Sculpture 21st: Antony Gormleys „Loss“ im Lehmbruck Museum (November 2014)

Vom in sich Ruhen, von Einsamkeit oder Melancholie
Von Petra Grünendahl

Fünfter Teil der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ im Lehmbruck Museum Duisubrg: Antony Gormleys "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Fünfter Teil der Ausstellungsreihe „Sculpture 21st“ im Lehmbruck Museum Duisubrg: Antony Gormleys „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Kleine Stahlblöcke bilden den Körper. Sie scheinen sich kaum zu berühren. Die Figur wirkt wie in Auflösung begriffen, fast schwebend. Mit etwas Abstand wirken die Stahlblöcke wie digitale Pixel, aber doch dreidimensional. Den Kopf trägt die Figur gesenkt: In sich gekehrt, während der Körper nach außen wirkt. Einsamkeit, Melancholie, ein Abbild vom Menschen: Der britische Künstler Antony Gormley (*1950) sieht den Menschen als einem Objekt im Raum. Er arbeitet in Lebensgröße: Seine Skulptur ist 1,73 Meter hoch, mit dem gesenkten Kopf also ungefähr so groß wie Gormley selbst. So leicht, wie sie scheint, ist sie nicht: Die Edelstahl-Skulptur wiegt 417 Kilogramm.

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Mit Antony Gormleys Skulptur „Loss“ eröffnete der fünfte und letzte Part der Reihe „Sculpture 21st“ in der Glashalle des Duisburger Lehmbruck Museums. Diese Ausstellungsreihe rundete die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Jubiläum des von Manfred Lehmbruck erbauten Museums eindrucksvoll ab. Sechs Wochen lang sind die Skulpturen jeweils ausgestellt, zuletzt war hier Eija-Liisa Ahtila mit „Horizontal“ zu sehen gewesen. Antony Gormley habe sich die Glashalle angesehen, nachdem das Lehmbruck Museum bei ihm für eine Skulptur angefragt hatte, erzählte Ronja Friedrich, Kuratorische Assistenz im Museum. Dazu habe er dann die Skulptur „Loss“ ausgewählt. Die nach außen offene Nordhalle ist ein idealer Ort für Präsentationen, denn das „Fenster“ in den Kantpark lockt immer wieder Neugierige, sie die ausgestellten Werke anzusehen.

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Figur „Loss“ steht auf dem Boden. Halt gibt ihr ein Klebeband unter den Füßen, welches gerade für solchen schweren Lasten ausgelegt ist. Die Statue wirkt in der großen Halle keineswegs verloren. Vielmehr gibt die Halle dem Besucher Raum, sich mit der Figur zu beschäftigen. Die 2006 entstandene Skulptur beeindruckt auch aus der Nähe mit ihren fein geschweißten Stahlblöcken unterschiedlicher Kantenlängen. Mit etwas Abstand jedoch gewinnt das Abbild des Menschen mit seinem gesenkten Kopf eine Bedeutung: Wenn der Beobachter mit seinen Gedanken über den Körper hinaus geht, inspiriert von dem, was die Figur ihm mitteilt. Der Raum für verschiedene Perspektiven und Blickwinkel ist jedenfalls gegeben.

Unterstützung durch die Sparkasse Duisburg

Antony Gormleys Skulptur "Loss" mit Dr. Joachim Bonn (Sparkasse Duisburg), Ronja Friedrichs (Kuratorische AssistenzI und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormleys Skulptur „Loss“ mit Dr. Joachim Bonn (Sparkasse Duisburg), Ronja Friedrichs (Kuratorische AssistenzI und Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla (v. l.). Foto: Petra Grünendahl.

„Jeder Mensch kann durch kreatives Handeln zum Wohl der Gesellschaft beitragen“, zitierte Dr. Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg, den Künstler Gormley bei der Pressekonferenz zur neuen „Sculpture 21st“-Präsentation. Rund 85.000 Euro hat die Sparkasse neben anderen Förderern zum Sponsoring der Jubiläumsschau „Sculpture 21st“ beigetragen. „Kunst hat Werte, die man nicht in Zahlen ausdrücken kann“, begründete Bonn das Engagement der Sparkasse in der lokalen Kulturszene. Und: „Kunst muss zugänglich sein, damit jeder Interessierte was davon hat: Deswegen ist auch Kunst im öffentlichen Raum so wichtig.“ In der Glashalle ist die Skulptur „Loss“ auch für Menschen sichtbar, die im Kantpark spazieren gehen. Im Dunkeln wird sie von einem Spot angeleuchtet werden. Vielleicht lockt der Anblick ja doch den einen oder anderen, sich das Werk einmal näher anzuschauen. Gormleys Skulptur, aber auch das ganze Lehmbruck Museum haben auf jeden Fall die Aufmerksamkeit verdient.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Die Präsentation von Antony Gormleys „Loss“ läuft bis zum 18. Januar 2015. Mittwochs bis samstags ist das Museum ab 12 Uhr geöffnet, sonntags ab 11 Uhr. Die Öffnungszeiten gehen bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr. An Feiertagen gelten ggf. besondere Öffnungszeiten. Regulär kostet der Eintritt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Angehörigen sowie Schulklassen und Kindergärten pro Person 2 Euro (gilt nur für Selbstführergruppen), eine Familienkarte gibt es für 15 Euro.

Antony Gormley: "Loss". Foto: Petra Grünendahl.

Antony Gormley: „Loss“. Foto: Petra Grünendahl.

Weitere Informationen gibt es unter tickets@lehmbruckmuseum.de, Telefon 0203 / 283-2195 oder www.lehmbruckmuseum.de.
(*) Ermäßigung erhalten gebuchte Gruppen, Selbstführer ab 20 Personen, Menschen mit Behinderung (ab 70%), Schüler & Studenten, Wehr- & Zivildienstleistende sowie Menschen mit Sozialhilfebezug. Kostenfreie Angebote können bei der Kulturloge Ruhr angefragt werden. Das Duisburger Büro der Kulturloge Ruhr ist bei der Bürgerstiftung Duisburg angesiedelt.

© 2014 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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