Duisburger Altstadt beleben: Das Quartier hat viele Gesichter

Ausstellung an der Münzstraße:
Ein Viertel und die Menschen, die es prägen

Von Petra Grünendahl

„Der Altstadt ein Gesicht“: Ausstellung im Ladenlokal am Contipark-Parkhaus Münzstraße / Ecke Peterstal. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Altstadt ein Gesicht“: Ausstellung im Ladenlokal am Contipark-Parkhaus Münzstraße / Ecke Peterstal. Foto: Petra Grünendahl.

„Egal, ob Gewerbetreibender, Hauseigentümer oder Anwohner: Sie alle geben der Altstadt ihr Gesicht“, meint Yvonne Bleidorn, gemeinsam mit ihrem Kollegen Francesco Mannarino Quartiersmanager Altstadt bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Duisburg (GFW). Um die Wichtigkeit der Akteure weiß auch GFW-Geschäftsführer Ralf Meurer. Denn nur gemeinsam wird man etwas bewegen können, um den Revitalisierungsprozess anzustoßen und in Fahrt zu bringen. „Identitätsstiftende und das Wir-Gefühl fördernde Aktionen wie diese sind ein wichtiger Baustein“, so Meurer. Die Quartiersmanager bräuchten die engagierte Unterstützung aller Akteure aus dem Viertel.

In einem Ladenlokal am unteren Ende der Münzstraße (Ecke Peterstal, dort war früher Tedi) ist nun eine Ausstellung eröffnet worden, die „Der Altstadt ein Gesicht“ gibt. Die Fotos der Ausstellung stammen von einer Aktion im Rahmen der Imagekampagne „Heimat shoppen“, die die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK Duisburg – Wesel – Kleve) im Herbst 2015 initiiert hatte. Sabina Zang vom Friseurbedarf Haarcenter Zang hatte die Idee, Menschen zu porträtieren, die in der Altstadt leben und arbeiten. Dabei wurden mehr als 40 Einzelporträts und Gruppenfotos geschossen, die in einer Videodarstellung im Schaufenster des Haarcenters zu sehen waren. Nun werden die Fotos großformatig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Interessierte können sich die Fotos im leeren Ladenlokal des Contipark Parkhauses im Vorbeigehen anschauen und auf Entdeckungsreise gehen. Die Kunstwerke sind von außen sichtbar, durch die LED-Beleuchtung auch im Dunkeln und das bis einschließlich Freitag, 22. April.

Die Altstadt:
Nicht mehr nur Warten auf den Aufschwung

RAlf Meurer, Kira Lindner, Yvonne Bleidorn und Francesco Mannarion (v. l.) präsentieren „Der Altstadt ein Gesicht“: Ausstellung im Ladenlokal am Contipark-Parkhaus Münzstraße / Ecke Peterstal. Foto: Petra Grünendahl.

RAlf Meurer, Kira Lindner, Yvonne Bleidorn und Francesco Mannarion (v. l.) präsentieren „Der Altstadt ein Gesicht“: Ausstellung im Ladenlokal am Contipark-Parkhaus Münzstraße / Ecke Peterstal. Foto: Petra Grünendahl.

Die Altstadt: Das ist das Viertel zwischen dem Schwanentor und Marientor und reicht von der Steinschen Gasse bis zum Innenhafen. Die Zeiten der großen Kaufhäuser und namhaften Geschäfte in diesen Straßen sind längst Vergangenheit. Das Viertel sucht einen Weg in die Zukunft. Hier leben und arbeiten Menschen, die dieses Viertel liebens- und lebenswert machen. Aus einem Einzelprojekt der Standortkampagne „Heimat shoppen“ ist ein Beteiligungsprojekt geworden: „Wir vom Quartiersbüro haben unterstützt, die passenden Kontakte zusammen zu bringen, so dass die Fotos in einer großen Ausstellung Bürgern und Besuchern Duisburgs sichtbar werden“, erklärt Francesco Mannarino.

Gemeinsam für ein Ziel

„Der Altstadt ein Gesicht“: Ausstellung im Ladenlokal am Contipark-Parkhaus Münzstraße / Ecke Peterstal. Foto: Petra Grünendahl.

„Der Altstadt ein Gesicht“: Ausstellung im Ladenlokal am Contipark-Parkhaus Münzstraße / Ecke Peterstal. Foto: Petra Grünendahl.

Das leer stehende Ladenlokal bot die Betriebsleiterin der Contipark Interparking Group, Rita Thiele, an. Sie hat natürlich ein Interesse daran, den Eingang zur Münzstraße vom Parkhaus aus attraktiver zu machen. Die großformatig abgezogenen Fotografien brauchten nun passende Rahmen: Yvonne Bleidorn sprach das Diakoniewerk Duisburg an: Über Kira Lindner, Maßnahmeleiterin der „Aktivierungshilfe für Jüngere“, warb sie um die Mithilfe der Jugendlichen der Holzwerkstatt. Die Dipl.-Sozialwissenschaftlerin war schnell begeistert, haben die von ihr begleiteten Jugendlichen doch selten die Chance, öffentlichkeitswirksame Projekte umzusetzen, bei denen sie sich engagieren können. Acht Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren, die an der „Individuellen Aktivierungshilfe“ teilnehmen, verliehen den gespendeten Holzpaletten unter der Anleitung von Ralf Korfmann (Diakoniewerk Duisburg) einen attraktiven Anstrich. Sie bestückten diese anschließend mit Halterungen für die Beleuchtung und montierten die Fotos darauf. „City Electronicer“ Lars Hoffmann stellte die Beleuchtungstechnik zur Verfügung, die die Fotos nun stimmungsvoll in Szene setzen.

„Die Ausstellung ist für uns ein Test. Bringt diese Form der Leerstandsbelebung für den Eigentümer oder die Besucher einen Mehrwert, so werden wir prüfen, ob im kommenden Jahr ähnliche Aktionen zur ‚Bespielung’ von Leerständen durchgeführt werden.“ Da kann man aber fast von ausgehen, denn alles ist besser als die bekannte trostlose Leere, die das Viertel nur weiter runter zieht.

Kommentar: Aufenthaltsqualität steigern ist dringend nötig

Trostlos: Leerstand an der Münzstraße. Foto: Petra Grünendahl.

Trostlos: Leerstand an der Münzstraße. Foto: Petra Grünendahl.

Leerstehende Ladenlokale nutzen niemandem – und sie sehen auch nicht schön aus. Sie sind eine schäbige Visitenkarte – auch für den Eigentümer. Und sie sind immer die erste Drehung zur Spirale nach unten. Ein paar wenige Geschäfte halten in der Altstadt noch die Fahne hoch und verhindern, dass die Spirale ganz unten ankommt. Um die Kehrtwende zu schaffen, sind auch die Immobilienbesitzer gefragt, denn ihre leeren Ladenlokale tragen nicht zur Attraktivität des Standortes bei. Sie spiegeln eine Trostlosigkeit und sind in ihrer Masse eher kontraproduktiv, wenn man neue Mieter für die Geschäftsräume finden will. Diese Ausstellung ebenso wie ähnliche Aktionen in anderen Ladenlokalen können aber nur ein erster Schritt sein. Gähnende Leerstände schrecken ab: Potenzielle Kunden ebenso wie Interessierte, die vielleicht ein Ladenlokal anmieten und ein Geschäft dort aufmachen würden. Da werden noch dicke Bretter zu bohren sein und man kann den Quartiersmanagern nur einen langen Atem wünschen!

Siehe auch:

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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