Junge Oper Rhein-Ruhr: „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ feierte Premiere im Theater Duisburg

Uraufführung begeisterte jugendlichen Publikum:
Applaudieren können sie lauter als Erwachsene

Alma Sadé (Lena), Dmitri Vargin (Leander). Foto: Hans Jörg Michel.

Alma Sadé (Lena), Dmitri Vargin (Leander).
Foto: Hans Jörg Michel.

Und wie die jungen Zuschauer auf den rappelvollen Rängen applaudieren konnten: Lang und laut – so lauter Applaus tönt selten durch das Theater Duisburg, denn die Kleinen schlugen beim Schlussapplaus vor Begeisterung schon fast über die Stränge. Zu sehr hatten die spannende Handlung und ausdruckstarken Akteure sie über die knappen anderthalb Stunden gefesselt und beinahe ruhig auf den Plätze gehalten. Als nach dem Happy End, den eine Geschichte für Kinder immer haben sollte, die Spannung von ihnen abfiel, konnten sie ihrer Begeisterung endlich lautstark Luft machen. Mit ihrem neuen Stück hatte die Deutsche Oper am Rhein mal wieder zielgenau den Geschmack eines jungen Publikums getroffen, welches sich für Oper oder Theater erst noch begeistern muss. Ein exzellenter Einstieg war hiermit schon mal geschaffen!

Nicht nur Premiere, sondern sogar ihre Uraufführung erlebte im Theater Duisburg die neue Familienoper „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ der Deutschen Oper am Rhein (für Junges Publikum, ab 8 Jahre). Die Oper entstand in der Kooperation „Junge Opern Rhein-Ruhr“ mit dem Theater Bonn und dem Theater Dortmund. Komponiert wurde die Familienoper von Marius Felix Lange im Auftrag der Deutschen Oper am Rhein. Vertont wurde damit eine Geschichte von Martin Baltscheit, die mit ihrer kindgerechten Spannung die kleinen Zuschauer fesselte. Mit ihren anderthalb Stunden Dauer (ohne Pause) ist „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ schon eine große Oper, deren Herausforderung für Librettisten und Komponisten war, ein junges Publikum über einen so langen Zeitraum zu fesseln und zu faszinieren. Was ganz hervorragend gelingt!

Kinderbuchautor Martin Baltscheit hat mit der Geschichte „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ eine spannende Story geschrieben (Libretto), mit etwas überzeichneten Charakteren, die tief ins Reich von Traum und Phantasie hineinreichen. Entsprechend laut und bunt ging es auch auf der Bühne zu, wo Leander (Dmitri Vargin) seiner Freundin Lena (Alma Sadé) das Schlafen wieder ermöglichen wollte und sich auf die Suche begibt, ihr ein Schlafmittel zu besorgen.

VORNE: Bruno Balmelli (Vater), Dmitri Vargin (Leander), Sarah Ferede (Mutter), Alma Sadé (Lena) HINTEN: Chor, Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

VORNE: Bruno Balmelli (Vater), Dmitri Vargin (Leander), Sarah Ferede (Mutter), Alma Sadé (Lena) HINTEN: Chor, Tänzerinnen und Tänzer. Foto: Hans Jörg Michel.

Erst will sie nicht schlafen, dann wacht sie nicht mehr auf
„Der schläft doch nur“, hatte Leander gesagt, als er und Lena einen toten Vogel gefunden hatten, den Leander wohl vom Baum geschossen hatte, als er Lena einen Apfel herab geholt hat. Lena hat nun Angst, aus dem Schlaf nicht wieder aufzuwachen, – und schläft nicht mehr. Die Dorfbewohner haben Angst und verjagen Lena und Leander. Nach einigen Irrungen werden sie getrennt. Leander kommt zur Vogelkönigin Alba (Elisabeth Selle), die den toten Vogel auferweckt. Die Vogelkönigin gibt Leander auch ein Schlafmittel für Lena, nachdem er ihr einen Kuss gegeben hat.

Dmitri Vargin (Leander), Alma Sadé (Lena) essen den Mondkuchen. Foto: Hans Jörg Michel.

Dmitri Vargin (Leander), Alma Sadé (Lena) essen den Mondkuchen.
Foto: Hans Jörg Michel.

Leander träumt aber immer noch von einem Kuss von Lena, die ihrerseits zu Beginn lieber Kuchen als einen Kuss wollte. Jetzt schläft Lena – und Leander bringt sie zurück in ihr Heimatdorf. Leider wacht sie jetzt aber nicht mehr auf, egal wie viel Lärm die Dorfbewohner machen. Leander ist ganz verzweifelt, denn er scheint seine geliebte Lena wieder zu verlieren. Da gibt ihm der Mond einen selbstgebackenen Mondkuchen, dessen Duft Lena aufweckt. Als sie Leander küssend um den Hals fällt, jubeln die begeisterten Zuschauer. Den Mondkuchen essen die beiden glücklich Vereinten nun gemeinsam auf.

Ein kleiner Vorgeschmack:

Kindgerechte, knallig-bunte Inszenierung
Die hervorragend aufgelegten Sänger gehen förmlich in ihren Partien auf – gesanglich wie schauspielerisch. Die Charaktere sind etwas überspitzt angelegt, das kommt beim jungen Publikum an, macht es doch das Stück leicht zu verstehen. Bunt und üppig ist die Ausstattung, egal ob in der realen oder in der Traumwelt, in der viele Szenen spielen. Regisseur Johannes Schmid hatte mit Tatjana Ivschina, die auch andere Kinderstücke der Deutschen Oper am Rhein ausstaffiert hatte, eine hervorragende Bühnen- und Kostümbildnerin im Team, die seine Ideen in ihren „Bildern“ umsetzte. Genial wie immer ist das Lichtdesign von Volker Weinhart, der die Aufbauten brillant in Szene setzt. Die musikalisch perfekten Duisburger Philharmoniker unter der Leitung von Lukas Beikircher erleben herrlich schräge Kontraste in Form der Schützenkapelle, die auf der Bühne ihr Lied einstudiert: Die Jungs spielen alles, aber nicht passend. Ergänzt wird das Ensemble auf der Bühne durch den Chor der Deutschen Oper am Rhein unter der Leitung von Christoph Kurig, ein achtköpfiges Tanz-Ensemble und die Statisterie.

VORNE: Dmitri Vargin (Leander), Tänzerinnen, Damenchor HINTEN: Elisabeth Selle (Alba). Foto: Hans Jörg Michel.

VORNE: Dmitri Vargin (Leander), Tänzerinnen, Damenchor HINTEN: Elisabeth Selle (Alba). Foto: Hans Jörg Michel.

Weitere Termine im Theater Duisburg:
Sa | 15. Februar 2014 | 18:00 Uhr,
Fr | 21. Februar 2014 | 11:00 Uhr,
Di | 25. Februar 2014 | 11:00 Uhr und
Sa | 31. Mai 2014 | 18:00 Uhr.
Im Juni und Juli 2014 wird das Stück im Opernhaus Düsseldorf aufgeführt.

Karten gibt es im Opernshop an der Düsseldorfer Straße 5 – 7 (Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 19 Uhr, Sa 10 bis 18 Uhr) oder unter Telefon 0203 / 9407777. Die Kasse öffnet 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Tickets kosten 18 Euro. Möglichkeiten für Ermäßigungen bei den Ticketpreisen findet man hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Hans Jörg Michel, Mannheim / Deutsche Oper am Rhein

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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3 Antworten zu Junge Oper Rhein-Ruhr: „Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte“ feierte Premiere im Theater Duisburg

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