Unternehmerverbands-Arbeitskreise Schule/Wirtschaft: 50 Jahre für Lehrer, Schüler und Unternehmen engagiert

Vor allem Betriebserkundungen sorgen für wertvolle Einblicke in die Praxis

Bei der DK Recycling und Roheisen GmbH wagten sich die Lehrer bis an den Schmelzofen heran. Foto: Unternehmerverband.

Bei der DK Recycling und Roheisen GmbH wagten sich die Lehrer bis an den Schmelzofen heran. Foto: Unternehmerverband.

Zwischen riesigen Turbinen, vor der CNC-Maschine, in der Kläranlage, im Krankenhaus, an der Schweißkabine, in der Großküche, zwischen schicken Autos oder im Forschungslabor: 300 Lehrer, die der Unternehmerverband regelmäßig zu Arbeitskreisen Schule/Wirtschaft in dieser Region einlädt, sind schon viel herumgekommen. In diesem Jahr steht ein beachtliches Jubiläum an: 50 Jahre lang schon organisiert der Unternehmerverband solche Arbeitskreise Schule/Wirtschaft. Dabei können sich Lehrer vor allem direkt in den Betrieben über die Ausbildungsmöglichkeiten für ihre Schüler informieren wie auch generell über wirtschaftliche Zusammenhänge.

1965 begann die Geschichte der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft, als der Unternehmerverband die Lehrer von Gymnasien zur Betriebserkundung bei der FINA-Raffinerie AG in Duisburg-Neuenkamp einlud. Sukzessive wurde dann das Einzugsgebiet von Schulen und Firmen erweitert, sodass heute regelmäßig Treffen in Duisburg, Mülheim, Oberhausen und Bocholt sowie im Kreis Wesel (rechtsrheinisch) stattfinden. „Damals wie heute steht im Mittelpunkt, Einblick in die Wirtschaft vor Ort zu bekommen, die Anforderungen an Mitarbeiter kennenzulernen sowie Kontakte für Schüler- und Lehrerbetriebspraktika zu knüpfen“, erläutert Elisabeth Schulte, die seit Jahrzehnten die Arbeitskreise des Unternehmerverbandes organisiert. Sie weiß: „Eine Karriere beginnt öfter als mancher denkt mit der Ausbildung.“ Deshalb setze sich der Unternehmerverband so massiv für die Duale Ausbildung ein – im Sinne der Schüler und der Unternehmen, die nach wie vor dringend Nachwuchs benötigen. Und im Zusammenhang mit dem neuen Übergangssystem Schule-Beruf NRW „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sind die Betriebserkundungen für die Lehrer wichtiger denn je. Denn sie müssen jetzt für alle Schüler des 8. Jahrgangs eintägige Berufsfelderkundungen in Unternehmen organisieren.

Der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft Duisburg
Die Bilanz nach einem halben Jahrhundert Arbeitskreise Schule/Wirtschaft ist beachtenswert: Insgesamt gehören den fünf Arbeitskreisen rund 300 Pädagogen weiterführender Schulen an. Highlights in der 50-jährigen Geschichte in Duisburg sind die Betriebserkundungen, die mehrfach pro Jahr stattfinden. So erkundeten die Lehrer den duisport, die großen Arbeitgeber ThyssenKrupp, Siemens und HKM, das Bayer-Werk in Wuppertal, das MSV-Stadion oder mittelständische Unternehmen wie Standardkessel, Mercedes Benz, Lobbe Industrieservice, Bechtle IT, DK Recycling, WOMA, Espera-Werke oder Wittig. Viele der besuchten Firmen sind Mitglieder des Unternehmerverbandes, sodass auch nachhaltig Kontakte zwischen den Schulen und den Unternehmen gefördert werden konnten. Fester Bestandteil der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft sind auch Vortragsveranstaltungen, Seminare und Workshops. Die Themen sind auf die Lehrer zugeschnitten und griffen etwa Debatten wie Kopfnoten, Doppelabiturjahrgänge oder aktuell den Übergang Schule-Beruf (KAoA: Kein Abschluss ohne Anschluss) auf. Bis zu 200 Pädagogen kommen zu solchen Veranstaltungen im Duisburger HAUS DER UNTERNEHMER zusammen, um mit Unternehmern und Bildungsverantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

Nicht zuletzt sind die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft für die Schulen wie für die Unternehmen erste Schritte aufeinander zu. Der Unternehmerverband organisiert für Schulen auch weitere Aktivitäten: Lehrerbetriebspraktika, InfoMobil und InfoTruck – das sind Informationsbusse über die Ausbildungsmöglichkeiten der Metall- und Elektroindustrie –, Firmenpatenschaften, Auszeichnung „MINT Schule NRW“, Wettbewerb „Schüler macht MI(N)T!“, Duale Orientierungspraktika mit Unternehmen und Hochschulen oder Schülerfirmen im Rahmen des Projektes „Junior“. Elisabeth Schulte macht deutlich, warum der Unternehmerverband an der Schnittstelle Schule-Unternehmen so intensiv und nachhaltig unterstützt und warum er besonders auch Schülern mit Hauptschulabschluss Berufsperspektiven aufzeigen möchte: „Wer meint, allein durch das Abitur oder durch Warteschleifen an Berufskollegs automatisch einen guten Job zu finden, liegt falsch. Viele Unternehmen suchen praktisch begabte Leute, die nach der Ausbildung auch gerne und engagiert im Ausbildungsbetrieb weiterarbeiten – und nicht unbedingt mit Studium oder Weiterbildung nach Höherem streben.“

beth Schulte organisiert seit Jahrzehnten die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft des Unternehmerverbandes. Foto: Unternehmerverband.

beth Schulte organisiert seit Jahrzehnten die Arbeitskreise Schule/Wirtschaft des Unternehmerverbandes. Foto: Unternehmerverband.

Leider werden die zahlreichen Angebote der Arbeitskreise Schule/Wirtschaft zu wenig genutzt. Von 2000 bis 2013 konnte der Unternehmerverband z. B. jährlich 3.500 Schüler mit wirtschaftsbezogenen Schulprojekten in der Berufsorientierung unterstützen. „Heute gibt es nur ein einheitliches Übergangssystem für alle Schulen, das erst neu aufgebaut werden muss. Die Lehrer sind aber mit Verwaltung, Inklusion und Schulzusammenlegungen so zugedeckt, dass sie leider viel zu wenig Zeit haben, unsere praxisnahen Angebote anzuschauen und zu nutzen“, bedauert Schulte. So entgingen vor allem den Schülern wertvolle Chancen, ihren Weg in die Berufswelt zu finden.

Wer Interesse an der Mitgliedschaft im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft Duisburg hat, ist herzlich eingeladen. Voraussetzung ist, an einer weiterführenden Schule in dieser Stadt als Lehrer beschäftigt zu sein. Die Mitgliedschaft ist freiwillig und kostenfrei. Busfahrten und gegebenenfalls weitere Kosten finanziert der Unternehmerverband. Weitere Infos bei Elisabeth Schulte, Telefon: 0203 99637-125, E-Mail: schulte@unternehmerverband.org, und unter http://www.unternehmerverband.org (Service>Schule/Wirtschaft).

– Pressemitteilung und Fotos: Unternehmerverband Duisburg –

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