Lehmbruck Museum in Duisburg zeigt „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“

Künstlerisch-kreatives Schaffen aus dem Rohstoff „Kohle“
Von Petra Grünendahl

Bernd und Hilla Bechers „Hochöfenköpfe“ (1996) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Große Fotografien der Reihe „Hochofenköpfe“ (1996) von Bernd und Hilla Becher (1931-2007/1934-2015) kennt man von der Fassade der Kraftzentrale im Landschaftspark Nord: Natürlich dürfen (etwas kleinere gerahmte) Fotografien dieser Serie auch hier nicht fehlen. Der „Boden der Unsicherheit“ (2006) von Katinka Bock (*1976) ist aus mit Teer* geschwärzten Pflastersteinen gepflastert. David Hammons (*1943) fordert Besucher mit seiner raumfüllenden Installation „Chasing the Blue Train“ (1989) auf, sich um sein Werk herum zu bewegen, dem Zug zu folgen. Das Rattern des Zuges verbindet sich mit Musik von John Coltrane („Chasin’ the Train“ von seinem 1957er Album „Blue Train”), die aus verschiedenen, die Zugstrecke flankierenden CD-Playern tönt. Wandfüllend hat Jürgen Stollhaus (*1962) das Fresko „mit schlagartiger Schwerkraftentladung“ (2018) geschaffen: In das Bild eines Eisenbahn-Güterwagens hat er mit weißer und schwarzer Kreide Motive aus der Geschichte des Bergbaus gezeichnet. Frühstes Werk der Sonderschau ist das Relief „Sitzender Bergmann mit Grubenlampe“ (1905/06) von Wilhelm Lehmbruck (1881-1919). Die neuesten sind speziell für diese Ausstellung entstanden. Den Künstlern dienten in Malerei, Zeichnung, Plastik und Video, skulpturalen, audiovisuellen oder Rauminstallationen die „Kohle“ als verbindendes Element.

Details im Wandfresko von Järgen Stollhaus in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Mit „Reichtum: Schwarz ist Gold“ beteiligt sich das Lehmbruck Museum am Ausstellungsprojekt von 17 RuhrKunstMuseen, das sich im Jahr des Ausstiegs aus dem Steinkohlebergbau mit dem Thema „Kunst & Kohle“ auseinander setzt. Schon der Titel der von Dr. Michael Krajewksi kuratierten Ausstellung rückt die Kohle ins rechte Licht, denn die Wirtschaftskraft, den die Region aus dem wertvollen Rohstoff zog, bereicherte auch die kulturelle Landschaft und trug wesentlich zum heutigen „Reichtum“ der Ruhrgebietsmuseen bei. Auf rund 800 Quadratmetern im Sonderausstellungsraum und im Dreiecksanbau zeigt das Lehmbruck Museum insgesamt 48 Arbeiten von 21 Künstlern aus sieben Ländern. Die Künstler machen mit unterschiedlichen Konzepten Kohle als Rohstoff, als Lebenserfahrung oder gesellschaftliches Konzept erfahrbar.

RuhrKunstMuseen

Wilhelm Lehmbrucks „Sitzender Bergmann mit Grubenlampe“ (1905/1906) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Katinka Bocks „Boden der Unsicherheit“ (2006) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Ab Mai zeigen 17 RuhrKunstMuseen Sonderausstellungen, die sich anlässlich der Schließung des letzten deutschen Steinkohlebergwerks Ende des Jahres mit der Thematik „Kunst & Kohle“ auseinander setzen. Dass sich das Ausstellungsprojekt zum 10-jährigen Bestehen der Museumskooperation wie ein roter Faden durch das Ruhrgebiet zieht, ist eher dem Zufall geschuldet. Mehr unter http://www.ruhrkunstmuseen.com.

Für den (auch mehrfachen) Besuch in den teilnehmenden Museen gibt es ein Kombi-Ticket für 25 Euro (ermäßigt 15 Euro), das in allen teilnehmenden Museen erhältlich ist. Unterstützt wird das Ausstellungsprojekt finanziell durch das Land NRW sowie verschiedene Stiftungen (Kunststiftung NRW, RAG Stiftung, Brost Stiftung) sowie der Ruhr Tourismus GmbH. Es ist Teil des Veranstaltungskalenders „Glückauf Zukunft!“ zum Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland.

Zu dem Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ erscheint im Juni im Wienand-Verlag eine reich bebilderte Publikation in 17 Bänden. Die einzelnen Kataloge sind in den teilnehmenden Museen sowie im lokalen Buchhandel zu haben.
 
 
 

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Öffnungszeiten und Eintrittspreise

David Hammons‘ „Chasing the Blue Train“ ((1989) in „Reichtum: Schwarz ist Gold“ im Lehmbruch Museum ist Teil des Ausstellungsprojekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Sonderausstellung „Reichtum: Schwarz ist Gold“ läuft im Lehmbruck Museum bis zum 7. Oktober. Dienstags bis freitags ist das Lehmbruck Museum ab 12 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 17 Uhr, donnerstags wegen der plastikBAR bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Blinden- und Demenzbegleitung haben kostenlos Eintritt. Schulklassen und Kindergärten zahlen pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro. Jeden ersten Freitag im Monat gilt: „Pay what you want“. Ausgenommen davon sind angemeldete Gruppen.

Zu seinen Sonderausstallungen bietet das Lehmbruck Museum verschiedene Veranstaltungen als Rahmenprogramm an. Öffentliche Führungen durch das Museum gibt es jeden Sonntag; sie kosten 2 Euro zusätzlich zum Eintritt. Für Informationen und Buchungen steht die Kunstvermittlung des Lehmbruck Museums unter Telefon 0203 / 283-2195 oder eMail kunstvermittlung@lehmbruckmuseum.de zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de sowie im Veranstaltungskalender.

(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug.

*) Teer entsteht u. a. bei der Verkoksung von Steinkohle

© 2018 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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