Neues Buch von der Zeitzeugenbörse Duisburg: Archivbilder Homberg und Hochheide

Als Homberg am Niederrhein noch selbstständig war
Von Petra Grünendahl

Postkarte von 1914: Oben das

Postkarte von 1914: Oben das „Restaurant Friedrich“ (später: Haus der Schiffergemeinde), unten die Brücke nach Ruhrort. Foto: ZZB / Sutton Verlag.


Schon 855 wurde Homberg erstmals urkundlich erwähnt: als “Hohon Berka” im Heberegister der Abtei Werden an der Ruhr. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich Industrieunternehmen an, Eisenbahnverkehr, Schifffahrt und Kohleförderung ließen die Wirtschaft boomen und zogen Menschen an den Ort am Niederrhein. Seit 1907 wurden Homberg, Essenberg und Hochheide zu einer Gemeinde vereinigt, im gleichen Jahr die erste Brücke nach Ruhrort fertig gestellt. 1921 erhielt Homberg Stadtrechte, die es mit der Eingemeindung nach Duisburg am 1. Januar 1975 wieder verlor. Ausschnitte dieser wechselvollen Geschichte sind in Ansichtskarten und Fotografien verewigt, die die Zeitzeugenbörse Duisburg in ihrem neuesten Buch zusammen getragen und beschrieben hat.

 

Im Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) an der Augustastraße 48 hat der Freundeskreis Historisches Homberg sein Museum zur Stadtgeschichte eingerichtet. Hier stellte die Zeitzeugenbörse ihr neues Buch vor. Foto: Petra Grünendahl.

Im Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) an der Augustastraße 48 hat der Freundeskreis Historisches Homberg sein Museum zur Stadtgeschichte eingerichtet. Hier stellte die Zeitzeugenbörse ihr neues Buch vor. . . . . . Foto: Petra Grünendahl.

„Hotel Erholung“ hieß das Gebäude an der Augustastraße früher, wo sich heute im Dachgeschoss die „Historische Stube“ des Freundeskreises Historisches Homberg befindet (um 1910). Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Blick von der Friedenstraße in die Augustastraße. Ansichtskarte von Mitte der 1950-er Jahre. Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Blick von der Friedenstraße in die Augustastraße. Ansichtskarte von Mitte der 1950-er Jahre. Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Harald Molder, Vorsitzender der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., stellte mit „Duisburg-Homberg und –Hochheide“ im Museum des Freundeskreises Historisches Homberg das neueste Buch des Vereins vor. Das Wachstum der damals eigenständigen Gemeinde am Niederrhein dokumentieren zum Beispiel Rheinpreußensiedlung, Arbeiter- und Beamtensiedlungen oder die repräsentativen Wohnhäuser an der Königstraße, der Bau von Kirchen, Schulen und Krankenhäusern sowie der Ausbau von Geschäftsstraßen wie der Moerser Straße oder der Augustastraße. Mit der Ansiedlung des Sägewerks der Gebr. Cloos und der Konzession zur Kohleförderung, die Franz Haniel beantragt hatte, begann ab 1851 die Industrialisierung, die Tausende von Arbeitern an den Niederrhein zog: Als Zuwanderer kamen überwiegend Österreicher, später aber auch Menschen aus Holland, Italien, Polen, Schlesien und Masuren. Die Industriegeschichte des heutigen Duisburger Stadtteils prägten Namen wie Zeche Rheinpreußen, Mühlenwerke Küpper, Maschinenfabrik Schmitz Söhne oder ab 1892 Sachtleben Chemie (heute Huntsman-Gruppe). Der Hebeturm aus den 1850-er Jahren dokumentiert auch heute noch am Stadthafen (auch Homberger Eisenbahnhafen) die Bedeutung von Transport und Logistik für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Zum neu Entdecken und Wiederentdecken

Cover des neuen Buches der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., „Duisburg-Homberg und –Hochheide“ in der Reihe Archivbilder. Foto: Sutton Verlag, Erfurt.

Cover des neuen Buches der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V., „Duisburg-Homberg und –Hochheide“ in der Reihe Archivbilder. Foto: Sutton Verlag, Erfurt.

Das Buch „Duisburg-Homberg und -Hochheide“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag. Auf 128 Seiten findet der Leser 160 bislang unveröffentlichte Abbildungen. Das Buch ist thematisch in sieben Kapitel gegliedert, was dem Leser eine gute Orientierung durch die Fülle an Material und Informationen bietet. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren zwischen 1900 und den 1980-er Jahren. Die Abbildungen stammen aus Sammlungen von Uwe Bongert, Harald Moder, Heinz Pischke und Reinhold Stausberg von der Zeitzeugenbörse Duisburg sowie von Werner Welsch. In die Texte flossen Informationen von Homberger Vereinen wie dem Freundeskreis Historisches Homberg ebenso ein wie Berichte von Zeitzeugen. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Archivbilder“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-544-4).

Blick von der Moerser Straße in die Augustastraße um 1918: das

Blick von der Moerser Straße in die Augustastraße um 1918: das „Bügeleisen“ rechts bestimmt noch heute an dieser Stelle das Stadtbild. Foto: ZZB / Sutton Verlag.

Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 auch ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2015 Petra Grünendahl
Fotos: Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. / Sutton Verlag (5), Petra Grünendahl (1)

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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