Lehrer brauchen mehr Zeit für die Berufsorientierung ihrer Schüler

Der Unternehmerverband zieht positive Jahresbilanz seiner Arbeit mit Schülern und Lehrern

Aktuelle Umfragen bei Unternehmen zeigen es eindeutig: Der Kontakt zu Schulen und Hochschulen wird für die Wirtschaft immer wichtiger. „Die Unternehmen nutzen ihre Chancen und wollen frühzeitig den Kontakt mit den Fachkräften von morgen“, erläutert Wolfang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des heimischen Unternehmverbandes. Im Sinne seiner Mitgliedsunternehmen baut der Unternehmerverband deswegen Brücken und geht auf Schulen und Hochschulen in der Region zu. Dabei sind die Formate der Kooperation unterschiedlich.

Die Fachkräfte von morgen: Der Unternehmerverband versucht Schülern die Berufswahl zu erleichtern. (Foto: Unternehmerverband).

Die Fachkräfte von morgen: Der Unternehmerverband versucht Schülern die Berufswahl zu erleichtern. (Foto: Unternehmerverband).

In den Schulen reichen sie vom Arbeitskreis Schule/Wirtschaft, der Lehrern einen Einblick in die Unternehmenspraxis geben soll, bis zum Einsatz des sog. Infomobils. Dieser Hightech-Bus soll Schülern die Ausbildungschancen in der Metall- und Elektroindustrie näher bringen. Rund 10mal begab sich der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft in diesem Jahr mit Lehrern in die örtlichen Betriebe, fast 30mal hielt das Infomobil an den Schulen der Region. „Akademiker von morgen“ sucht der Unternehmerverband mit dem vom ihm initiierten Dualen Orientierungspraktikum, das sich an Schüler in Bocholt, Emmerich, Duisburg, Mülheim und Oberhausen richtet und vor allem Einblicke auch in technische Studiengänge und Berufe bietet.

„All unsere Bemühungen an den Schulen haben das gemeinsame Ziel, den Schülern Perspektiven aufzuzeigen und sie bei der Berufswahl in einer immer komplexer werdenden Welt zu unterstützen“, erläutert Elisabeth Schulte, die beim Unternehmerband für den Bereich Schule/Wirtschaft zuständig ist. Im Sektor der Berufsorientierung hätte der Unternehmerverband gemeinsam mit allen anderen Akteuren aber noch viel Arbeit vor sich. Aktuelle Umfragezahlen der Vodafone-Stiftung sind alarmierend. Demnach wissen über die Hälfte der befragten Schüler nicht, welche Berufe gute Zukunftsaussichten bieten. Insbesondere die Chancen der betrieblichen Ausbildung werden zu oft verkannt. Dabei bieten gerade Ausbildungsberufe gute Perspektiven.

„Entscheidend ist, dass wir Schule und Wirtschaft konkret zusammen bringen. Dafür muss allerdings mehr Zeit an den Schulen zur Verfügung stehen, damit Lehrer selbst auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Bescheid wissen und dies ihren Schülern vermitteln können“, fordert Schulte. Schüler lernten nicht für die Schule, sondern für ihr Leben – und dazu gehörte wesentlich der Beruf. Gerade Lehrer bekämen immer mehr Aufgaben übertragen und hätten dadurch zu wenig Zeit, sich um die Berufsorientierung ihrer Schüler zu kümmern. „Viele Angebote aus der Wirtschaft zur Berufsorientierung werden nicht genutzt, weil Schulen keine Zeit dafür haben“, bedauert Schulte. „Wir müssen den Lehrern dringend den Rücken stärken. Es ist nicht nur eine freiwillige Zugabe, wenn Schüler über ihre Berufschancen aufgeklärt werden. Im Gegenteil: Es ist elementar für ihre Zukunft, frühzeitig die Weichen richtig zu stellen“, ergänzt Wolfgang Schmitz. Schmitz verweist dabei auf die hohe Zahl an Ausbildungs- und Studienabbrechern. „Unsere Arbeit an den Schulen hilft, diesen Realitätsschock zu vermeiden“, ist sich Schmitz sicher.

Bei der Umsetzung des neuen Übergangssystems zwischen Schule und Beruf „Kein Abschluss ohne Anschluss“ hilft der Verband. Er sieht aber noch erhebliche Praxisprobleme. „Es muss alles mit der schulischen und betrieblichen Realität vereinbar sein. Wir wollen gemeinsam Schüler fördern, dürfen aber dabei Unternehmen, Lehrer und Schüler auch nicht durch unpraktikable Vorgaben überfordern“, warnt Schulte. Auch im kommenden Jahr will der Unternehmerverband sein Engagement im Bereich Schule/Wirtschaft fortsetzen und sogar ausbauen. Um für die Ausbildungsberufe der Metall- und Elektroindustrie zu werben, wird der Verband zum Beispiel einen nagelneuen doppelstöckigen „Truck“ einsetzen, der auf den Schulhöfen für viel Aufmerksamkeit sorgen dürfte.

– Presseinformation des Unternehmerverbandes Duisburg –

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Über Petra Grünendahl

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