Für Toleranz und Zivilcourage: Zivilgesellschaftliches Bündnis bezieht Stellung gegen Rechts in Duisburg

Am 1. Mai: Kundgebung mit Kulturangebot auf dem König-Heinrich-Platz

Bundesweit ruft die NPD zur Demo am 1. Mai in Duisburg auf, dem „Tag der Arbeit“ – dem traditionellen Feiertag der Gewerkschaften und Arbeiterbewegungen. „Wir konnten ihnen nicht die Fußgängerzone überlassen“, kommentierte Rainer Bischoff, ehemaliger DGB-Chef in Duisburg und Mitglied des Landtages NRW. Die NPD wollte ursprünglich vom Portsmouthplatz vor dem Hauptbahnhof zum Rathaus ziehen. Daraus wird jetzt nichts!

Im Pressegespräch (v. l.): Rainer Bischoff, Armin Schneider, Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Im Pressegespräch (v. l.): Rainer Bischoff, Armin Schneider, Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage hat Vereine, Verbände, Organisatoren und Kulturschaffende aus Duisburg an einen Tisch geholt und ein Programm auf die Beine gestellt, das Leute in die Stadt, in die Fußgängerzone locken soll. Beim Pressegespräch im Rathaus stellten Armin Schneider, Sprecher des Duisburger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage, MdL Rainer Bischoff und Kulturdezernent Thomas Krützberg die Pläne für einen Kulturtag am 1. Mai als Gegenentwurf zum NPD-Aufmarsch vor. „Wir wollen mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis ein Zeichen setzen, dass wir dieses Gedankengut hier nicht haben wollen“, begründete Armin Schneider das parallel eine Kundgebung auf dem König-Heinrich-Platz beantragt hatte.

Auch wenn Einzelheiten noch geklärt werden müssen – erst seit vier Wochen ist man in der Planung und Umsetzung –, sollte doch das Programm verschiedenste Altersgruppen locken. Zumal sich hier Kreative aus Duisburg einem größeren Publikum präsentieren können, das dies bei hoffentlich gutem Wetter annimmt. Dass solche musikalischen Events auf den König-Heinrich-Platz locken, haben die Duisburger ja in der Vergangenheit oft genug bewiesen.

„Wir wollen diese Leute nicht“, machte Kulturdezernent Thomas Krützberg klar: „Das sind keine NEOnazis. Das ist das alte Gedankengut: Das sind Nazis.“ Entsprechend unterstützt die Stadt die Veranstaltung des Bündnisses im Rahmen ihrer Möglichkeiten. … Gerade den 1. Mai empfinden Gewerkschafter als Affront: Vor 81 Jahren hatten die Nationalsozialisten just am 1. Mai die Zerschlagung der Gewerkschaften eingeleitet. Vier leere Stühle vor dem ehemaligen Gewerkschaftshaus an der Ruhrorter Straße 11 in Kaßlerfeld erinnern heute daran …

Avisierter Programmablauf:

  • Ab 11 Uhr Bühnenprogramm.
  • Ca. 11.30 Uhr Begrüßung durch OB Sören Link.
  • Duisburger Philharmoniker spielen mit einem Kammermusik-Ensemble auf der Bühne.
  • Rede (offizieller Teil).
  • Doris D, eine Coverband aus Duisburg.
  • Rede (offizieller Teil).
  • Gorilla Taxi, eine Rockband aus Duisburg.
  • Rede (offizieller Teil).
  • Als Highlight: Peter Bursch und seine Bröselmaschine (mit zwei Special Guests).
  • Ab ca. 14.15 / 14.30 Uhr weiteres Programm durch freie Duisburger Künstler, das bis gegen 18 oder 19 Uhr dauern könnte.

Die NPD-Demo dürfte angesichts der Präsenz von Widerstand in der Innenstadt eine Randerscheinung werden: Die Rechten haben die Erlaubnis, bei ihrer Demo vom Portsmouthplatz Richtung Kantpark und Lehmbruckmuseum zu marschieren. Ob ihre ab 11 Uhr angemeldete Demo dann wirklich bis 18 Uhr dauert, wird sich zeigen. Selbst wenn sich aus dem ganzen Bundesgebiet Funktionäre der Partei für Reden angekündigt haben: Ihr „Programm“ ist doch eher einseitig! Dem geballten Angebot, das unter der Fittiche des Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage in der Fußgängerzone aufgeboten wird, haben sie nichts entgegenzusetzen.

Weitere Beteiligung sehr erwünscht!
Den kurzfristig anberaumten Termin der Vorbesprechung im Kleinen Prinzen konnten nicht alle eingeladenen Vereine, Verbände und Organisationen in Duisburg wahrnehmen. Wer sich an der Veranstaltung auf dem König-Heinrich-Platz beteiligen möchte, kann auch mit dem Landtagsbüro von Rainer Bischof Kontakt aufnehmen. Unter der Telefonnummer 0211 884-2700 erreicht man Bischoffs Mitarbeiterin Rashida Brigui, die sich um alles weitere kümmert. Das technische Equipment auf der Bühne vor dem Landgericht kann auch von anderen Künstlern genutzt werden. „Um so kurzfristig was auf die Beine zu stellen, hat uns das Entgegenkommen engagierter Bürger sehr geholfen“, so Armin Schneider. Wenn so viele an einem Strang ziehen, macht das mehr als deutlich, dass rechtes Gedankengut in der Duisburger Stadtgesellschaft keinen Platz hat.

Veranstaltungs-Hopping durchaus erwünscht
„Die Veranstaltungen im Landschaftspark Nord und auf dem König-Heinrich-Platz stehen nicht in Konkurrenz zueinander“, betonte Rainer Bischoff. Die Zielgruppe in Meiderich ist eine ganz andere. Von den gute 10.000 Besuchern des Familienfestes kommen viele aus Meiderich und drum herum in den Landschaftspark, während die Kundgebung am König-Heinrich-Platz eher im Innenstadt-Bereich Menschen ansprechen dürfte. Die Organisatoren können sich aber auch vorstellen, dass Leute zwischen den Veranstaltungsorten hin und her pendeln. Schließlich gehen beide ab 11 Uhr über den ganzen Tag. Die A59-Sperrung in Richtung Süden ab dem 1. Mai dürfte dies aber nicht gerade erleichtern. Auch in der Innenstadt soll es Bespaßung für Kinder geben, denn auch hier will man Familien anlocken.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Foto)

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