Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. präsentiert Zeitsprünge Rheinhausen – Früher und heute

Von den ländlichen Dörfern über die Industriestadt zum heutigem Dienstleistungsstandort
Von Petra Grünendahl

Titelbild: Sutton Verlag.

Titelbild: Sutton Verlag.

Mit Kohle und Stahl wurden die Bauerdörfer zur Stadt Rheinhausen. Geblieben ist von Kohle und Stahl nichts. Die Zechen Mevissen und Diergardt sind ebenso wie das Kruppsche Hüttenwerk oder auch die Brauerei Rheingold Geschichte. Die Spuren dieser industriellen Vergangenheit sind heute im Straßenbild nur schwer festzumachen. Gänzlich neue Gewerbegebiete entstanden nach Abriss der alten Gebäude und Betriebe. Das machte die Spurensuche schwierig. Und auch wenn das Ländliche der vorindustriellen Zeit längst aus dem Stadtbild verschwunden ist: Grüner als heute war Rheinhausen auch nie, das belegen die Fotos der Gegenwart. An anderen Stellen wiederum scheint die Zeit fast stehen geblieben, so gleichen sich die Bilder. Von ländlichen Dörfern zur eigenständigen Industriestadt (1934) und zur Eingemeindung nach Duisburg (1975) mit einer Wirtschaft, die heute ihren Schwerpunkt im Dienstleistungsbereich hat, blieben Veränderungen nicht aus. Die „Zeitsprünge Rheinhausen“ dokumentieren sie für nachfolgende Generationen, solange es Zeitzeugen gibt, die berichten können.

Mit den Zeitsprüngen „Rheinhausen – Früher und heute“ legt die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. ihr neustes Werk zur Stadtgeschichte vor. Nachdem Fotosammlungen durchforstet und Bilder ausgewählt worden waren, gingen Mitglieder der Zeitzeugenbörse auf die Suche nach den Standorten der jeweiligen Fotografen. Mit Melanie Patten und Andre Sommer hat die Zeitzeugenbörse zwei engagierte Mitglieder in ihren Reihe, die in Rheinhausen aufgewachsen sind und wertvolle Hilfe leisten konnten, die Standorte der Fotografen zu identifizieren. Wer sich die Fotos im Vergleich anschaut, wird mitunter staunen, wie wenig sich von der ursprünglichen Ansicht im aktuellen Foto wiederfindet. Mal ist es ein Kirchturm im Hintergrund, mal eine Mühle oder Schornsteine. Gerade nach Abriss von Kohlezechen und Stahlwerk braucht man zur Spurensuche alte Bilder mit informativen Texten, die die Zusammenhänge erläutern: Im Stadtbild finden sich kaum noch – oder nur vereinzelt wenige – Zeugen der alten Zeit.

Zum Entdecken und Erinnern
Das Buch „Rheinhausen – Früher und heute“ publiziert – wie alle Werke der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. – der Erfurter Sutton Verlag, in Deutschland führender Verlag für Regionalgeschichte. Auf 128 Seiten findet der Leser 110 Abbildungen (davon 55 zumeist unveröffentlichte historische Aufnahmen), auf denen alte Ansichten Fotografien gegenüber gestellt sind, die die Orte in ihrem aktuellen Zustand zeigen. Das Buch ist nach Straßennamen alphabethisch gegliedert. Hochinformative Texte ordnen die Bilder ein und beschreiben die Ansichten und ihre Entwicklung bis heute. Die historischen Aufnahmen und Postkarten datieren überwiegend aus den 1920-er und 1930-er Jahren. Die Abbildungen stammen aus den Sammlungen des Rheinhausers Kurt Dittmann sowie von Reinhold Stausberg, Andre Sommer und Harald Molder von der Zeitzeugenbörse Duisburg. In die Texte flossen Informationen der Bildgeber, Helmut Colombo und Heinz Pischke steuerten weitere Informationen bei. Das reich bebilderte Buch mit festem Einband ist in der Reihe „Zeitsprünge“ erschienen und kostet 19,99 Euro. Zu beziehen ist es über den lokalen Buchhandel (ISBN 978-3-95400-572-7).

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Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.
Die Zeitzeugenbörse Duisburg wurde von Harald Molder ins Leben gerufen. Molder beschäftigt sich seit 1975 mit der Stadtgeschichtsforschung. Unter seinem Vorsitz ist die Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. 2007 ins Vereinsregister der Stadt eingetragen worden. Seither vernetzen sich engagierte Heimatforscher, um Duisburger Stadtgeschichte auch in Ausstellungen, Vorträgen und Büchern erlebbar zu machen.

Zur vollständigen Liste der bisherigen Publikationen der Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. im Sutton Verlag geht es hier im Menüpunkt „Bücher“.

© 2015 Petra Grünendahl
Fotos: Petra Grünendahl / Zeitzeugenbörse Duisburg e. V.

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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Eine Antwort zu Zeitzeugenbörse Duisburg e. V. präsentiert Zeitsprünge Rheinhausen – Früher und heute

  1. Ich habe einmal reingeblättert. Die Veränderungen sind sehr interessant. Leider hat sich vieles in Duisburg seitdem nicht gerade zum Besseren bewegt.

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