichtungen für die Binnenschifffahrt ein Knotenpunkt der maritimen Wirtschaft“, erklärte IHK-Präsident Burkhard Landers. Mit der Bedeutung des Logistikstandortes Duisburg warb die Niederrheinische IHK bei Norbert Brackmann dafür, die gesamten Nordseehäfen von Antwerpen bis Hamburg und ihre Hinterlandanbindungen stärker in die maritime Politik des Bundes einzubeziehen. Brackmann ist zentraler Ansprechpartner in der Bundesregierung für alle maritimen Teilbranchen wie Schifffahrt, Schiffbau, maritime Zulieferindustrie, maritime Technologien und Hafenwirtschaft. Die Gespräche im Schiffer-Berufskolleg Rhein begleiteten unter anderem Dr. Rupert Henn (DST), Prof. Dr. Bettar el Moctar (DST), Okke Hamann (IHK-Geschäftsführer Verkehr und Logistik) und Dr. Ansgar Kortenjann (Niederrheinische IHK), um das einzigartige Know-how der Region für die maritime Wirtschaft darzustellen, bevor Brackmann zu Gesprächen mit Unternehmern vom Niederrhein sowie einer Besichtigung des Duisburger Hafens aufbrach.

Maritimer Konten von Bedeutung

Gesprächsrunde im Schiffer-Berufskolleg Rhein (v. l.): Dr. Ansgar Kortenjann (Niederrheinische IHK). dahinter Ocke Hamann (IHK-Geschäftsführer Verkehr und Logistik), IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger, Dr.-Ing. Rupert Henn (Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. DST), Prof. Dr.-Ing. Bettar el Moctar (Institut für Schiffstechnik an der Universität Duisburg-Essen und Direktor des DST) und IHK-Präsident Burkhard Landers mit ihrem Gast Norbert Brackmann, MdB. Foto: Petra Grünendahl.

Die Themen in der Region Niederrhein seien ganz ähnlich zu denen an der Küste, erklärten die Wirtschaftsvertreter: Dazu zählten die Digitalisierung der maritimen Transportkette, die Fachkräftesicherung und die Senkung der Schadstoffbelastungen. Brackmann versprach, dass Duisburg als Standort für das autonome Fahren in der Binnenschifffahrt eine zentrale Rolle spielen soll. „An dem Knotenpunkt Duisburg trifft alles zusammen, was für den Bereich Binnenschifffahrt von Bedeutung ist. Der Duisburger Hafen ist für mich ein Innovationsmotor, der für die Einführung neuer Technologien auch gute Testmöglichkeiten braucht“, sagte der Koordinator. Von der Projektplanung in der Region zeigte er sich im Gespräch mit Vertretern der Universität Duisburg-Essen und des Entwicklungszentrums für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V. (DST) beeindruckt. IHK und DST hatten im vergangenen Jahr eine vielbeachtete Machbarkeitsstudie vorgelegt, die unter anderem die Einrichtung eines Testfelds in der Rhein-Ruhr-Region vorsieht.

Innovationen bringen Logistikstandort voran

Das Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg ist Deutschlands größte Ausbildungsstätte für Auszubildende in der Binnenschifffahrt. Foto: Petra Grünendahl.

„Es wird ein gutes Signal gesetzt, wenn Land und Bund hier kooperieren und ein neues Testfeld im Duisburger Hafen anstreben. Ich begrüße die NRW-Initiative, ein Kompetenznetzwerk für autonomes Fahren in der Binnenschifffahrt zu errichten, sehr. Das Thema Autonomie hat eine hohe Eigendynamik entwickelt. Als Maritimer Koordinator der Bundesregierung ist es mir ein besonderes Anliegen, die Ideen soweit wie erforderlich zu vernetzen, um den bestmöglichen Nutzen für die Branche und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erzielen“, führte Brackmann weiter fort. Zum Abschluss des Besuchs konnte sich Brackmann einen Eindruck von der Größe und wirtschaftlichen Bedeutung des größten Binnenhafens der Welt in Duisburg verschaffen. Bei einer Fahrt mit dem Konferenzschiff der Duisburger Hafen AG diskutierte er in Anwesenheit mehrerer Landtagsabgeordneter und Branchenvertreter aktuelle Herausforderungen von Binnenschifffahrt und Hafenwirtschaft.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Bürgerstiftung Duisburg will seinen Geburtstag mit den Duisburgern feiern

Duisburger engagieren sich für Duisburg
Von Petra Grünendahl

Stellten die Pläne der Bürgerstiftung Duisburg im Jubiläumsjahr vor (v. l.): Vorstand Herbert Schulz, Vorstandsvorsitzender Jörg Löbe und Pressesprecherin Ariela Cataloluk. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Bürgerstiftung wurde zum Jahresende gegründet. Da lässt sich der Geburtstag aber schlecht begehen. Wir wollen mit den Duisburgern das ganze Jahr über feiern“, erklärte Ariela Cataloluk, Pressesprecherin der Bürgerstiftung Duisburg. Als zentrale Veranstaltung ist bislang der Bürger-Brunch am 26. Mai geplant, der Duisburger unterschiedlicher Hintergründe zusammen und ins Gespräch bringen soll. „Das schöne Wetter haben wir schon bestellt“, so Vorstand Herbert Schulz. Eine Bühne steht für das (auch musikalische) Rahmenprogramm bereit, das Spielmobil für die Kinder. Ehrenamtliche stellen ausgewählte Projekte der Stiftung vor. Die Bürger sind aufgerufen, mitzumachen: Sie sollen ihre Tische mit Deko gestalten, sich mit ihrem Outfit darstellen. „Für den schönsten Tisch gibt es einen Preis“, sagte Jörg Lobe, Vorsitzender des Stiftungs-Vorstandes.

Stellten die Pläne der Bürgerstiftung Duisburg im Jubiläumsjahr vor (v. l.): Vorstand Herbert Schulz, Pressesprecherin Ariela Cataloluk und Vorstandsvorsitzender Jörg Löbe. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bürgerstiftung Duisburg gAG stellte ihre Planungen für das Jubiläumsjahr ihres 15-jährigen Bestehens vor: Vorstandsvorsitzender Jörg Löbe, Vorstand Herbert Schulz und Pressesprecherin Ariela Cataloluk gaben im Pressegespräch Auskunft. 2004 hatte der Rechtsanwalt und Notar Dr. Hartmut Müller-Peddinghaus (1940-2016) die Bürgerstiftung als gemeinnützige Aktiengesellschaft initiiert und mit gegründet. „Die Gründer wollten der Stadt etwas zurück geben“, erzählte Vorstand Löbe. Heute gibt es 330 Bürgeraktionäre, die für ihre Anteile „lediglich“ eine Sozialdividende erhalten. Die Projektarbeit finanziert sich über ehrenamtliches Engagement und Spenden. Außerdem unterstützt der jahresübergreifende Geburtstagskalender, den die Bürgerstiftung im Jubiläumsjahr auflegt, die vielfältige Projektarbeit. Das Titelbild stammt von Tim, den Sieger des Malwettbewerbs (Preis 5,95 Euro, Verkaufsstellen: siehe unten). Wer sich über die Arbeit der Stiftung und Möglichkeiten der Beteiligung informieren will, wird auch in der Festschrift „15 Jahre Bürgerstiftung“ fündig. Eine neue Webseite wird in Kürze öffentlich geschaltet. In Planung ist außerdem ein Film, der die Arbeit der Bürgerstiftung dokumentiert.

Bürger-Brunch am Innenhafen
Duisburger zusammen und ins Gespräch bringen will die Bürgerstiftung beim Bürger-Brunch am Sonntag, 26. Mai, ab 10 Uhr, auf dem Flachsmarkt vor dem Projektbüro der Stiftung. Dafür stehen 250 Plätze zur Verfügung. Jeder Platz kostet 10 Euro (Kinder 5 Euro) und beinhaltet neben dem Platz auch ein Frühstück. Plätze können einzeln, aber auch als ganze Tische reserviert werden. Plätze reserviert man im Projektbüro der Bürgerstiftung Duisburg am Flachsmarkt 12 oder telefonisch unter 0203 / 3938886 (Bürozeiten Mo – Do 9 – 15 Uhr).

Viele Highlights in der Arbeit der Bürgerstiftung

Die Bürgerstiftung Duisburg stellt sich im Jubiläumsjahr vor: mit Geburtstagskalender und Festschrift. Foto: Petra Grünendahl.

Die Bürgerstiftung Duisburg hat sich in den letzten 15 Jahren vielfältig für Duisburg und die Duisburger engagiert. Über 300 Ehrenamtliche betreuen die unterschiedlichen Projekte der Stiftung, die sich in die Bereiche Bildung, Dialog, Gesundheit und Natur gliedern. Zu den öffentlichkeitswirksamsten Projekten zählen die Verkehrssicherheitsarbeit (u. a. im Netzwerk „Duisburg! Aber sicher!“) oder „DU liest!“ mit den öffentlichen Bücherschränken (oder mitterlerweile auch als „Bücherzellen“ unfunktionierten Telefonzellen), von denen die 34. im Stadtgebiet morgen in Beeckerwerth eröffnet wird. Tendenz weiter steigend. „Hier sind wir die Nummer Eins in NRW“, so Jörg Löbe. Außer in der Jubiläumsbroschüre finden sich diese Projekte auch im Geburtstagskalender wieder, wodurch sie vielleicht einen Anstoß geben zu ehrenamtlichem oder finanziellem Engagement.
Mehr Infos unter www.buergerstiftung-duisburg.de/.

Verkaufsstellen für den Geburtstagskalender:

  • Bürgerstiftung Duisburg, Projektbüro Flachsmarkt 12, 47051 Duisburg, Mo – Do 9 – 15 Uhr.
  • Cubus Kunsthalle Dusiburg, Kant-Park, Friedrich-Wilhelm-Str. 64, 47051 Duisburg, Mi – So 14 – 18 Uhr.
  • DKV Agentur, Prinz-Albrecht-Str. 1, 47058 Duisburg, Mo – Fr 9 – 18 Uhr.
  • Müller und Rosin Steuerberatung, Baldusstr. 13, 47138 Duisburg, Mo – Do 8 – 16 Uhr, Fr 9 – 14 Uhr.
  • Provinzial, Duisburger Str. 20, 47226 Duisburg, Mo – Do 9 – 12.30 Uhr, Mo, Di, Do 15 – 17.30 Uhr, Fr 9 – 15 Uhr.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburger Tanztage 2019 bieten herausragenden Tanz-Amateuren eine Plattform

Deutschlands größtes Event dieser Art lockte im vergangenen Jahr über 12.000 Besucher
Von Petra Grünendahl

Stellten das Programm der Duisburger Tanztage 2019 vor (v. l.): Kulturdezernent Thomas Krützberg, Organisatorin Nicole Richter (Festivalbüro) und Volksbank-Vorstand Thomas Diederichs. Foto: Petra Grünendahl.

„Hier erleben vor allem junge Tänzer ein Highlight ihres bisherigen Lebens“, stellte Kulturdezernent Thomas Krützberg fest. Gemeldet sind 384 Tanzgruppen unterschiedlichsten Alters (5 bis 70 Jahre) mit über 5.000 Tänzern. Die Duisburger Tanztage böten, so Krützberg, Anreiz und Plattform für die künstlerische und kreative Selbstbetätigung vor allem von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die schon fast professionell aufträten: „Das ist sehr sehenswert!“ – „Die Tanztage sind eine tolle Sache zur Förderung junger Menschen, für die wir uns gerne engagieren“, erklärte auch Thomas Diederichs, Vorstandssprecher der Volksbank Rhein-Ruhr, dem Hauptsponsor der Tanztage. Stilistisch reicht das Spektrum von Hip Hop und Street über Showdance und Musical bis hin zu Jazz Dance und klassischem Tanz. Das Interesse an dem Konzept ist nach wie vor ungebrochen: Das Tanz-Event lockt nicht nur Tänzer, sondern auch Zuschauer aus Duisburg und mitunter weit darüber hinaus in unsere Stadt.

Stellten das Programm der Duisburger Tanztage 2019 vor (v. l.): Volksbank-Vorstand Thomas Diederichs, Organisatorin Nicole Richter (Festivalbüro) und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Mittlerweile zum 30. Mal finden in diesem Jahr die Duisburger Tanztage statt. Seit nunmehr 29 Jahren bieten sie Tanzamateuren aller Stilrichtungen, Altersklassen und Entwicklungsstufen eine Auftrittsplattform und Öffentlichkeit. Im Pressegespräch standen Organisatorin Nicole Richter vom Festivalbüro, Kulturdezernent Thomas Krützberg und Voba-Vorstand Thomas Diederichs Rede und Antwort. Den Auftakt zu den Tanztagen bilden die 17 Veranstaltungen der Vorrunde („First Level zwischen Freitag, 15. März, und Sonntag, 24. März, in der Rheinhausenhalle. Zum Finalwochenende treffen sich die besten Formationen am 6. und 7. April im Theater am Marientor (TaM). Als Moderator zu allen Veranstaltungen konnte das Festivalbüro Bülent Aksen, ehemaliger Handball-Torwart des OSC Rheinhausen und Stadionsprecher des MSV Duisburg, gewinnen.

Event von überregionaler Strahlkraft
Auch wenn ein gutes Drittel der Meldungen für die Tanztage aus Duisburg kommt, der Rest überwiegend aus NRW, so gibt es doch auch bundesweite Anmeldungen: Die weiteste Anreise haben Formationen aus Schwäbisch Hall und Berlin. „Ab Anmeldungsbeginn waren die Plätze für Tanzformationen schnell vergeben“, erzählte Organisatorin Nicole Richter: Es gebe sogar eine Warteliste, falls Formationen doch noch abspringen. Die Stadt Duisburg vergibt zu den Tanztagen eine Förderpreis (in Höhe von 250 Euro): Nicht für die beste tänzerische Leistung, sondern für ein besonderes pädagogisches oder künstlerisches Projekt.

Tickets kosten in der Vorrunde 9 Euro (ermäßigt 6 bzw. 4 Euro, für „Schultanz Kids & Teens“ 4 Euro, ermäßigt 2 Euro). Am Finalwochenende sind sie zu Preisen zwischen 17 und 25 Euro (ermäßigt 10 bis 20 Euro) erhältlich. Im Vorverkauf gibt es die Karten u. a. an der Theaterkasse des Theaters Duisburg, Neckarstraße 1, Telefon 0203 / 283-62100, eMail karten@theater-duisburg.de oder bei der Tourist Infomation, Königstraße 86, Telefon 0203/ 2854400 sowie online unter https://duisburgertanztage.reservix.de/events und unter www.adticket.de/tanztage-duisburg.html (und den rund 3.500 angeschlossenen Vorverkaufsstellen deutschlandweit). Es soll aber auch noch Tickets an der Abendkasse geben. Vier Veranstaltungen des „First Level“ sind bereits ausverkauft (darunter „Querbeet High Level“ am 24. März). Weitere Infos gibt es unter www.tanztage-duisburg.de.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen: Tony Maher (www.tonyfoto.de)

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Tony Maher/www.tonyfoto.de (3)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur, Panorama | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Prinzenfrühstück im Rathaus: Duisburgs OB Sören Link übergab Schüsselgewalt an Prinz Kevin I.

Jecken übernahmen für einen Tag die Macht im Rathaus
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom Prinzenfrühstück. Fotos: Andre C. Sommer und Petra Grünendahl.

Impressionen vom Prinzenfrühstück. Fotos: Andre C. Sommer und Petra Grünendahl.

Der traditionelle Beschuss des Rathauses mit der großen Kanone der Ehrengarde der Stadt Duisburg „Blau Weiss“ 1929 e.V. fiel in diesem Jahr den angesagten Sturmböen zum Opfer. Die Uniformierten rückten auf Rosenmontag in kleinen Abordnungen gleich ins Rathaus vor. Auch Stadtprinz Kevin I. und das Kinderprinzenpaar Marvin II. und Alina I. trafen auf keinerlei Widerstand. Unter dem Motto „Wenn´s um Geld geht, ist doch klar, für Duisburg´s Narren immer da“ ließ es als Oberbürgermeister „Dagobert Duck“ Sören Link krachen: die Gold-Euros mit Schokoladenfüllung lagen reichlich auf den Tischen, als die ersten Narren in den Ratssaal einrückten. Da durften auch die Panzerknacker – u. a. mit der Bürgermeister-Riege Manfred Osenger, Volker Mosblech und Erkan Kocalar oder Wirtschaftsdezernent Andree Haack – nicht fehlen. Nach dem Einzug der Bürgermeister und der Prinzencrews unternahm der OB mit seiner Büttenrede einen letzten Versuch, das Zepter, oder vielmehr: den Schlüssel zum Rathaus in der Hand zu behalten. Es half ihm nicht: Schließlich musste er sich der Übermacht ergeben, übergab Kapitulationsurkunde und Schlüssel an Prinz Kevin I., bevor im Ratssaal beim Prinzenfrühstück mit Verwaltung, Politik und Karnevalisten die jecke Post abging. Für die Sause muss OB Link allerdings weder Dagoberts Geldspeicher noch die Stadtkasse plündern: Finanziert wird das Ganze über Sponsoren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen vom Prineznfrühstück. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

**********************************************

Büttenrede des Oberbürgermeisters:
OB Sören Link begrüßte die Jecken als Dagobert Duck

Impressionen vom Prinzenfrühstück. Fotos: Andre C. Sommer und Petra Grünendahl.

In diesem Jahr im roten Frack,
besucht euch hier Dagobert Duck.
Nun denkt ihr alle sicherlich:
Was will er hier, der Enterich?
Ist er was Großem auf der Spur?
Gibt‘s etwa Gold an Rhein und Ruhr?

Bin angereist aus Entenhausen,
um prinzlich heut‘ mit euch zu schmausen
und weil ihr für mich Vorbild seid,
bezüglich kluger Sparsamkeit.

Dabei ist klar: Es war nicht leicht,
doch Duisburg hat das Ziel erreicht:
Die roten Zahlen sind gewichen,
der Haushalt, er ist ausgeglichen.
Was jetzt noch folgt, ist das Begehren,
die Talerchen schnell zu vermehren.
So wird die Stadt dann reich und reicher,
füllt mit dem Geld – wie ich – die Speicher.

Ich hab‘ schon Passendes geseh‘n,
entlang des Innenhafens steh‘n.
Zur Ruhe setz` ich mich am Rhein,
zieh‘ in den Hafenspeicher ein.
Dank Duisburgs monetärem Flair,
lockt Entenhausen mich nicht mehr.
Und für den Umzug der Millionen,
gibt`s hier ja reichlich Speditionen.

Auch Duisburgs lange Bankenmeile:
Ein Ort, an dem ich gern verweile.
Dort trifft man nämlich Tür an Tür
auf Menschen mit Finanz-Gespür,
es folgt Filiale auf Filiale
bis hin zur Sparkassenzentrale.

Dies Bankhaus mit lokalem Herz,
entstanden heut`, am vierten März,
vor hundertfünfundsiebzig Jahren,
berät in Leihe und beim Sparen.
Es hat Projekte unterstützt,
Stadt und Vereinen sehr genützt,
drum widmete der Ha-de-ka,
das Motto diesem Jubilar!

Es schlagen sich als Panzerknacker,
die Bürgermeister äußerst wacker!
Mit Augenbinden gut maskiert,
auch sind sie ziemlich unrasiert
und führen manches hier im Schilde,
doch Dagobert ist voll im Bilde.

Für seine Stadt plant Manfred klug,
so manchen Dreck-Weg-Beutezug.
Der Volker M. aus Duisburg-Nord,
der hortet Geld dort im Akkord,
auch Erkan K. gehört zur Truppe,
als dritte Größe dieser Gruppe.

Was Entenhausen gar nicht kennt,
ist ein Gemeindeparlament.
Drum hab` ich mir erklären lassen,
womit sich Räte so befassen.
Fast immer gilt es, Geld zu sparen,
dabei die Qualität zu wahren,
den Mangel effektiv verwalten,
und positiv die Stadt gestalten;
das ist ein wahrer Drahtseilakt,
den längst nicht jeder Stadtrat packt.
In Duisburg aber haut das hin,
mit Weitsicht und im Bürgersinn.
Daraus entstand dann mein Entschluss,
ein Gruß von mir ist heut ein Muss!

Nun komme ich von unsrem Rat
zu Duisburgs Presse-Apparat.
Ein gutes Image ist viel wert,
drum ist es keinesfalls verkehrt,
auch Medienleute heute Morgen,
mit Speis und Trank gut zu versorgen.
Denn ist das Frühstück wohl bekommen,
wird noch viel besser wahrgenommen
und hoffentlich veröffentlicht,
als Zeitungs- und TV-Bericht,
dass vieles läuft in dieser Stadt,
was durchaus Sinn und Nutzen hat.

Als Prinz hat er sich vorgestellt,
Kevin der Erste , Narr von Welt,
will Duisburgs Jecken-Schar befehlen,
und mir den Rathausschlüssel stehlen.
Die jüngste Hoheit aller Zeiten,
will Spaß und Frohsinn weit verbreiten,
was ich zunächst nicht glücklich fand,
mit Blick auf Duisburgs Kassenstand.

Denn ist die Stadt erst übernommen,
sind auch die Mittel bald zerronnen,
denn das Ersparte – so ein Graus,
wirft er mit vollen Händen raus.
Erschwerend kommt da noch hinzu
die sehr spendable Prinzen-Crew
Verschleudert Taler und Kamelle,
als Pagen oder Hofmarschälle.

Dann für die Jüngsten, das ist klar,
gibt es das Kinderprinzenpaar.
Damit der kleinste Narr versteht,
wie Geld ausgeben stilvoll geht!

Inzwischen hab auch ich kapiert,
wie Brauchtum richtig funktioniert:
Obwohl ich wirklich sparsam bin,
macht Geiz zur Fassnacht keinen Sinn!
Zu Karneval soll niemand wagen,
sich hier mit Sparen rumzuschlagen!

Für Duisburgs jecke Elemente
ist Michel J. „El Presidente“.
Seit Jahren hoch professionell
führt er das närrische Kartell.
Hat Narren-Sausen konzipiert,
sich für das Brauchtum engagiert,
für Duisburgs Jecken stark gemacht,
und Frohsinn unters Volk gebracht.

Gefrühstückt wird, ihr lieben Gäste,
auch heute wieder gut und feste.
Doch mancher macht sich vielleicht Sorgen:
Das Geld fehlt anderswo dann morgen.
Wer kann die Talerchen berappen,
für die für lau gereichten Happen?
Und wer besorgt die Mittel bloß,
wenn Duisburg scheint fast mittellos?
Doch Schluss jetzt mit dem Kopfzerbrechen,
heut darf man ohne Reue zechen,
denn dank der treuesten Sponsoren,
geht Duisburg nicht ein Cent verloren.
Als reichster Erpel dieser Welt,
streb‘ ich jedoch nicht nur nach Geld.
Dass Geld allein nicht glücklich macht,
hätt ich zwar früher nie gedacht.
Doch dann hab ich erkennen müssen,
es gibt so vieles an Genüssen.
Ich liebe Kö-Pi, gute Speisen,
und habe Spaß an Urlaubsreisen.
Drum hab‘ den Gehstock ich genommen,
und bin nach Duisburg heut gekommen.

Denn hier ist heute Karneval,
und gute Stimmung überall.
Ein guter Ort, um abzuschalten,
will nicht mehr nur mein Geld verwalten.
Doch steigert dieser Ort, ich staune,
jetzt doch die Investorenlaune.
Denn Duisburg hat weit mehr zu bieten
als närrische Kultur und Riten.

Den Wandel hier im Kohlenpott,
den spürte Duisburg ziemlich flott.
Der ließ den Ruhm der Stadt verblassen,
man musste reichlich Federn lassen.
Manch Hütte wurde dicht gemacht,
Zwei-Tausend-Acht war Schicht im Schacht,
doch war der Knick im Wirtschaftsleben,
noch lang kein Grund, um aufzugeben.

Heut‘ schauen viele voller Neid,
auf Duisburgs neues Federkleid.
Mit Sport, Kultur und mit Touristik,
als Stadt des Stahls und der Logistik,
ist Duisburg längst, das muss ich loben,
auf einem steilen Weg nach oben.
Und noch mehr Neues wird entstehen,
die Chance lass ich mir nicht entgehen,
beim Aufbruch hier am Niederrhein,
da lohnt es sich, dabei zu sein.

Als Stadt mit Riesenpotenzial
ist Duisburg wirklich ideal.
Zum Beispiel bei Logistik-Fragen,
kommt riesiges Know-how zum Tragen,
der Warenfluss an Rhein und Ruhr,
kommt längst nicht aus Europa nur,
denn auch als Ziel der Seidenstraße,
besticht die Stadt in hohem Maße.

Denn auch dank boomender Logistik
glänzt Duisburgs Arbeitsmarktstatistik.
Die Stadt hat beste Möglichkeiten,
die Zukunft glücklich zu bestreiten.
Doch soll die Stadt noch mehr florieren,
muss mit Bedacht sie investieren.
Bei Straßen, Schulen, Wohnbauflächen
da lohnt es, etwas mehr zu blechen.

Beim Achsen-Tunnelbauprojekt,
wär‘ solche Einsicht wohl perfekt.
Hier darf das Land sich nicht so zieren,
und auch der Bund nichts mehr blockieren,
man ließe Staub und Lärm verschwinden,
und könnte noch dazu verbinden,
den Ausbau auf sechs Auto-Spuren,
mit Raum für Parks und Fahrrad-Touren.

So mancher Bürger war zuletzt,
von Wartezeiten zwar entsetzt,
doch hat der Kunde auch gemerkt,
dass jüngst das Personal verstärkt,
und Wirkung zeigte Duisburgs Streben,
Verwaltung digital zu leben.

Um smarten Aufbruch zu entfachen,
kann man Termine online machen,
es bietet manche Service-Stelle,
schon Selbstbedienung auf die Schnelle.
Ob Foto oder Reisepass,
auf die Geräte ist Verlass,
sie liefern echten Zeitgewinn
und deshalb macht der Plan auch Sinn,
auf technischen Support zu setzen
und Duisburg weiter zu vernetzen.

Doch ist das hier, was mir gefällt,
nicht nur die virtuelle Welt.
Denn grade im realen Leben
hat es Entwicklungen gegeben,
die ich, als ich hierher gekommen,
erstaunt in Augenschein genommen.

Raus aus dem Bahnhof, Blick nach links,
erspäht mein Auge neuerdings,
dass zwei Hotels sind hier entstanden
und auch ein Parkhaus ist vorhanden.
Das LANUV ist schon in Betrieb,
und einen Platz, der rechts verblieb,
wird das „Mercator One“ bald zieren
und uns mit Baukunst imponieren.
Als nächstes bringe ich zur Sprache,
die prominente Bahnhofsbrache.
Die GEBAG kaufte jüngst – zum Glück,
dies wichtige Filetgrundstück.
Nun kann die Politik besprechen,
wie wir den langen Stillstand brechen,
auch wird man Duisburgs Bürger fragen,
was sie zur Planung beizutragen,
damit das alte Bahn-Revier,
wird endlich Duisburgs Prachtquartier!

Wo noch ein Zelt für Narretei,
ist´s mit dem Warten auch vorbei,
weil auf historischem Gelände
wohl spätestens zur Jahreswende
der Bagger rollt, der Kran sich dreht,
und neues Altstadt-Flair entsteht.
Das Viertel, city-nah gelegen,
wird diese Gegend ganz neu prägen,
und wie ich weiß – vom Hörensagen,
wird es Mercators Namen tragen!

Der Anbau für die Küppersmühle,
schafft kulturelle Glücksgefühle.
Süd-Westlicher am Schwanentor,
entsteht das Digital-Kontor.
Daneben, noch als Stahlgestell,
steht bald ein Premium-Hotel.

Mir scheint, dass ihr tatsächlich wisst,
was für die Stadt am Besten ist.
Denn nicht nur solche Großprojekte,
versprechen wichtige Effekte.
Will Duisburg neue Bürger binden,
dann müssen die auch Wohnraum finden,
in attraktiven Stadtquartieren,
der obendrein zu finanzieren.

Gut nachgefragt ist zweifelsfrei,
ein Haus am Angerbogen Zwei.
Und auch Neumühl, St. Barbara,
zieht an die Int‘ressenten-Schar.

Doch was ich fast vergessen hatte,
liegt gleich an der Sechs-Seen-Platte.
Die Lage ist es, die besticht!
Ein Haus am See – wer will das nicht?
Wo man verschob einst Güterwagen,
kommt jetzt der gute Plan zum Tragen,
die Zahl der Bürger aufzustocken,
und tausendfach hierher zu locken.
„Sechs-Seen-Wedau“ wird genannt,
das größte Bau-Projekt im Land.

Mein Eindruck nach dem Stadt-Ausflug:
Bauflächen gibt es hier genug.
Und während Düsseldorf ist dicht,
kennt Duisburg das Problem noch nicht!
Sehr gerne will ich es betonen,
ob für Gewerbe oder Wohnen,
in Duisburg kann man viel gestalten,
und Stadtentwicklung voll entfalten.

Beim Sport jedoch, was soll ich sagen,
da herrschte in den letzten Tagen,
doch eher die Ernüchterung,
es fehlte eurem Team an Schwung.
So mancher träumt in solcher Zeit,
vielleicht von einem, der bereit,
mit sehr viel Kohle, wenig Herz,
zu weit zu treiben den Kommerz.
Ob Oligarch, ob reicher Scheich,
im Grunde wär es immer gleich:
Er kauft die Top-Stars mit Millionen,
und achtet nicht auf Traditionen.

Doch meine feste Meinung ist,
dass man das besser schnell vergisst.
Ich lobe mir den MSV,
der bodenständig, weiß und blau,
mit tollen Fans und etwas Geld,
das Machbare im Auge hält.
Auch wenn die Lage schwierig scheint,
die Zebras stehen fest vereint,
und werden auch die Kurve kriegen,
wenn sie – wie Freitag – weiter siegen.

Dass Duisburg weder grau noch trist,
sondern besonders spannend ist,
und wirklich toll, das sieht ein Blinder,
drum zieh ich höflich den Zylinder
vor dieser Stadt an Rhein und Ruhr
und seh beim Blick auf meine Uhr
durch meine Brille leicht verschwommen:
Es wird nun Zeit, zum Schluss zu kommen.
Mit Worten war ich sehr spendabel,
und halte endlich meinen Schnabel.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Jecken trotzten dem Wetter in Duisburg-Hamborn: 57. Niederrheinischer Kinderkarnevalszug

Der große Tag des Kinderprinzenpaares
Von Petra Grünendahl

Impressionen vom 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Zumindest der strömende Regen hatte aufgehört, als der närrische Lindwurm am Hamborner Altmarkt loszog Richtung Marxloh. Zum 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug, dem nach Angaben der Veranstalter größten Zug seiner Art in Europa, zogen 40 Formationen mit Motivwagen, Fußgruppen und Kapellen unter dem Motto „Kunterbunt geht’s in Hamborn immer rund!“ durch die Straßen im Duisburger Norden, vorbei an Tausenden von großen und kleinen Jecken, die ausgelassen feierten. Angeführt wurde der Zug von Wagen der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e.V. mit dem Team rund um Zugleiter Karlheinz Müller. Die KG aus Hamborn-Marxloh organisiert und veranstaltet den jecken Nachwuchszug für den HDK (Hauptausschuss Duisburger Karneval). Die KG stellte sieben der Motivwagen, von denen der Kinderwagen von Manfred Fellenz, der den Wagenbau verantwortet, zusammen mit Eltern der Kindergarde und den Offizieren der KG neu gebaut worden war. Den Abschluss des jecken Lindwurm bildete wie immer der Wagen des Kinderprinzenpaares der Stadt Duisburg, Marvin II. und Alina I mit Pagin Annika, die hier ihren großen Tag und den Höhepunkt ihrer närrischen Regentschaft erlebten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen vom 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Impressionen vom 57. Niederrheinischen Kinderkarnevalszug und dem Empfang der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e. V. Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl.

Die Organisatoren der 1. Großen KG Rot-Weiß Hamborn-Marxloh hatten traditionell zum Empfang in die Zweigstelle der Sparkasse an der Weseler Straße eingeladen. Schon früh war auch Stadtprinz Kevin I. mit seiner Prinzencrew eingetroffen, die Gäste auf den Kinderzug einzustimmen: Mit seinem Sessionssong „Duisburg, dat ist Heimat“ war das Eis schnell gebrochen. Die Stimmung ließ kaum Wünsche offen. Und auch der Wettergott zeigte sich schließlich gnädig, als sich der Zug seinem Abschluss auf der Weseler Straße nur wenige Meter hinter der Sparkassen-Filiale näherte. Nach dem Zug übernahm das Kinderprinzenpaar, das wie der „große“ Prinz aus der Karnevalsgesellschaft Marxloher Jecken 1970 e.V. stammt, in der Sparkassen-Filiale an der Weseler Straße die Bühne mir ihrer Show und ließ sich im Anschluss von den geladenen Gästen noch kräftig feiern.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: André C. Sommer und Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Panorama | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburger Philharmoniker stellten Axel Kober als neuen Generalmusikdirektor vor

Einer der renommiertesten Dirigenten soll das Orchester weiter bringen
Von Petra Grünendahl

Axel Kober. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir kennen ihn, Duisburg kennt ihn – und wir wollten, dass er beim Publikum ankommt“, erklärte Udo Vohl, Vorsitzender des Kulturausschusses und in dieser Position auch Teil der Findungskommission. Eine bekannte Größe ist Axel Kober tatsächlich, nicht nur in Duisburg und Düsseldorf, wo er seit 2009/10 Chefdirigent und Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein ist. Kulturdezernent Thomas Krützberg freute sich, einen der renommiertesten deutschen Dirigenten für Duisburg gewinnen zu können. Die Auswahlkommission aus Orchestervorstand und Lokalpolitik hatte sich mit der Suche nach einem neuen GMD viel Zeit gelassen, über einen Zeitraum von fast zwei Jahren einige Dirigenten ausprobiert und sich schließlich mit einem eindeutigen Votum für Axel Kober ausgesprochen.

Duisburger Philharmoniker stellten ihren neuen Generalmusikdirektor vor (v. l.): Prof. Dr. Alfred Wendel, Axel Kober, Thomas Krützberg und Udo Vohl. Foto: Petra Grünendahl.

Im Theaterfoyer stellte Prof. Dr. Alfred Wendel, Intendant der Duisburger Philharmoniker, zusammen mit Thomas Krützberg und Udo Vohl den Dirigenten Axel Kober als neuen Generalmusikdirektor (GMD) der Philharmoniker vor. Das Votum der Findungskommission sei aus gutem Grund eindeutig gewesen: „Man merkt dem Orchester an, wie gerne die Musiker mit dem Dirigenten zusammen arbeiten“, stellte Wendel die enorme Motivation fest. Er lobte Kobers Werkkenntnis, reiche Musikalität und seine enorme Erfahrung, die die Findungskommission überzeugt hatte. Der Rat der Stadt Duisburg hatte in seiner letzten Sitzung zugestimmt, dass Axel Kober, Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, für die nächsten drei Spielzeiten (2019/20 bis 2021/22) zusätzlich zu seinem DOR-Engagement zum Generalmusikdirektor der Duisburger Philharmoniker ernannt wird.

Verantwortung für eine Duisburer Institution

Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Duisburger Philharmoniker stellten ihren neuen Generalmusikdirektor vor (v. l.): Prof. Dr. Alfred Wendel, Axel Kober, Thomas Krützberg und Udo Vohl. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Wahl von Axer Kober hat den Vorteil, dass er hier vor Ort ist“, erklärte Intendant Wendel. Frühere Generalmusikdirektoren hätten ihren Wohnsitz woanders gehabt und seien nur zu Konzertreihen angereist. Kober, der außer bei den Philharmonikern auch bei der Deutschen Oper am Rhein als GMD unter Vertrag steht, lebt hier. Damit ist der dichter an den Duisburger Philharmonikern (und den Düsseldorfer Sinfonikern) als frühere GMDs, obwohl er als Gastdirigent an vielen nationalen und internationalen Konzert- und Opernhäusern verpflichtet wird. Aufgrund dieser umfassenden Verpflichtungen wird Kober nur vier Konzerte je Spielzeit dirigieren. Deshalb soll ein neues Dirigentenkonzept eingeführt werden, nachdem in jeder der drei Spielzeiten ein Gastdirigent eingeladen wird, die drei Philharmonischen Konzerte musikalisch zu leiten. Dieses Konzept ist auf Kober zugeschnitten, wird allerdings ähnlich bereits an anderen Häusern praktiziert. Als ersten Gastdirigenten haben die Duisburger Philharmoniker für die kommende Saison Benjamin Shwartz verpflichtet. „Der jeweilige Gastdirigent der Spielzeit hat großen Freiraum, auch wenn es natürlich Absprachen geben wird“, versicherte der neue GMD.

Axel Kober. Foto: Susanne Diesner / Duisburger Philharmoniker.

„Ich habe mich über das Vertrauen von Findungskommission und Orchester sehr gefreut“, sagte Kober. Seit der Saison 2017/18 ist er schon Chefdirigent bei den Duisburger Philharmonikern, kennt den Klangkörper hieraus ebenso wie als GMD der Deutschen Oper am Rhein, für die er auch in Duisburg am Dirigentenpult steht. „Es ist für mich etwas ganz Besonderes“, betonte Kober, der lobte, welche exorbitant hohe Qualität hier im Orchestergraben sitze. Er wies auf die große Vertrautheit hin: „Man kann ab der ersten Sekunde miteinander arbeiten.“ Das Orchester stehe für ihn im Mittelpunkt, er müsse sich nicht mehr profilieren. Konzentrieren wolle er sich auf die Wiener Klassik, aber auch auf die Moderne, so Kober. Er wolle aber auch über neue Formate nachdenken. „Ich freue mich über die Aufgabe und darauf, die Philharmoniker weiter zu bringen. Es gibt immer noch Möglichkeiten für dynamische Extreme“, so Kober. Die Mercatorhalle mit ihrer herausragenden Akustik sei prädestiniert dafür, ergänzte Intendant Wendel.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), Susanne Diesner (1)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburg: Dezernentenwahlen in der Ratssitzung vom 25. Februar 2019

Verwaltungsvorstand der Stadt wieder komplett
Von Petra Grünendahl

Überbürgermeister Sören Link gratuliert Kerstin Wittmeier zu ihrer Wahl. Foto: Petra Grünendahl.

Mit den beiden ersten Tagesordnungspunkten komplettierte der Stadtrat den Verwaltungsvorstand. Beide Wahlen erfolgten einstimmig (mit drei bzw. vier Enthaltungen). Neue Personaldezernentin* wird Kerstin Wittmeier, derzeit Polizeipräsidentin in Bochum. Die Diplom-Sozialwissenschaftlerin wohnt in Duisburg. Als neuen Stadtentwicklungsdezernenten** wählte der Rat Martin Linne, der aktuell als Beigeordneter für Planung, Bau und Gebäudemanagement in Krefeld tätig ist. In Duisburg ist er kein Unbekannter: Lange Jahre war er hier in der Stadtverwaltung tätig, zuletzt als Planungsamtsleiter. Über den Zeitpunkt des Dienstantritts wird individuell entschieden, da sich beide Bewerber aus ungekündigten Dienstverhältnissen heraus beworben hatten.

Überbürgermeister Sören Link gratuliert Martin zu seiner Wahl. Foto: Petra Grünendahl.

Zu seiner ersten Sitzung des laufenden Jahres traf sich der Rat der Stadt Duisburg am Burgplatz. In großen Teilen arbeiteten die Ratsleute die Tagesordnung, die insgesamt alleine im öffentlichen Teil 74 Punkte umfasste, zügig ab. Größeren Diskussionsbedarf gab es unter anderem um die Stellungnahme der Stadt zur Aufstellung des Regionalplans Ruhr. Weitgehend hatte sich die Stadt an den Vorgaben aus dem kommunalen Flächennutzungsplan (Duisburg 2027) orientiert. Teilweise flossen Änderungswünsche aus den Bezirksvertretungen ein. Teilweise wies die Stadtverwaltung diese zurück – und erhielt auch hierfür die Zustimmung des Rates. Der Regionalplan Ruhr wird an der Schnittstelle zwischen Landesentwicklungsplan (LEP) und kommunaler Flächennutzungsplanung Flächen- und Strukturenwicklungen für die nächsten 15 bis 20 Jahre prägen. Er legt fest, welche Flächen für Bebauung vorgesehen sind und welche als Frei-/Grünflächen erhalten bleiben.

Der Rat wählte Kerstin Wittmeier zur neuen Personaldezernentin. Foto: Petra Grünendahl.

Eine unerwartet große Diskussion entbrannte um die kommunale Erhebung von Straßenbaubeiträgen von Grundstückseigentümern, obwohl diese gesetzlich vom Land NRW geregelt sind. „Straßen zu bauen oder diese wieder Instand zu setzen, ist eine klassische Aufgabe der öffentlichen Hand. Ausgaben für den Straßenbau müssen grundsätzlich steuerfinanziert sein“, argumentierte Die Linke für ihre Resolution, dass sich Oberbürgermeister Sören Link für die Abschaffung der Straßenbaubeiträge beim Land einsetzen solle. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW fordere dies schon seit langem. Die Erhebung dieser Beiträge sei zutiefst unsozial, so Die Linke, treffe sie doch alle Eigentümer, ohne ihre finanzielle Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Zumal: es lasse sich gar nicht messen, welchen wirtschaftlichen Vorteil die Anlieger vom Ausbau einer Straße haben. Eine Aussetzung bis zur Neuregelung in Landtag beantragte die Fraktion Junges Duisburg / DAL.

Der Rat wählte Martin Linne zum neuen Stadtentwicklungsdezernenten. Foto: Petra Grünendahl.

In anderen Bundesländern seien diese Beiträge bereits abgeschafft. Eine entsprechende Initiative gibt es auch in NRW, allerdings hat hier der Landtag das letzte Wort. Zumindest der Resolution der Linken stimmte der Rat auch mehrheitlich zu. Dem Antrag von JuDu/DAL versagte die Ratsleute ebenso eine Mehrheit wie dem Antrag der Linken, Straßenbaubeiträge von Eckgrundstücksbesitzern, die doppelt belastet seien, nur anteilig zu erheben. Nun liegt es am Landtag in Düsseldorf, diese Straßenbaubeiträge – wie in Bayern, Baden-Württemberg und Berlin – über eine Gesetzesänderung ganz abzuschaffen.

*) Personalamt, Hauptamt, Amt für bezirkliche Angelegenheiten, Stabsstelle Studieninstitut und Stabsstelle Change Managemenent (Dezernat IV)

**) Umweltamt, Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement, Amt für Bodenordnung, Geomanagement und Kataster, Immobilienmanagement Duisburg, Stabsstelle Strategische Stadtentwicklung, Stabsstelle Strategische lnfrastrukturentwicklung, Beratungsstelle Planen, Bauen und Verkehr (Dezernat V)

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Germany’s China City Duisburg

Große Chance für den Wirtschaftsstandort
Von Petra Grünendahl

Marco Pfotenhauer, Präsident des Marketing-Club Duisburg-Niederrhein, sprach über Germany’s China City Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

„Die Weltwirtschaft ist von China abhängig und Duisburg ist der Endpunkt von Chinas neuer Seidenstraße nach Europa“, erklärte Marco Pfotenhauer. Das eröffne große Potenziale für unsere Stadt, die aber auch genutzt werden müssten. Pfotenhauer zeigte in seinem Vortrag auf, wie sehr Innenansichten der Duisburger mit den Außenansichten im fernen Asien auseinander driften. Auf chinesischen Karten von Deutschland seien zwei Städte eingezeichnet, weiß Craig Copetas, internationaler Wirtschaftskorrespondent namhafter Medien, in einem Video zu berichten: Berlin und Duisburg. Dabei fiele der Schriftzug Duisburgs zumeist größer aus! Schon früh hatte Duisburg Zeichen gesetzt und eine Städtepartnerschaft mit Wuhan begründet, erzählte Referent Pfotenhauer. Um diese sei es aber lange sehr still gewesen, das 30-jährige Jubliäum 2012 sei ganz verschlafen worden. „Erst unter Oberbürgermeister Sören Link ist wieder Bewegung in die Partnerschaft gekommen. Jährlich gibt es seitdem Delegationsreisen nach China“, so Pfotenhauer, der an diesen als Duisburger Unternehmer regelmäßig teilgenommen hatte.

Zum monatlichen Treffen hatte der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein unter dem Thema „Germany’s China City“ Duisburg ins IntercityHotel am Duisburger Hauptbahnhof eingeladen. Club-Präsident Marco Pfotenhauer ordnete als Kenner der Materie die Bedeutung Chinas für Duisburg ein und vermittelte den anwesenden Marketing-Fachleuten die daraus folgenden Gesichtspunkte für eine Standortpositionierung. Pfotenhauer ist unter anderem seit 2015 Geschäftsführender Gesellschafter der ChiCoDu GmbH (steht für „China Communication Duisburg“), pflegt dadurch enge Kontakte zu chinesischen Unternehmen und Organisationen und ist mit seiner Gesellschaft Gründungsmitglied des China Business Network Duisburg (CBND).

Chinesische Unternehmen und Investments nach Duisburg locken

China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen. Visualisierung: Starhai.

„Ich halte die Wirtschaftsbeziehungen zu China für Duisburgs größte Chance, aus vielen seiner Probleme herauszukommen“, erklärte Marco Pfotenhauer. Schon jetzt habe Duisburg die größte chinesische Kolonie in NRW, wenn nicht sogar deutschlandweit. Chinas Güterzüge über die Neue Seidenstraße (Belt & Road) enden in Duisburg: 35 seien es mittlerweile, die mit immer mehr Ladung aus Deutschland zurück ins Reich der Mitte fahren. Dadurch ergäben sich auch Möglichkeiten, weitere chinesische Unternehmen mit ihren Deutschland-Standorten nach Duisburg zu holen. Lange war es still um das geplante China Trade Center Duisburg im Businesspark Asterlagen: hier würde gerade wieder Bewegung reinkommen, so Pfotenhauer.

Eine weitere Chance sieht Marco Pfotenhauer in der „Smart City“-Vereinbarung, die die Stadt mit Huawei abgeschlossen hat. Mit den neuen Dezerneten Andree Haack (Wirtschaft) und Martin Murrack (Digitales) erhofft sich Pfotenhauer nachhaltige Impulse für die Entwicklung in der Stadt. Neben dem China Business Network China gebe es mit dem Engagement des neuen Unternehmerverbandes Wirtschaft für Duisburg einen weiteren Akteur, der sich hier aktiv engagiert. Die IHK, meinte Pfotenhauer, sei noch etwas zögerlich. Mit stärkerer Ansiedlung chinesischer Unternehmen sollte sich dies aber ändern!

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Visualisierung: Starhai / Metropole Ruhr

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Loveparade-Strafverfahren: Verfahrenseinstellung bei sieben Angeklagten

Strafverfahren wird gegen drei Angeklagte fortgesetzt

Mit Beschluss vom 6. Februar 2019 hat die 6. Große Strafkammer des Landgerichts Duisburg das Strafverfahren gegen sechs (ehemalige) Bedienstete der Stadt Duisburg und einen Mitarbeiter des Veranstalters eingestellt. Keiner dieser Angeklagten muss einen Geldbetrag zahlen. Das Verfahren ist damit für die sieben Personen nach 14monatiger Hauptverhandlung und 101 Verhandlungstagen beendet. Die Verfahrenseinstellung ist nicht mit einer Feststellung von individueller Schuld verbunden. Für sämtliche Angeklagte, die aus dem Verfahren ausscheiden, besteht weiterhin die Unschuldsvermutung. Zu den Gründen für diese Entscheidung gibt es hier die Presseerklärung vom 17. Januar 2019.

Die drei Mitarbeiter des Veranstalters, die nach dem Vorschlag des Gerichts und den Vorstellungen der Staatsanwaltschaft anlässlich der Einstellung einen Geldbetrag zahlen sollten, haben einer Verfahrensbeendigung auf diesem Weg nicht zugestimmt. Gegen sie wird das Verfahren fortgeführt. Der nächste Termin zur Hauptverhandlung steht bereits am 12.02.2019 an. In den nächsten Wochen sollen nach den Planungen des Gerichts weitere Polizisten und Mitarbeiter des Veranstalters als Zeugen vernommen werden.
Aktenzeichen: Landgericht Duisburg, 36 KLs 10/17
Landgericht Duisburg

Siehe hierzu auch:

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

Duisburg: Bürger-Info zur Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide in der Glückauf-Halle

Detailierte Informationen für die Anwohner
Von Petra Grünendahl

Evakuierungs- (rot) und Sicherheitszone (schwarz) für die Sprengung des Weißen Riesen in Hochheide am 24. März 2019. Grafik: Stadt Duisburg.

„Absolute Halteverbote in Evakuierungs- und Sicherheitszone werden ab Samstag, 23. März, um 8 Uhr gelten“, erklärte Frank van Staa vom Ordnungsamt der Stadt Duisburg. Ab 12 Uhr würde dann rigoros abgeschleppt. Fahrzeuge sollten aber auch wegen der unvermeidbaren Staubentwicklung auf Privatgrundstücken nicht im Freien stehen: „Sie sollten zu ihrem Schutz in Garagen oder Tiefgaragen eingestellt werden“, so van Staa. Gleiches gelte für Balkon- oder Terrassenmöbel, die man in die Wohnung holen solle. Teiche oder Dinge, die man nicht reinhole könne, solle man abdecken. Um 8 Uhr am Sonntagmorgen (24. März) müssten alle Anwohner – das sind rund 2.500 Menschen – die Evakuierungszone verlassen haben. In der Sicherheitszone gilt ab 8 Uhr ein Aufenthaltsverbot im Freien (für Anwohner erst ab 10 Uhr). Ab 11.45 Uhr dann sollten auch in der Sicherheitszone alle Bewohner Räume aufsuchen, die nicht zur Seite der Sprengung hin gerichtet sind. Es gelten quasi die gleichen Schutzvorschriften wie bei Bombenentschärfungen (luftschutzmäßiges Verhalten), auch wenn die Zeiträume großzügiger gefasst sind, weil ja garantiert Sprengstoff hoch geht.

Das Podium (v. l.): Feuerwehrchef Oliver Tittmann, Frank van Staa Ordnungsamt, Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH), Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum GmbH), Marc Sommer (rebuild.ing GmbH) und Moderator Martin Tazl. Foto: Petra Grünendahl.

Die Stadt Duisburg hatte zur Informationsveranstaltung für die Anwohner der Häuser rund um den Weißen Riesen eingeladen, der am 24. März 2019 gesprengt wird. Neben Generalplaner Marc Sommer (rebuild.ing GmbH), Abrissunternehmer Bernd Zaum (P&Z Prangenberg & Zaum) und Moderator Martin Tazl saßen auf dem Podium weitere Experten, die konkrete Auskünfte zum Ablauf von Sicherungsmaßnahmen und Sprengung geben konnten. Nach einem Rückblick auf die Sanierung und Ausführungen zum aktuellen Stand der Dinge erläuterte Sprengmeister Martin Hopfe (Thüringer Spreng GmbH) das Sprengkonzept und die Auswirkungen auf das Umfeld. Zu Evakuierung und Sicherheitsmaßnahmen informierten Frank van Staat vom Ordnungsamt und Feuerwehrchef Oliver Tittmann. Rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Ordnungsamt und Polizei sind an jenem Tag rund um die Sprengung im Einsatz.

Info-Veranstaltung der Stadt Duisburg für die Anwohner rund um den Weißen Riesen in Hochheide in der Glückauf-Halle. Foto: Petra Grünendahl.

Ein Betreuungsraum für die Evakuierten, die nicht anderweitig unterkommen, wird an der Gottfried-Wilhelm-Leibnitz-Gesamtschule, Hamborner Straße 274-278, 47166 Duisburg-Hamborn, eingerichtet. Eine Anmeldung unter Telefon 0203 / 94000 ist nötig, damit die Feuerwehr ausreichend Verpflegung sicherstellen kann. Der Parkplatz der Glückauf-Halle, der an den Sicherheitsbereich angrenzt, wird für Fahrzeuge der der Einsatzkräfte benötigt und ist entsprechend weiträumig gesperrt. Für betroffene Anwohner, die nicht mit einem eigenen Fahrzeug nach Hamborn fahren können (Parkplätze für private Fahrzeuge vorhanden), bietet die Stadt einen Shuttlebus für Hin- und Rückfahrt an (mit zwei bis drei Haltestellen rund um den Sicherheitsbereich, die noch bekannt gegeben werden). Man müsse mit einer Abwesenheit von etwa 8 bis 10 Stunden rechnen, so Feuerwehrchef Tittmann, denn direkt nach der Sprengung müssten erst die Luft auf ausgetretene Gase und Leitungen auf Dichtigkeit überprüft werden. Außerdem müsse überprüft werden, ob auch alle Sprengladungen hochgegangen seien. Dies werde zusätzliche Stunden in Anspruch nehmen. Rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Ordnungsamt und Polizei seien an jenem Tag rund um die Sprengung im Einsatz, so Feuerwehrchef Tittmann.

Die Sprengung

Der Weiße Riese vom Parkplatz der Glückauf-Halle aus. Der Parkplatz wird zur Sprengung für die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk benötigt. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben Erfahrung und wissen, was wir hier tun“, sagte Martin Hopfe. Die größte Herausforderung der Sprengung sei die Unterdrückung von Staub, so der erfahrende Sprengmeister. Er zeigte hierzu ein Video von der Sprengung des Hochhauses Goliath in Marl 2006 (ein kleiner Eindruck hier … https://www.youtube.com/watch?v=dXGBWaKxtwY), die er damals verantwortet hatte. Nicht einmal die Feuerwehr mit Wasserwerfern könne die Staubentwicklung vollständig eindämmen, so Hopfe. Dass Fenster von der Detonation zu Bruch gehen könnten, schlossen er und P&Z-Geschäftsführer Bernd Zaum allerdings aus.

Den besten Platz haben Schaulustige übrigens vor dem eigenen Fernseher (der WDR überträgt live), da man das Gebäude von jenseits der Sperrbereiche kaum sieht!

Infos rund um Evakuierung und den Sperrmaßnahmen findet man hier:

  • Info-Flyer
  • www.diesprengung.com
  • www.duisburg.de
  • Call Duisburg, Telefon 0203 / 94000
  • Informationsblätter werden durch den städtischen Außendienst am 6. März in der Sicherheits- und Evakuierungszone verteilt.
  • Informationsstand des städtischen Außendienstes auf dem Wochenmarkt Hochheide: vom 6. bis 20. März (mittwochs und samstags). Am Samstag, 23. März, fällt der Wochenmarkt aus!
  • Hilfebedürftige (Bettlägrige, Rollstuhlfahrer, Blinde etc.) können sich ab sofort wegen des Transports unter 0203 / 2832000 melden.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

MKM Museum Küppersmühle in Duisburg: Ein Raum für den Bauhaus-Künstler Otto Hofmann

Ausstellungsraum feiert „100 Jahre Bauhaus im Westen”
Von Petra Grünendahl

Stellten den neuen Ausstellungsraum vor (v. l.): Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert, Künstler-Witwe Marianne Hofmann und Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling vor einem Werk aus den 1980er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

„Durch den Krieg sind viele frühe Werke meines Mannes verloren gegangen“, erzählte Marianne Hofmann beim Gang durch die Ausstellung. Für sie ist es ein bewegender Moment, die Bilder wieder zu sehen, die früher in ihrem Haus hingen. Als sie die Werke ihres Mannes (bis auf wenige Ausnahmen) verkauft hatte, so die 75-Jährige, habe sie ihren Nachlass ordnen wollen. Ihr Mann Otto Hofmann (1907 – 1996) hatte nach einer Malerlehre zunächst Architektur, dann Industriedesign und Malerei am Bauhaus in Dessau u. a. bei Paul Klee und Wassily Kandinsky studiert. Vor den Nationalsozialisten floh er nach Paris, kam aber aus familiären Gründen zurück nach Deutschland, wo er für seine „entartete Kunst“ diffamiert, seine Werke beschlagnahmt wurden. Bei der Umsiedlung in den Westen 1950 wären viele seiner Werke zurückgeblieben, erzählte die Witwe. Sie seien bis heute verschollen. Von 1966 bis 1974 lehrte er in (West-)Berlin, bevor er nach seiner Emeritierung mit seiner Frau nach Ligurien (Italien) ging, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Frühwerk von Otto Hofmann: Ohne Titel (1931). Foto: Petra Grünendahl.

Gemeinsam mit der Witwe des Künstlers stellten Museumsdirektor Prof. Dr. h. c. Walter Smerling und Kuratorin Dr. Eva Müller-Remmert den neu gestalteten Raum mit Werken von Otto Hofmann vor. Die Sammlung Ströher hatte vor wenigen Jahren von der Witwe das Gros der Werke ihres Mannes erworben. Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum nahm das MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst im Duisburger Innenhafen zum Anlass, eine Auswahl des „Konvolutes“ zu zeigen: in einem eigenen Raum in der Dauerausstellung. Otto Hofmann als Vertreter einer geometrischen Abstraktion ergänzt die Sammlung Ströher mit ihrem Schwerpunkt im Informel um einen wichtigen Aspekt der deutschen Gegenwartskunst der Nachkriegzeit.

Otto Hofmann in den 1930er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

Das MKM zeigt mit der konzentrierten Werkschau Otto Hofmanns Entwicklung als Künstler von Frühwerken aus den 1930er-Jahren bis in die 1980er-Jahre, als er in Italien neue Inspirationen fand. Einflüsse seiner Lehrer Klee und Kandinsky finden sich ebenso wie die von großen Kollegen wie Pablo Picaso, Oskar Schlemmer, Kurt Schwitters oder Alberto Giacometti. Anfangs sind seine Werke gegenständlicher, landschaftliche Bezüge erkennbarer. Spätere Arbeiten werden abstrakter, als sie im freien Spiel von Linien und amorphen Formen aufgehen. Hofmanns Nachlass, der heute der MKM-Stiftung gehört, umfasst große Konvolute an Ölbildern, Aquarellen und Papierarbeiten aus den Jahren 1929 bis 1995, darüber hinaus Plakate, Briefe, dokumentarische Zeugnisse und zahlreiche Feldpost-Malerbriefe aus Russland (1941-1944).

Jahresprogramm 2019

Otto Hofmann in den 1950er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

Otto Hofmann in den 1980er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

In den Erdgeschossräumen des Museums sind noch bis zum 10. März 2019 Arbeiten von Emil Schumacher zu sehen. Es folgen eine Sonderschau mit Werken von Klaus Rinke („Die vierte Kraft“) anlässlich seines 80. Geburtstages, die Fotografie-Ausstellung „Melting Pott“ mit Arbeiten von Till Brönner sowie eine Malerei-Ausstellung mit Werken von Katharina Grosse und ihrem Lehrer Gotthard Graubner. Neben den Rahmenprogrammen zu den jeweiligen Ausstellungen wird auch das Format „Kunst trifft …“ in diesem Jahr weitergeführt.

Die Bauarbeiten am Erweiterungsbau lägen im Zeitplan und würden bis zum Jahresende abgeschlossen, erzählte Museumsdirektor Smerling. Er erwarte die Eröffnung Anfang 2020: „Ich gehe März aus.“ Dann wird er die Kunstsammlung Ströher sehr viel umfassender als bislang präsentieren können.

Museum Küppersmühle:
Duisburger haben donnerstags freien Eintritt

Der neue Raum mit Werken von Otto Hofmann im Museum Küppersmühle. Foto: MKM.

Otto Hofmann in den 1980er-Jahren. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum Küppersmühle findet man im Innenhafen am Philosophenweg 55 (Haupteingang). Mittwochs ist das Museum von 14 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr. Montags und dienstags ist Ruhetag. Der Eintritt kostet nur für die Wechselausstellungen 6 Euro, für das gesamte Haus (inkl. Wechselausstellung) 9 Euro. Ermäßigt sowie bei Gruppen ab 10 Personen zahlt man pro Person 4,50 Euro, Kinder und Schüler über sechs Jahren zahlen 2 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt, ebenso donnerstags alle Duisburger (gegen Vorlage des Personalausweises). Alle Ausstellungsräume des Museums sind auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich. Offene Führungen durch die Sammlung sowie durch laufende Ausstellungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr, aber auch nach Vereinbarung.

Kostenlose Besucherführungen gibt es jeden Sonntag um 15 Uhr (maximal 30 Teilnehmer, frühzeitiges Erscheinen ist empfohlen). Mehr Informationen ebenso wie die Kontaktdaten zur Anmeldung gibt es auf den Internet-Seiten des Museums Küppersmühle für Moderne Kunst.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (6), MKM (1)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Deutsche Oper am Rhein: Richard Wagners „Siegfried“ begeisterte im Theater Duisburg

Leuchtende Liebe, lachender Tod
Von Petra Grünendahl

Corby Welch (Siegfried). Foto: Hans Jörg Michel.

James Rutherford (Der Wanderer), Cornel Frey (Mime). Foto: Hans Jörg Michel.

Cornel Frey (Mime), Corby Welch (Siegfried). Foto: Hans Jörg Miche

Heike Wessels (Brünnhilde), Corby Welch (Siegfried). Foto: Hans Jörg Michel.

Siegfried (Corby Welch) ist ohne Kenntnis seiner Herkunft in der Abgeschiedenheit beim Zwergen Mime (Cornel Frey), einem Schmied, aufgewachsen, ahnt aber, dass dieser nicht sein Vater ist. Mime erzählt Siegfried schließlich von seinen Eltern und dem Schwert Nothung. Der Wanderer (James Rutherford), als der Wotan unterwegs ist, verrät dem Zwerg, dass „nur wer das Fürchen nicht kennt“, Nothung neu schmiedet. Mime ist dazu nicht in der Lage. Es gelingt aber schließlich Siegfried. Mit dem Schwert tötet er den Drachen, in den der Riese Fafner (Lukasz Konieczny) sich verwandelt hatte, und nimmt Ring und Tarnhelm an sich. Und er tötet den hinterlistigen Mime, der ihn umbringen will, um in Besitz des Ringes zu kommen. Siegfried und Brünnhilde (Lise Lindstrom) sollen die Welt von der Macht des Rings befreien, so Wotans Plan. Auf dem Weg zu Brünnhilde trifft Siegfried seinen Großvater: Der junge Mann zerschlägt mit Nothung Wotans Speer und entmachtet damit den Weltherrscher. Siegfried findet die Walküre, durchschreitet den Feuerring und küsst sie wach. Brünnhilde erkennt in ihm den Helden, den Wotan ihr vorbestimmt hatte. Ihre befreiende Vereinigung feiern sie: „leuchtende Liebe, lachender Tod“.

Mit „Siegfried“ brachte die Deutsche Oper am Rhein den dritten Teil von Richard Wagners Zyklus „Der Ring des Nibelungen“ in der Neuinszenierung von Dietrich W. Hilsdorf auch im Theater Duisburg auf die Bühne. Ein restlos begeistertes Publikum feierte die herausragenden Akteure völlig zu Recht mit minutenlangen, teils stehenden Ovationen. Das rund fünfstündige Werk in drei Aufzügen (inklusive zwei Pausen) wird in deutscher Sprache gesungen, Übertitel erleichtern das Verständnis der Handlung. Die Tetralogie, die als Richard Wagners Hauptwerk gilt, wird ab dem 5. Mai mit der Götterdämmerung an Duisburger Spielstätte ihren Abschluss finden.

Herausragende Akteure begeisterten

Lukasz Konieczny (Fafner), Corby Welch (Siegfried). Foto: Hans Jörg Michel.

Cornel Frey (Mime), Stefan Heidemann (Alberich). Foto: Hans Jörg Michel.

Der Tenor Corby Welch füllte seine Rolle als Wagnerscher Heldentenor Siegfried nicht nur mit seinen gesanglichen Qualitäten, sondern auch schauspielerisch zum Leben. Scheinbar mühelos bewältigte er den Part der Titelfigur, die in dem langen Opernabend durch ihre massive Bühnenpräsenz eine Herausforderung ist. Mit James Rutherford (Der Wanderer) stand ihm ein erfahrener Wagner-Interpret (Bariton) als Wotan zur Seite, der seine Rolle ebenso brillant meisterte wie Cornel Frey als Charaktertenor den Mime, Stefan Heidemann den Zwerg Alberich oder Lise Lindstrom in einem fantastischen Finale die Brünnhilde. Lukasz Konieczny (Fafner), Renée Morloc (Erda) und Julia Sitkovetsky (der Waldvogel) vervollständigten mit kleineren Rollen die grandiose Besetzung.

Das vollständig durchkomponierte Werk meisterten glänzend aufgelegte Duisburger Philharmoniker und die Hornsolistin Magdalena Ernst unter der Leitung von DOR-Generalmusikdirektor Axel Kober, der seit 2013 auch regelmäßig bei den Bayreuther Festspielen dirigiert. Die drei Bühnenbilder von Dieter Richter (in jeder Pause wird die Bühne vollständig umgebaut) setzte das Lichtdesign von Volker Weinhart wirkungsvoll in Szene. Die passenden Kostüme entwarf Renate Schmitzer.

Der Ring-Zyklus als Festspiel

Stefan Heidemann (Alberich), James Rutherford (Der Wanderer). Foto: Hans Jörg Michel.

Die monumentale Komposition von Richard Wagner (1813 – 1883) war von Anfang an für Festspiele konzipiert, seine Dichtung entwickelte und schrieb Wagner (er ist auch Librettist) vom Ende (Götterdämmerung) her bis zu ihrem Anfang (Das Rheingold), wobei der für seinen Opernzyklus unterschiedliche Sagen vereinte. Mit Unterbrechungen hat der Komponist von 1848 bis 1874 an der Tetralogie gearbeitet, mit der größten Schaffenspause von zwölf Jahren zwischen der „Walküre“ und „Siegfried“. „Siegfried“ ist die erste Oper des Ring-Zyklus, die bei den Bayreuther Festspielen 1876 ihre Uraufführung feierte und der Ring im gerade fertig gestellten Festspielhaus erstmals vollständig aufgeführt werden konnte. Der Vorabend (Das Rheingold) und der erste Tag (Die Walküre) waren bereits 1869 bzw. 1870 im Nationaltheater München uraufgeführt worden: Auf Wunsch von König Ludwig II. von Bayern, seinem Mäzen, aber zum Leidwesen des Komponisten.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Weitere Termine im Theater Duisburg:
So | 10. Februar 2019 | 17:00 Uhr und
Do | 30. Mai 2019 | 17:00 Uhr.
Am Donnerstag, 20. Juni 2019, um 17 Uhr läuft eine Wiederaufnahme von „Siegfried“ im Opernhaus Düsseldorf.

Corby Welch (Siegfried), Heike Wessels (Brünnhilde). Foto: Hans Jörg Michel.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten wegen Überlänge zwischen 19 und 76,00 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Dezernent Andree Haack sprach über den Wirtschaftsstandort

Das neue Duisburg – Ruhrgebiet 4.0
Von Petra Grünendahl

Wirtschaftsdezernent Andree Haack beim Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein. Foto:: Petra Grünendahl.

„Duisburg hat große Potenziale, macht aber manchmal zu wenig aus sich“, erklärte Wirtschaftsdezernent Andree Haack. Ein großes Problem sei das Image: Die Wahrnehmung der Stadt müsse verbessert werden. „Wir brauchen eine Strategie und müssen die Wirtschaftsförderung schlagkräftiger aufstellen“, sagte Haack, von Amts wegen Mitgeschäftsführer der GFW Duisburg. Er will die Tochtergesellschaft stärker an die Verwaltung und sein Dezernat anbinden. Den Strukturwandel will Haack weiter vorantreiben und alte Standorte mit neuem Leben füllen. Aber alte Industrieflächen sind wegen Altlasten nicht unbedingt wirtschaftlich für eine neue Nutzung aufzubereiten. „Wir hätten viele Ansiedlungen machen können, wenn wir als Stadt die Flächen vorrätig oder verfügbar gehabt hätten.“ Dafür will Andree Haack ein Flächenmanagement in der Verwaltung aufbauen.

Club-Präsident Marco Pfotenhauser biem Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein. Foto:: Petra Grünendahl.

Der Marketing-Club hatte zu seinem Neujahrsempfang Duisburgs Wirtschaftsdezernenten Andree Haack eingeladen. Unter dem Thema „Das neue Duisburg – Ruhrgebiet 4.0“ beleuchtete der Beigeordnete den Wirtschaftsstandort Duisburg näher. Der 45-Jährige gebürtige Moerser, der in Homberg aufgewachsen ist, baut seit Juli 2018 das neu geschaffene Dezernat für Wirtschaft und Strukturentwicklung auf. Zunächst, so Haack, müsse man Strukturen im Dezernat schaffen wie eine Stabsstelle, die Investoren bei neuen Ansiedlungen unterstützt und nötige Schritte in der Verwaltung koordiniert. Ihm sei auch die Stabsstelle für Europaangelegenheiten zugeordnet worden, die jetzt Stabsstelle für Wirtschaft und Europaangelegenheiten heißt: „Dort hatten wir einen Volkswirtschaftler, einen Wirtschaftswissenschaftler und einen Raumökonomen, die wir für die Strukturentwicklung brauchen.“

Stahl hat Zukunft

Wirtschaftsdezernent Andree Haack beim Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein. Foto:: Petra Grünendahl.

„Wir brauchen Stahl. Ich glaube, dass die Stahlindustrie hier vor Ort und in Europa eine Zukunft hat“, ist sich der Wirtschaftsdezernent sicher. Standortfaktur dafür sei aber nicht mehr die Kohle vor Ort [weil sie hier nicht mehr abgebaut wird], „sondern die Kunden und Abnehmer, die in einem Radius von wenigen 100 Kilometern um Duisburg herum angesiedelt sind.“ Er stelle sich aber auch die Frage ‚Will man in Europa die Industrie noch haben?’: „Man hat manchmal den Eindruck, dass nicht“, bedauerte Haack.

Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein. Foto:: Petra Grünendahl.

Neujahrsempfang des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein. Foto:: Petra Grünendahl.

Jenseits der Industrie sieht der Wirtschaftsdezernent Duisburg gut aufgestellt. Die Universität Duisburg-Essen (UDE) sei führend beim Wissenstransfer: „Wir sind deutschlandweit sehr weit vorne bei den daraus resultierenden Startups.“ Eine wichtige Rolle für Startups bilden Gründerzentren wie Tectrum und Starport: „Wir brauchen mehr Gründerzentren und versuchen, entsprechende Impulse zu geben.“ Weitere Standortvorteile sieht Haack in den Forschungsinstituten, die sich rund um die Uni angesiedelt haben. Von den über 20.000 Studenten der UDE alleine in Duisburg sind rund 2.000 Chinesen. Andree Haack mahnte an, die Verbindungen nach China mit einer konkreten Strategie zu füllen: „Aus der neuen Seidenstraßen müssen wir mehr machen. Der Duisburger Hafen hat einen Plan: Hafenchef Erich Staake will die Container. Das kann für uns als Stadt aber nicht alles sein.“ Andree Haack machte deutlich, wo er in der Verbindung von Werten und Innovation Potenziale sieht für Duisburg und das Ruhrgebiet, die man nutzen müsse.

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburg: Jubiläumsprunksitzung der KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V. begeisterte im rappelvollen Saal

Zur närrischen 6x 11 ließen es die blau-roten Karnevalisten mächtig krachen
Von Petra Grünendahl

Talente aus eigenen Reihen: Die Große Tanzgarde der KG Sonniger Süden feierte hier ihr Debüt auf der Bühne. Foto: Petra Grünendahl.

Gute aufgestellt geht die KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V. in ihre Jubiläumssession. Foto: Petra Grünendahl.

„Was sollen wir in Köln suchen, wenn wir hier vor Ort reichlich Talente haben“, sagte Willi Garohn, Präsident der KG Sonniger Süden. Für die Prunksitzung wurde er nicht nur in Duisburg, sondern sogar in der eigenen Gesellschaft fündig, um das abendfüllende Programm zu gestalten. Neben Tanzmariechen Lena (16), die bereits im Vorjahr ein viel umjubeltes Debüt gefeiert hatte, trumpften das neue Tanzpaar Leon (von der KG Sonniger Süden) & Chantal (von der KG Königreich Duissern) sowie die Große Tanzgarde auf. Die zwölf Mädchen zwischen 14 und 24 durften hier ebenso wie das Tanzpaar hier ihre Premiere feiern.

Närrische 6x 11 Jahre feierte die KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V. mit ihrer Jubiläumsprunksitzung in der rappelvollen Pausenhalle der Gesamtschule Duisburg-Mitte an der Falkstraße. Präsident Willi Garohn und Geschäftsführer Oliver Wolters führten durch ein vielfältiges Programm, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte. Vor allem in eigenen Reihen ist die Garde zukunftsfähig aufgestellt, bringt sie doch dank des unermüdlichen Engagements von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern nicht nur drei Sitzungen in den Saal, sondern mittlerweile viele Tanzprogramme selber auf die Bühne. Und natürlich die die Show des Elferrates der KG, die immer wieder für reichlich Lacher aus dem Publikum gut ist.

Jubliäumsprogramm begeisterte

Talente aus eigenen Reihen: Tanzmariechen Lena. Foto: Petra Grünendahl.

Lediglich mit Büttenrednerin Engel Hettwich, deren derber Humor beim Publikum gut ankam, und Bauchredner Peter Kerscher, dessen Kuh Dolly die meisten Lacher auf ihrer Seite hatte, kamen Akteure von außerhalb. Mit Stimmungsmusik glänzte das Duisburger Duo Stark reduzierte Einzelstücke. Kraftvoll und laut ließen die Ruhrpott Guggis den Saal beben. Ins Reich der Amazonen entführte die Showtanzgruppe Red Diamonds der KG Grün-Weiß Walsum.

Die Kinderprinzencrew: Prinz Marvin II. (mitte) mit Prinzessin Alina I. (rechts) und Pagin Annika (links). Foto: Petra Grünendahl.

Dazu kamen die fantastischen Auftritte des Kinderprinzenpaares Marvin II. und Alina I. mit Pagin Annika sowie des jüngsten Duisburger Stadtprinzen Kevin I. mit seiner Crew. Oliver Wolter leistete sich mit der Ansage für „Kinderprinz“ Kevin einen kleinen Schnitzer, der aber darin begründet lag, dass der aktuelle Prinz im Jahr 2008 schon als Kinderprinz durch die Duisburger Karnevalsäle gezogen war. Mit viel Begeisterung und Charme rissen die kleine wie die große Prinzencrew die Jecken im Saal von den Stühlen. Insbesondere des Prinzen Song „Heimat“ (auf die Musik von Rod Stewarts „Sailing“) begeisterte das Duisburger Publikum. Das Programm begleitete musikalisch die Band „Concorde“, die nach dem Programm zu später Stunde noch zum Tanz aufspielte.

In Wanheimerort gegründet

Stadtprinz Kevin I. mit seiner Prinzencrew aus vier Paginnen und zwei Hofmarschällen. Foto: Petra Grünendahl.

In der Gaststätte „Fuchsecke“ wurde die KG Sonniger Süden Blau-Rot im Jahr 1953 gegründet: am 21. Februar, wie die Chronik der Karnevalisten verrät. Viele Jahre feierte man seine Sitzungen in den großen Sälen von Gaststätten. Nachdem solche Örtlichkeiten nicht mehr zur Verfügung standen, zog die KG Sonniger Süden mit ihrem klassischen Saalkarneval 1997 in die Pausenhalle der Gesamtschule Duisburg-Mitte, wohin man seitdem die feierfreudigen Jecken zu ziehen weiß.

Talente aus eigenen Reihen: Das neue Tanzpaar Leon (KG Sonniger Süden) und Chantal (KG Königreich Duissern). Foto: Petra Grünendahl.

Die KG Sonniger Süden Blau-Rot 1953 e. V. feiert in ihrem Jubilälumsjahr weiter mit der Damensitzung am Samstag, 9. Februar, um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) sowie ihrer 2. Großen Kindersitzung am Sonntag, 10. Februar, um 13 Uhr (Einlass 12.15 Uhr). Beide finden ebenfalls in der Pausenhalle der Gesamtschule Mitte statt. Karten für die Damensitzung gibt es auch, für die Kindersitzung ausschließlich im Vorverkauf (siehe https://www.kg-sonniger-sueden.de/kontakt-bestellformular/).
www.kg-sonniger-sueden.de

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage verlieh Preis an Projekt „Junge Muslime in Auschwitz”

Verstehen, wozu Ausgrenzung führt
Von Petra Grünendahl

Projektleiter und Initiator des Projekts „Junge Muslime in Auschwitz“ Burak Yilmaz (mit dem Preis in Form einer Hand) umrahmt von Laudatorin Carina Gödecke (links daneben) und Bündnis-Sprecher Armin Schneider (rechts daneben), Projektteilnehmern, Mitarbeitern von Jungs e. V. sowie Ehrengästen. Foto: Petra Grünendahl.

Laudatorin Carina Gödecke, Vizepräsidentin des Landtags NRW. Foto: Petra Grünendahl.

„Für mich als Deutscher“, sagte der junge Muslim, „mit Eltern, die einen arabischem Migrationshintergrund haben, hatte ich nicht gedacht, dass es mich so berühren würde.“ Dieses „es“ war nach Vorbereitungsseminaren der Besuch im früheren Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im heutigen Polen. „In den Seminaren setzen sich die jungen Muslime nicht nur mit der deutschen Geschichte, sondern auch mit ihrer Herkunft und dem Antisemitismus in ihrer eigenen Familie auseinander“, erzählte Projektleiter Burak Yilmaz, der das Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“ initiiert hatte. Mittlerweile hätten 60 Jungen und junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren an diesem Projekt teilgenommen – und sie trügen ihre Erfahrungen an andere junge Menschen weiter: Unter anderem über Videos auf Youtube oder auf Facebook. „Als Türke, als Deutscher und als Mensch hat es mich etwas anzugehen“, bekräftigte ein weiterer Teilnehmer des Projekts. „Was wir hier machen, sollte selbstverständlich sein.“

Projektleiter und Initiator des Projekts „Junge Muslime in Auschwitz“ Burak Yilmaz (mit dem Preis in Form einer Hand) umrahmt von Laudatorin Carina Gödecke (links daneben) und Bündnis-Sprecher Armin Schneider (rechts daneben). Im Hintergrund: Projektteilnehmer, Mitarbeiter der Jungs e. V. und Ehrengäste. Foto: Petra Grünendahl.

Traditionell am Holocaust-Gedenktag* verlieh das Duisburger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage seinen Preis für 2018 an das Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“ der Jungs e. V. Der Preis wurde in diesem Jahr zum 18. Mal vergeben. Die Verleihung fand – auch das hat Tradition – im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen im Innenhafen statt. „Die große Gastfreundschaft dieser Gemeinde ist nicht selbstverständlich: Danke!“, sagte Bürgermeister Manfred Osenger in seinem Grußwort. Auschwitz sei eine Mahnung, sich an die Vergangenheit zu erinnern: „Es geht nicht um Schuld für Vergangenheit, sondern um die Verantwortung für die Zukunft: So etwas darf nie wieder passieren!“

Viel Engagement für friedliches Zusammenleben in Duisburg

Angelika Wagner, Geschäftsführerin des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Foto: Petra Grünendahl.

Übergabe von Preis, Uhrkunde und Geschenken für die anwesenden Projektteilnehmer. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir verleihen den Preis an Personen oder Gruppen, die durch ihr Engagement das Thema Toleranz und Zivilcourage sowie seine Bedeutung für ein friedliches Zusammenleben in Duisburg in besonderer Weise positiv umgesetzt haben“, erzählte Angelika Wagner, Geschäftsführerin des Bündnisses. „Die Auswahl, die der Jury in jedem Jahr vorliegt, spiegelt die Vielfalt und Vielzahl der Initiativen, die sich dafür in unserer Stadt einsetzen.“ – „Dieser Tag mahnt, was Menschen anderen Menschen antun können. Erinnern heißt auch, sich mit sich selbst auseinander zu setzen“, sagte Carina Gödecke, Vizepräsidentin des Landtags NRW, in ihrer Laudatio. „Wir müssen das Erinnern wach halten. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten. Diese Verantwortung kann uns keiner nehmen.“ Duisburg sei eine Stadt, in der das Zusammenleben unterschiedlichster Kulturen trotz aller Probleme funktioniere, weil sich viele Menschen dafür einsetzten, so Gödecke. Man solle Jungenarbeit nicht als Methode, sondern als Haltung gegenüber anderen auffassen: „Diese Jungen kennen Ausgrenzung, aber nicht so, wie sie im Nationalsozialismus war. Sie lernen verstehen, wozu Ausgrenzung führt. Sie lernen, die Grenzen ihrer Erziehung und Sozialisation zu erkennen und damit in die Öffentlichkeit zu gehen“, lobte die Landtagsvizepräsidentin das Projekt und seine Teilnehmer.

Die Gelsenkirchener Swingfoniker verliehen der Veranstaltung den passenden musikalischen Rahmen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Jungs e. V. als Träger des Projekts „Junge Muslime in Auschwitz“ ist das städtische Jugendbüro mit dem Schwerpunkt Sozialarbeit mit Jungen (als ergänzendes Pendant zur Mädcheneinrichtung Mabilda). Nach dem Projekt „HeRoes“ (siehe auch hier … oder hier: www.jungsev.de) 2012 wurde die Jungs e. V. hier bereits das zweite Mal ausgezeichnet. Einen passenden musikalischen Rahmen gestalteten wie in früheren Jahren die Gelsenkirchener Swingfoniker unter der Leitung von Lutz Peller. Im Anschluss an die Preisverleihung gab es für die geladenen Gäste aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft noch Gelegenheit zu Gesprächen bei einem kleinen Imbiss.

*) Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee am 27. Januar 1945

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama, Politik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Lehmbruck Museum in Duisburg: Jahresprogramm stellt „Schönheit” der Meister der Moderne in den Focus

Auguste Rodin und Wilhelm Lehmbruck, Sculpture 21st mit Julian Opie sowie Eija-Liisa Ahtila
Von Petra Grünendahl

Auguste Rodins „Le Penseur“ (Der Denker). Musée Rodin Paris. Foto: Christian Baraja.

Auguste Rodins Werke stellen einen Bruch dar mit der klassischen akademischen Schönheit: Der französische Bildhauer suchte nach mehr als nur der äußeren Erscheinung. Vielmehr versuchte er, in seinen Plastiken die Ausdruckskraft des Charakters herauszuarbeiten. Mit der Jubiläumsausstellung „Schönheit“ treffen anlässlich des 100. Todestages des Namensgebers stellt das Museum mit Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) und Auguste Rodin (1840-1917) in den Mittelpunkt: Zwei Meister der Moderne, die zur vorletzten Jahrhundertwende Menschenbild und Schönheitsideal verändert haben. Rodin beeinflusste Lehmbruck, war wohl auch der Grund, warum dieser 1910 nach Paris ging. Die Skulpturen der beiden wegweisenden Bildhauer sowie Werke solcher Künstler, die wiederum von ihnen beeinflusst wurden, werden den gesamten über 1.100 Quadratmeter großen Wechselausstellungsbereich des Neubaus einnahmen. Zahlreiche hochklassige Leihgaben u. a. vom Rodin-Museum in Paris bereichern die Werkschau: „Das sind Arbeiten, die man so schnell hier nicht mehr sehen wird“, schwärmte Jessica Keilholz, Kuratorin der Sonderausstellung.

Wilhelm Lehmbrucks „Große Sinnende“ mit dem Team des Lehmbruck Museums um Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (6. v. r.) und Kulturdezernent Thomas Krützberg (5. v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

Wilhelm Lehmbrucks Gegenentwurf zu Auguste Rodins „Denker“: der sitzende Jüngling. Foto: Petra Grünendahl.

Im Pressegespräch stellten Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla mit ihrem Team und Kulturdezernent Thomas Krützberg das Programmheft für das erste Halbjahr sowie das Jahresprogramm des Lehmbruck Museums vor. Das breite Ausstellungsprogramm des vergangenen Jahres habe zu weiteren Besucherzuwächsen geführt, erzählte Kulturdezernent Krützberg. Nicht nur Exponate und das vielfältige Rahmenprogramm seien Aushängeschilder des Museums, sondern auch beispielsweise die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern mit dem Ziel der Integration. Etabliert haben sich beim Publikum Formate wie die „Lehmbruck Lectures“, die plastikBAR, das City Atelier und das Sommerfest, welches auch in diesem Jahr mit einem Tag der Offenen Tür stattfinden wird. Parallel zur großen Sonderausstellung „Schönheit. Lehmbruck & Rodin. Meister der Moderne“ (23. März bis 18. August) gibt eine Studioausstellung im Lehmbruck-Flügel (23. März bis 8. September Einblicke in seine private und künstlerische Biografie.

Sculpture 21st zeigt Julian Opie, Eija-Liisa Ahtila Werke aus 20 Jahren

Wilhelm Lehmbrucks „Knieende“ im Vordergrund, hinten links Käthe Kollwitz Mutter und Kind (links) und Wilhelm Lehmbrucks Gestürzter (rechts). Foto: Petra Grünendahl.

Ab 23. Mai stellt der Brite Julian Opie (*1958) im Rahmen von Sculpture 21st in der Glashalle zum Kantpark seine überlebensgroßen „Walking Figures“ aus. Seine Skulpturen vereinfacht er und reduziert sie auf das Wesentliche. Er spielt mit Bildern der Alltagskultur. Viele Skulpturen und LED-Installationen finden sich auch im öffentlichen Raum. Eine ähnliche Wirkung hat die Schau in der Glashalle als Schnittstelle zum öffentlichen Raum (Kantpark), die bis zum 27. September dauert.

Wilhelm Lehmbrucks „Große Stehende“. Foto: Petra Grünendahl.

Von der Finnin Eija-Liisa Ahtila (*1959) zeigt das Lehmbruck Museum mit Fotografien, Zeichnungen, Filmen und Medieninstallationen einen umfassenden Einblick in ihr Gesamtwerk. Ahtila arbeitet mit zeitgenössischen Mitteln, veränderte Wahrnehmung, alternative Weltmodelle und den Menschen als Teil der Welt aufzuzeigen. Aus 20 Jahren ihres Schaffens stammen Werke, die die Seele, das Geistige spiegeln: „Was macht den Menschen aus?“ als Anregung zum Weiterdenken. Ahtila war bereits 2014 im Rahmen von Sculpture 21st in der großen Glashalle des Lehmbruck Museums zu sehen.

Ansicht vom City Atelier. Foto: Dejan Saric / Lehmbruck Museum.

Mit dem City Atelier führt die Kunstvermittlung des Museums ein Projekt fort, welches sich im vergangenen Jahr etabliert hatte. Begleitend zur Ausstellung von Lehmbruck & Rodin beschäftigt sich das City Atelier ab Mai mit dem künstlerischen Gestaltungsprinzip der Proportionen. Besucher können eigene Ideen kreativ umsetzen und bei wöchentlichen Workshops unter Anleitung professioneller Künstler an eigenen Radierungen oder Zeichnungen versuchen. Zum Angebot des City Ateliers gehört auch die Reihe „Kunst im Doppelpack“, bei der Eltern mit Kleinkindern an einem speziell auf sie ausgerichteten Programm teilnehmen und das Museum sinnlich erkunden können.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Wilhelm Lehmbruck mit der „Badenden“ 1912, vermutlich im Atelier der Düsseldorfer Kunstakademie. Foto: Archiv.

Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags an Terminen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag um 11.30 Uhr; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (4), Christian Baraja (1), Dejan Saric (1), Lehmbruck Museum (1)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisbur-Ruhrort zeigt die Mannheimer Akte

Für eine freie Rheinschifffahrt:
Europas erstes Freihandelsabkommen

Von Petra Grünendahl

Ein Boot der Wasserschutzpolizei (Polizeidirektion Duisburg) brachte den Koffer mit den Unterlagen zum Anleger des Binneneschiffahrtsmuseums. Foto: Petra Grünendahl.

Nahmen den Koffer mit der Mannheimer Akte und den Ratifikationsurkunden am Anleger Eisenbahnbassin in Empfang (v. l.): Regierungsdirektorin Barbara Schäfer (Leiterin Referat WS25 Schifffahrt im Bundesverkehrsministerium), Kulturdezernent Thomas Krützberg, Museumsdirektor Dr. Bernhard Weber und Polizeidirektorin Dr. Elke Bartels. Foto: Petra Grünendahl.

Freuten sich, die Mannheimer Akte mit ihren Ratifikationsurkunden im Binnenschifffahrtsmuseum einer interessierten Öffentlichkeit zeigen zu können (v. l.): Polizeidirektorin Dr. Elke Bartels, ZKR-Generalsekretär Bruno Georges, Kulturdezernent Thomas Krützberg, ZKR-Präsident Achim Wehrmann und Museumsdirektor Dr. Bernhard Weber. Foto: Petra Grünendahl.

„Es ist das erste Mal, dass die Mannheimer Akte zusammen mit den Ratifikationsurkunden gezeigt wird“, erzählte Katrin Moosbrugger, stellvertretende Generalsekretärin der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt (ZKR). Vorsichtig und mit Stoffhandschuhen wurden die Akten ausgepackt und in die Vitrinen in der „Dunkelkammer“ gelegt. Mehr als 50 Lux verträgt das historische Papier nicht, will man es für die Nachwelt erhalten. Gehütet wird die Akte bei der ZKR in Straßburg (Frankreich), die als überstaatliche Organisation die Schifffahrt auf dem Rhein regelt. Nur selten wird das historische Papier einer Öffentlichkeit präsentiert. Dieses frühe Freihandelsabkommen im internationalen Warenverkehr schlossen 1868 Baden, Bayern*, Frankreich, Hessen, die Niederlande und Preußen; seit der Neubekanntmachung 1969 ist auch die Schweiz dabei. Es garantiert unter anderem freien Handel, die Freistellung von Abgaben und Zöllen sowie einheitliche Schiffssicherheits- und Schiffsverkehrsvorschriften.

Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt empfing die Mannheimer Akte am Anlieger des Museums. Überbracht wurden die Unterlagen, die Zwischenstationen in Mannheim und Bonn eingelegt hatten, durch ein Boot der Wasserschutzpolizei. Der wasserdichte und schwimmfähige Koffer gelangte dann vom Anleger im Eisenbahnbassin Ruhrort ins Museum, wo ein abgedunkelter Raum für die Präsentation geschaffen worden war. In den Vitrinen haben Museumsbesucher bis zum 28. April die Möglichkeit, einen Blick auf die Mannheimer Akte sowie die sechs Ratifikationsurkunden aus Baden, Bayern*, Frankreich, Hessen, den Niederlanden und Preußen zu werfen.

 
 
 

Vom freien Handel zum Frieden in Europa

Die Mannheimer Akte im Binnenschifffahrtsmuseum: Die überstaatliche Vereinbarung als Bekenntnis zum freien Warenverkehr wurde im Mannheimer Schloss am 17. Oktober 1868 unterzeichnet. Foto: Petra Grünendahl.

Museumsdirektor Dr. Bernhard Weber. Foto: Petra Grünendahl.

„Duisburg steht wie keine andere Stadt für den freien Warenverkehr“, erklärte Kulturdezernent Thomas Krützberg beim feierlichen Empfang. Demokratische Freiheiten und den freien Warenverkehr lobte Achim Wehrmann, Präsident der ZKR und Leiter der Unterabteilung Schifffahrt im Bundesverkehrsministerium, als Garanten für den Frieden. Der Historiker Prof. Dr. Hiram Kümper (Universität Mannheim) zeigte den „Langen Weg zur freien Rheinschifffahrt“ auf, der in der Mannheimer Akte einen Meilenstein zur heutigen Freizügigkeit in der EU darstellte. Der Rhein, einst eine vollwertige Grenze, verbinde heute Wirtschaft und Kulturen der Völker, so Bruno Georges, Generalsekretär der ZKR, in seinem Grußwort. Die ZKR begrüßte Roberto Spranzi vom Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) als frühes Beispiel europäischer Zusammenarbeit und Kompetenzzentrum für die Binnenschifffahrt.

Vom Binnenschifffahrtsmuseum in Duisburg aus wird die Mannheimer Akte zu ihrer nächsten Station nach Rotterdam weitergereicht. Weitere Stationen könnten folgen. Spätestens 2020 wird die Akte in Straßburg zurückerwartet. Dann feiert die ZKR ihr Hundertjähriges in Straßburg: Nach dem Versailler Vertrag war die Organisation 1920 von Mannheim in den Elsass umgezogen.

*) Die linksrheinische Pfalz war nach dem Wiener Kongress 1816 als Rheinkreis an das Königreich Bayern gegangen.

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Loveparade-Strafprozess: Landgericht Duisburg macht Inhalte des Rechtsgesprächs öffentlich

Schuldhaftes Verhalten nicht nur der Angeklagten für Katastrophe ursächlich
Von Petra Grünendahl

Der Vorstizende Richter Mario Plein (mitte) mit zwei beisitzenden Richtern beim Loveparade-Strafprozess im Gerichtssaal im Congress Center Düsseldorf. Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Services.

Der Prozess habe zur Aufklärung der Geschehnisse bei der Loveparade 2010 mit ihren 21 Toten und Hunderten Verletzten beigetragen, sagte der Vorsitzende Richter Mario Plein. Es sei richtig gewesen, die zehn Personen anzuklagen und es bestehe eine hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass diese für das Unglück mitverantwortlich seien. Gesetzliche Vorgaben zur sicheren Durchführung von Großveranstaltungen habe es noch nicht gegeben. In der Planung der Veranstaltung hätten sich die Angeklagten unter anderem auf Fachleute beteiligter Behörden und Sachverständige vertraut. Richter Plein schloss ein Mitverschulden Dritter nicht aus, da bei der Vielzahl der involvierten Personen (Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei, Deutsche Bahn) niemand auf die Gefahren der Zuwegung hinwies: Zum Ende seien von Niemandem Bedenken geltend gemacht worden! Fehler seien aber nicht nur bei der Planung, sondern auch bei der Durchführung gemacht worden. Auch diese Fehlentscheidungen vor Ort seien für das Geschehen mit verantwortlich zu machen.

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.

Die Zahl der Zuschauer hielt sich in überschaubaren Grenzen, als die 6. große Strafkammer des Landgerichts Duisburg im Gerichtssaal des Congress Centers Düsseldorf einen Vermerk über die Inhalte des Rechtsgesprächs vom Vortag vortrug. Umfassender vertreten waren die Vertreter der Presse, als der Vorsitzende Richter Mario Plein einen 41 Seiten langen Vermerk vortrug, der das Gespräch zusammenfasste. Nach 96 Verhandlungstagen hatte der Richter angeregt, einen Verfahrenseinstellung im Loveparade-Strafverfahren nach §153 und §153a StPO (Strafprozessordnung) in Betracht zu ziehen und seine Gründe den Staatsanwälten, Nebenklagevertretern und Verteidigern dargelegt. Nach 58 Zeugenvernehmungen wären nach Darstellung des Gerichts noch mindestens 575 weitere Zeugen zur Entscheidungsfindung zu hören: Zu viele, um sie alle vor der Verjährung am 27. Juli 2020 anzuhören. Zwar schloss er eine strafrechtliche Schuld einzelner Angeklagter nicht aus, allerdings müsste man vielen weiteren an der Planung oder Durchführung der Loveparade ein schuldhaft pflichtwidrigen Verhaltens ankreiden. Dies würde zu einer geringen bis mittleren Schuld der Angeklagten führen – und bei dieser geringen Schuld sei ein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung mit Auflagen zu beseitigen.

Aufklärung nicht Sache des Gerichts

Die Rampe zum Loveparade-Gelände nach der Katastrophe. Foto: Petra Grünendahl.

Aus präventiven Gründen müsse der Prozess nicht fortgeführt werden, so die Staatsanwaltschaft Duisburg. Schließlich gibt es mittlerweile gesetzliche Grundlagen für die sichere Planung von Großveranstaltungen im Freien. Auch wird wohl nie wieder jemand gedankenlos über Sicherheitsbedenken hinwegsehen, die es ja im Vorfeld der Loveparade durchaus gegeben hatte. Oberstaatsanwalt Uwe Mühlhoff stimmte zu, auch andere hätten Fehler gemacht und er sehe kein vorsätzliches Verhalten der Angeklagten, auch wenn die Staatsanwaltschaft nicht von geringer Schuld ausginge. Man habe aber den Eindruck gewinnen können, dass für den Bereich hinter den Vereinzelungsanlagen bis hoch auf die Rampe [in der vorbereitenden Planung] niemand zuständig war. Dort war es am 24. Juli 2010 zur Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten gekommen.

Gedenktstätte für Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg am Alten Güterbahnhof.
Foto: Petra Grünendahl,

Ein Nebenkläger-Anwalt hatte im Rechtsgespräch angeführt, seine Mandanten (Eltern) seien mit dem Prozessverlauf zufrieden: Er habe ihnen Aufklärung gebracht. Ein anderer Rechtsanwalt führte an, Schuldfrage und Strafe seien der Sinn eines Prozesses, nicht die Aufklärung: Diese müsse an anderer Stelle stattfinden. Ein Dritter meinte, man müsse zwischen den Angeklagte differenzieren, da ihre Beiträge zur Planung unterschiedlichen Umfang gehabt hätten. Eine „Paketlösung“ würde von der Anklage bevorzugt, hatte Oberstaatsanwalt Mühlhoff angemerkt. Dies sei aber auch nach einem frühzeitigen Ausscheiden einzelner Angeklagter aus der Strafverfolgung möglich. Allerdings wünschten sich sowohl die Anklage als auch die Nebenkläger, dass sich die Angeklagten zur Sache äußern sollten. [Anmerkung: Die Angeklagten können die Aussage verweigern, um sich nicht selber zu belasten. Ein Recht, von dem sie verständlicherweise Gebrauch machen.]

Seit Dezember 2017 müssen sich sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg (Bauaufsicht) und vier Mitarbeiter von Loveparade-Veranstalter Lopavent GmbH vor dem Landgericht Duisburg wegen fahrlässiger Tötung in 21 Fällen sowie fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft und die Angeklagten haben nun Gelegenheit, auf der Grundlage der gerichtlichen Hinweise bis zum 5. Februar Erklärungen zu den aus ihrer Sicht vorstellbaren Bedingungen einer Verfahrenseinstellung abzugeben. In der Fortführung des Prozesses wird wie geplant am 30. Januar ein weiterer Polizeibeamter vernommen werden.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Lars Heidrich / Funke Foto Services (1), Petra Grünendahl (3)

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Niederrheinsiche IHK lud zum Neujahrsempfang in die Mercatorhalle in Duisburg: #gemeinsamgestalten

Wirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Von Petra Grünendahl

Gastredner NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

IHK-Präsident Burkhard Landers beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Gastredner NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

IHK-Präsident Burkhard Landers beim IHK-Neujahrsempfang in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir müssen für Innovationen und Wertschöpfung in NRW die Rahmenbedingungen schaffen“, umriss der nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten Armin Laschet. Er verwies auf Erfolge seiner Regierungskoalition in Düsseldorf, Maßnahmen zur Infrastruktursanierung angeschoben zu haben: Durch eine Aufstockung des Personals habe man für mehr baureife Planung 2018 mehr Geld vom Bund bekommen. In früheren Jahren habe mangels Baureife Gelder zurückzahlen müssen. Ein verantwortungsvolles Maß mahnte der Ministerpräsident bei Dieselfahrverboten an, die Wirtschaft und Bürger gleichermaßen treffen: „Wir müssen alles tun, sie zu verhindern!“

Zum traditionellen Neujahrsempfang in der Mercatorhalle hatte die Niederrheinische IHK Duisburg Wesel Kleve Armin Laschet als Gastredner eingeladen. IHK-Präsident Burkhard Landers nutzte natürlich die Gelegenheit, der Landesregierung die eine oder andere Erwartung oder Forderung der regionalen Wirtschaft (Duisburg und die Kreise Wesel und Kleve). Weitgehend lief er damit beim NRW-Ministerpräsidenten offene Türen ein, ob es sich um Infrastruktur, konkurrenzfähige Energiekosten für die Wirtschaft und eine Unterstützung für die weitergehende Digitalisierung, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmer in Land zu sichern. Die rund 900 geladenen Vertreter von Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft aus Duisburg und der Region mahnte Landers, gemeinsam die Herausforderungen anzupacken, um die Region zukunftsfähig aufzustellen.

Stabile Energieversorgung und ein geordneter Brexit als Garanten wirtschaftlicher Entwicklung
Burkhard Landers forderte für die Industrie der Region eine gesicherte und bezahlbare Energieversorgung, mache doch der Energieverbrauch in Nordrhein-Westfalen gute 40 Prozent des gesamtdeutschen Energieverbrauchs aus. Ursächlich dafür sind energieintensive Industrien, wie sie gerade in NRW häufig anzutreffen sind. Auch Armin Laschet warnte: „Wir können nicht auf fossile Energien verzichten, solange nicht sicher gestellt ist, dass erneuerbare Energien in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen.“

Der Ministerpräsident warnte ebenso wie zuvor der IHK-Präsident vor einem ungeordneten Brexit: „Das ist ein Knackpunkt für die wirtschaftliche Entwicklung. Die EU-Außengrenzen dürfen nicht zum Flaschenhals werden.“ Wenn es die EU nicht gäbe, müsse man sie erfinden: sie stehe für Jahrzehnte wirtschaftlicher und politischer Stabilität und Frieden in Europa. Er mahnte, die kommenden Europawahlen im Mai nicht für Denkzettel an die Politik zu nutzen. „Der Binnenmarkt ist zum größten Vorteil von Deutschland.“

© 2019 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Region, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Loveparade-Strafprozess: Landgericht Duisburg lädt zum Rechtsgespräch – ein Kommentar

Aufklärung heißt nicht, einen strafrechtlich Schuldigen finden zu müssen
Von Petra Grünendahl

Aus Platzgründen findet das Strafverfahren gegen vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg im CongressCenter der Messe Düsseldorf (CCD) statt. Foto: Petra Grünendahl.

Er sei in Genehmigungsprozesse nicht eingebunden gewesen, habe von Bedenken nichts gewusst, hatte Duisburgs ehemaliger Oberbürgermeister Adolf Sauerland ausgesagt. Auch Lopavent-Geschäftsführer Rainer Schaller hatte auf andere Verantwortlichkeiten im Unternehmen verwiesen. Im Ordnungsamt war man froh gewesen, dass die Zuständigkeit für die Genehmigung (eine Nutzungsänderung für ein geschlossenes Gelände anstelle einer Veranstaltungsgenehmigung) ins Bauamt wechselte. So manch ein Zeuge sagte zwar, er habe den Zugang und die Rampe als problematisch angesehen, aber: „Das war nicht unsere Baustelle!“

Seit dem Dezember des vorletzten Jahres läuft vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg der Prozess gegen „Dressler und andere“. Sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg (Bauaufsicht) und vier Mitarbeiter von Loveparade-Veranstalter Lopavent GmbH müssen sich wegen fahrlässiger Tötung in 21 Fällen sowie fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Viele Zeugen sind seitdem vernommen worden, die entweder an den vorbereitenden Planungen zur Loveparade 2010 in Duisburg involviert waren und/oder an der Sicherung der Veranstaltung selber teilgenommen hatten. Das Bild, welches der Vorsitzende Richter Mario Plein, seine beiden beigeordneten Richterinnen sowie die Schöffen bekommen, zeigt immer deutlicher, dass es kaum zu Verurteilungen kommen kann. Keinem der zehn Angeklagten konnte bislang auch nur im Ansatz eine strafrechtliche Schuld für ihre Handlungen nachgewiesen werden. Das dürfte der Hintergrund sein, warum der Vorsitzende Richter die Prozessbeteiligten für den 16. Januar zum Rechtsgespräch eingeladen hat.

KOMMENTAR
Angehörige der Toten oder Betroffene, die teilweise unter den Folgen ihrer Verletzungen bis heute leiden, sind enttäuscht über das, was der Prozess in ihren Augen an Ergebnissen hergibt. Sie wollen Aufklärung, die sie eher in der Feststellung einer strafrechtlichen Schuld suchen. Das ist vielleicht etwas kurzsichtig, denn eine Aufklärung findet vor Gericht sehr wohl statt. Nur eben wird sie sich möglicherweise in keiner Verurteilung niederschlagen können. Denn eine so eindeutig zuzuweisende individuelle, strafrechtlich relevante Schuld, wie sie das Gesetz fordert, gibt es hier eben nicht.

Die Aufklärungsarbeit, die der Vorsitzende Richter Plein seit über einem Jahr mit Hilfe der Zeugen leistet, ergibt nämlich, dass die Fehler, die zur Katastrophe mit 21 Toten und Hunderten Verletzten führten, letztendlich nicht an einzelnen Personen festzumachen sind. Und: Dass sie nicht in erster Linie in Reihen der für die Planung und Genehmigung Verantwortlichen zu suchen ist. Er habe schon kritischere Veranstaltungsplanungen gesehen, die letztendlich problemlos über die Bühne gegangen seien, hatte Dr. Carsten Hesse ausgesagt. Der Crowdmanager war auf Seiten des Veranstalters für den gesamten Einlassbereich zuständig. Will heißen: Es hätte auch gut gehen können.

Der Vorsitzende Richter Mario Plein von der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Duisburg, flankiert von zwei beisitzenden Richterinnen beim Loveparade-Strafprozess. Foto: Lars Heidrich / Funke Foto Services.

Immer wieder offenbaren Zeugen, die im Vorfeld involviert waren, ihre massive Wissensdefizite, was die Planung und sichere Durchführung einer Großveranstaltung angeht. Ratschläge von Experten wurden nicht angenommen. Andere Ratschläge gar nicht erst erteilt, denn es ging ja nicht um die eigenen Verantwortlichkeit, um den eigenen Bereich. Niemand hatte den Überblick für das große Ganze. Niemand fühlte sich verantwortlich, auf Probleme hinzuweisen, die über den eigenen Tellerrand hinaus gingen. Vielleicht hat da auch politischer Druck eine Rolle gespielt, die Veranstaltung im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 nicht platzen zu lassen. Das mag manch einen davon abgehalten haben, deutlicher (und vor allem öffentlicher) Problemfelder aufzuzeigen, die möglicherweise Anlass gegeben hätten, von einer Loveparade in Duisburg Abstand zu nehmen. Aber all die vielen Arbeitsgruppen mit Protagonisten unterschiedlichster Fachbereiche und Behörde führten nicht zu einer Planung aus einem Guss. Jeder blieb auf seiner Scholle: „Bleib mir bloß mit deinen Verantwortlichkeiten weg!“

Wenn man so an Planungen heran geht, darf man sich nicht wundern, wenn Probleme nicht angesprochen oder gelöst werden. Es hätte eine übergeordnete Instanz mit der entsprechenden Fachkompetenz gebraucht, die die Fäden in der Hand hielt und den Überblick hatte. Die gab es nicht. Geplant wurde letztendlich klein-klein: Hier ein Problemchen aus dem Weg geräumt, dort ein anderes. Der Veranstalter Lopavent, der nie eine Loveparade auf einem geschlossenen Gelände durchgeführt hatte, erwartete „Entgegenkommen“ bei Problemlösungen. Einen Überblick scheint aber auch dort – ähnlich wie bei den Planern um die Stadtverwaltung Duisburg –, niemand gehabt zu haben. Der kritische Zugang zum Festgelände war auch dort wohl unterschätzt worden. Denn hätte man sich im Vorfeld ernsthaft mit dem Nadelöhr „Zugang“ befasst, hätte diese Veranstaltung nie genehmigt werden dürfen.

Gedenktstätte für Opfer der Loveparade 2010 in Duisburg am Alten Güterbahnhof.
Foto: Petra Grünendahl,

Ein Nebeneinander von Zuständigkeiten und mangelhafte Kommunikationswege führten dann zu allem Überfluss zu Fehlentscheidungen vor Ort. Die Lage angesichts des großen Besucheransturms auf das Gelände bei gleichzeitigem Gegenverkehr von Besuchern, die die Veranstaltung verlassen wollten, eskalierte. Mit jeder Zeugenaussage, auch wenn sie keinerlei Hinweise auf ein strafrechtliches Verschulden der Angeklagten gibt, wird der zweite Aspekt der gerichtlichen Aufklärung weiter erhellt: Die Fehlentscheidungen am Tag der Veranstaltung und vor Ort waren möglicherweise der zündende Funke, der aus einer kritischen Veranstaltungsplanung eine Katastrophe machten.

© 2019 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Petra Grünendahl (2), Lars Heidrich / Funke Foto Services (1)

Veröffentlicht unter Duisburg, Loveparade, Meinung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Wir wünschen unseren Lesern einen guten Start in das Jahr 2019!

Foto: Petra Grünendahl.


© 2019 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Wir wünschen unseren Lesern frohe, gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Foto: Petra Grünendahl.


© 2018 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Polizeichor Duisburg 1928 e. V. begeisterte bei den Weihnachtskonzerten in der Mercatorhalle

Klänge der Weihnacht trafen ein Klaviertalent mit anspruchsvollem Repertoire
Von Petra Grünendahl

Bot ein höchst anspruchsvolles Programm am Klavier: die erst 15jährige Carmen Geutjes beim Weihnachtskonzert in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Zwischen weihnachtlicher Klassik und klassischen Weihnachtsliedern setzte die Pianistin Carmen Geutjes noch einmal Akzente ganz anderer Art: Mit sehr anspruchsvollen Klavierstücken klassischer Komponisten. Die erst 15jährige Schülerin besucht die 10. Klasse des Mannesmann-Gymnasiums und studiert nebenbei im elften Semester an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf Klavier. Das große Ausnahmetalent hat schon große Konzerthallen in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Litauen und China gefüllt und das Publikum begeistert. Bei den Weihnachtskonzerten des Polizeichors gab die Duisburgerin als Überraschungsgast ihr Debüt auf heimischer Bühne. Ihren nächsten Auftritt absolviert sie am 17. Januar im Steinhof in Huckingen.

Sopran Katahrina Göres beim Weihnachtskonzert in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Das vierte Adventswochenende stand in Duisburgs guter Stube ganz im Zeichen der Weihnachtskonzerte des Polizeichors Duisburg 1928 e. V. Unter dem Titel „Dank sei dir Herr“ hatte Musikdirektor Axel Quast in bewährter Tradition ein gemischtes Programm aus Klassik und Weihnacht zusammengestellt. Den Gesangspart übernahmen der Polizeichor Duisburg und der Frauenchor der Polizei Duisburg (unter der Leitung von Sebastian M. Ostmeyer) sowie von die Solisten Katharina Göres (Sopran), Michael Pflumm (Tenor) und Klaus Hermann (Bass-Solist aus eigenen Reihen). Für die instrumentale Begleitung zeichnete traditionell das Orchester Oberhausen verantwortlich.

Der Tenor Michael Pflumm beim Weihnachtskonzert in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sänger spannten in ihrem gut dreistündigen Konzert (inklusive Pause) den Bogen von klassischen Kompositionen bis hin zu modernen Weihnachtsklassikern. Gesangliche und musikalische Höhepunkte hatte das Programm viele zu bieten, aber das emotionale Highlight war – wie alle Jahre wieder – das Finale von „Jerusalem“ (Bass Klaus Hermann mit dem Männerchor) über Feliz Navidad (die Solisten mit beiden Chören) bis Stille Nacht, bei denen das begeisterte Publikum mitklatschte und mitsang. Alle zwei Jahre sammelt der Polizeichor Duisburg bei seinen Weihnachtskonzerten für einen guten Zweck: In diesem Jahr ist die Spendensammlung für das Malteser Hospizzentrum St. Raphael in Huckingen. Mehr unter www.malteser-straphael.de.

Der Polizeichor Duisburg 1928 e. V.

Der Klassiker „Jerusalem“ durfte nicht fehlen: Bass Klaus Hermann beim Weihnachtskonzert in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Der Polizeichor (Männerchor) besteht nicht nur aus Polizisten, sondern steht auch nicht-polizeiangehörigen interessierten Sängern offen. Chorleiter ist seit Oktober 2012 Musikdirektor Axel Quast, dem auch die musikalische Gesamtleitung der Polizeichor-Konzerte (Weihnachts- wie Frühjahrskonzert) obliegt. Geprobt wird einmal wöchentlich montags um 17.30 Uhr im Ratskeller Hamborn (Kulturzentrum …kulturiges…) an der Duisburger Straße 213. Interessierte können einfach mal vorbeikommen. Weitere Informationen über den Polizeichor Duisburg 1928 e. V. findet man hier …

Polizeichor Duisburg 1928 e. V., Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e. V. und das Orchster Oberhausen: Weihnachtskonzert in der Mercatorhalle. Foto: Petra Grünendahl.

Die Idee zu einem Frauenchor kam von Ehefrauen der Polizeichor-Sänger, die ebenfalls Freude am Singen hatten. Schließlich hatten sich 26 von ihnen 1992 zum gemeinsamen Gesang zusammen getan und nach einem Jahr „Probetraining“ selber einen Verein gegründet. Der Frauenchor der Polizei Duisburg 1983 e. V. wurde als erster Frauenchor in den Chorverband der Deutschen Polizei aufgenommen. Im Juni 2015 hat Sebastian M. Ostmeyer die musikalische Leitung des Frauenchors übernommen: Aus den Händen seines Vorgängers Musikdirektor Axel Quast, der seitdem nur noch den Männerchor leitet.

Im kommenden Jahr finden die Weihnachtskonzerte des Polizeichors Duisburg wie gewohnt am vierten Adventswochenende statt: am Samstag, 21. Dezember 2019, um 17.30 Uhr sowie am Sonntag, 22. Dezember 2019, um 14.30 und 19 Uhr.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Duisburg-Homberg: Sprengvorbereitungen laufen auf Hochtouren im Weißen Riesen in Hochheide

500 Kilogramm Sprengstoff für 40.000 Tonnen Beton
Von Petra Grünendahl

Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Gebäudeschwächungen im Kellergeschoss. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir geben uns nicht mit dem Abriss zufrieden. Es ist nur ein erster Schritt: Ein Neuanfang für Homberg und für Hochheide im Besonderen“, bekräftigte Oberbürgermeister Sören Link beim Ortstermin am Weißen Riesen. „Hier sollen Grünflächen entstehen: Dafür bekommen wir Fördermittel. Wir wollen Hochheide aufwerten und die Lebensqualität im Stadtteil erhöhen.“ Eine Informationsveranstaltung solle es Ende Februar / Anfang März geben, kündigte Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum an, bei der die Anwohner der näheren Umgebung über alle Details wie den genauen Ablauf und die eingerichteten Sicherheitsbereiche informiert würden: „Da arbeiten wir in der Verwaltung noch intensiv dran, während hier baulich die Sprengvorbereitungen laufen“, so Tum. „Wir freuen uns schon auf den zweiten und dritten Weißen Riesen, damit wir hier Grünflächen anlegen können, die wir mit den Bürgern gestalten.“

Projektleiter und Generalplaner Marc Sommer (Mitte) erklärte Oberbürgermeister Sören Link und Hombergs Bezirksbürgermeister Hans Joachim Paschmann den Stand der Bauarbeiten. Im Hintergrund: zwei weitere Weiße Riesen. Foto: Petra Grünendahl.

Dreieinhalb- bis viertausend Bohrlöcher für rund 500 Kilogramm Sprengstoff. Foto: Petra Grünendahl.

Zusammen mit Oberbürgermeister Sören Link und Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum stellte Marc Sommer, Projektleiter und Generalplaner des Rückbaus (rebuild.ing GmbH), die laufenden Sprengvorbereitungen der Presse vor. Das Hochhaus an der Friedrich-Ebert-Straße 10-16 soll am 24. März 2019 als erster des Ensembles aus den 1970er-Jahren gesprengt werden. „Nach Abschluss der Schadstoffsanierungen finden mittlerweile Arbeiten statt, die der Vorbereitung für die Sprengung dienen“, erklärte Marc Sommer: „Wir werden in den beiden Keller-Etagen sowie in der sechsten und siebten Etage gezielte Gebäudeschwächungen vornehmen“, so der Projektleiter. „Dadurch falten wir das Gebäude, so dass es auf möglichst kleiner Fläche und mit möglichst wenig Erschütterung niedergeht.“

Die Gebäudeschwächungen im Erdgeschoss und der 6./7. Etage erleichtern die Knickfaltsprengung. Infografiken: Martin Tazl.

„Wir haben hier vier einzelne, nebeneinander hochgezogene 20stöckigen Häuser, die nur im Keller miteinander verbunden waren. Zuerst werden die äußeren Gebäude gesprengt, dann – mit zwei, drei Sekunden Verzögerung – die Inneren. Während die südlichen Gebäude mehr in Richtung Tiefgarage wegkippen, fallen die nördlichen Gebäude in die Richtung, wo jetzt die Baucontainer stehen“, erklärte Marc Sommer weiter. Aktuell laufen die Gebäudeschwächungen in den Kellergeschossen, ab Mitte Januar dann in den mittleren Etagen (6./7. Stockwerk). Der Sprengmeister habe, so Sommer, auch schon begonnen, Löcher zu bohren, in denen für die Sprengung rund 500 Kilogramm Sprengstoff eingebracht werden. Rund dreieinhalb- bis viertausend Löcher werden hier in die verbleibenden tragenden Wände gebohrt: „Wie viele es genau sind, weiß ich nicht“, sagte Sommer. „Dafür ist der Sprengmeister zuständig.“

Höhere Asbestbelastung sorgte für Verzögerungen

Projektleiter und Generalplaner Marc Sommer (rechts) erklärte – von rechts – Oberbürgermeister Sören Link, Mahmut Özdemir, Bezirksbürgermeister Hans Joachim Paschmann und Stadtentwicklungsdezernent Carsten Tum (etwas verdeckt) den Stand der Bauarbeiten. Foto: Petra Grünendahl.

Die Tiefgarage wurde aufgeschüttet und wird als Fallbett vorbereitet. Foto: Petra Grünendahl.

Ursprünglich war der 23. September 2017 als Sprengtermin vorgesehen gewesen. Die Schadstoffsanierungen hatten sich allerdings aufwändiger gestaltet als zunächst angenommen: „Die sichtbaren asbesthaltigen Verkleidungen an den Außenwänden sowie an den Innenseiten der Balkone waren alles Leichtbauprodukte, die man relativ schnell ausbauen und entsorgen konnte. Über neue Prüfverfahren waren dann weitere Asbestbelastungen in den Spachtelmassen auf den Betonwänden gefunden worden. Auf rund 85.000 Quadratmetern Fläche haben wir diese aufwändig mit einem Hochdruck-Wasserstrahl-Verfahren entfernt und nach den Vorgaben entsorgt.“ Und bei 320 Wohneinheiten dauerte das seine Zeit. Die Arbeiten sind abgeschlossen, die Sprengvorbereitungen laufen auf der Baustelle wie in der Verwaltung auf Hochtouren. Der 40.000-Tonnen-Betonklotz wird am 24. März 2019 mit knapp anderthalb Jahren Verspätung gesprengt.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)
Infografiken: Martin Tazl

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp: Weihnachtskonzerte begeisterten in Duisburgs guter Stube

Mit Weihnachtsklassikern aus 1.000 Kehlen ins dritte Adventswochenende
Von Petra Grünendahl

Der thyssenkupp-Chor (hinten), der Kinderchor am Rhein (Mitte) und die Duisburger Sinfonietta (vorne) beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünendahl.

Sehr klassik-lastig waren die Klänge beim diesjärhigen Weihnachtskonzert, mit vielen Kompositionen von Mozart, die Peter Stockschläder für das Programm ausgewählt und mit dem thyssenkrupp-Chor, der Duisburger Sinfonietta und den Gastsolisten aus dem Opernfach einstudiert hatte. Den Wunsch des Publikums nach einem Kinderchor hatten die Organisatoren auch in diesem Jahr erfüllen können: Der Kinderchor am Rhein (aus Duisburgs Opernehe mit Düsseldorf) bewies unter der Leitung von Sabina López Miguez, dass sie nicht nur im klassischen Fach zu Hause sind, sondern auch bei den Weihnachtsliedern. Bei aller Klassik kamen bei allen beteiligten Akteuren natürlich die traditionellen Weihnachtslieder nicht zu kurz. Es durfte gegen Ende zudem „Jerusalem“ nicht fehlen.

Sopran Evelyn Ziegler und Bass-Bariton Thomas Peter beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünendahl.

Die Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp hatte am dritten Adventswochenende zu seinem Weihnachtskonzerten in die gute Stube der Stadt, die Mercatorhalle, eingeladen. Rund um den thyssenkrupp-Chor Duisburg hat Chorleiter Peter Stockschläder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das sowohl anspruchsvoll als auch weihnachtlich-festlich war. Neben Sopran Evelyn Ziegler, einem seit Jahren bekannten Gesicht, hatte Stockschläder den Tenor Christian Georg und den Bass-Bariton Thomas Peter verpflichtet. Die instrumentale Begleitung oblag traditionell der Duisburger Sinfonietta, Kammerorchester der Folkwang-Universität der Künste. Begleitet haben das Kammerorchester Lucie Samson (Flügel) und die Koreanerin Hyekyoung Kang (Orgel). Emotionale Momente gab es zum Abschluss, als alle Mitwirkenden auf der Bühne und die Zuschauer gemeinsam sangen: Von „Alle Jahre wieder“ über „Süßer die Glocken nie klingen“ bis „Oh du fröhliche“ erschallte es aus 1.000 Kehlen in Duisburgs guter Stube. Mit den besten Wünschen entließ Thomas Rabus-Schneider, Vorsitzender der Jubilaren-Vereingung thyssenkrupp, das Publikum in den kühlen Adventsabend.

thyssenkrupp-Chor Duisburg und Jubilaren-Vereinigung

Tenor Christian Georg beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünendahl.

Der thyssenkupp-Chor (hinten), der Kinderchor am Rhein (Mitte), die Duisburger Sinfonietta und die Solisten Evelyn Ziegler, Thomas Peter und Christian Georg (im Vordergrund) beim Weihnachtskonzert der Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp. Foto: Petra Grünendahl.

Sowohl die Jubilaren-Vereinigung thyssenkrupp als auch der thyssenkrupp-Chor lehnen sich an den Unternehmensnamen an. Beide entstammen ursprünglich den Werken von Thyssen in Duisburg. Der Chor entstand 1999 als Zusammenschluss der Werkschöre Ruhrort/Meiderich (1871/77) und Hamborn (1906), bevor er dann nach der Fusion in thyssenkrupp-Chor umbenannt wurde. Schon seit vielen Jahren leitet Chor-Dirigent Peter Stockschläder das Ensemble und ist für die musikalische Programmgestaltung der Weihnachtskonzerte verantwortlich. Sitz und Probelokal ist das Hotel Montan in Hamborn. Informationen zum thyssenkrupp-Chor, Kontaktdaten und Probetermine findet man unter www.thyssenkrupp-chor-duisburg.de/.

Die Vereinigung der Jubilare entstand vor 96 Jahren in der August-Thyssen-Hütte, später Thyssen Stahl AG (die heutige thyssenkrupp Steel Europe AG), deren Hauptsitz immer noch Duisburg ist. Zu besten Zeiten – als die Stahlindustrie in Duisburg einige Zehntausend Arbeitskräfte beschäftigte – gehörten etwa 15.000 Jubilare dem Verein an, heute hat der Verein immerhin noch gut 6.000 Mitglieder, die mindestens ihre 25jährige Betriebszugehörigkeit bei Thyssen oder thyssenkrupp in Duisburg feiern durften.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Stadtarchäologie in Duisburg stellte mit „Dispargum 2017“ seinen zweiten Jahresband vor

Freigelegte Zeugnisse aus 2000 Jahren Stadtgeschichte
Von Petra Grünendahl

Dr. Kai Thomas Platz bei der Vorstellung des Stadtarchäologie-Jahresbandes Dispargum 2017 im Rathaus. Foto: Petra Grünendahl.

„Die heutige Stadt Duisburg hat eine lange und stolze Geschichte, die leider häufig auf die Industriegeschichte reduziert wird“, erklärte der Stadtarchäologe Dr. Kai Thomas Platz, Leiter der kommunalen Bodendenkmalpflege der Stadt Duisburg. Bis in die fränkische und sogar römische Zeit gingen Funde zurück, die die Bedeutung der Stadt belegen, so der Stadtarchäologe. „Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, kann dies auch an einigen Stellen sehen“, sagte Andree Haack, Beigeordneter für Wirtschaft und Strukturentwicklung, zu dessen Dezernat seit Neuestem die Untere Denkmalbehörde / Stadtarchäologie gehört. „Duisburg hat mehr zu bieten als Industriekultur.“

Vorstellung des Stadtarchäologie-Jahresbandes Dispargum 2017 im Rathaus. Foto: Petra Grünendahl.

Dr. Kai Thomas Platz stellte gemeinsam mit Andree Haack und Dr. Brigitta Kunz, Wissenschaftlicher Mitarbeiterin der Stadtarchäologie, das neue Jahrbuchs „Dispargum 2017“ vor und erläuterte einige Ergebnisse und Inhalte. Mit diesem zweiten Band (nach Dispargum 2016 im vergangenen Jahr) setzt die Duisburger Stadtarchäologie ihre Publikationsreihe zu neuen Erkenntnissen aus der archäologischen Arbeit in Duisburg fort. Auch in den kommenden Jahren sollen die Ergebnisse der Stadtarchäologie in Buchform veröffentlicht werden. „Dispargum 2017“ ist wie das Vorjahreswerk im Verlag Dr. Faustus, Büchenbach, erschienen und im lokalen Buchhandel für 35 Euro erhältlich (ISBN 978-3-946387-16-9).

Ausgrabungen und Erkenntnisse für die Stadtgeschichte

Dr. Brigitta Kunz bei der Vorstellung des Stadtarchäologie-Jahresbandes Dispargum 2017 im Rathaus. Foto: Petra Grünendahl.

In zwölf Kapiteln arbeiteten Mitarbeiter der Stadtarchäologie die Ausgrabungen des vergangenen Jahres auf. „Für die aktuellen Ausgrabungen ist es ein Bericht über die Arbeiten im Jahr 2017, die erst im laufenden Jahr vollständig aufgearbeitet waren“, erzählte Dr. Brigitta Kunz. „Wir sammeln nicht nur, sondern wollen unsere Ergebnisse auch der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zugänglich machen. So haben wir beispielsweise bei der Verlegung von Stromleitungen auf der Unterstraße Reste der alten Stadtmauer aus Tuffstein gefunden, wie wir sie aus römischer Zeit kennen.“ Die bislang bekannten Mauerwerke aus Ziegelstein kamen erst viel später. Ohnehin seien alle sieldungsgünstigen Lagen besonders rechtsrheinisch von den Römern besiedelt gewesen. „Unsere Arbeit bedeutet zwar finanzielle Lasten für den Bauherren, aber immer auch einen Mehrwert für die Stadt“, betonte Dr. Platz. „Wir wissen immer genauer, wo sich die mittelalterlichen Ortskerne befanden.“

Andree Haack bei der Vorstellung des Stadtarchäologie-Jahresbandes Dispargum 2017 im Rathaus. Foto: Petra Grünendahl.

Das Themenspektrum reicht von Mühlen (überwiegend) im Duisburger Norden, den ersten Winkelbunkern (Winkel-Türme) in Hamborn über verschiedene Ausgrabungen in Baerl, fränkische Gräberfelder im Kantpark und die Salvatorkirche (Pfalzkapelle und Stadtkirche) bis hin zu Funden in Huckingen und Serm. Dazu kommt eine Aufarbeitung der archäologischen Arbeiten früherer Jahre im Stadtbezirk 2 (Hamborn). Außerdem hat sich Maxi Maria Platz, Ehefrau des Stadtarchäologen, mit dem „Mythos der Ackerbürgerstädte zwischen Rhein und Ruhr“ befasst. In diese Kategorie ordnet der Stadtarchäologe Platz Duisburg nicht ein: Duisburg sei schon früh eine Handelsstadt gewesen, mit der Universität im 17. Jahrhundert eine Bildungsstadt, es habe auch vorindustriell schon „Produktion“ gegeben – und eben dann eine Industriestadt.

Vorstellung des Stadtarchäologie-Jahresbandes Dispargum 2017 im Rathaus. Foto: Petra Grünendahl.

Das Buch richtet sich an geschichtlich oder archäologisch interessierte Laien ebenso wie an Fachleute: Es vermittelt Erkenntnisse zur Stadtgeschichte und neue Ergebnisse der Forschung, die sich unter anderem aus den Ausgrabungen ergeben haben. Zudem werden frühere Ausgrabungen, die bislang nie wissenschaftlich aufbereitet publiziert worden sind, einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Wir stehen mit dieser Publikation bundesweit einzigartig da“, erzählte Platz. Nirgends sonst würden Ergebnisse von Ausgrabungen und daraus folgende Erkenntnisse in dieser Form dargestellt: „Wir wollen nicht im stillen Kämmerlein forschen, sondern die bedeutende Geschichte dieser Stadt öffentlich machen“, so der Stadtarchäologe. „Wir publizieren unsere Funde und Erkenntnisse auch. Das ist mir ganz wichtig!“

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Deutsche Oper am Rhein: Johann Strauß’ „Die Fledermaus“ begeisterte im Theater Duisburg

Schein und Sein: Verwirrungen und Gelüste
Von Petra Grünendahl

Anke Krabbe (Rosalinde), Ovidiu Purcel (Alfred). FOTO: Hans Jörg Michel.

Anstatt ins Gefängnis zu gehen und seine achttägige Strafe abzusitzen, überredet Dr. Falke (Kay Stiefermann) seinen Freund Gabriel von Eisenstein (Norbert Ernst), mit ihm auf ein Fest von Prinz Orlofsky (Kimberley Boettger-Soller) zu gehen, das ausschweifende Vergnügungen verspricht. Eisensteins Frau Rosalinde (Anke Krabbe) nutzt die Gelegenheit der Haftstrafe ihres Mannes, Hausmädchen Adele (Heidi Elisabeth Meier) den Abend frei zu geben – und sich mit ihrer Jugendliebe, dem Tenor Alfred (Ovidiu Purcel), zum Stelldichein zu treffen. Der neue Gefängnisdirektor Frank (Thorsten Grümbel) will Eisenstein als erste Amtshandlung persönlich ins Gefängnis bringen, erwischt aber Alfred im Morgenrock des Hausherren. Dieser landet im Gefängnis, bevor sich Frank aufmacht zum Maskenball Orlofskys. Mit Ausnahme des gefangen gesetzten Alfred treffen sich alle Akteure auf dem Maskenball des mysteriösen Russen: Verkleidet und maskiert posieren sie als jemand anders als sie in der Realität sind: Mehr Schein als Sein.

Kay Stiefermann (Dr. Falke), Kimberley Boettger-Soller (Prinz Orlofsky). FOTO: Hans Jörg Michel.

Im Theater Duisburg begeisterte „Die Fledermaus“ von Walzerkönig Johann Strauß (1825–1899). Die komische Operette in drei Akten basiert auf der französischen Komödie „Le Réveillon“ von Henri Meilhac und Ludovic Halévy. Den Opern-Text von Richard Genée hat Karl Haffner für die deutschsprachige Oper bearbeitet. Gesungen wird in deutscher Sprache, Übertitel helfen beim Verständnis der Handlung. Die sehr ausschweifende französische und laszive Komödie haben Strauß und Haffner für das Wiener Publikum ein wenig zurückgenommen. Dennoch wirken die beschwingten Weisen mitunter frivol: Johann Strauß junior war ein Zugpferd, das dem Publikum im Theater an der Wien zur Uraufführung 1874 schöne Stunden und eine Ablenkung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bieten sollte. Das Publikum begeisterte sich – damals wie heute – zu Recht für den Stoff, der hier in der modernen Inszenierung von Axel Köhler einen gut 3¼-stündigen Opernabend (eine Pause) vom Allerfeinsten bot.

Ausschweifungen auf dem Maskenball des Prinzen Orlofsky

Anke Krabbe (Rosalinde), Norbert Ernst (Gabriel von Eisenstein). FOTO: Hans Jörg Michel.

Der Alkohol fließt in Strömen, es wird gefeiert und geflirtet. Alle spielen Rollen und geben vor, ganz jemand anders zu sein: Marquis Renard versucht, die ungarische Gräfin zu verführen (die Eisensteins), Chevalier Chagrin (Gefängnisdirektor) und die Künstlerin Olga (Adele). Keiner weiß, mit wem er es wirklich zu tun hat. Seine Maske legt keiner ab. Der von sehr viel Champagner sehr angeheiterte Gabriel von Eisenstein gibt die Geschichte zum Besten, wie er nach einem Faschingsball seinen damals sturzbetrunkenen Freund Falke im Kostüm einer Fledermaus öffentlich blamiert hatte. Als das ausgelassene Fest am frühen Morgen endet, verlassen alle unerkannt die Räumlichkeiten des Prinzen.

Anke Krabbe (Rosalinde), Norbert Ernst (Gabriel von Eisenstein), Ovidiu Purcel (Alfred). FOTO: Hans Jörg Michel.

Als Eisenstein am Morgen seine Haftstrafe antreten will, erfährt er, dass er doch schon längst einsitze, wodurch er vom Techtelmechtel seiner Frau erfährt. Herr über die Zellen ist der Justizbeamte Frosch (Wolfgang Reinbacher, Schauspieler am Düsseldorfer Schauspielhaus). Mit Ausnahmen des Tenors, der anstelle Eisensteins einsaß, waren alle Insassen Gäste des Maskenballs. Im Gefängnis fallen schließlich alle Masken, nachdem nach und nach die Gäste des Maskenballs eintreffen: Auch Rosalinde (die ungarische Gräfin) hält ihrem Mann Gabriel nun den Beweis seiner Untreue vor und verlangt die Scheidung. Gabriel von Eisenstein steht schließlich als der Bloßgestellte da, von seinem Freund Dr. Falke vorgeführt: Die Rache der Fledermaus. Gabriel und Rosalinde versöhnen sich wieder: Schließlich war alles nur der Champagner schuld. Es bleibt aber nicht bei dem einen Happy End …

Lokalkolorit in der Inszenierung

Wolfgang Reinbacher (Frosch). FOTO: Hans Jörg Michel.

Maria Perlt (Adele), Thorsten Grümbel (Gefängnisdirektor Frank), Birte Hopstein (Ida). FOTO: Hans Jörg Michel.

Die Melodien des Wiener Walzerkönigs meisterten glänzend aufgelegte Duisburger Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Benjamin Reiners. Die hervorragende Inszenierung von Axel Köhler nahm nicht nur mit seiner schwungvollen Dynamik das Publikum für sich ein, sondern brachte sie mit zahlreichen Duisburger Anspielungen auch zum Lachen. Viel Szenenapplaus belohnte fantastische Akteure, die musikalisch und schauspielerisch in ihren Rollen aufgingen. Die Sänger unterstützten der Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leistung von Patrick Francis Chestnut sowie acht Tänzer mit einer Choreografie von Mirko Mahr. Für Bühne und Kostüme zeichnete Frank Philipp Schlößmann verantwortlich, mit dem Regisseur Köhler schon für frühere Inszenierungen erfolgreich zusammen gearbeitet hatte. In Szene gesetzt hat das Bühnenbild das Lichtdesign von Volker Weinhart.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 15. Dezember 2018 | 19:30 Uhr,
Do | 20. Dezember 2018 | 19:30 Uhr,
So | 23. Dezember 2018 | 15:00 Uhr,
Di | 25. Dezember 2018 | 18:30 Uhr,
Sa | 29. Dezember 2018 | 19:30 Uhr,
Mo | 31. Dezember 2018 | 19:00 Uhr (diese Vorstellung ist schon aufverkauft!),
Sa | 8. Juni 2019 | 19:30 Uhr,
So | 16. Juni 2019 | 15:00 Uhr und
Do | 20. Juni 2019 | 18:30 Uhr.

Thorsten Grümbel (Gefängnisdirektor Frank), Birte Hopstein (Ida), Norbert Ernst (Gabriel von Eisenstein), Anke Krabbe (Rosalinde), Kay Stiefermann (Dr. Falke), Maria Perlt (Adele), Tänzerinnen, Chor der Deutschen Oper am Rhein. FOTO: Hans Jörg Michel.

Eintrittskarten gibt es in der gemeinsamen Theaterkasse von Theater Duisburg und Deutscher Oper am Rhein im ehemaligen Restaurant „Theaterkeller“. Der Eingang befindet sich auf der rechten Seite des Theaters gegenüber vom Duisburger Hof (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18.30 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr). Karten bestellen kann man auch per Telefon 0203 / 283-62100, Fax 0203 / 283-62210 oder eMail karten@theater-duisburg.de. Die Theaterkasse am Eingang öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Eine halbe Stunde vor Beginn gibt es eine Einführung im Opernfoyer, die einen kurzen Überblick in die Oper, ihre Handlung und ihre Entstehung gibt. Tickets kosten zwischen 19 und 76 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man auf den Webseiten der Deutschen Oper am Rhein bei den Buchungen aufgeführt.

© 2018 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein: Vorstand Jörg Löbe informierte über die Bürgerstiftung

Duisburger engagieren sich für Duisburger Themen!
Von Petra Grünendahl

Jörg Löbe stellte die Bürgerstiftung Duisburg beim Marketing-Club vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Mit unseren 34 öffentlichen Bücherschränken in Duisburg sind wir die Nummer 1 in NRW“, erzählte Jörg Löbe, Vorstand der Bürgerstiftung Duiburg gAG. „Deutschlandweit sind wir die Nummer 5: Hier möchte ich noch aufs Treppchen“, so Löbe. „DU liest!“ ist das wohl öffentlichkeitswirksamste Projekt, aber lange nicht das einzige, mit dem sich die Bürgerstiftung für Duisburger engagiert. „Wir haben mehr Ideen als Geld und Zeit“, hob Löbe die Notwendigkeit nicht nur von finanziellem Sponsoring, sondern auch von ehrenamtlicher Arbeit hervor. So würden die Bücherschränke von Ehrenamtlern oder Vereinen in den Stadtteilen betreut.

Jörg Löbe stellte die Bürgerstiftung Duisburg beim Marketing-Club vor. Foto: Petra Grünendahl.

Jörg Löbe stellte beim Monatstreffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein die Arbeit der Bürgerstiftung vor. Neben sieben hauptamtlichen Mitarbeitern kann das Projektbüro der Stiftung auf rund 350 Ehrenamtliche zurückgreifen, die die unterschiedlichsten Projekte mit Leben füllen. Dreizehn Bürger hatten die Bürgerstiftung Duisburg gAG als gemeinnützige Aktiengesellschaft gegründet. Diese Rechtsform ist mit weitreichender Transparenz verbunden mit dem Ziel größtmöglicher Nachhaltigkeit und Partizipation engagierte Duisburger Bürger einzubinden. Zahlreiche Projekte rund um Bildung (wie DU liest!, Weiterbildung, Erste Leseräume, Tausche Bildung gegen Wohnen), Verkehrssicherheit (Duisburg. Aber sicher!), Gesundheit (DU – ich drück dich!), Natur (Kants Garten) und Dialog (Tag des Dialogs u. a.) bieten interessierten Bürgern die Möglichkeit sich für Duisburg sozial verantwortlich zu engagieren. Aufgenommen hat die Bürgerstiftung auch den Wunsch vieler nach einem Wiederaufbau des Mercatorhauses.

Bürgerstiftung Duisburg: Gemeinsam sind wir stark

Jörg Löbe stellte die Bürgerstiftung Duisburg beim Marketing-Club vor. Foto: Petra Grünendahl.

Jörg Löbe stellte die Bürgerstiftung Duisburg beim Marketing-Club vor. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir sind Mittler und Moderator in der Stadtgesellschaft“, beschrieb Löbe die Rolle der Bürgerstiftung. Man schaffe Kontakte von Menschen, die sich finanziell und zeitlich engagieren wollen, zu den Stellen in der Stadt, die eine Umsetzung der Initiativen unterstützen können. Dabei betonte Löbe die Unabhängigkeit der Stiftung von Politik, Religion und Wirtschaft.

Das Projektbüro der Bürgerstiftung Duisburg am Flachsmarkt 12 in der Altstadt in montags bis donnerstags zwischen 9 und 15 Uhr geöffnet. Telefonisch sind die Mitarbeiter unter 0203 / 3938886, per eMail unter info@buergerstiftung-duisburg.de zu erreichen. Wer sich finanziell engagieren möchte, kann dies mit einer Mitgliedschaft im Förderverein Bürgerstiftung Duisburg (Beitrittserklärung: http://www.buergerstiftung-duisburg.de/unterstuetzen/foerderverein/) tun, mit Sachspenden unterschiedlichster Art oder direkten Spenden auf das Konto der Bürgerstiftung bei der Sparkasse Duisburg (IBAN DE08350500000203040506, BIC DUISDE33XXX). Ehrenamtliches Engagement ist zeitlich unabhängig und kann von Interessierten individuell festgelegt werden: „Deswegen haben wir Zulauf“, so Löbe. Wichtig sei der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch.
http://www.buergerstiftung-duisburg.de

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Zweiter Advent bei HKM in Duisburg: Impressionen von der traditionellen Barbarafeier

Impressionen von der Barbarafeier in der Werkshalle von HKM. Fotos: Petra Grünendahl.

Traditionell hatte HKM (Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH) am zweiten Advent zur Barbarafeuer auf sein Werksgelände im Duisburger Süden geladen. Eine sehr pointierte und mit viel Zwischenapplaus bedachte Predigt hielt der Kabarettist Wilfried Schmickler. Den ökumenischen Gottesdienst gestalteten Pfarrer Rainer Kapers (Auferstehungsgemeinde Duisburg Süd) und Pastor Rolf Schragmann (Kath. Gemeinde St. Dionysius). Musikalisch begleiteten der Posaunenchor Großenbaum Rahm, der Chor der Ev. Kirchengemeinde Trinitatis, die Duisburg Voices sowie ein Trio der Duisburger Philharmoniker die Veranstaltung. Mitarbeiter von HKM übernahmen unter anderm die notwendigen Umbauten in der Werkhalle sowie den Aufbau des Vorzeltes und die Bewirtung. Die Kollekte unterstützt in diesem Jahr den Verein Gemeinsam gegen Kälte Duisburg e. V.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen von der Barbarafeier in der Werkshalle von HKM. Fotos: Petra Grünendahl.

© 2018 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

4. schauinsland-reisen Lichtermarkt im Landschaftspark Duisburg-Nord: Impressionen

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen vom 4. schauinsland-reisen Lichtermarkt im Landschaftspark Duisburg-Nord.
Fotos: Petra Grünendahl

© 2018 Petra Grünendahl

Veröffentlicht unter Duisburg, Panorama | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Essen Motor Show: Das PS-Festival 2018 ist gestartet

Tiefer, härter, breiter, schneller –
außergewöhnlicher

Von Petra Grünendahl

Impressionen von der Essen Motor Show 2018. Foto: Petra Grünendahl.

Tuning, Motor- und Rennsport, Formel 1 und sportliche Serienfahrzeuge, Designstudien sowie Unikate und Kuriositäten stehen im Fokus der Essen Motor Show, aber auch Werkzeug, Tuningteile und Zubehör locken während der zehntätigen Messe die Besucher. Überhaupt kommen Freunde sportlicher, veredelter und individualisierter Fahrzeuge hier auf ihre Kosten. Breiten Raum gewährt man auch Oldtimern (Classic Cars). Die Fans zieht hier das Tuning von den großen Tunern ebenso wie private Tuningfahrzeuge sowie das nötige Zubehör und Werkzeuge. Automobilzulieferer der Segmente Reifen (u. a. Continental, Hankook, Toyo), Felgen und Fahrwerk runden das Angebot ab.

Impressionen von der Essen Motor Show 2018. Foto: Petra Grünendahl.

Zum Preview Day durften wir einen ersten Blick auf die 51. Essen Motor Show 2018 werfen. Skoda ist als letzter Autohersteller (Importeur) noch selber vertreten und zeigt mit dem Kodiaq RS das stärkste Skoda-SUV aller Zeiten (239 PS). Außerdem am Stand: weitere überwiegend sportlich gestylte aktuelle Modelle sowie sein Rallye-Bolide Fabia R5. Lexus ist mit einem regionalen Händler und überwiegend Hybridfahrzeugen hier vor Ort. Porsche Motorsport und Volkswagen R adressieren das sportlich orientierte Publikum. Die Mercedes FanWorld richtet sich an Film- und Musikfreunde.

Impressionen von der Essen Motor Show 2018. Foto: Petra Grünendahl.

Freunde der automobilen Individualisierung (auch „Tuning“ genannt), die Schrauber, Bastler und Sammler finden reichlich „Material“ für ihr Hobby. Fahrzeugpflege und Lifestyle-Produkte runden das Angebot ab. Automobile Kunstwerke präsentieren rund 160 Besitzer in der tuningXperience mit einer Sondershow in Halle 1A sowie Halle 3. In Halle 3 zeigt die Essen Motor Show hochklassige „Oben-Ohne“-Fahrzeuge aus dem letzten 60 Jahren sowie Fahrzeuge mit Elektroantrieb, Ladesäulen-Konzepte sowie eAuto-Carsharing – und –Schnuppermiet-Konzepte.

Oldtimer-Fans finden auch (aber nicht nur) sportliche Exemplare sowohl von Händlern als auch private Fahrzeuge überwiegend über Markenclubs, wo sich nicht selten mit den Eigentümern der Fahrzeuge fachsimpeln lässt. Über 500 Aussteller aus 18 Nationen zeigen auf rund 100.000 Quadratmetern Ausstellungsflächen Fahrzeuge, Produkte und Service rund ums Auto.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Impressionen von der Essen Motor Show 2018

Impressionen von der Essen Motor Show 2018. Foto: Petra Grünendahl.

Die Essen Motor Show läuft noch bis Sonntag, 9. Dezember 2018. Geöffnet ist täglich von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 16 Euro (ermäßigt 13 Euro). Ein Nachmittagsticket (ab 15 Uhr) ist für 10 bzw. 8 Euro zu haben, ein Zwei-Tages-Ticket 28 Euro. An Ticket-Specials gibt es das Girls-Day-Ticket (3. Dezember, nur an der Tageskasse) für 6 Euro, das Vater-Sohn-Ticket (am 7. Dezember, nur mit Söhnen unter 18) für 20 Euro sowie das Ticket4You (vier Personen inkl. Parken, nur im Vorverkauf) für 60 Euro. Parken kostet 9 Euro auf den Parkplätzen in unmittelbarer Nähe sowie auf Messeparkplätzen etwas weiter weg (inklusive Shuttle-Service). Die regulären Tagestickets sind im Vorverkauf (online oder Telefon 0201 / 3101-430) günstiger. Weitere Ticket-Variationen und Infos gibt es unter www.essen-motorshow.de. Der Ticket-Vorverkauf läuft über den Ticketservice der Messe Essen .

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Auto, Panorama, Region | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Marketing-Club Duisburg-Niederrhein informierte sich bei schauinsland-reisen

Vom Ladenlokal eines Wohnhauses zum
stetig wachsenden Standort im Innenhafen

Von Petra Grünendahl

Club-Präsident Marco Pfotenhauer (r.) und Executive Director Andreas Rüttgers (l.) beim Treffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein bei der schauinsland-reisen GmbH im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

„Als ich vor 25 Jahren hier angefangen habe, waren wir noch mit 17 Mitarbeitern in Marxloh auf der Weseler Straße im ehemaligen Wohnhaus der Kassners untergebracht“, erzählte Andreas Rüttgers, Executive Director Produktmanagement des Duisburger Reiseanbieters schauinsland-reisen. „Zum Schluss hatte der Chef das Büro in seinem ehemaligen Kinderzimmer“, so Rüttger. Als der Standort in Marxloh zu klein wurde, zog man 2006 an den Rand des Innenhafens: „Dieses Areal war damals noch nicht Teil des Innenhafens, so dass es für uns erschwinglich war.“ Seit der Ansiedlung hat schauinsland-reisen mehrfach erweitern und neue Verwaltungsgebäude anbauen müssen. Hier arbeiten heute rund 500 von weltweit 1.000 Mitarbeitern.

Club-Präsident Marco Pfotenhauer (r.) und Executive Director Andreas Rüttgers (l.) beim Treffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein bei der schauinsland-reisen GmbH im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Bei der schauinsland-reisen GmbH im Duisburger Innenhafen informierten sich Mitglieder des Marketing-Club Duisburg-Niederrhein über das Unternehmen, seine Unternehmenskultur und seinen Weg zum Erfolg: Rund 100 Jahre nach Gründung ist schauinsland-reisen sechstgrößter Flugreiseveranstalter in Deutschland und einer der größten Pauschalreiseveranstalter Europas. „Früher waren wir das Unternehmen, das Busreisen in den Schwarzwald angeboten hat. Und das waren wir für die Leute auch dann noch, als wir diese schon zehn Jahre nicht mehr im Programm und unseren Schwerpunkt bei den Flugreisen hatten“, berichtete Rüttgers. „Was wollen die Kunden?“ sei die zentrale Frage der Produktplanung. „Wir waren die ersten, die Urlaub in kinderfreien Hotels angeboten. Dass wir das durften, mussten wir vor Gericht durchsetzen“, erzählte der Produktmanager. Und als Teil der Zielgruppe hätten sich sogar Eltern herauskristallisiert, die ihre Kinder bei den Großeltern lassen, um alleine (und ohne Kinder) Urlaub zu machen. „Natürlich haben wir auch Familienhotels für den gemeinsamen Urlaub.“ Für den Vertrieb von Urlaubsreisen setzt schauinsland-reisen ganz klassisch fast ausschließlich auf Reisebüros: „Wir bauen auf eine verlässliche Partnerschaft, denn diese Reisebüros haben uns groß gemacht“, so Rüttgers. „Wir wollen ein fairer Ansprechpartner für unsere Reisebüropartner wie für unsere Kunden sein.“ Aus den rund 50.000 Urlaubsgästen pro Saison Anfang der 1990er-Jahre wurden über 1,6 Mio. im Touristikjahr 2017/18 mit 1,34 Milliarden Euro. Die Zuwachsraten der vergangenen Jahre waren zweistellig.

Vielfältiges Engagement für den Standort

Executive Director Andreas Rüttgers referierte beim Treffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein bei der schauinsland-reisen GmbH im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Einen Namen über den Urlaub hinaus haben sich die Reiseveranstalter aus dem Innenhafen unter anderen über verschiedene Events gemacht. Dazu zählen die Rekord-Sandburg und das Namenssponsoring des Lichtermarktes im Landschaftspark Duisburg-Nord und das City-Slide in der Innenstadt sowie Beteiligungen beim Drachenbootrennen im Innenhafen oder beim TargobankRun. Das Familienunternehmen wird heute in der dritten Generation von Gerald Kassner als geschäftsführendem Gesellschafter geführt, die vierte Generation steht schon in den Startlöchern: Eine Kontinuität, die das immer noch rasant wachsende mittelständische Unternehmen braucht.

Executive Director Andreas Rüttgers referierte beim Treffen des Marketing-Clubs Duisburg-Niederrhein bei der schauinsland-reisen GmbH im Innenhafen. Foto: Petra Grünendahl.

Zu den Geheimnissen des Erfolges gehöre auch der gute Zusammenhalt der Mitarbeiter, so Rüttgers: „Das Miteinander spielt eine große Rolle und wird von der Geschäftsführung gefördert.“ Stark deklinierte Strukturen gebe es nicht. „Alle, die im Laufe des Jahres neu ins Unternehmen gekommen sind, führen bei der Weihnachtsfeier gemeinsam was vor. Das gilt für alle Neuen: Führungskräfte wie Auszubildende.“ Das Unternehmen fördert gemeinsames Engagement zu sozialen Zwecken ebenso wie beim Sport. Das bindet die Mitarbeiter ans Unternehmen. Lange Firmenzugehörigkeiten sind die Regel!

Der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein
Die regionale Berufsstandesorganisation in Duisburg wurde 2009 gegründet und ist als Mitglied im Deutschen Marketing Verband einer von 66 Clubs deutschlandweit. Der Marketing-Club ist der Weiterbildung seiner Mitglieder ebenso verpflichtet wie der Schaffung einer Kommunikationsplattform. Fast jeden Monat trifft sich der Marketing-Club Duisburg-Niederrhein zu überwiegend fachlich orientierten Besichtigungen oder Vorträgen in der ganzen Region. Informationen zu Themen, Veranstaltungen und Kontakten gibt es auf der Homepage des Clubs. Wer im Marketing tätig ist und sich für eine Mitgliedschaft im Marketing-Club interessiert, kann bei solchen Gelegenheiten erste Kontakte knüpfen: Netzwerken lässt sich im Anschluss an den fachlichen Teil nämlich ganz hervorragend. Und natürlich lassen sich die fachlichen Fragen mit den jeweiligen Referenten in Einzelgesprächen noch vertiefen.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Wirtschaft | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

Museum DKM in Duisburg zeigt Peter Royen: Wiederentdeckt!

Schwarz und Weiß:
Endeckung plastischer Welten

Von Petra Grünendahl

Plastische Oberflächen: Werke von Peter Royen im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

„Horizonte“ oder „Felder“ heißen die Bilderserien, die das Museum DKM unter dem Titel „Wiederentdeckt!“ präsentiert. Seine überwiegend großformatigen Bilder sind zumeist in Weiß oder Schwarz gehalten: Die symmetrisch gestalteten Werke wirken durch ihre plastische Oberfläche, dass man fast versucht ist, sie anzufassen. „Im Bestand eines Kölner Sammlers haben wir Peter Royen entdeckt: Wir kannten diesen Künstler noch gar nicht“, erzählte Klaus Maas. „Wir haben den ganzen Nachlass bei der Witwe einsehen können.“ Der namhafte und (auch in seiner deutschen Heimatstadt Düsseldorf) mehrfach geehrte Künstler ist in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten (u. a. auch im Lehmbruck Museum), einige Werke hat Maas als Leihgaben für die Sonderausstellung gewinnen können. Aus über 80 Werken wählten die Duisburger Kunstsammler 44 Arbeiten aus, die beispielhaft eine nachhaltige Rolle in seinem Lebenswerk spielen.

Plastische Oberflächen: Werke von Peter Royen im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum DKM zeigt Werke des deutsch-niederländischen Künstlers Peter Royen (1923-2013) aus fünf Jahrzehnten. Die Kunstsammler und Museumsstifter Klaus Maas und Dirk Krämer stellten die neue Sonderschau in den Wechselausstellungsräumen des Museums im Dellviertel vor. Der Holländer war 1946 von Amsterdam nach Düsseldorf gegangen, um bei Otto Pankok an der Kunstakademie zu studieren. „Er hat sich im Nachkriegs-Holland damit nicht nur Freunde gemacht“, erklärte Dirk Krämer. In Düsseldorf ließ er sich schließlich nieder, schlug Wurzeln und heiratete. Royen war in mehreren Künstlergruppen (Rheinische Sezession, Gruppe 53, Malkasten oder Gruppe Europa) engagiert und bemühte sich auch um Weiterentwicklung seiner Künstlerfreunde und der Förderung von jungen Künstlern.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Museum DKM

Plastische Oberflächen: Werke von Peter Royen im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Peter Royens Werke sind bis zum 17. März 2019 zu sehen. Regulär geöffnet hat das private Museum DKM der Stifter Klaus Maas und Dirk Krämer an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags, sonntags und an Feiertagen zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung für Gruppen geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Veröffentlicht unter Duisburg, Kultur | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Loveparade-Strafprozess: Leitender Polizeibeamter am Unglücksort sagte aus

Polizeiketten ließen das Unglück eskalieren
Von Petra Grünendahl