Friedbert Barg (1947 – 2014) – ein Nachruf

Ein Duisburger Jung geht auf seine letzte Fahrt
Von Petra Grünendahl

Friedbert Barg im Oktober 2013. Foto: Petra Grünendahl.

Friedbert Barg im Oktober 2013. Foto: Petra Grünendahl.

In die Binnenschifffahrt zog es den 1947 in Duisburg geborenen Friedbert Barg schon früh: Als Schiffsjunge und Matrose lernte er die deutschen und europäischen Binnenwasserstraßen kennen (1962-65). Dann ging er zur Kriminalpolizei (1965-72), wo er auch im Duisburger Hafenstadtteil Ruhrort Streife ging. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich ab 1972 bei der WAZ in Duisburg und dann bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Nach weiteren Stationen als Redaktionsleiter beim Stadt-Panorama in Ratingen (1983-86) und als Redakteur der NRZ in Essen (1986-94) zog es ihn wieder zurück in die Binnenschifffahrt: Der Fachjournalist für Binnenschifffahrt, Häfen und Schiffstechnik verantwortete als Chefredakteur die „Binnenschifffahrt“, deren Herausgeber die Binnenschifffahrtsverbände in Ruhrort waren. 2008 gründete er das „Schifffahrts-Magazin“ (zunächst als „Schifffahrt-online“), welches redaktionell in Düsseldorf beheimatet war. Er war Mitglied im Verein Düsseldorfer Journalisten, 1994 bis 1996 auch 1. Vorsitzender. Ins Kuratorium der Fördergesellschaft des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt wählten die Mitglieder Friedbert Barg 2011. Das war ihm ein Herzensanliegen!

Auch wenn er schon vor Jahrzehnten in die Landeshauptstadt umgesiedelt war, so war und blieb Friedbert Barg doch immer ein bekennender Duisburger. Zuletzt konnte man ihn im Oktober 2013 beim „WDR Heimatabend Duisburg“ im Dritten Programm ebenso wie beim „Preview“ ein paar Tage vor der Sendung im Lehmbruck Museum auf dem Podium erleben: Aktiv und lebensfroh, von der Tumorerkrankung, die ihn schließlich zerfraß, keine Spur. Noch im April bei der Bilanzpressekonferenz des Duisburger Hafens war ihm noch nichts anzumerken. Danach Die letzten drei Monate ging es jedoch rasend schnell.

Bis zum Schluss hat er gekämpft. Er wollte leben, das Schifffahrts-Magazin weiterführen: „Dienstag bin ich wieder an meinem Arbeitsplatz – und dann geht’s los“, hatte er noch am 24. August geschrieben. Vielleicht einen Tick optimistischer, als ihm nach sieben Wochen im Krankenhaus mit Bestrahlung und Chemo wirklich zumute war. Sein Zustand verschlechterte sich, immer wieder kam er ins Krankenhaus. Er spürte, er verliert den Kampf. Beim letzten Gespräch keine drei Tage vor seinem Tod deutete er dies an. Am 13. September schlief er im Alter von nur 67 Jahren für immer ein.

Sein Lebenswerk, das „Schifffahrts-Magazin“, wird nur noch in Internet als Archiv erhalten. Die Erinnerung jedoch an einen lebensfrohen, bodenständigen und verlässlichen Menschen bleibt!

Petra Grünendahl, Duisburg
© September 2014

Und dieser Beitrag hätte in der Wikipedia stehen sollen:

Friedbert Barg, Herausgeber und Chefredakteur vom Schifffahrts-Magazin.

Friedbert Barg, Herausgeber und Chefredakteur vom Schifffahrts-Magazin.

Friedbert Barg
Friedbert Barg (1947 – 2014) war ein deutscher Binnenschifffahrts-Fachjournalist und Fachbuchautor.

Seit 2008 Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschriften „Schifffahrt-online“ und „Schifffahrts-Magazin“, war er von 1994 bis 2008 Chefredakteur der Fachzeitschrift „Binnenschifffahrt“. Die Zeitschrift wurde während dieser Zeit vom Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB), dem Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen, der Hafentechnischen Gesellschaft und dem Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen herausgegeben.

Der gebürtige Duisburger lernte von 1962 bis 1965 als Schiffsjunge und Matrose die Binnenschifffahrt und die deutschen und europäischen Wasserstraßen kennen. Nach seiner Binnenschifferlehre ging er 1965 als Polizeibeamter in den Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Erste journalistische Schritte unternahm er ab 1972 bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in Duisburg und dann bei der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Barg, der auch über Erfahrungen als Pressesprecher und Fachbuchautor verfügte, war vor seiner Tätigkeit als Chefredakteur der Fachzeitschrift „Binnenschifffahrt“ von 1983 bis 1986 Redaktionsleiter des „Stadt-Panorama“ in Ratingen und von 1986 bis 1994 Redakteur der in Essen erscheinenden Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (NRZ). Im Laufe seiner beruflichen Jahre als Fachjournalist mit dem Thema Schifffahrt bereiste Barg – neben den westeuropäischen – viele Flüsse und Seen der Welt, um über die Schifffahrt, die Schiffe und die Menschen an diesen Flüssen und den Seen zu berichten.

2008 gründete der Fachjournalist das Online-Fachmagazin „Schiffstechnik / Binnenschifffahrt – Binnenhäfen – Binnenwasserstraßen“, das schon mit der Dezember-Ausgabe in „Schifffahrt online“ umbenannt wurde und seitdem monatlich erschien. Neben „Schifffahrt-online“ erschien ab Mai 2009 das „Schifffahrts-Magazin“ als gedruckte Zeitschrift im Magazin-Format in der F. Barg Verlag UG (haftungsbeschränkt).

Im November 2011 wurde Friedbert Barg in das Kuratorium der Fördergesellschaft des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt gewählt. Die Fördergesellschaft zählt 133 private und 64 Unternehmensmitgliedschaften. Barg war Mitglied im Verein Düsseldorfer Journalisten (Vorsitzender von 1994 – 1996). 1999 initiierte und gründete Friedbert Barg die Vereinigung Europäischer Schifffahrtsjournalisten (VEUS), der bei ihrer Gründung 60 Schifffahrtsjournalisten aus sieben europäischen Ländern angehörten.

Friedbert Barg starb am 13. September 2014 in Düsseldorf. Mit seinem Tod wurde das Schifffahrts-Magazin eingestellt.

Auszeichnungen:
1999: Europäischer Journalistenpreis der Europäischen Bewegung Deutschland für seine Beiträge in der Zeitschrift „Binnenschifffahrt“ zur Einführung des Euro.

Hier finden Interessierte das Archiv vom Schifffahrts-Magazin.

Petra Grünendahl, Duisburg
© Oktober 2014

Wikipedia hat dann lieber folgendes draus gemacht:
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedbert_Barg
Ohne Worte!

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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5 Antworten zu Friedbert Barg (1947 – 2014) – ein Nachruf

  1. Jolie schreibt:

    Hmmm… kannst Du die Wikipedia-seite nicht ändern? Wenn Du willst kannst Du meine login nehmen. Wikipedia hat oft eine „weird policy“. Hier auch :-/ Professionelle Texte von Freunde entfernt man; dann sagt man „Sie haben ein Artikel geschrieben über Professor-Dr.-o-und-so, und wir sind sicher dass Sie selber Professor-Dr.So-und-so sind, deswegen entfernen wir das Artikel.“ Und dann kenne ich die Schreiber(in) persönlich und bin ich *sicher* dass es nicht „So-und-So-selber“ ist. Völlig verrückt… Aber Friedbert Barg lebt nicht mehr… da sollst Du das doch ändern dürfen…?

  2. Jolie schreibt:

    P.S., ich hab die Versons-geschichte am Wikipedia gelesen…. Leider sind die Wikipedianer in Deutschland genau so ver****t als in NL ;-/
    (Und Wikipedia fragt ihre Besucher immer Gelt… Zahlen für 2% Information weil es 100% gegeben hätte können??)

    • Petra Grünendahl schreibt:

      Hallo Jolie, und da wundert sich einer, dass Wikipedia die Autoren ausgehen?
      Das war auf jeden Fall der erste und der letzte Beitrag, den ich für Wikipedia geschrieben habe!
      Es hat sich anscheinend wenig geändert, seit vor ein paar Jahren der Wikipedia-Ar*** kursierte … einfach mal googeln … 😉

      • Jolie schreibt:

        Goedemorgen lieve Petra, ja genau! Gerade deswegen verlassen die seriöse Autoren Wikipedia ;-/
        Diese Woche habe ich es auch noch gelesen an die NL-wikipedia: man wechselt stimmende Texte mit Blödsinn, am Ende gehen die seriöse Autoren weg, und die Blödsinn bleibt.
        Und Kinder die ihre Information da suchen und es in die Schule nützen, bekommen schlechte*) Noten. *) http://nl.wikipedia.org/wiki/Overleg:Renaissance#renaissance
        Ich bleibe auch weit weg von schreiben am Wikipedia! A waste of time! 🙂
        (Leider habe ich die Diskussion über das kursieren nicht gefunden, aber ich glaube es sofort!)
        LG,
        Jolie

  3. Pingback: Schiffer-Berufskolleg Rhein in Duisburg-Homberg: Von der Dorfschule zum Bildungszentrum | Duisburg am Rhein – Betrachtungen …

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