Unternehmerverband Duisburg: Die duale Ausbildung braucht mehr Unterstützer

Aktuelle Zahlen von Arbeitsagentur und statistischem Landesamt zeigen „Licht und Schatten“

Ende 2014 befanden sich in Nordrhein-Westfalen 309 876 junge Menschen in einer dualen Ausbildung. Wie das statistische Landesamt mitteilt, waren das 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ein umgekehrtes Bild ergibt sich bei der Zahl der Studenten an Fachhochschulen und Universitäten. Hier werden immer neue Rekordstände erreicht. Aktuell gehen bereits über die Hälfte aller Schulabgänger direkt auf die Hochschule.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Duisburg. Foto: Petra Grünendahl.

„Das zeigt, dass es Probleme bei der dualen Ausbildung gibt“, so Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des hiesigen Unternehmerverbandes. „Diejenigen, die jetzt wieder mit einem Finger in Richtung Unternehmerschaft zeigen und ihr mangelnde Ausbildungsbereitschaft vorhalten, verschließen die Augen vor den wahren Problemen“, ist sich Schmitz sicher. „Die Ausbildung hat – zu Unrecht – ein großes Image-Problem bei vielen jungen Leuten. Hier müssen sich alle gesellschaftlichen Akteure an die eigene Nase fassen“, verweist Schmitz auf die Entwertung praktischer Fähigkeiten und die Überhöhung des Abitur-Abschlusses.

„Ist es wirklich ein Erfolg, wenn sich die Bildungspolitik für Rekordstände bei den Abiturienten-Zahlen feiert?“, fragt Schmitz. Es gebe auch ein Leben ohne Abitur – und zwar ein sehr lohnenswertes, unterstreicht Schmitz.

Der Unternehmerverband verweist zum Beispiel auf die guten Perspektiven in den Ausbildungsberufen der Metall- und Elektroindustrie. „Hier verdient man gutes Geld. Gerade die technischen Disziplinen bieten ausgezeichnete Zukunftschancen“, erläutert Schmitz. Natürlich sei die duale Ausbildung aber auch für Abiturienten eine gute Basis für den beruflichen Werdegang.

„Man muss es deutlich sagen: Eine Ausbildung ist nicht schlechter als ein Studium“, meint Schmitz und fordert mehr Unterstützer in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft für den Wert der Ausbildung. „Facharbeiter sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Wir haben hier schon heute einen größer werdenden Mangel zu verzeichnen. Deswegen ist das Werben für Ausbildung wichtig für die Zukunft des Standorts Deutschland insgesamt“, so Schmitz.

Erfreulich sei in diesem Sinne, dass die Zahl der freien Ausbildungsplätze nach Angaben der Agentur für Arbeit zunehme. „Doch es ist ein Irrtum, zu glauben, man kann die Zahl der Bewerber und die Zahl der offenen Plätze 1 zu 1 vergleichen. Wir haben – gerade im Ruhrgebiet – ein großes Qualifikationsproblem bei vielen Bewerbern“, gibt Schmitz die eindeutigen Umfragen des Unternehmerverbandes bei seinen Mitgliedern wieder. An der Qualifizierung in den Schulen müsse die Politik arbeiten.

Aktuellen Bewerbern rät Schmitz zu mehr Flexibilität: „Wer bereit ist, sich auch im Umland umzuschauen und wer bereit ist, sich nicht nur auf einen Wunschberuf zu versteifen, der wird in der Regel einen Platz finden“, ist Schmitz optimistisch.

Unternehmerverband Duisburg
Die Unternehmerverbandsgruppe mit ihren sechs Einzelverbänden und ihren rund 700 Mitgliedsunternehmen gehört zu den größten Arbeitgeberverbänden Nordrhein-Westfalens. Mit Sitz in Duisburg reicht ihr angestammtes Verbreitungsgebiet vom westlichen Ruhrgebiet (Duisburg, Mülheim, Oberhausen) über den Kreis Wesel bis an die niederländische Grenze (Kreis Kleve) und ins Münsterland (Kreis Borken).

– Pressemitteilung der Unternehmerverbandsgruppe in Duisburg –

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