Mercatorhalle: Festwoche zur Wiedereröffnung von Duisburgs Guter Stube

Philharmonische Konzerte ausverkauft:
Publikum scharrt schon mit den Hufen

Von Petra Grünendahl

Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Duisburgs Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Ganz begeistert seien die Duisburger Philharmoniker gewesen, erzählte Kulturdezernent Thomas Krützberg, als sie bei ersten Akustik-Proben in der Mercatorhalle musizierten. Der Dirigent habe sie dabei schon habe bremsen müssen. Zum 1. September soll der Große Saal der Mercatorhalle nach Beseitigung massiver Brandschutz- und Sicherheitsmängel wiedereröffnet werden. Die Erwartungen sind auch beim Publikum groß: Die Konzerte der Duisburger Philharmoniker – eine Wagner-Gala mit dem passenden Namen „Dich, teure Halle, grüß’ ich wieder“ – zum Abschluss der Eröffnungswoche am 7. und 8. September sind bereits ausverkauft. Der aus Duisburg stammende Star-Geiger Frank-Peter Zimmermann hatte die Mercatorhalle einmal bezeichnet als ein „Geschenk, das man nicht hätte besser machen können“. Für die Akustik mag das damals schon zutreffend gewesen sein. „Jetzt ist sie besser, weil auch für das Publikum sicher“, fügte Krützberg als verantwortlichem Projektleiter für die Sanierung hinzu.

Berichteten über die Planungen zur Wiedereröffnung der Mercatorhalle (v. l.): Petr Joppa, Oberbürgermeister Sören Link und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Berichteten über die Planungen zur Wiedereröffnung der Mercatorhalle (v. l.): Petr Joppa, Oberbürgermeister Sören Link und Kulturdezernent Thomas Krützberg. Foto: Petra Grünendahl.

Die Planungen für die Wiedereröffnung des Großen Saals der Mercatorhalle stellte Oberbürgermeister Sören Link zusammen Kulturdezernent Thomas Krützberg und Peter Joppa, Geschäftsführer von Duisburg Kontor als Betreiber der Halle, vor. Bis zu 1.800 Platze fasst der Große Saal, der ab der kommenden Spielzeit wieder für Konzerte und Veranstaltungen zur Verfügung steht. Der Kleine Saal sowie der Konferenzbereich stehen schon seit längerem nach den auch dort erforderlichen Sanierungsarbeiten wieder zur Verfügung und werden auch ordentlich für Buchungen nachgefragt. Der Große Saal muss sich nach vier Jahren der Schließung erst im Veranstaltungskalender und im Bewusstsein möglicher Veranstalter wieder etablieren.

Noch Schadenersatz-Verfahren anhängig

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir haben einige Vergleiche geschlossen über Nachbesserungen oder Schadenersatz, gegen andere gehen wir noch juristisch vor“, berichtete Sören Link. Dem Pfusch am Bau habe eine kriminelle Energie zugrunde gelegen, die auch Menschenleben hätte gefährden können, erklärte Krützberg. Zwei Jahre habe es gebraucht, erst einmal alle Schäden zu erfassen und zu dokumentieren. Was die Sachverständigen und neutralen Gutachter gefunden hätten, hätte Besucher im Unglücksfall das Leben kosten können, erzählte Krützberg. Von herab stürzenden Deckenteilen im großen Saal war da ebenso die Rede wie davon, dass Besucher im Falle eines Feuers im Qualm erstickt wären, weil es weder Rauchabzug noch Belüftung gab. Die Brandschutzsanierung schlug mit Planungskosten von ca. 6 Mio. Euro zuzüglich 11 Mio. Baukosten zu Buche. Von diesen 17 Mio. Euro wird die Stadt Duisburg natürlich versuchen, auf juristischem Weg so viel wie möglich wieder zu bekommen. Zu verschenken hat man hier angesichts leerer Kassen keinen Cent. Auch interne Verwaltungsvorgänge, wie sie zu einer Abnahme der Mercatorhalle im Jahr 2007 geführt hätten, seien überprüft worden: „So etwas darf unsererseits nicht wieder vorkommen“, bekräftigte der Oberbürgermeister. Eine Aussage, die angesichts der kriminellen Energie, mit der hier teils in betrügerischer Absicht „Pfusch am Bau“ betrieben wurde, allerdings ihre Grenzen hat.

Auf der Zielgeraden

Peter Joppa, Geschäftsführer von Duisburg Kontor. Foto: Petra Grünendahl.

Peter Joppa, Geschäftsführer von Duisburg Kontor. Foto: Petra Grünendahl.

„Auch wenn das hier noch überwiegend noch nach Baustelle aussieht: wir sind komplett in der Übernahme“, erklärte Peter Joppa. Die Philharmoniker hätten ihre erste Probe absolviert, die Akustik sei hochklassig. Nach und nach werden die vollendeten Arbeiten jetzt abgenommen. In einem Monat soll der Große Saal der Mercatorhalle schließlich in voller Pracht zur Wiedereröffnung bereit stehen. Glauben mag man es kaum, schließlich, so Krützberg: „Alles, was schief gehen konnte, ist auch schief gegangen.“ Das hatte dann die entsprechend lange Schließungszeit zur Folge, wobei die eigentlichen Bauarbeiten schon in Zeitplan geblieben waren. Das Personal für den Betrieb der Halle ist für die Zeit ab September ebenfalls bereits aufgestockt worden. Dann kann der Betrieb in Duisburgs guter Stube wieder los gehen.

Baumaßnahmen neigen sich den Ende zu: Großer Saal der Mercatorhalle, Duisburgs Guter Stube. Foto: Petra Grünendahl.

Baumaßnahmen neigen sich den Ende zu: Großer Saal der Mercatorhalle, Duisburgs Guter Stube. Foto: Petra Grünendahl.

Die Konzerte der Duisburger Philharmoniker bilden den Abschluss der Festwoche zur Wiedereröffnung. Den Auftakt bildet am Donnerstag, 1. September um 19.30 Uhr, der Eröffnungsevent mit Duisburger Künstlern. Eher bodenständig und als „netter Abend“ denn als Gala-Veranstaltung sei er angelegt, so Peter Joppa. Kai Magnus Sting (Moderation) und Jupp Götz (Musikprogramm) leiten auf der Bühne durch den Abend. Neben einer Kammerbesetzung der Duisburger Philharmoniker bestreiten Solo-Interpreten wie zum Beispiel Mirco van Stiphout oder Daniel Basso, Chöre, weitere Ensembles und Überraschungsgäste den Abend. Eintrittskarten zum Preis von 15 bzw. 20 Euro gibt es im Vorverkauf (zzgl. Vorverkaufsgebühr) in der „Tourist Information Duisburg“ und an der „Theaterkasse Duisburg“. Der Vorverkauf beginnt am 5. August.

Zu einem Tag der offenen Tür öffnet die gesamte Mercatorhalle am Sonntag, 4. September: Der Große Saal, der Kleine Saal sowie der Kongressbereich können bei freiem Eintritt besichtigt werden. Aufführungen sowohl der Kunst- und Musikschule der Stadt Duisburg als auch von Ensembles der Duisburger Philharmoniker sowie weiterer Künstler runden das Programm ab. Familienfreundlich eingerahmt wird das Ganze von Gastronomieangeboten und einem Aufenthaltsbereich für Kinder.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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