Die Duisburger haben sich den Weg für einen Neuanfang frei gemacht – Kommentar

Die Bürger der Stadt Duisburg haben ihre Entscheidung getroffen. Adolf Sauerland war die Enttäuschung anzusehen, als er vor ans Podium vor dem Mercatorsaal trat, um das Wahlergebnis anzunehmen. Damit hatte er nicht gerechnet. Zu sehr vertraute er seinen Erfolgen für Duisburg, die niemand abstreiten kann. Zu wenig ist ihm aber bis heute bewusst, wo sein Versagen lag. Bis heute kann er nicht erkennen, wofür er „verantwortlich“ ist. Mit „Realitätsverlust“ ist dies noch zurückhaltend umschrieben. Dieses Versagen gab schließlich den Ausschlag – in einer Deutlichkeit, die einer „Klatsche“ gleichkommt!
Dass die Duisburger doch nicht so träge sind, wie Stadtdirektor Dr. Peter Greulich zu Beginn des Abwahlkampfes vermutet hatte, ist ein gutes Zeichen für den Neuanfang. Der ist jetzt bitter nötig, denn die letzten anderthalb Jahre haben Spuren hinterlassen in der Stadt. Gräben sind aufgerissen worden zwischen Bevölkerungsgruppen. Die Abwahl Adolf Sauerlands kann aber nur ein erster Schritt in Richtung Neuanfang sein, denn innerhalb der nächsten sechs Monate muss ein neuer Oberbürgermeister gewählt werden.
Für einen echten Neuanfang sind jetzt die Parteien gefordert, einen guten Kandidaten aufzustellen, der nicht nur von einer breiten Mehrheit in Duisburg getragen wird. Gefragt ist eine Persönlichkeit, die parteiübergreifend akzeptiert sein sollte – „überparteilich“ ist hier ein gutes Stichwort, was nicht heißen muss (aber durchaus könnte): parteilos. Er oder sie sollte aber vor allen versöhnen können, damit die Wunden in der Stadt verheilen und Gräben wieder zugeschüttet werden.
Und ganz wichtig ist jetzt auch endlich ein offener Umgang mit der Loveparade, der unter Adolf Sauerland nicht möglich war. Hier liegt vor allem im Umgang der Stadt mit den Opfern und mit dem Ort der Katastrophe noch viel im argen. Adolf Sauerland war zwar die treibende Kraft, die in Duisburg hinter dieser Veranstaltung stand – inklusive Tricksen, Täuschen, Tarnen und offensichtlichen Verstößen gegen Ratsbeschlüsse –, aber auch andere haben sich nicht mit Ruhm bekleckert und Kontrollfunktionen nicht ausreichend wahrgenommen. Wenige wollten die Loveparade in Duisburg unbedingt haben und alle anderen sind wie die Lemminge hinterher gerannt. Den Mut, die Spaßbremse zu spielen und laut die öffentlich geäußerten Sicherheitsbedenken an die Orte der Entscheidung (dem Rat der Stadt zum Beispiel) zu tragen, hatte leider niemand! Und daran erinnert werden will auch niemand von denen, die es nicht wenigstens verhindert haben … 😦

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Infos gibt es bei der Stadt Duisburg, Zahlen unter Wahlergebnisse.

© 2012 Petra Grünendahl (Text) und Pascal Hesse (Foto)

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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Eine Antwort zu Die Duisburger haben sich den Weg für einen Neuanfang frei gemacht – Kommentar

  1. Gilla schreibt:

    Eine Frau wäre nicht schlecht..obwohl ich eher dafür bin,das alle Parteien die gesammte Verantwortung haben und tragen,und somit jeder.jeden auf die Finger schauen kann ,und wenn nötig auch darauf klopfen!Aber eine(r))sollte Unparteiisch sein..so eine Art-Schieds-Frau/Mann.und was ganz wichtig ist,das es bei ganz wichtigen Entscheidungen..eine Bürgerabstimmen gibt!!!

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