DJK Wanheimerort: Stellungnahme des Vorstandes zur Kündigung der Sportanlage

Am Freitagabend (14. November 2014) stellte die Kinder und Jugendlichen vor dem DJK-Emblem 96 Kerzen auf, für jedes Jahr eine Kerze. Foto: DJK Wanheimerort 1919 e.V.

Am Freitagabend (14. November 2014) stellte die Kinder und Jugendlichen vor dem DJK-Emblem 96 Kerzen auf, für jedes Jahr eine Kerze. Foto: DJK Wanheimerort 1919 e.V.

Die DJK Wanheimerort ist erschüttert und erzürnt über die Entscheidung der Stadt, der Kündigung zu entsprechen. Hier werden mal eben so im Vorbeigehen 95 Jahre Duisburger Sport und Tradition versenkt.

Die Stadtspitze hat sich in dieser Angelegenheit beschämend verhalten!

Welcher Partei gehören Sie noch einmal an, Herr Spaniel? Den Sozial-Demokraten???
Zwei Worte die in diesem Zusammenhang wie blanker Hohn klingen. Denn es ist weder sozial, wenn Menschen, die sich teilweise über Jahrzehnte mit dem Verein identifizieren und ihre Freizeit opfern, vor die Tür gesetzt werden – noch demokratisch, wie in diesem Prozess mit der DJK umgegangen wurde. Da werden Ehrenamtler auf bloße Zahlen reduziert, aber ach nein, selbst die Zahlen haben ja gar keinen Wert mehr.

Doch der Reihe nach:

Herr Spaniel hat im Oktober gefordert, dass die DJK Wanheimerort eine Fusion mit dem DSV 1900 eingehen sol. Die DJK hat mit einstimmiger Zustimmung bei der Mitgliederversammlung am 7. November signalisiert, dass sie diesen Weg mitgehen will. Das einzige Druckmittel, was gegenüber dem DSV 1900 für eine Fusion besteht, ist die Ablehnung der Kündigung. Dieses Druckmittel wollte Herr Spaniel aber zu keinem Zeitpunkt einsetzen. Warum nicht? Im Nachgang anzuregen, dass die Fusion doch noch eine tolle Sache wäre, ist ungefähr damit gleichzusetzen, Asylbewerbern zunächst eine Bleibe in einer sicheren Unterkunft anzubieten und sie anschließend zu fragen, ob sie nicht doch lieber in eine Zeltstadt ziehen möchten.

Um das Ergebnis der Mitgliederversammlung und die daraus resultierenden Konsequenzen zu besprechen, wurde ein fester Termin, am Montag, den 10. November 2014, bei Duisburg Sport vereinbart. Dieser Termin wurde knapp drei Stunden vorher telefonisch abgesagt.

Herr Spaniel rief am 11. November 2014 den Vorsitzenden der DJK an und bat um eine detaillierte Mitgliederliste mit personenbezogenen Daten, da die Mitgliedsanzahl angezweifelt wurde. Der Vorsitzende fragte Herrn Spaniel, ob dieser ernsthaft der DJK unterstellen würde, dass die vorgelegte Liste mit den Namen der Mitglieder (ohne Adresse, etc.) nicht korrekt wäre. Es bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Satzung der DJK Wanheimerort die Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte verbietet, sondern dass Herr Spaniel auch irgendwo in seinem Arbeitsumfeld schon einmal etwas vom Bundesdatenschutzgesetz gehört hat. Die DJK bot Herrn Spaniel an, in die Liste Einblick zu nehmen, wenn dabei der Datenschutzbeauftragte der Stadt Duisburg anwesend wäre. – Es kann nicht sein, dass der Verein vom Stadtdirektor zum Rechtsbruch (Herausgabe von persönlichen Daten) aufgefordert wird.

Außerdem sollte es ja noch einmal ein klärendes Gespräch mit allen Beteiligten geben. Dieses hat jedoch nicht stattgefunden, stattdessen wurde im stillen Kämmerlein entschieden, der Kündigung zu entsprechen. – Dieser Stil ist einem Stadtdirektor nicht würdig, bestehende Absprachen und Termine werden bzw. wurden nicht eingehalten. So kann man sein Ressort nicht führen und so darf man nicht mit Duisburger Bürgerinnen und Bürgern umgehen. Rückblickend kann die Absage des Gesprächs am Montagabend nur noch als Farce betrachtet werden.

In diese Bild passt auch sehr gut, dass Herr Spaniel immer darauf hingewiesen hat, dass er die Entscheidung zur Zustimmung/Ablehnung der Kündigung trifft. Die Kündigung hat aber nicht Herr Spaniel unterschrieben, sondern der Betriebsleiter von Duisburg Sport, Herr Dietz. – Die Krönung: Die Kündigung wurde persönlich vorbeigebracht, welch Ehre. Leider war der Vorsitzende nicht persönlich anwesend und erfuhr somit erst über die die Presse von der frohen Botschaft. Auch diese Vorgehensweise ist nur als unwürdig zu bezeichnen.

Man sollte auch nicht vergessen, dass der Vorstand und einige Funktionsträger der DJK auf das Gröbste diskriminiert wurden, weil Herr Brag bei einem Gespräch mit Duisburg Sport geäußert hatte, dass er diese Personen nicht im DSV 1900 haben wollte. Es gab hierzu von Duisburg Sport keinerlei Entgegnung – ein Unding. Hier sollten die DSV-Mitglieder einmal darüber nachdenken, ob dies im Sinne der sportlichen Kameradschaft ist und dem Demokratieverständnis der Bundesrepublik Deutschland entspricht. Noch können die Mitglieder des DSV einen Vorsitzenden wählen – wer weiß, wie lange noch. Und auch die Duisburger können wählen, ob sie ein solches Gebaren durch ihren Besuch auf der Platzanlage unterstützen wollen, da respektvoller und toleranter Umgang anders aussieht.

Wir sollten aber auch nicht den Oberbürgermeister, Herrn Link, vergessen. Der OB hat es nicht für notwendig erachtet, auf Briefe von Wanheimerorter Bürgern und Mitgliedern (darunter auch SPD-Mitglieder) zu antworten. Lediglich auf das Schreiben des DJK-Verbandes wurde nur mit einem kurzen Verweis auf die Zuständigkeit des Herrn Spaniel reagiert, der es allerdings auch nicht für notwendig erachtet hat, auf irgendeinen dieser Briefe zu antworten. Dies wäre einem Josef Krings oder Adolf Sauerland garantiert nicht passiert – beide hätten sich persönlich vor Ort informiert und sich eine Meinung gebildet. – Lieber Wähler – bitte langfristig merken und bei den nächsten Wahlen berücksichtigen.

Der Stadtsportbund hatte angeboten, die Moderation der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 7. November 2014 zu übernehmen, zwei Tage vorher wurde die Teilnahme abgesagt. Die Fachschaft Fußballsport im Stadtsportbund hat nie das Gespräch mit der DJK gesucht. – Fast hätten wir es vergessen: Der Fachschaftsleiter, Peter Thomas, ist ja 2. Vorsitzender beim DSV 1900 und hatte bereits im Vorstand des DSV 1900 dem Antrag zugestimmt, dass uns gekündigt werden sollte. Zumindest wurde in der Presse berichtet, dass dies einstimmig erfolgt wäre. Somit ist es dann natürlich auch schwer, als offizieller Vertreter der Fachschaft Fußball das konstruktive Gespräch mit der DJK zu suchen und diese vielleicht sogar zu unterstützen. Aber wenn es jemandem verständlicherweise so schwer fällt, den eigentlichen Aufgaben im SSB nachzugehen, könnte man doch wenigstens Charakter zeigen und von diesem Posten zurück treten. Dann hätte man auch mehr Zeit, sich den Belangen des DSV zu widmen.

Unser Fazit ist:
Die Stadt hat von Anfang an Druck auf die DJK gemacht, wir sollten immer nur gehorchen und bloß nicht aufbegehren. Auch sollten wir einfach verschwinden und einer Fusion light zustimmen (dies ist gleichbedeutend mit einer Auflösung des Vereins). Wir haben 40 Jahre lang die Kosten für die Anlage mittragen dürfen, der Kunstrasenplatz wurde mit dem Argument – hier spielen ja zwei Vereine – gebaut. Der Breitensport ist der große Verlierer, hier werden ohne Not gestandene Strukturen geopfert. Die Beteuerung, dass die beste Sozialarbeit im Sportverein ohne große KOSTEN für die Stadt praktiziert wird, scheint hier absolut ins Leere zu laufen. Aber dies scheint für die Stadt akzeptabel, genauso wie die Opferung der ehrenamtlichen Mitglieder, die teilweise jahrzehntelang ihre Freizeit in den Verein investiert und Jugendarbeit geleistet haben. Vielleicht erhalten Sie ja zum Abschied als Entschädigung von der Stadt – eine Ehrenamtskarte – wäre bestimmt eine tolle Geste.

Wir wünschen den anderen Sportvereinen mehr Glück als die DJK hatte und verbleiben
mit sportlichem Gruß
DJK Wanheimerort 1919 e.V.

Joachim Schneider, Vorsitzender
Ralf Fleischer, 2. Vorsitzender
Tobias Wegner, Schatzmeister
Tim Giesenberg, Geschäftsführer
Edgar Schwarz, Fußballobmann
Sascha Nowak, Jugendobmann
Heinz Becker, Ehrenamtsbeauftragter

– Presseinformation des DJK Wanheimerort 1919 e.V. –

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