WAZ: Einfach beschämend – Kommentar von Frank Preuß

funke-mediengruppe(ots) – Zelte für Flüchtlinge. Mit schmalen Pritschen und ein paar Stühlchen. Auf einem matschigen Ascheplatz. Nicht im Irak oder in Syrien. Sondern in Duisburg, Deutschland. Es ist einfach nur beschämend.

Duisburg, wieder Duisburg. Man muss nicht ewig an das Versagen bei der Loveparade erinnern, um festzuhalten, dass die Stadt mehr schlechte Schlagzeilen produziert, als ihr guttun kann. Natürlich ächzt Duisburg unter der Belastung vieler Armutszuwanderer aus Bulgarien und Rumänien und muss sich um deren Unterbringung kümmern. Aber geht es im Ruhrgebiet anderen Städten nicht auch schlecht?

Nicht Oberhausen, Gelsenkirchen oder Herne bauen Zelte für Flüchtlinge auf, sondern einzig und allein Duisburg. Das reiche München wäre fast so weit gewesen und hat es mit einem gemeinsamen Kraftakt verhindert; der Imageschaden für die Metropole wäre desaströs gewesen.

Duisburg hat eine andere Fallhöhe, aber auch für sein Selbst- und Fremdbild ist die Zeltstadt verheerend. Duisburg hätte das verhindern müssen. Um jeden Preis.

– Pressemitteilung der WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Essen –

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6 Antworten zu WAZ: Einfach beschämend – Kommentar von Frank Preuß

  1. Jürgen Rohn schreibt:

    Zitat: „Natürlich ächzt Duisburg unter der Belastung vieler Armutszuwanderer aus Bulgarien und Rumänien und muss sich um deren Unterbringung kümmern.“ Kollege Frank Preuß schreibt zu diesem Punkt dummes Zeug und sollte gründlicher recherchieren oder sein Hausblatt selbst mal lesen. Die Stadt Duisburg hat sich für die Unterbringung der Roma als nicht zuständig erklärt. Zitat: „„Hier gilt: Eine neue Wohnung muss sich jeder selbst besorgen“, so Spaniel, „das ist nicht unsere Aufgabe.“ Ich frage mich, warum mir das als Einziger auffällt und kein Aufschrei der Empörung sich erhebt?

  2. Petra Grünendahl schreibt:

    Insgesamt trfft der Kommentar natürlich ins Schwarze!

    Aber was soll denn das?
    „Natürlich ächzt Duisburg unter der Belastung vieler Armutszuwanderer aus Bulgarien und Rumänien und muss sich um deren Unterbringung kümmern.“

    Einen Scheißdreck tut sie. Die Stadt Duisburg hat mehrfach erklärt, für die Unterbringung dieser Menschen nicht zuständig zu sein. Weder haben sie die Roma in städtischen Wohnungen oder anderen leerstehenden Wohnungen in Duisburg unterzubringen versucht noch sich irgendwie für deren Wohnungssuche engagiert. VIelmehr setzte man hier ganz explizit auf die „Mobilität“ der Roma, zu Deutsch: dass sie doch bitteschön weiterziehen mögen!

    Als diesen Menschen die Obdachlosigkeit drohte, haben sich private Initiativen um Ersatzwohnungen gekümmert …

  3. Jolie schreibt:

    Wie es in Duisburg genau ist, weiss ich nicht, aber in unsere Zeitungen lese ich oft dass Deutschland die …größte Zahl von Flüchtlingen hilft (im Vergleich zu dem Rest von Europa.) 🙂

    Übrigens hat auch unsere Staatssekretär Teeven gesagt dass er vor hat Menschen in Zelten unter zu bringen, also Duisburg ist nicht allein ;-} sehe: http://www.nu.nl/politiek/3821496/teeven-praat-met-twee-gemeenten-opvang-asielzoekers.html
    (ich bin kein ‚fan‘ von Herr Teeven überigens, er wird selten gefangen mit ein gute Idee ;-})
    LG,
    Jolie

    • Jürgen Rohn schreibt:

      Ein Blick auf die Zahlen:
      ◾Von Januar bis September 2013 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 74.194 Asyl-Erstanträge gestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das einen Zuwachs um 84,6 Prozent.
      ◾Dem europäischen Statistikamt Eurostat zufolge stellten im 2. Quartal 2013 (April bis Juli) in Deutschland 26.400 Personen einen Asylantrag. In den vergangenen 12 Monaten waren es insgesamt 96.890.Quelle
      ◾Im Jahr 2012 haben EU-weit rund 335.000 Flüchtlinge einen Asylantrag gestellt – davon 77.500 in Deutschland. Das entspricht 23 Prozent aller Anträge.

      In absoluten Zahlen nimmt die Bundesrepublik damit europaweit die meisten Flüchtlinge auf. Setzt man die Zahl der Asylbewerber jedoch ins Verhältnis zur Bevölkerung, ändert sich das Bild:

      Das wirtschaftlich starke Deutschland kam 2012 mit 0,9 auf weniger als einen Flüchtling pro 1.000 Einwohner und belegte damit gerade einmal Platz 10 unter den EU-Ländern. Ganz vorne steht in diesem Ranking Malta (5 Asylbewerber pro 1.000 Einwohner), gefolgt von Schweden, Luxemburg, Schweiz, Belgien, Norwegen, Österreich, Zypern und Dänemark, wie die untenstehende Grafik von Pro Asyl zeigt. Im europäischen Durchschnitt kommen 0,7 Asylsuchende auf 1.000 Einwohner.

      Auch die aktuellste Eurostat-Statistik vom 2. Quartal 2013 zeigt: nur bezogen auf die absoluten Zahlen hat Deutschland europaweit die meisten Asylgesuche zu verzeichnen (23.410 Antragsteller zwischen April und Juni diesen Jahres). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die Zahl der Asylbewerber um 113 Prozent. Dennoch belegt Deutschland in Relation zur Bevölkerungszahl mit 0,3 Antragstellern pro 1.000 Einwohner im europäischen Vergleich im 2. Quartal 2013 nur Platz 7. An der Spitze liegt Schweden (1 Asylsuchender pro 1.000 Einwohner), gefolgt von Ungarn (0,9) und Malta (0,8).

      http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-QA-13-012/EN/KS-QA-13-012-EN.PDF

      Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt Geliefert werden aus Deutschland Panzer, Raketen, Gewehre, U-Boote und Flugzeuge, auf die etwa ein Drittel des Umsatzes entfällt. Eine menschenwürdige Unterbringung von traumatisierten Kriegsflüchtlingen, darunter viele Kinder, ist das Mindeste, was man vom Kriegsprofiteur Deutschland verlangen muss.. Eine Unterbringung über Wochen in Zelten bei Nässe und Kälte, wo jeder Mensch ca. 3,5 Quadratmeter Platz hat, ist menschenunwürdig. Würde man Tiere so unterbringen, wäre ein Aufschrei die Folge. Im Ausland z.B. Rumänien, nennt man Duisburg mittlerweile Hitlerstadt.

    • Petra Grünendahl schreibt:

      Einem Artikel in der WAZ (http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/fluechtlinge-wie-machts-duisburgs-partnerstadt-id9706348.html) hat unsere türkische Partnerstadt Gaziantep 300.000 Flüchtlinge aufgenommen …

      Dagegen sind die paar Flüchtlinge, die nach Duisburg kommen, ja wohl „Pillepalle“!

  4. Jolie schreibt:

    Danke für die interessante PDF, Kommentar und extra Artikel, Jürgen und Petra!
    Es freut mich sehr zu lesen dass nicht nur meine Freunden in Amsterdam sich ärgern über diese Praxis (Zelten für Flüchtlinge, aber auch ‚lügen‘ über die Zahlen wie Herrn Teeven, Wilders und insbesondere unsere ‚Hitlerzeitung‘ gern machen: http://www.telegraaf.nl/binnenland/22509838/__NL_zeer_gul_met_asiel__.html )
    Ich hoffe dass die Plane von Duisburg und Herr Teeven kein Realität werden..

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