„Einsatzbericht“ von der Loveparade …

Vielen Dank an Daphne für ihren Kommentar in der
„Dokumentation der Ereignisse zur Loveparade 2010 in Duisburg“.
„Papa Alex“ hatte es am 26. Juli 2010 im MSV-Portal im Thread „Highway to Love“ gepostet. Es ist eine Schilderung, wie sein Bruder als Bundespolizist seinen Einsatz bei der Loveparade erlebt hat:

Mein Bruder war am Samstag vor Ort im Einsatz, etwa 500 Meter von der Stelle weg, wo sich die Tragödie ereignet hat. Er war als Bundespolizist vor Ort, ohne genaue Ortskenntnisse zu erhalten. Es gab extreme Probleme der einzelnen Einheiten der Bundespolizei, mit den anderen Kräften vor Ort in Kontakt zu treten. So wurden seine Kollegen zum Beispiel nicht darüber informiert, dass das Gelände am Güterbahnhof geschlossen war. Daher wurde auch nicht versucht, den Zustrom durch den Tunnel zu verhindern, was, seiner Meinung nach, den Tod der Menschen verhindert hätte, da es nicht zu solchen unglaublichen Zuständen im Tunnel gekommen wäre. Selbst nachdem dort bereits ein solches Gedränge herrschte, sah es bei Ihnen nicht danach aus, da sie ja nicht soweit sehen konnten und eben, wie beschrieben, keinerlei Infos von den Einsatzkräften vor Ort bekamen. Darüber hinaus bekamen sie auch vor Ort keine Einweisung für eventuelle Notfälle, es war wohl schlicht kein Notfallplan vorhanden. Auch nach dem Unglück war es zunächst nicht möglich, zu erfahren, was los ist, wodurch natürlich Rettungskräfte nicht zügig Zugang zur Unfallstelle hatten, da mein Bruder und seine Kollegen nicht wußten, wo es und was passiert war und wie vorzugehen ist. Das sogenannte Sicherheitskonzept, was laut dem Oberbürgermeister gegriffen hat, gab es einfach nicht. Der Kommentar meines Bruders: „Ich habe in meiner ganzen Dienstzeit noch nie so eine chaotische Organisation erlebt. Meinen Kollegen und mir war irgendwie klar, dass hier und heute etwas Schlimmes passieren wird. Nicht mal ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen bei einfachen Vorkommnissen ist möglich gewesen. Die Einsatzleitung und die Verantwortlichen haben auf ganzer Linie versagt und wir müssen mit dem Gedanken klar kommen, dass unser unverschuldetes Fehlverhalten letzten Endes Menschen das Leben gekostet hat. Meine Kollegen und ich sind nervlich total am Ende.“

Der dort (von Papa Alex, ich schließe mich dem aber nach wie vor uneingeschränkt an!!!) getätigte Aufruf ist leider bis heute ungehört verhallt:
„Herr Sauerland, auch diesen Menschen gegenüber stehen Sie in der Pflicht! Hören Sie auf rumzueiern und ziehen Sie die logischen Konsequenzen!“

2011 Petra Grünendahl

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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