Universitätsorchester begeisterte beim Festkonzert im Theater Duisburg

Immer noch ein Geheimtipp:
Musikalische Vielfalt auf allerhöchstem Niveau!

Von Petra Grünendahl

Das Universitätsorchester der Uni Duisburg-Essen unter der Leitung von Oliver Leo Schmidt beim Festkonzert 2015 im Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Universitätsorchester der Uni Duisburg-Essen unter der Leitung von Oliver Leo Schmidt beim Festkonzert 2015 im Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Ganz minimalistisch, aber rhythmisch und harmonisch fingen sie an: mit dem Stück „Lollapalooza“ des zeitgenössischen amerikanischen Komponisten John Coolidge Adams. Gerade die Feinheit der Klänge offenbart die harmonische Perfektion des Orchesters. Üppiger instrumentiert geht es in den Ballettsuiten aus „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofjev zu. Vielfältiger und variantenreicher in ihren Klängen verführen die sechs Stücke, die Augen zu schließen, mit den Ohren zu „schauen“ und sich dabei Balletttänzer vorzustellen. Anspruchsvolle Klangwelten erobern den Theatersaal, der im Parkett voll besetzt ist.

Das Universitätsorchester der Uni Duisburg-Essen beim Festkonzert 2015 im Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Das Universitätsorchester der Uni Duisburg-Essen beim Festkonzert 2015 im Theater Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Sie beherrschen die kräftigen Töne ebenso gut wie die ruhigeren, die ernstere Klassik ebenso wie die swingenden und unterhaltsamen Klänge des Musicals: Das Universitätsorchester der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Oliver Leo Schmidt gab sein erstes von drei Festkonzerten in diesem Jahr im Theater Duisburg. In diesem Jahr stehen die Festkonzerte im Zeichen des Jubiläums: Vor fünfzig Jahren mit sieben Musikern an der neuen Medizinischen Fakultät gegründet, wuchs das Orchester nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu seiner heutigen „Größe“. Die gerne gebrauchte Bezeichnung „Laienorchester“ ist pure Tiefstapelei. Auch wenn die aktuell 92 Musiker des Ensembles alle nur nebenberuflich Musik machen, tun sie dies aber mit Hingabe und einem Können, welches auch schwierige und anspruchsvolle Stücke leicht klingen lässt. Und dirigiert werden sie von einem Meister seines Fachs: Prof. Oliver Leo Schmidt hatte 2002 die Aufgabe als Dirigent übernommen. Hauptberuflich lehrt er Dirigieren an der Folkwang Universität der Künste in Essen.

Anspruchsvoll und vielfältig

„New York ist a hell of a town“: die Seemänner (Merlin Fargel, Hermann Bedke und Alexander Sasanowitsch) mit ihren Mädchen (Hanna Mall, Catherine Ckikosi und Anna Winter, jeweils v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

„New York ist a hell of a town“: die Seemänner (Merlin Fargel, Hermann Bedke und Alexander Sasanowitsch) mit ihren Mädchen (Hanna Mall, Catherine Ckikosi und Anna Winter, jeweils v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

Nach zwei höchst unterschiedlichen Vertretern moderner Klassik ging es mit einer besonderer musikalischen Rarität in die zweite Hälfte: Die konzertante Aufführung von Auszügen aus Leonard Bernsteins Musical „On the Town“ wird normalerweise von den Rechteinhabern nicht – wie hier – in einer Länge von gut 20 Minuten genehmigt. Dafür hatte Oliver Schmidt Musical-Studierende der Folkwang Universität der Künste (aus der Klasse seiner Kollegin Prof. Patricia Martin) als Unterstützung gewinnen können. Sechs Matrosen (Merlin Fargel, Hermann Bedke, Alexander Sasanowitsch, Elias Krischke, René Dalla Costa und Marvin Schütt) auf einem 24-stündigen Landgang in New York erobern nicht nur die Stadt sondern auch die Mädels (Hanna Mall, Anna Winter, Catherine Chikosi, Sarah Wilken, Lina Gerlitz und Anneke Brunekreeft). Nach einem traumhaften „Bolero“ von Maurice Ravel gab es schließlich als Zugabe noch einmal Leonard Bernstein, damit sich mit „Mambo“ aus der „West Side Story“ noch einmal alle Akteure von ihrem begeisterten Publikum verabschieden konnten.

Oliver Leo Schmidt, seit 2002 Dirigent des Universitätsorchesters, lehrt Dirigieren an der Folkwang Universität der Künste. Foto: Petra Grünendahl.

Oliver Leo Schmidt, seit 2002 Dirigent des Universitätsorchesters, lehrt Dirigieren an der Folkwang Universität der Künste. Foto: Petra Grünendahl.

Auch wenn das Universitätsorchester Duisburg-Essen bereits seit zehn Jahren im Theater Duisburg seine Festkonzerte spielt, ist es hier vor Ort immer noch ein Geheimtipp. Und das, obwohl sich das hochklassige Amateurorchester hinter Profi-Ensembles nicht verstecken braucht. In der Nachbarstadt füllen sie schon seit vielen Jahren den größten Konzertsaal der Stadt: die Philharmonie Essen mit 1.900 Plätzen. Ausverkauftes Haus wäre ihnen auch in Duisburg mehr als zu gönnen!

Noch zwei Konzerte in Essen

Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, outete sich bei der Begrüßung als begeisterten Fan seines Universitätsorchesters. Foto: Petra Grünendahl.

Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, outete sich bei der Begrüßung als begeisterten Fan seines Universitätsorchesters. Foto: Petra Grünendahl.

8. Februar 2015, 11 Uhr, in der Philharmonie Essen.
22. Februar 2015, 17 Uhr, in der Zeche Zollverein, Halle 12.
Vorverkauf:
Theater und Philharmonie Essen, Huyssenallee 53, Essen,
Telefon 0201 / 8122-200, tickets@theater-essen.de.
Die Karten kosten 18 Euro (Philharmonie) bzw. 15 Euro (Zeche Zollverein, jeweils ermäßigt 7 Euro).
Mehr Infos zum Universitätsorchester Duisburg-Essen …

© 2015 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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Eine Antwort zu Universitätsorchester begeisterte beim Festkonzert im Theater Duisburg

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