Zwischen Hochofen und Fuchsbau in Duisburg

Naturfotograf domkumentiert Tierwelt auf dem Hamborner Werksgelände von ThyssenKrupp Steel Europe

Auf dem mehr als 9 Quadratkilometer großen Werksgelände von ThyssenKrupp Steel Europe im Duisburger Norden leben zahlreiche Wildtiere – weitgehend unbeeindruckt von Industrieanlagen und Lastwagenverkehr. Harald Wolter (64) beobachtet und fotografiert sie seit 13 Jahren: Rehe, Füchse, Falken, Hasen und Fasane, die in direkter Nachbarschaft zu Industrieanlagen äsen, jagen und brüten.

Der Feldhase, der sich hier auf einer Bramme räkelt, ist uns bei einer Werksbesichtigung auf dem Gelände auch über den Weg gelaufen. Foto: Harald Wolter

Der Feldhase, der sich hier auf einer Bramme räkelt, ist uns bei einer Werksbesichtigung auf dem Gelände auch über den Weg gelaufen.
Foto: Harald Wolter

Seit seiner Pfadfinderzeit in den 50er Jahren sucht Harald Wolter die Nähe zu Tieren und Pflanzen: „Die Zusammenhänge zwischen Lebewesen und Umwelt, die finde ich spannend“, so der heute 64-Jährige. Ihn fasziniert vor allem, wie die Natur sich zwischen Hochöfen, Bahnschienen und Schlammbecken immer wieder neue Nischen erobert.

40 Jahre lang hat Wolter als technischer Angestellter bei Thyssen und später im Bereich Bau und Entsorgung bei ThyssenKrupp Steel Europe gearbeitet. Das Werksgelände und die Grünstreifen darin kennt er auswendig. Vor allem weiß er, wann und wo Wild unterwegs ist. Hinter den Hochöfen Schwelgern 1 und 2 zum Beispiel verlässt bei Dämmerung regelmäßig gut ein Dutzend Rehe den Schutz der Brombeerbüsche um zu äsen. Wolter weiß auch, warum: „auf dem Boden des früheren Lette-Schlammbeckens finden sie reichlich Ackerwildblumen und Kräuter.“

Feldhasen, in Teilen Deutschlands bereits eine gefährdete Art, sind auf dem Werksgelände zwischen Beeckerwerth und Schwelgern ein alltägliches Bild. Rechts und links der Eisenbahngleise, über die Tag und Nacht Torpedopfannen, Schlackebehälter und Waggons mit Stahl-Coils rollen, finden sie Futtergründe und Hecken als Rückzugsmöglichkeit. Ungestört von landwirtschaftlichen Maschinen, Wanderern und Hunden reguliert dort allein die Natur die Bestände: Vor allem im Frühjahr beobachtet Wolter durch sein Fernglas Füchse und Krähen bei der Jagd auf junge Hasen.

Auf dem Boden des früheren Lette-Schlammbeckens in Schwelgern finden Rehe reichlich Wildblumen und Kräuter. Foto: Harald Wolter

Auf dem Boden des früheren Lette-Schlammbeckens in Schwelgern finden Rehe reichlich Wildblumen und Kräuter.
Foto: Harald Wolter

Neben „Kulturfolgern“ – also Tieren, die vom Menschen geschaffene Landschaften bevölkern – hat Wolter bei ThyssenKrupp über die Jahre mehr als 40 Tierarten gezählt. Darunter Flussregenpfeifer, Graureiher und Fasane, aber auch Turm- und Wanderfalken.
Schornsteine, Fließbänder und Schwerlaster lassen die Wildtiere kalt. „Sie lernen, dass die Industrieanlagen für sie keine Gefahr bedeuten und agieren wie in freier Wildbahn“, so Wolter. Wenn der passionierte Jäger mit Kamera und 500er Objektiv die grünen Randbereiche des Werkgeländes durchstreift, läuft ihm immer etwas vor die Linse. Mehr als 20.000 Bilder von Tieren und Pflanzen hat der Hobby-Fotograf auf dem ThyssenKrupp Gelände bereits geschossen. Sein Lieblingsfoto zeigt einen ausgewachsenen Hasen, der sich auf einer Bramme im Sonnenlicht rekelt.

– Pressemitteilung von ThyssenKrupp Steel Europe vom 17. Mai 2013 –

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Duisburg, Freizeit, Industrie, Umwelt, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s