Zu wenig Frauen in Führungspositionen: Ein Mentoring-Programm des Unternehmerverbandes hilft individuell

Mentorinnen gesucht: Frauen helfen Frauen

Nicht gegen Männer, aber für Frauen – so versteht sich ein Netzwerk, das der Unternehmerverband bereits im Jahr 2011 ins Leben gerufen hat. Mit einem Mentoring-Programm werden Frauen auf führende Funktionen vorbereitet oder dabei unterstützt, sich in leitenden Positionen zu behaupten. Dabei helfen die teilnehmenden Frauen sich gegenseitig: Führungskräfte unterstützen Nachwuchskräfte.

Damit die Hilfestellungen möglichst konkret und individuell sind, hat der Unternehmerverband jeweils Zweier-Teams mit je einer Mentorin und einer Mentee gebildet. „Mit unseren guten Kontakten zu den Unternehmen können wir hier die richtigen Frauen zusammenbringen“, so Elisabeth Schulte, die das Projekt für den Unternehmerverband koordiniert. Die Mentees kommen vor allem aus der Industrie – im sozialen Dienstleistungsbereich, der ebenfalls stark im Unternehmerverband repräsentiert ist, sind Frauen in Führungspositionen nicht ungewöhnlich.

Bei der Erst-Auflage des Frauen-Mentorings machten zunächst sieben „Tandems“ den Anfang. Seitdem kommen hin und wieder neue Teilnehmerinnen hinzu, andere haben ihr Ziel erreicht. Für Elisabeth Schulte ist aber klar, dass man noch längst nicht alle Potentiale genutzt hat: „Wir brauchen vor allem mehr Mentorinnen, die sich um den Nachwuchs kümmern. Junge, aufstrebende Kandidatinnen haben wir einige. Für Sie suchen wir noch erfahrene Führungskräfte.“ Schulte ist dabei sicher, dass beide Seiten profitieren. „Auch die Mentorin profitiert von dem Austausch, nicht zuletzt weil auch sie ihr Netzwerk ausbaut“, so Schulte. Da die Organisation des Programms aufwendig ist und die Teilnahme kostenfrei, richtet sich das Angebot des Unternehmerverbandes ausschließlich an Mitgliedsfirmen.

Ein erfolgreiches Tandem: Laura Zimmermann (l.) und Pia Salonen (r.). Foto: Unternehmerverband.

Ein erfolgreiches Tandem: Laura Zimmermann (l.) und Pia Salonen (r.). Foto: Unternehmerverband.

Eines der Tandems bilden Laura Zimmermann (27) als Mentee und die aus Finnland stammende Pia Salonen (43) als Mentorin. Die beiden sind bereits seit 2011, dem Startjahr des Mentoring-Programms, ein Team. Die aufstrebende Laura Zimmermann arbeitet bereits seit fünf Jahren beim Oberhausener Automatisierungsspezialisten Lenord, Bauer und Co. GmbH. Sie ist dort im Marketing tätig und bereitet unter anderem den Auftritt des Unternehmens auf internationalen Messen vor. Auch Pia Salonen hat lange Jahre im Marketing gearbeitet, ehe sie ihre heutige Position als Entwicklungsmanagerin beim skandinavischen Stahlproduzenten Ruukki mit Büro in Duisburg eingenommen hat. „Wir können uns auch fachlich austauschen. Das hat mir in den letzten Jahren oft geholfen“, sagt Zimmermann.

Nach ihrem Master-Abschluss strebt die gelernte Industriekauffrau über kurz oder lang eine Führungsposition an. Auf dem Weg dorthin erhofft sie sich möglichst viele Tipps von ihrer Mentorin Pia Salonen. Beide Frauen eint die gleiche Erfahrung: das berufliche Umfeld in der Industrie ist weitgehend männlich. Dabei ist es nicht immer einfach, sich als Frau in einem männlich dominierten Unternehmen durchzusetzen. „Männer verfügen häufig über ein besseres Netzwerk im Unternehmen und setzen ihre Ellenbogen schneller ein. Wir Frauen sind oft zu bescheiden“, gibt sich Zimmermann realistisch. Doch sei dies kein Grund zu verzagen.

Im Gegenteil, ergänzt Salonen, sollten Frauen ihre Stärken selbstbewusst in das Unternehmen einbringen. Denn nicht nur aktuelle Studien besagen eindeutig, dass Unternehmen profitieren, wenn sie ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von männlichen und weiblichen Führungskräften haben. Salonen unterstreicht die soziale Kompetenz und das große Organisationstalent vieler weiblicher Führungskräfte. „Davon kann auch die Industrie profitieren“, ist sie sich sicher.

Regelmäßig treffen sich die Teilnehmerinnen des Frauen-Mentorings, um über Erfahrungen zu berichten und Ideen auszutauschen. „Das tut uns gut. Daraus sind schon Freundschaften erwachsen. Netzwerkarbeit im besten Sinne halt“, blickt Mentorin Pia Salonen zufrieden auf die gemeinsamen Ziele. Ob die Zeiten der männerdominierten Industrie wohl schon bald der Vergangenheit angehören? „Wenn Frauen mutig sind und mit ihren Kompetenzen überzeugen, wird der Wandel gelingen. Quoten können das nicht erreichen, was Frauen selbst erreichen können“, ist sich Organisatorin Schulte sicher.

Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

– Pressemeldung des Unternehmerverbandes Duisburg –

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