Museum DKM in Duisburg: Der Plastiker Ernst Hermanns

Sonderausstellung: “Raum, Statik und Bewegung“
Von Petra Grünendahl

Erinnert ein wenig an Stonehenge: Plastik aus Eisenguss, 7 Teile, von 1961.  Foto: Petra Grünendahl.

Erinnert ein wenig an Stonehenge: Plastik aus Eisenguss, 7 Teile, von 1961. Foto: Petra Grünendahl.

Seine Werke erschließen sich nicht auf den ersten Blick, sondern im verweilen, in der Betrachtung und der gedanklichen Beschäftigung mit dem Objekt. Seine Materialien sind Kunststein, Zement/Zementguss, Steinguss, Eisen/Eisenguss, Leichtmetall, Edelstahl, Bronze oder V2-Stahl. Waren frühe Werke noch ohne festen Boden oder nur auf einem Sockel angebracht, ging er in den 1960-er Jahren dazu über, seine Skulpturen von einer festen Bodenplatte aus Eisen als Grundplatte aus zu entwickeln. Seine Arbeiten werden geregelter, Formen und Präsentation strenger vorgeben. Für eine Gruppierung eines siebenteiligen Eisenguss-Objekts aus dem Jahr 1961, das ein wenig an Stonehenge erinnert, gibt es Fotos von zwei verschiedenen Präsentationen des Künstlers selber. Dagegen liegt dem ebenfalls hier ausgestellten scheinbar zufällig gestalteten „Düsseldorfer Raum“ (1994) ein präziser Plan zugrunde, wie Säulen, Kugeln und Stäbe aufzubauen seien.

Klaus Maas (Mitte) stellt zusammen mit Gottried Böhm (l.) und Erich Franz (r.) die Ausstellung zum Plastiker Ernst Hermanns vor. Foto: Petra Grünendahl.

Klaus Maas (Mitte) stellt zusammen mit Gottried Böhm (l.) und Erich Franz (r.) die Ausstellung zum Plastiker Ernst Hermanns vor. Foto: Petra Grünendahl.

Am 12. Dezember eröffnet im Duisburger Museum DKM die Ausstellung „Raum, Statik und Bewegung – Der Plastiker Ernst Hermanns“. Im Pressegespräch erklärte Klaus Maas, einer der beiden Museumsgründer, Leben und Werk des Künstlers. Unterstützt wurde er von den beiden Kunsthistorikern Prof. Dr. Erich Franz, verantwortlicher Kurator der Hermanns-Ausstellung, und Prof. Dr. Gottfried Böhm, ein ausgewiesener Experte und Kenner der Arbeiten Hermanns.

Im Jahr 1994 schuf Hermanns eine Plastik, die den großen Raum des Düsseldorfer Kunstvereins zusammenfasste. Eine detaillierte Zeichnung ermöglichte den maßstabsgerechten Aufbau im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Im Jahr 1994 schuf Hermanns eine Plastik, die den großen Raum des Düsseldorfer Kunstvereins zusammenfasste. Eine detaillierte Zeichnung ermöglichte den maßstabsgerechten Aufbau im Museum DKM. Foto: Petra Grünendahl.

Geboren wurde Ernst Hermanns 1914 in Münster, er starb 2000 in Bad Aibling iny Bayern. Er studierte Kunst und Bildhauerei in Aachen und Düsseldorf und lehrte später auch als Kunstprofessor in Münster. Nationalsozialismus und Kriegsdienst verhinderten zunächst seine künstlerische Entwicklung. Nach dem zweiten Weltkrieg orientierte er sich zunächst an den damals wichtigsten europäischen Bildhauern: Hans Arp und Alberto Giacometti. Unter diesem Einfluss entwickelte er auch sein Grundthema der Einheit von materiellen Körpern im leeren Raum. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung Hermanns’ zwischen 1952 und 2000 nach: Von frühen Werken mit poröseren Oberflächen und natürlich geformten Objekten, die sich im Raum „bewegen“, über seine großformatigen Zeichnungen, in denen er Bewegungskräfte flächig gestaltete, bis hin zu den glatten Flächen streng geometrischer Körper seiner Spätwerke.

Objekt mit vier Teilen aus Leichtmetall, massiv, gegossen, auf einer Eisenplatte (1963). Foto: Petra Grünendahl.

Objekt mit vier Teilen aus Leichtmetall, massiv, gegossen, auf einer Eisenplatte (1963). Foto: Petra Grünendahl.

Das Museum DKM zeigt hier 62 Arbeiten von Ernst Hermanns, davon 25 Leihgaben, sowie mehrere Referenzarbeiten, von denen sechs von privaten und institutionellen Leihgebern beigesteuert sind. Zum Rahmenprogramm zählen Kuratorenführungen, bei denen der Kunsthistoriker Erich Franz Einblicke in das Werk des Künstlers gibt. Ein Katalog zur Ausstellung erscheint Anfang 2015. Gefördert wird die Sonderschau von der Kunststiftung NRW und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Das Museum DKM

Frühe Werke von Ernst Hermanns sowie ZIeichnungen aus den Jahren zwischen 1956 und 1959. Foto: Petra Grünendahl.

Frühe Werke von Ernst Hermanns sowie ZIeichnungen aus den Jahren zwischen 1956 und 1959. Foto: Petra Grünendahl.

Die Stiftung DKM betreibt an der Güntherstraße 13-15 unweit des Duisburger Hauptbahnhofs das Museum DKM. Seit Anfang 2009 präsentiert das Museum dort in einer umgebauten ehemaligen Gewerbeimmobilie die private Kunstsammlung der Stifter Dirk Krämer und Klaus Maas. So unscheinbar das Haus aus den 1960-er Jahren von außen auch aussieht: Im Innern beherbergt es in den vom Schweizer Architekten Hans Rohr umgebauten Räumen 2.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Unter dem Titel „Linien stiller Schönheit“ zeigt die Dauerausstellung das Ergebnis von 40 Jahren Sammlertätigkeit der Museumsgründer. Sonderausstellungen wie aktuell zu Ernst Hermanns runden das Angebot ab.

Spätere Werk von geometrischer Strenge: Vorne  Objekt aus verchromtem Stahl (1969), direkt dahinter eine geteilte Kugel aus Eisen (1970) und im Hintergrund weitere Objekte aus Edelstahl, Eisen oder Leichtmetall. Foto: Petra Grünendahl.

Spätere Werk von geometrischer Strenge: Vorne Objekt aus verchromtem Stahl (1969), direkt dahinter eine geteilte Kugel aus Eisen (1970) und im Hintergrund weitere Objekte aus Edelstahl, Eisen oder Leichtmetall. Foto: Petra Grünendahl.

Preise und Öffnungszeiten
Die Sonderausstellung „Raum, Statik und Bewegung“ ist noch bis zum 26. April 2015 zu sehen. Die Kuratorenführungen sind angesetzt für
Freitag, 2. Januar 2015, um 15 Uhr,
Sonntag, 22. Februar 2015, um 15 Uhr,
Sonntag, 22. März 2015, um 15 Uhr und
(Oster-)Montag, 6. April 2015, um 15 Uhr.
Die Teilnahme ist in Verbindung mit der Eintrittskarte kostenfrei.

Regulär geöffnet hat das private Museum DKM an der Güntherstraße 13-15 im Dellviertel samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr sowie jeden ersten Freitag im Monat ebenfalls zwischen 12 und 18 Uhr. Montags bis freitags wird ansonsten nur nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro (ermäßigt 5 Euro, für Schüler und Studenten bis 28 Jahre), Kinder bis 7 Jahre haben freien Eintritt. Für Gruppen (zw. 10 und 15 Personen) gibt es einen Gruppentarif (7 Euro pro Person) zzgl. einer (kostenpflichtigen) Führung. Weitere Infos gibt es hier.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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Eine Antwort zu Museum DKM in Duisburg: Der Plastiker Ernst Hermanns

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