Azubis von ThyssenKrupp Steel Europe realisieren Mahnmal

Stahl zum Gedenken an deportierte jüdische Kinder –
Enthüllung am Freitag, 9. November 2012

Mahnmal aus Stahl zum Gedenken an deportierte jüdische Kinder

Am Abend des 9. November (Jahrestag der Pogromnacht oder – so der historische Begriff: der Reichskristallnacht) wurde in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofes feierlich ein Mahnmal enthüllt, das an die Deportation und Ermordung von 130 jüdischen Kindern aus Duisburg erinnern und zu Toleranz sowie respektvollem Umgang der Menschen untereinander aufrufen soll. Unter der Ägide des renommierten Duisburger Künstlers Gerhard Losemann haben Auszubildende aller Standorte von ThyssenKrupp Steel Europe den etwa drei Meter hohen Stahlkubus in monatelanger Arbeit geplant und schließlich realisiert.

Das Mahnmal wurde bis zur endgültigen Fertigstellung des Duisburger Bahnhofsvorplatzes, wo es
seinen finalen Platz finden wird, zunächst provisorisch an der Grünfläche Einmündung Saarstraße/Königstraße gegenüber dem Harry-Epstein-Platz aufgestellt.

Mahnmal aus Stahl zum Gedenken an deportierte jüdische Kinder
Die Azubis Mark-André Henneke, Tobias Groß und Lars Daumann von ThyssenKrupp Steel Europe haben wochenlang an dem Mahnmal zur Erinnerung an deportierte und ermordete jüdische Kinder aus Duisburg gearbeitet, das am 9. November in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofes seinen vorläufigen Platz fand. Foto: ThyssenKrupp Fotografie.

Vorbereitungen starteten bereits Anfang März Der reine Fertigungs- und Planungsprozess des Mahnmals aus zehn Millimeter dickem, in Duisburg-Hüttenheim hergestelltem Stahlblech, fand an allen vier technischen Ausbildungsstandorten des Unternehmens (Duisburg, Bochum, Dortmund, Siegerland) mit Endmontage in Duisburg statt und wurde durch eine Reihe weiterer Maßnahmen begeleitet. So wurde der Prozess eingehend dokumentiert, historische Hintergründe wurden erarbeitet, die Jugendauszubildendenvertretung wurde eingebunden, es wurde Bericht erstattet in den Jugendversammlungen. Die Auszubildenden hielten engen Kontakt zum Künstler, der Stadt Duisburg und der jüdischen Gemeinde und haben sich auch in die Organisation der Einweihungsfeier eingebracht. Darüber hinaus werden in den Ausbildungswerkstätten des Unternehmens in Abstimmung mit Künstler Losemann 1.000 nummerierte Miniaturkopien der Bahnhofsskulptur im Maßstab 1:100 angefertigt, die die Auszubildenden aller Standorte später als Erinnerungsstücke behalten dürfen.

Koordination:
engagiertes Azubi-Kernteam

Koordiniert wurde der gesamte Prozess von einem engagierten Kernteam, dem neben dem Künstler Losemann und einigen Ausbildern auch zehn Auszubildende des Unternehmens angehören. Das Kernteam erhielt Budget-Zugriffe nach Absprache, Equipment sowie ein Projektbüro. Der zeitliche Aufwand für Mitglieder des Kernteams lag bei etwa einem Tag pro Woche.
Mit diesem Großprojekt verfolgte das Unternehmen zwei Ziele: Einerseits wurde die Jugend des Unternehmens ermuntert, sich eingehend mit Fragen des Nationalsozialismus zu beschäftigen und sich dazu eine Meinung zu bilden – nämlich, dass unsere heutige Gesellschaft eine offene, tolerante sein muss, in der Diskriminierung keinen Platz hat und in der die Menschen offen und wertschätzend miteinander umgehen sollen.
Andererseits wollte das Unternehmen den Nachwuchs an die eigenverantwortliche Bewältigung komplexer Projektarbeit heranführen und ihm durch die erfolgreiche Abarbeitung eines komplexen Projektplans ein realistisches Erfolgserlebnis vermitteln.

– nach der Pressemitteilung der ThyssenKrupp Steel Europe vom 8. November 2012 –

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