Duisburger Hafen AG: Bilanzpressekonferenz 2016 – Konzernergebnis auf Rekordniveau

Die goldenen Jahre zweistelliger
Wachstumsraten in der Logistik sind vorbei

Von Petra Grünendahl

Vorstandsvorsitzender Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Vorstandsvorsitzender Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.


Als Lösungsanbieter für integrierte Dienstleistungen zur Optimierung von Warenströmen sieht Vorstandsvorsitzender Erich Staake die Duisburger Hafen AG auch für die Zukunft gut aufgestellt. „Die goldenen Jahre zweistelliger Wachstumsraten sind vorbei“, bilanzierte Staake angesichts schwieriger Marktbedingungen. Mit dem vergangenen Geschäftsjahr ist er zufrieden: 2015 war wieder ein Rekordjahr. Auf 17 Jahre kontinuierliche steigende Ergebnisse kann Staake nun zurückblicken. Die Dividende für Anteilseigner Stadt Duisburg (ein Drittel) und Land NRW (zwei Drittel) ist damit gesichert.

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG (v. l.): Prof. Thomas Schlipköther, Erich Staake (Vorsitzender), Markus Bangen. Foto: Petra Grünendahl.

Der Vorstand der Duisburger Hafen AG (v. l.): Prof. Thomas Schlipköther, Erich Staake (Vorsitzender), Markus Bangen. Foto: Petra Grünendahl.

Die Duisburger Hafen AG legte für 2015 mit 217 Mio. Euro Gesamtumsatz für die Unternehmensgruppe inklusive aller Beteiligungen ein neues Rekordergebnis vor (plus 10 Prozent), die die Vorstände der Hafengesellschaft, Erich Staake, Prof. Thomas Schlipköther und Markus Banken, im auf der Bilanzpressekonferenz 2016 präsentierten. Von den drei Geschäftsbereichen der duisport-Gruppe – Infra- und Suprastruktur, Logistische Dienstleistungen sowie Verpackungslogistik – hat 2015 insbesondere der Bereich der Logistischen Dienstleistungen zur positiven Entwicklung beigetragen. Der Umsatzzuwachs in diesem Geschäftssegment resultiert im Wesentlichen aus der Projektlogistik, dem Mengenzuwachs im Container- und Massengutbereich sowie aus dem Consulting- und Projektgeschäft. Im Geschäftsjahr 2015 hat die duisport-Gruppe Investitionen in Höhe von rund 20 Mio. Euro getätigt (2014: 17 Mio. Euro). Der Schwerpunkt lag dabei erneut auf der Erweiterung der Umschlag- und Terminalkapazitäten. Dazu zählten unter anderem die Errichtung eines zweiten Portalkrans auf logport III sowie der Ausbau des DIT-Terminals auf logport I. Finanziert wurde dies aus laufenden Geschäftseinnahmen.

Continerumschlagswachstum in Duisburg
bei sinkendem Umschlag in Seehäfen

Hafenchef Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Hafenchef Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Nachdem große asiatische Seehäfen geringe Zuwachsraten oder gar Rückgänge im Umschlag zu verzeichnen haben, spiegelt sich dies auch in den Umschlagsentwicklungen der europäischen Nord- und Westhäfen (Nordsee und Atlantik). „Ohne einen Treiber für weltwirtschaftliches Wachstum gehören die zweistelligen Wachstumsraten in der Transportlogistik der Vergangenheit an“, so Staake. Im vergangenen Jahr habe der Duisburger Hafen von Verlagerungen profitieren können. Hier positioniert sich die duisport-Gruppe mit integrierten Dienstleistungen zur Optimierung von Warenströmen, die dann häufig ihren Weg auch über Duisburg finden – oder über Duisburger Beteiligungen und Joint Ventures weltweit, von denen dann auch Duisburg profitiert.

„Wir haben genügend Kapazitäten für den Containerumschlag, einen weiteren Ausbau planen wir aber nicht“, erklärte Staake, der schon vor Jahren vor Überkapazitäten warnte, die jetzt – bei sinkenden Importen aus China und Asien und nach allzu ungestümen Kapazitätserweiterungen – vorhanden sind. „Als die Investitionsentscheidungen beispielsweise für Maasvlakte II [Rotterdam] getroffen wurden, war dies aber noch nicht abzusehen“, führte er fort. In Duisburg wurden im vergangenen Jahr 3,6 Mio. TEU (Standardcontainer) umgeschlagen (plus 6 Prozent). Kapazitätsreserven sind noch vorhanden, so dass hier noch Luft nach oben weiteres Wachstum möglich machen würde.

Verhaltene Entwicklung für 2016 erwartet –
Verantwortung für die Region

Bilanzpressekonferenz 2016 der der Duisburger Hafen AG (v. l.): Pressesprecher Dr. Julian Böcker, Vorsandsvorsitzender Erich Staake sowie seine Vorstandskollegen Prof. Thomas Schlipköther und Markus Bangen. Foto: Petra Grünendahl.

Bilanzpressekonferenz 2016 der der Duisburger Hafen AG (v. l.): Pressesprecher Dr. Julian Böcker, Vorsandsvorsitzender Erich Staake sowie seine Vorstandskollegen Prof. Thomas Schlipköther und Markus Bangen. Foto: Petra Grünendahl.

Durch Beteiligungen und Joint Ventures ist duisport auch international gut aufgestellt. Das breit gefächerte Geschäftsportfolio vermindert Risiken: „Das entwickeln wir weiter“, verkündigte Staake. „Wir werden uns alle Mühe geben, im laufenden Jahr nicht schlechter abzuschneiden.“ Dass vom Duisburger Hafen mehr mittlerweile als 45.000 Beschäftigte direkt oder indirekt abhängen (Studie des Marktforschungsinstituts Regionomica 2015), ist auch eine Verpflichtung für Duisburg und die Region: „Das ist nirgends so wichtig wie hier im Ruhrgebiet.“ Damit bleibt der Duisburger Hafen eine tragende Säule der Wirtschaftsstruktur und des Arbeitsmarktes in der Region. „Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass wir in der Logistikwirtschaft in Duisburg und der Region weiterhin Wachstum erzeugen können“, betonte Erich Staake. „Sie sind darüber hinaus Beleg für die Qualität des Standortes, der inzwischen zu den führenden Logistikregionen in Europa gehört“.

Erich Staake, Vorsitzender des Vorstandes, bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Erich Staake, Vorsitzender des Vorstandes, bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„Wir müssen deutlich machen, dass wir hier nicht nur Verkehr produzieren, sondern auch um Optimierung bemüht sind“, erklärte Staake. Denn jede neue Ansiedlung zieht auch neue Güterverkehre – und die kommen zumindest teilweise über die Straße. Die vereinbarte strategische Zusammenarbeit mit Siemens zur Realisierung eines Verkehrsleitsystems war in der ersten Testphase ein Erfolg. Nächster Schritt wird eine App für Lkw-Fahrer sein, die Verkehrsflüsse weiter optimiert. Schlussendlich versprechen sich die Kooperationspartner ein System, welches sie weltweit vermarkten können. Die Duisburger sind hier nicht nur Versuchskaninchen, sondern die ersten, die davon profitieren.

Zukunftspotenziale für die Region

Vorstandsvorsitzender Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Vorstandsvorsitzender Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Steigende Mitarbeiterzahlen verzeichnet die duisport-Gruppe: Nach 1.000 Mitarbeitern im Jahr 2014 waren es im letzten Jahr 1.050 Beschäftigte. „Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind ein zentrales Element für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung. Daher setzen wir verstärkt auf die Rekrutierung von Fachkräften für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche und fördern gezielt junge, engagierte Nachwuchskräfte in unseren insgesamt acht Ausbildungsberufen“, so der Hafenchef.

Zukunftspotenzial sieht Erich Staake im wachsenden Segment der Flussschiffkreuzfahrt: „Es wird viel getan in Duisburg und der Region, um touristische Angebote und Reiseziele zu fördern.“ Diese seien Voraussetzung für Kreuzfahrtschiffe, die rund um die Anlegestellen ein touristisches Programm für ihre Passagiere anbieten müssten. Duisport investiert rund eine halbe Millionen Euro in eine Anlegestelle an der Mühlenweide. Ende April beginnen die Bauarbeiten, im Juni schon ist die Eröffnung geplant.

300 Jahre Duisburger Hafen

Hafenchef Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

Hafenchef Erich Staake bei der Bilanzpressekonferenz 2016 der Duisburger Hafen AG. Foto: Petra Grünendahl.

„300 Jahre ist schon eine Hausnummer. Es gibt nicht viele Unternehmen, die so alt sind“, schlug Staake den Bogen zum Jubiläumsjahr. Das lässt sich der Hafen einiges kosten. Ein Jubiläumsbuch zur Geschichte des Hafens – „300 Jahre Duisburger Hafen – Weltweit verankert, regional vernetzt“ – wird ebenso Anfang Mai vorgestellt wie das Kinderbuch „Duisport Zeitreise“. Eröffnet wird dann auch die neue Fahrradroute durch den Duisburger Hafen. Ende Mai ist die Einweihung einer Poseidon-Skulptur des Künstlers Prof. Markus Lüpertz, dessen Werke auch gerade im MKM Museum Küppersmühle gezeigt werden, an der Spitze der Mercatorinsel geplant: Ein Geschenk des Duisburger Hafens an sich selber, an Ruhrort und an die Stadt Duisburg. Und vom Rhein aus gesehen mit Sicherheit ein Blickfang. Größer als bislang wird auch das traditionelle Ruhrorter Hafenfest, das in diesem Jahr auf Anfang Juni vorgezogen wird. Der offizielle Festakt zum Jubiläum des Duisburger Hafens steht dann Mitte September an.

© 2016 Petra Grünendahl (Text und Fotos)

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Über Petra Grünendahl

"Mich kann man nicht beschreiben, mich muss man erleben ;-)" . . . . . . . . . . . . Freie Journalistin aus Duisburg (Ruhrgebiet, Deutschland). . . . . . . . . . . . . . . . . IN*TEAM Redaktionsbüro Duisburg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auto-Testberichte, Verkehrssicherheit, Binnenschifffahrt & Logistik, . . . . . . . Wirtschaft & Verbraucherthemen und vieles mehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, Strategien & Konzepte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (Foto: Petra Grünendahl)
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